Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

 

 

 

       „Ruhe sanft in kleinen Tüten“

Kriminal-Komödie in 3 Akten

 

von

 

Helmut Schmidt

 

(hochdeutsche Fassung)

 

 

 

Inhalt:

 

Anna, Christel und Fanny haben sich vor einigen Jahren auf dem Friedhof kennengelernt. Während die Witwen Christel und Fanny dort die Gräber ihrer Ehemänner pflegen, kümmert Anna, die nie verheiratet war, sich um die Grabstelle ihrer Eltern. Durch das häufige Treffen auf dem Friedhof ist zwischen den Damen eine Freundschaft entstanden. Jeden Mittwochnachmittag treffen sie sich bei Anna zum Kaffeetrinken, zum Gesellschaftsspiel und zum Klatsch. Das Lieblingsthema der drei sind die Männer, und wie vorteilhaft doch ein Leben ohne Ehemann ist. Und während Anna sich eher in Schweigen hüllt, berichten Christel und Fanny immer wieder, wie oft sie doch von ihren Männern betrogen und belogen wurden. Über eines sind sich die drei einig: Männer sind auf ewig tabu für sie. Doch dann erfahren Anna und Christel, dass Fanny nicht ehrlich war und schon seit Wochen wieder eine Affäre mit einem Mann namens Josef hat. Bevor sie der Liebschaft von Fanny weiter zustimmen, muss dieser erstmal unter die Lupe genommen werden. Als Josef bei den dreien eingeladen wird, muss Anna mit Erschrecken erkennen, dass es sich um ihre Jugendliebe und den Vater ihres Sohnes Sebastian handelt. Er hat Anna im Stich gelassen, als sie ihm damals sagte, dass sie schwanger sei. Und Christel erkennt in Josef ihren Zuhälter wieder, der sie als junges Mädchen auf den Strich geschickt hat. Schon ist sich das Damen-Trio einig: Josef muss sterben! Doch als die Damen ihn dann gemeinsam umbringen wollen, liegt Josef bereits tot mit einem Messer in der Brust in Annas Garten. Wer ist der Mörder? Und wohin mit Josef ohne bei der Kripo in Verdacht zu geraten? Tiefgekühlt soll seine Leiche in Stücke geschnitten und in kleinen Tüten entsorgt werden. Das klappt auch wunderbar. Doch dann taucht plötzlich Kommissar Gruber auf und ermittelt. Und da ist noch der Hausverwalter Flotzinger. Dieser hat nicht nur ein Auge auf Anna geworfen, sondern auch auf die Mülltonnen, in denen plötzlich Leichenteile zu finden sind...

 

Spieler: 4w/4m - 1 Bühnenbild

 

 

Anna Schumann                     -  (ca. 45-50 Jahre)

 

Christel Fischer                      -  (ca. 45-50 Jahre)

 

Fanny Berger                         -  (ca. 45-50 Jahre)

 

Sebastian Schumann              -  Sohn von Anna (ca. 25-30 Jahre)

 

Barbara Förster                      -  Sebastians Freundin (ca. 25 Jahre)

 

Gustav Flotzinger                  -  Hausverwalter (ca. 50 Jahre)

 

Josef Seidel                            -  Affäre von Fanny (ca. 50 Jahre)

 

Hans Gruber                           -  Kriminalkommissar (ca. 30 - 50 Jahre)

 

 

 

                     

 

Spielort:  Ländliche Kleinstadt irgendwo in Deutschland (im Stück wird Klein Hagenau angegeben)

 

Spielzeit:  Ende Mai in der Gegenwart

 

Spieldauer: ca. 100 Minuten ohne Pausen

 

 

Bühnenbild:

Das Wohnzimmer von Anna Schumann. Es befindet sich in einem Mehrfamilienhaus im

Erdgeschoss. Es ist recht gemütlich und modern eingerichtet. Auf der Bühne in der Mitte

Tisch und Stühle. Evtl. Schrank oder Vitrine; einige Bilder an den Wänden. Es werden 2

Türen benötigt. Nach links oder hinten* (aus der Sicht des Zuschauerraumes) führt eine zum

Flur nach draußen, rechts eine weitere zur Küche, zu den Schlafräumen u.a. Alle weiteren

Ausstattungen sind der Spielgruppe überlassen. *(im Stück wird dafür jeweils "hinten"

angegeben)

 

 

 

               Erster Akt

 

                  (Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzen Anna, Christel und Fanny am Tisch und spielen Kniffel. Jeder hat einen Kniffelzettel sowie einen Stift vor sich liegen. Auf dem Tisch befinden sich der Würfelbecher und die Würfel. Alle drei tragen normale, sommerliche Alltagskleidung. Fanny und Christel haben Handtaschen dabei. Ihre Kleidung zeigt weder Armut noch Wohlstand. Es ist ein Mittwochnachmittag.)

 

1. Szene

Anna:        (würfelt und legt die Würfel aneinander, fröhlich) Eine große Strasse. 2-3-4-5-6. (schreibt was auf ihrem Zettel) Jetzt brauch´ ich nur noch die Einser und Vierer. Sieht nicht gut für Sie aus, meine Damen.

