Noch eenmaal La Bohéme
Noch einmal La Bohéme
Komödie in 3 Akten
Inhalt:
Vor 25 Jahren begann alles mit einem simplen Missgeschick: Miriam verlor ihren Wohnungsschlüssel und klingelte in ihrer Not bei Rudolf – einem verträumten Kunststudenten, der mit ihr unter einem Dach lebte, zwischen Leinwänden, Skizzen und großen Idealen. Aus diesem Zufall wurde eine leidenschaftliche Liebe. Sie heirateten, bauten sich ein gemeinsames Leben auf und überstanden sogar Miriams schwere Erkrankung. Ihre Geschichte erinnert nicht zufällig an die Figuren aus der Oper La Bohème von Puccini – jung, intensiv, hoffnungsvoll.
Doch ein Vierteljahrhundert später ist von der einstigen Bohème-Romantik wenig geblieben. Rudolf ist längst kein brotloser Künstler mehr, sondern in den Routinen des Alltags angekommen. Miriam fühlt sich übersehen und emotional verlassen. Der Verdacht einer Affäre nagt an ihr. Ihre Sorgen teilt sie mit ihrer besten Freundin Lydia, die ihr rät, nicht nur um die Ehe zu kämpfen, sondern vor allem ihr eigenes Leben neu in die Hand zu nehmen.
Beruflich steht Miriam ebenfalls unter Druck: Als Chemielaborantin in einem pharmazeutischen Institut erhält sie nach vielen krankheitsbedingten Ausfällen eine Abmahnung von ihrem Vorgesetzten Professor Dr. Dr. Meyerdings. Um sich zu beweisen, nimmt sie Arbeit mit nach Hause. Im Labor wird gerade an einem neuen Schlankheitspräparat geforscht – und Miriam kommt auf eine folgenschwere Idee: Warum nicht selbst Tabletten herstellen und privat verkaufen?
Was als Ablenkung beginnt, wird zur Obsession. Miriam geht vollkommen in ihrer heimlichen Produktion auf – und vergisst dabei, wie gefährlich chemische Verwechslungen sein können. Durch einen folgenschweren Irrtum geraten falsche Substanzen in die „Wundermittel“. Die Nebenwirkungen sind ebenso grotesk wie explosiv: Frauen entwickeln eine unbändige, kaum kontrollierbare Lust, ältere Herren fühlen sich plötzlich wie junge Hüpfer, und andere kuriose Transformationen sorgen für Chaos. Selbst Rudolf bleibt – unfreiwillig – nicht verschont.
Inmitten dieses absurden Ausnahmezustands stellt sich die entscheidende Frage: Ist Liebe auf Dauer haltbar? Was braucht es wirklich, um glücklich zu sein? Und können die katastrophalen Folgen von Miriams Experimenten am Ende vielleicht doch den Blick auf das Wesentliche freilegen?
„Noch eenmaal La Bohéme“ ist eine temporeiche, kluge Komödie mit ernsten Untertönen – eine moderne Ehegeschichte zwischen Bohème-Romantik und Laborwahnsinn, zwischen Sehnsucht, Selbstverwirklichung und der ewigen Frage nach der zweiten Chance.
Die Spieler: 5w/4m – 1 Bühnenbild
Therapieraum 8
Komödie in 3 Akten
In der Rehaklinik am Hasenbach, in der Therapiepläne den Tagesrhythmus bestimmen und jeder Schritt nach Heilung riecht, entsteht ein ungewöhnlicher Ort: Der Obstpavillon. Als Antwort auf den allseits beliebten Raucherpavillon gedacht, soll er Nichtrauchern Raum für Begegnung, Austausch und Nähe bieten. Was als gesundes Gegenmodell beginnt, entwickelt sich rasch zu einem brodelnden sozialen Experiment.
Hier treffen Patientinnen und Patienten aufeinander, die ihre Therapietermine mal ernst, mal eher als grobe Empfehlung oder als Blödsinn verstehen. Zwischen Apfelkörben und Bananenschalen entfalten sich Gespräche, die selten so harmlos sind wie das Obst, das sie begleiten. Es wird gelästert, beobachtet, gemutmaßt. Gerüchte ziehen schneller ihre Kreise als der Physiotherapeut durch den Flur, und sogenannte Kurschatten finden ebenso ihren Platz wie stille Beobachter, die mehr sehen, als sie sagen.
Der Obstpavillon wird zur Bühne menschlicher Schwächen, Sehnsüchte und Masken. Hier prallen unterschiedliche Lebensgeschichten, Temperamente und Erwartungen aufeinander: Die Moralischen auf die Zynischen, die Einsamen auf die Suchenden, die Besserwisser auf jene, die eigentlich nur dazugehören wollen. Unter dem Deckmantel der Gesundheit werden alte Muster sichtbar – Machtspiele, Eifersucht, Verletzlichkeit und das verzweifelte Bedürfnis nach Anerkennung. Denn irgendwie sind hier in dieser Reha ja alle "krank".