 

Fanny:       Das ist alles nur Glücksache.

 

Christel:     Genau. Kniffel ist ein reines Glücksspiel.

 

Anna:        Ist es absolut nicht. Das hat auch was mit Logik und Können zu tun.

 

Christel:     Na ja, vielleicht ein bißchen.

 

Anna:        Nein, sogar sehr viel.

 

Fanny:       Wie die Würfel fallen, das weiß keiner. Ist wie im Leben.

 

Anna:        Aha. Sollten wir da was wissen, Frau Berger?

 

Fanny:       Nein, sollten Sie nicht. (würfelt, schaut darauf) Na toll. Was soll ich denn jetzt mit DIESEN Zahlen anfangen?

 

Christel:     Nehmen Sie die Zweier. Davon haben Sie doch zwei. Immerhin.

 

Fanny:       Kniffel verliert mehr und mehr an Reiz. Meinen Sie nicht auch? Wir spielen das schon viel zu lange. (greift in ihre Handtasche, holt ein Smartphone hervor, schiebt und tippt kurz darauf, lächelt kurz, steckt es dann wieder weg)

 

Anna:        Ich finde Kniffel wunderbar.

 

Christel:     Ja, weil Sie immer gewinnen. So richtig Lust habe ich heute auch gar nicht zum Spielen.

 

Fanny:       Geht mir ebenso.

 

Anna:        (holt den Spielekarton hervor, legt Becher und Würfel hinein) Gut, ich habe verstanden. Kein Problem. Wir kommen an unserem Mittwochnachmittag ganz sicher nicht zusammen, um uns mit einem Gesellschaftsspiel zu quälen. Es sollte schon allen Spaß machen.

 

Fanny:       Sie sind doch jetzt nicht eingeschnappt?

 

Anna:        Nein nein. Es ist alles gut. Ich hatte ja eh noch was anderes vorbereitet. (geht nach rechts ab)

 

2. Szene

Christel:     Achja? (nimmt die Spielscheine und Stifte, legt diese auch in den Karton, verschließt diesen mit dem Deckel)

 

Fanny:       Was hat Sie denn vor? (holt das Smartphone wieder hervor, tippt und schiebt erneut darauf, lächelt, steckt es wieder weg)

 

Christel:     Keine Ahnung.

 

Fanny:       Ist Frau Schumann wirklich nicht beleidigt, dass wir das Spiel abbrechen?

 

Christel:     Das weiß man bei ihr nie so genau. Manchmal ist sie doch recht undurchsichtig.

 

3. Szene

Anna:        (kommt zurück, hat ein Tablett mit 3 Sektgläsern, sowie einer Flasche Sekt in den Händen, stellt es fröhlich auf den Tisch, öffnet dann schweigend die Flasche.) 

 

Christel:     Frau Schumann? Sekt? Haben wir etwas zu feiern?

 

Fanny:       Sie haben Geburtstag und wir beide wissen nichts davon? Gott, ist das peinlich.

 

Anna:        Nein nein. Keine Sorge. Mein Geburtstag ist im Herbst. Heute ist der 22. Mai. Und heute genau vor 6 Monaten haben wir drei uns auf dem Friedhof hier in Klein Hagenau kennengelernt.

 

Fanny:       (und Christel erinnern sich) Am Ewigkeitssonntag. Richtig.

 

Christel:     (leicht weinerlich) Als wir die Grabsträuße auf die Gräber unserer Männer gelegt haben.

 

Fanny:       Das Sie daran gedacht haben.

 

Anna:        Wir haben uns zufällig immer wieder getroffen und sind in dieser Zeit... ja... ich möchte fast sagen... sowas wie Freundinnen geworden. (schenkt dann während des nächsten Dialoges die 3 Gläser voll)

 

Christel:     Kann man so sagen, ja.

 

Fanny:       Wir haben Karneval zusammen gefeiert - das war sehr lustig.

 

Christel:     Und am Ostermontag haben wir zusammen gebruncht. Herrlich.

 

Fanny:       Und auf dem Frühlingsfest waren wir auch gemeinsam.

 

Anna:        Genau so ist es, meine Damen. Bitte, nehmen Sie doch. (erhebt das Glas) 

 

Fanny:       (und Christel tun es auch)

 

Anna:        Obwohl ich keine Witwe bin - so wie Sie - hat dieses Kennenlernen mein Leben bereichert und mich wieder öfter lachen lassen.

 

Fanny:       Kann ich nur bestätigen.

 

Anna:        Und deshalb wünsche ich mir, dass diese Harmonie zwischen uns dreien noch lange dauert. Und möchte deshalb heute vorschlagen, dass wir dieses förmliche "Sie" endlich ablegen.

 

Christel:     Eine wunderbare Idee. Ich bin Christel.

 

Fanny:       Fanny. - Ich wollte das auch schon mal vorschlagen. 

 

Anna:        Ich bin die Anna. Also: Prost auf unsere Freundschaft.

 

Alle:          (drei erheben ihr Glas) Prost. (trinken)

 

Christel:     Ich hätte es gerne noch ein bisschen erweitert, wenn ihr einverstanden seid.

 

Fanny:       Bitte.

 

Christel:     (erhebt erneut das Glas, stockt dann kurz, ihr kommen die Tränen, dann reißt sie sich aber zusammen) Auf unsere Freundschaft und auf ein Leben ohne Männer.

 

Alle:          (drei gemeinsam) Auf ein Leben ohne Männer. (Anna und Christel sagen dieses laut und euphorisch, während Fanny das eher weniger laut sagt. Alle trinken dann erneut)

 

Christel:     Entschuldigt. Es kommt grad´ alles wieder hoch in mir. (holt aus ihrer Handtasche ein Taschentuch hervor, welches sie im folgenden Dialog in ihrer Hand behält und sich immer wieder damit unter ihre Nase tupft, wenn ihr Text "weinerlich" angegeben ist)

 

Anna:        Schon gut. (setzt sich dann wieder) Hach herrlich. Deinen Zusatz "auf ein Leben ohne Männer" zu trinken, finde ich ganz wunderbar, Christel. Wer bitte braucht diese Art von Lebewesen?!

 

Christel:     Nicht wahr?! Ihr glaubt ja gar nicht, wie befreit ich lebe, seit Lutz tot ist. Manche Frauen mögen das vielleicht nicht verstehen und trauern ihrem Ehemann ewig hinterher.

 

Anna:        Na ja, wenn zwei Menschen sich wirklich geliebt haben, ist das ganz normal, denke ich.

 

Christel:     Absolut richtig. Und auch ICH habe meinen Lutz geliebt. Als ich dann jedoch eines Tages die Betten frisch beziehen wollte und in der Matratzenritze einen roten BH fand... Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch in mir.

 

Fanny:       NEIN! In Eurem Ehebett?

 

Anna:        Und dann auch noch ein ROTER BH! Igitt.

Christel:     Andere Kerle, die ihre Frauen betrügen haben zumindest Anstand. Gehen zu ihren Flittchen und treiben es bei denen. Lutz hat sie sich zu uns nach Hause geholt. Immer wieder. Und immer andere.

 

Anna:        Wie grauenhaft. Wie konntest Du denn noch in diesem Bett schlafen?

 

Christel:     Das frag´ ich mich heute auch. Sechs Jahre lang habe ich das ertragen. Eines Tages hat er es sogar zugegeben, dass er alles poppt, was nicht bei "3" auf den Bäumen ist. Er hat darüber gesprochen, als wenn das nichts Besonderes wäre, dieser... dieser...

 

Anna:        Lustmolch und geiler Bock!

 

Christel:     Genau. Ich durfte ihm nur noch sein Essen auf den Tisch stellen, seine Hemden bügeln und die Unterhosen waschen. (wieder weinerlich) Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch in mir.

 

Fanny:       Die Unterhosen, die irgendein Flittchen ihm dann später ausgezogen hat.

 

Anna:        Furchtbar. Ganz furchtbar.

 

Christel:     Dabei war ich nach unserer Hochzeit so glücklich. Endlich hatte ich einen Mann gefunden, mit dem ich alt werden kann, dachte ich. Wisst ihr, ich hatte davor eine recht schlimme Zeit und war so froh einen Mann an meiner Seite zu haben.

 

Fanny:       Schlimme Zeit? Was war denn?

 

Christel:     Darüber kann ich jetzt nicht reden.

 

Anna:        Äh... gestorben ist Dein Lutz aber doch an Herzversagen, oder? Sonst könnt man fast meinen, Du hättest ihn kalt gemacht - was er ja auch verdient hätte.

 

Christel:     Richtig. Eine seiner Gespielinnen war wohl zuviel für ihn. Da lag er irgendwann tot im Bett. Nackt und...

 

Fanny:       ...mit ´nem roten BH in der Hand?

 

Christel:     Nein. Nackt und betrunken. Während ich arbeiten war. Es war ein Schock; aber so konnten wir uns die Kosten für die Scheidung sparen. (weinerlich) Gott...

 

Fanny:       ...es kommt grad´ alles wieder hoch in Dir, nicht?! (tröstet sie kurz)

 

Anna:        Du Arme. Was hast Du nur durchgemacht?!

 

Fanny:       Herumgehurt hat mein Roland Gott sei Dank nicht; aber dafür umso mehr gesoffen und gespielt. Jeden Euro, den wir besessen haben, hat er entweder durch die Kehle laufen lassen oder in einen Automaten gesteckt.

 

Anna:        Hört sich auch schrecklich an.

 

Fanny:       War´s auch. Tja, und wenn man kein Ende findet - vor allem mit dem Saufen - dann sagt irgendwann mal die Leber adieu. Ich hab´ immer gehofft, dass ich Roland davon wegbekomme. Aber Therapien hat er immer wieder abgebrochen. Es gab keine Rettung. Ich hab´ ihn geliebt, ja. Aber nicht so.

 

Christel:     Geht´s Dir besser ohne ihn?

 

Fanny:       Oh ja. Das kannst Du laut sagen.

 

Christel:     Und DU warst nie verheiratet, Anna?

 

Anna:        Ich? Äh nein. Das hat nicht sollen sein.

 

Fanny:       Es gab in Deinem Leben aber doch sicher irgendwann mal einen Mann, oder?

 

Anna:        Nun ja, es gab da schon jemanden.

 

Christel:     Na, wir sind ganz Ohr. Du hast doch auch auch unsere Geschichten gehört.

 

Anna:        Gut. Ich denke wir sind auch so weit, dass wir uns alles sagen können.

 

Fanny:       Aber ja.

 

Christel:     Natürlich.

 

Anna:        Dann sollten wir ab jetzt auch völlig offen und ehrlich miteinander umgehen. Wir sollten uns alles sagen können. Keine Scham. Man braucht immer mal einen Rat und auch Hilfe. Ab nun also keine Geheimnisse mehr voreinander. Einverstanden?

 

Christel:     (und Fanny gemeinsam) Einverstanden.

 

Anna:        Meint ihr das auch wirklich ehrlich? Wir sagen uns ab jetzt alles?

 

Christel:     (und Fanny schauen sich an) Ja.

 

Fanny:       Ja gut.

 

Anna:        Das ist prima. Dann fang ich mal an. Also ich... ich habe einen Sohn.

 

Fanny:       (und Christel sehr erstaunt) Nein!

 

Christel:     Glaubt man es denn?!

 

Anna:        Er heißt Sebastian und studiert Medizin in Berlin.

 

Fanny:       Ein angehender Arzt. Ist das schön.

 

Christel:     Und so praktisch - direkt in der Familie, nicht?!

 

Anna:        Ich sehe ihn ein paarmal im Jahr. Zu Weihnachten natürlich und wenn er Semesterferien hat, besucht er mich auch. Deshalb bin ich heute auch ein wenig aufgeregt. Denn er kommt heute noch. Heute Abend um 19:12 Uhr kommt sein Zug an.

 

Fanny:       Wie wunderbar. Kinder müssen ja so bereichernd sein.

 

Anna:        Sind sie, Fanny. Sind sie.

 

Fanny:       Roland und mir war es nicht vergönnt.

 

Christel:     Lutz hat das auch nicht zustande gebracht. Seine Energie verpulverte er ja lieber...

                  (wieder weinerlich) Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch in mir.

 

Anna:        Ja ja, lass es nicht zu, dass er Dich jetzt noch ärgert. Es ist vorbei.

 

Fanny:       Ja Anna, aber wenn es einen Sohn gibt, wo ist denn der Vater von Sebastian?          

 

Anna:        Vater ist schon mal das falsche Wort. Wenn er überhaupt einen Namen verdient, dann Erzeuger. Tja, meine Lieben. Wie das eben manchmal so ist im Leben. Ich war jung und verliebt, das Kondom ist geplatz und da war es passiert. Und als ich es nach ein paar Wochen spürte und Jockel davon erzählte, machte er mir eine Szene, packte seine Sachen und ich hab´ ihn nie wieder gesehen.

 

Christel:     Boah, was für ein Arsch.

 

Fanny:       Ein Riesen-Arsch!

 

Anna:        (erhebt das Glas erneut) Prost, meine Damen.

 

Alle:          Prost. (trinken)

 

Christel:     Männer sind so schlecht und primitiv.

 

Anna:        Es war sehr schwer für mich mit all dem alleine darzustehen. Aber ich hab´s geschafft. Ich hatte damals zumindest noch meine Eltern, die mir geholfen und die mich auch finanziell unterstützt haben.

 

Fanny:       Was für ein Glück. Uns es gab danach nie wieder einen Mann in Deinem Leben?

 

Anna:        Nein. Dieser eine hat mir gereicht. Männer sind gleichgültig und egoistisch und denken in den wenigsten Fällen mit ihrem Gehirn. Das wollte ich nicht nochmal erleben.

 

Christel:     Verständlich.

 

Anna:        Aber meinen Sohn Sebastian möchte ich nie wieder hergeben. Er ist so ein lieber Junge. - Hach, ist es nicht schön, dass wir drei uns jetzt alles erzählen können?!

 

Christel:     Absolut. Ich liebe das. Ein paar Kekse wären jetzt genau das Richtige.

 

Anna:        Ja, ich kann gerne welche holen. Ich dachte nur, weil Du schon seit Wochen von Deiner Diät erzählst.

Christel:     Das war auch nur ein Scherz. Ich bin so eisern, das glaubt ihr gar nicht. Gestern Abend sah ich im Schrank 2 volle Tüten mit Kartoffel-Chips. Und ich sagte mir: Nein Christel, Du bleibst stark und öffnest die nicht.

 

Fanny:       Und? Hat es geklappt?

 

Christel:     Aber jaaa... Ich war wirklich stolz auf mich. Und weil ich so tapfer war, hab´ ich mich dafür mit einer großen Portion Eis mit Sahne belohnt. Hehehe...

 

Alle:          (lachen, dann...)

 

                  (klingelt es an der Haustür)

 

Anna:        Wer kann das denn sein? Moment bitte. (geht zur Tür nach hinten, öffnet dann die Außentür) Oh, guten Tag. Was gibt´s denn?

 

Gustav:      Kann ich kurz hereinkommen?

 

Anna:        Äh... ja, wenn es nicht zulange dauert. Ich hab´ Besuch.

 

4. Szene

Gustav:      (kommt herein. Er trägt normale Alltagskleidung, evtl. eine Mütze, kann auch einen grauen Kittel tragen. Anna ist ihm sodann wieder ins Zimmer gefolgt) Oh, guten Tag die Damen. (ist sehr freundlich)

 

Christel:     (und Fanny) Guten Tag.

 

Anna:        (eher kurz) Herr Flotzinger - unser Hausverwalter. Frau Fischer und Frau Berger.

 

Gustav:      Sehr erfreut. Äußerst erfreut.

 

Anna:        Ja ja. Was gibt´s denn nun, Herr Flotzinger?

 

Gustav:      Ja... Frau Schumann. Ich muss leider alle Mieter im Haus erneut bitten, dass sie den Müll besser trennen müssen. Es sind immer wieder Bioabfälle im Restmüll zu finden. Und ich sah gestern sogar eine mit Altglas gefüllte Plastiktüte in der Tonne für das Altpapier. So geht das wirklich nicht weiter.

 

Anna:        Herr Flotzinger. Wer auch immer diesen Unrat anrichtet - ich bin es nicht.

 

Gustav:      Ja ja. Das glaube ich Ihnen ja, Frau Schumann. Das dumme ist nur: Das sagt mir jeder hier im Haus. Und da ist der Haken. Letzte Woche hat die Müllabfuhr zwei Tonnen nicht entleert. Die eine war zu schwer, die andere hat man stehen lassen weil wieder mal nicht richtig getrennt wurde.

 

Anna:        Sie müssen Ihren Müll-Sünder wirklich woanders suchen, Herr Flotzinger.

 

Gustav:      Niemals, Frau Schumann - wirklich niemals hatte ich bisher Sie in Verdacht. Aber als Hausverwalter muss ich nun mal alle Mieter ansprechen auf dieses Problem.

 

Anna:        Das haben Sie ja nun auch gemacht. Ich danke Ihnen vielmals. (öffnet die Tür schon, um ihn hinaus zu bitten, Gustav reagiert aber darauf nicht)

 

Gustav:      Wissen Sie,wenn die Müllabfuhr die Tonnen nicht entleert, haben wir eine neue Sorge. Dann können nämlich die Mieter ihren Müll GAR nicht mehr entsorgen. Wenn die Tonnen voll sind, sind sie voll.

 

Anna:        Wie wäre es mit Überwachungs-Kameras?

 

Gustav:      Frau Schumann, die würden einen Haufen Geld kosten; und diese würden dann wiederum auf die Nebenkosten der Mieter aufgeteilt werden.

 

Christel:     Das will ja auch niemand, nicht wahr?!

 

Gustav:      Sie haben ja so recht, Frau...

 

Anna:        Herr Flotzinger - das Problem in allen Ehren, ich trenne immer richtig. Und nun muss ich Sie bitten zu gehen.

 

Gustav:      Ja ja, stören wollte ich nicht. Aber als Hausverwalter...

 

Fanny:       ...ist es Ihre Aufgabe es allen recht zu machen und den Müll-Übeltäter zu fassen.

 

Gustav:      Wie schön, Sie das ausgedrückt haben, Frau...

 

Anna:        (öffnet die Tür nach hinten wieder) Ich hoffe sehr, Sie finden Ihren Sünder. (komplimentiert ihn hinaus)

 

Gustav:      (versteht, dass er gehen soll) Oh ja. Das hoffe ich auch, Frau Schumann. Und verzeihen Sie bitte nochmal, dass ich Sie... aber wie Sie ja wissen: Ich MUSS alle Mieter...

 

Anna:        Jaha... Sie sagten es bereits. Einen schönen Tag noch.

 

Gustav:      Ja. Ihnen auch. Ihnen und auch Ihnen. Auf wiedersehen. Ich melde mich wieder, sobald ich etwas herausbekommen habe. (jetzt hinten im Flur)

 

Anna:        Tun Sie das - tun Sie das. ("knallt" die Tür zu)

 

5. Szene

Anna:        Boah, der hat mir gerade noch gefehlt. Mit solchen Menschen muss man sich leider herumschlagen, wenn man mietet. Und wie der sich immer anbiedert und aufdrängelt. Jeden Tag kommt der mit irgendwelchen Kinkerlitzchen.

 

Christel:     Ich glaub´ der mag Dich, Anna.

 

Anna:        Ach Blödsinn.

 

Fanny:       Ist er verheiratet?

 

Anna:        Seine Frau ist vor 4 Jahren gestorben, glaub´ ich.

Christel:     Aha. Na dann...

 

Anna:        Ach, jetzt hört aber auf. Ich und dieser Flotzinger. Das ist ja lächerlich. Wir sollten uns jetzt wieder um uns kümmern. Christel, was meintest Du denn nun vorhin mit diesem Ausdruck "schlimme Zeit"?

 

Christel:     Schlimme Zeit? Achso. Ja. (etwas zaghaft zunächst) Ich war 18. - Den Realschulabschluss hab´ ich nicht geschafft. Ihr kennt das doch auch. Man ist jung, will das Leben leben. Da ist alles andere wichtiger als Schule.

 

Fanny:       Ja ja. Wem sagst Du das?!

 

Christel:     Ich träumte von einem hübschen, jungen Mann mit viel Geld, hatte Stress mit meinen Eltern und bin von zuhause abgehauen. Ich wollte in die Großstadt, wollte wissen, was das Leben für mich parat hält.

 

Fanny:       Und? Hast Du ihn gefunden, diesen jungen, hübschen reichen Mann?

 

Christel:     Ich... (weinerlich) Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch in mir... entschuldigt bitte.

 

Anna:        Ist ja gut. Lass es raus.

 

Christel:     Nein, ich muss mich zusammenreißen. Ich... nun ja... ich dachte, dass ich ihn gefunden hätte. Er war so charmant, trug nur Marken-Kleidung und roch immer so gut. Er hat mir eine zeitlang wirklich... wie sagt man so schön:

 

Fanny:       Die Sterne vom Himmel geholt.

 

Christel:     Die Sterne vom Himmel geholt. Richtig. Er gab mir Selbstvertrauen und ich schwebte auf Wolken. Stutzig wurde ich erst, das er täglich nie zur Arbeit ging und dennoch soviel Geld besaß. Er war immer nur abends für mehrere Stunden weg. Na ja und dann eines Tages...

 

Anna:        Ja?

 

Fanny:       Ja?

 

Christel:     ...dann erfuhr ich, dass er selbst gar nicht arbeitet, sondern arbeiten LÄSST.

 

Fanny:       Nein. Es ist jetzt nicht das, was ich denke, oder?

 

Christel:     Doch. Und schnell schickte er auch mich auf den Strich. Er... Oh Gott... es...

 

Anna:        (schon leicht genervt) Ja ja. Es kommt grad´ alles wieder hoch, wir wissen es. Erzähl´ weiter.

 

Christel:     Er hat mir gedroht. Wenn ich nicht für ihn anschaffen ginge, würde er mir das Leben zur Hölle machen und dafür sorgen, dass ich in der Gosse lande. Was sollte ich also tun?

 

Fanny:       Schrecklich sowas.

 

Christel:     Über ein halbes Jahr habe ich das für ihn gemacht. Ich hatte keine Wahl. Doch dann bin ich über Nacht mit meiner Kollegin Bianca geflohen. Wir haben zusammen 2 Jahre in der Schweiz gelebt. Bianca hatte dort Verwandte und es begann endlich ein besserer Lebensabschnitt für mich. Ich fand einen Job in einem Supermarkt und konnte die schreckliche Vergangenheit mehr und mehr ablegen. Bin dann irgendwann zurück nach Deutschland. Na ja und etwas später kam dann auch schon Lutz und die Ehe. Ich hab´ Lutz nie davon erzählt. Und diesen Zuhälter Sepp hab´ ich - Gott sei Dank - auch nie wiedergesehen.

 

Anna:        Und auch mit Deinem Lutz hattest Du dann kein Glück.

 

Fanny:       Das Leben kann manchmal so grauenhaft sein.

 

Anna:        Mit Männern! Das Leben ist nur grauenhaft mit Männern!

 

Christel:     Stimmt. Schön, dass wir damit durch sind.

 

Anna:        Stimmt. - Sagt mal: Wir haben uns doch auf dem Friedhof kennengelernt. Weshalb pflegt ihr die Gräber Eurer Männer eigentlich immer so sorgfältig nach diesem Horror?

 

Christel:     Na, was sollen die Leute denn denken?

 

Fanny:       Eben. Man will ja schließlich gut darstehen in der Gesellschaft. Reden tun die Leute immer. Dann aber lieber über ein hübsch gepflegtes Grab, als über Unkraut.

 

Anna:        (muss lachen) Natürlich. - Fanny. Sollten wir von Dir auch noch etwas wissen?

 

Fanny:       Von mir? Noch etwas wissen? Ja also... ich hab´ doch schon alles erzählt.

 

Christel:     Na, das war aber nicht sehr ausführlich.

 

Anna:        Wir sind jetzt gute Freundinnen. Geheimnisse sind ab sofort tabu für uns. Und unsere Sorgen bewältigen wir ab heute auch gemeinsam.

 

Fanny:       Ja, wenn das so ist. Was ich noch zu sagen habe, wird Euch aber nicht gefallen, denke ich.

 

Christel:     Das entscheiden wir, wenn wir´s gehört haben.

 

Fanny:       Ja es ist so, dass...

 

Anna:        Na, nun mal raus mit der Sprache.

 

Fanny:       Ich... (platzt es dann schnell heraus) ...hab´ da wieder jemanden kennengelernt.  

 

Christel:     Herr im Himmel. Wie kannst Du nur?! Da muss ich mir erstmal nachschenken. (giesst Sekt ins Glas, trinkt)

 

Anna:        Und jetzt sag´ uns auch noch, dass es ein Mann ist?!

 

Fanny:       Natürlich. Ich weiß, was ihr jetzt denken müsst. Nach all dem, was wir schon erlebt haben, ist es eigentlich absurd. Aber es hat nun mal gefunkt. Man kann doch nicht gegen seine Gefühle kämpfen. Ich bin doch auch nur eine Frau.

 

Christel:     Wie lange geht das schon?

 

Fanny:       Seit 4 Wochen.

 

Anna:        Bist Du eine Spielfigur für ihn? Geht es um Sex?

 

Fanny:       Aber nein. Wir haben noch gar nicht miteinander... also, intim waren wir noch nicht. Bis auf ein paar Küsse.

 

Christel:     Küsse... tssss... ja, SO fängt es immer an. Ist er geschieden?

 

Fanny:       Er sagt, dass er nie verheiratet war.

 

Anna:        Da kann schon mal was nicht stimmen. Wie alt?

 

Fanny:       Genau weiß ich das nicht. Ich schätze ihn auf ca. 50.

 

Christel:     Beruf?

 

Fanny:       Er ist Immobilienmakler.

 

Anna:        Eigenes Haus - schuldenfrei? Wo wohnt er?

 

Fanny:       So genau kann ich auch das nicht sagen.

 

Anna:        Fanny, was bist Du denn nur für ein Naivchen?!

 

Fanny:       Ich mag ihn. Er ist süß und tut mir gut.

 

Christel:     Jetzt pass mal auf, Schätzchen: 1. Männer sind grundsätzlich schon mal nicht süß. Männer sind Schweine! Basta. 2. Wenn Du ihn schon 4 Wochen kennst, warum weißt Du nicht mehr von ihm? Gerade die persönlichen Verhältnisse sind das A und O.

 

Anna:        Wir reden über andere Dinge. Über das Wetter.

 

Christel:     Ooooch Gott, wie nett. Ich schau morgens aus dem Fenster - dann seh ich´s.

 

Fanny:       Wir reden über Kultur, Malerei, Theater, die Oper.

 

Christel:     Hörst Du das, Anna? Dieser Bock verheimlicht sein Privatleben. Einer von der ganz üblen Sorte. 

 

Anna:        Fanny, ich bin erschüttert. Ja wirklich. Aber: Wir können es soweit nicht mehr ändern. Es ist Fanny nun mal passiert. Was denkst Du, Christel? Wie gehen wir vor?

 

Fanny:       Bitte? Was soll das heißen - vorgehen?

 

Anna:        Na, wir werden Dich doch mit diesem Kerl nicht in Dein Unglück rennen lassen, Fanny. Dafür stehen wir drei uns mittlerweile viel zu nah.

 

Christel:     Genau.

 

Fanny:       Es ist ja nichts Besonderes. Wir haben uns kennengelernt und... und wir mögen uns. Das ist alles.

 

Christel:     Das ist alles? Und wo soll das hinführen? Männer sind unser Untergang. Auch Deiner. Fanny, das werden wir nicht zulassen.

 

Fanny:       Aber es ist doch auch möglich, dass unter 1000den von miesen Kerlen einmal EINER ist, der es gut mit mir meint.

 

Anna:        Absolut unmöglich.

 

Christel:     Völlig aussichtslos.

 

Fanny:       Das sehe ich anders. Es gibt bisher nichts, was mich abschreckt an ihm. Und vorsichtig bin ich bestimmt.

 

Christel:     Was denkst Du, Anna? Kann es wirklich einen Mann geben, der anders ist?

 

Anna:        Es würde an ein Wunder grenzen.

 

Fanny:       Na toll. Ihr macht mir echt Mut. Und jetzt? Nur weil wir drei nun Freundinnen sind, muss ich das beenden mit Josef?

 

Christel:     J o s e f !!! Allein schon dieser Name.

 

Anna:        Christel, ich denke es wäre für Fanny zu hart, wenn wir verlangen, dass sie es sofort beendet. Immerhin ist sie unsere Freundin. Wir drei stehen uns bei, aber dennoch haben wir nicht das Recht gegenseitig über das Leben von uns zu bestimmen.

 

Fanny:       Eben.

 

Christel:     (zu Anna:) Dann ist für Dich diese Sache also erledigt?

 

Anna:        Bist Du verrückt? Wir müssen ihn kennenlernen, diesen Josef. Abchecken, unter die Lupe nehmen. Erst danach treffen wir eine Entscheidung ob wir Fannys Liebschaft dulden.

 

Fanny:       Ihr wollt ihn kennenlernen?

 

Anna:        Aber ja. Am liebsten sofort auf der Stelle. Wo wohnt er? Hier in Klein-Hagenau?

 

Fanny:       Ich weiß nicht genau. Ich denke schon, dass er hier in der Gegend wohnt. Wir verabreden uns immer telefonisch und treffen uns in Parks oder Cafés.

 

Anna:        Na toll. Ruf´ ihn an und lad´ ihn ein. Hierher zu uns.

 

Christel:     Herrliche Idee, Anna. Jetzt wären wirklich Kekse angebracht.

 

Fanny:       Was, ich soll jetzt gleich Kontakt zu ihm aufnehmen?

 

Anna:        Natürlich. Wenn Dein Lover eine reine Weste und nicht zu verbergen hat, dann spricht doch nichts dagegen.

 

Christel:     Richtig. Los, ruf ihn an oder schick ihm ´ne SMS.  

 

Anna:        Ich kann es kaum abwarten. Wie wunderbar es wäre, wenn er jetzt in diesem Augenblick schon vor der Tür stehen würde und es klingelt hier bei uns.

 

                  (es klingelt an der Tür)

 

Alle:          (leicht erschrocken)

 

Anna:        DAS wäre nun allerdings wirklich ein Weltwunder. (geht zur Tür) Das kann doch nur wieder dieser dämliche Flotzinger sein. Hat bestimmt ´nen Teebeutel in der Papiertonne gefunden. Na, dem werd´ ich aber mal was erzählen.

 

6. Szene

Fanny:       (hat derweil ihr Smartphone hervorgeholt, tippt eine SMS ein) Was soll ich ihm denn schreiben?

 

Christel:     Mich darfst Du nicht fagen. Ich bin aus der Übung, was das Süßholzraspeln angeht. Mit Männern bin ich endgültig durch.

 

Sebastian:  (von hinten) Ü b e r r a s c h u n g !!!

 

Anna:        Sebastian!

 

Sebastian:  Hallo Mama.

 

7. Szene

Anna:        (kommt zurück, erfreut) Ihr glaubt ja nicht, wer da ist.

 

Sebastian:  (kommt herein, trägt einen vollen Rucksack auf dem Rücken oder zieht einen kleinen Koffer hinter sich her. Er trägt lockere Sommerbekleidung) Hey Hallo. (ihm folgt sodann Barbara, auch mit Tasche, eine junge, flotte Frau, ebenfalls in sommerlicher Kleidung)

 

Barbara:     Guten Tag.

 

Christel:     (und Fanny begrüßen die beiden ebenfalls mit Hallo, Guten Tag o.a., Fanny kümmert sich aber zwischendurch immer wieder um ihre SMS-Nachricht)

 

Anna:        (schließt die Tür) Sebastian, was...

 

Sebastian:  Wir haben einen früheren Zug genommen - weil - sonst wär´s ja keine Überraschung. Das ist doch okay, oder?

 

Anna:        Aber ja. Ich bin jetzt aber wirklich überrascht. Vor allem... (deutet auf Barbara)

 

Sebastian:  Oh sorry. Das ist Barbara. Barbara - meine Mutter und...

 

Christel:     Fischer. Christel Fischer.

 

Fanny:       Und ich bin Fanny Berger.

 

Barbara:     Freut mich.

 

Anna:        Das sind Freundinnen. Ich hatte Dir ja mal erzählt, dass ich auf dem Friedhof 2 nette Damen kennengelernt habe.

 

Sebastian:  Ah ja, es dämmert wieder. Schön. Und ihr macht hier nun eine Art Sekt-Klatsch, ja?! Weil - Kaffee seh´ ich nirgends.

 

Anna:        Ach Du... und äh... (deutet wieder auf Barbara)

 

Sebastian:  Mam, Barbara und ich kennen uns seit 4 Wochen. Du hast doch nichts dagegen, dass ich sie mitgebracht habe?

 

Anna:        Nein nein. Ist alles gut. (zu Barbara) Schön, Sie kennen zu lernen.

 

Barbara:     Ganz meinerseits. Sebastian meinte, dass es kein Problem ist, wenn ich auch für 2 Wochen hier bleibe. Wenn Sie allerdings keinen Platz für mich haben...

 

Sebastian:  Klar hat sie das. Es gibt das Bügelzimmer. Da penn ich auch immer, wenn ich hier bin.

 

Anna:        Da steht aber doch nur ein Einzelbett von 1 x 2 Meter drin, Junge.

 

Sebastian:  Ja und? Auf Tuchfühlung zu schlafen soll sehr gesund sein.

 

Anna:        Ach was. DAS hast Du im letzten Semester Deines Medizin-Studiums also gelernt?

 

Sebastian:  (belustigt) Kann man so sagen, ja.

 

Barbara:     Machen Sie sich bitte keine Umstände, Frau Schumann. Ich wohne in Berlin mit 4 anderen Komilitoninnen in einer WG. Da ist es auch recht eng. Ich bin absolut nicht anspruchsvoll.

 

Anna:        Ja wenn das so ist... dann äh... legt doch erstmal das Gepäck ab und... setzt Euch. Soll ich Schnittchen machen oder wollt´ ihr ´nen Kaffee nach der langen Fahrt?

 

Fanny:       Wenn wir gehen sollen, ist das völlig in Ordnung.

 

Christel:     Kommt nicht in Frage. DU sagst uns gleich erstmal, wie Dein Lover auf Deine SMS reagiert hat. Außerdem hat Anna gerade von Schnittchen gesprochen.

 

Fanny:       Schnittchen? Ich denke, Du bist auf Diät.

 

Christel:     Ja. Aber so ´n Schnittchen hat doch immer Platz.

 

Anna:        Christel hat recht. Von DIR hören wir gleich erstmal den Stand der Dinge.

 

Fanny:       (enttäuscht) Ja gut.

 

Sebastian:  Erstmal ankommen, Mam. Wir machen uns frisch und richten uns Dein Bügelzimmer ein, wenn es okay ist. Und ihr drei scheint ja mächtig in Planung zu sein mit bei irgendwelchen dubiosen Dingen.

 

Anna:        Was Du nur denkst.

 

Barbara:     Außerdem haben wir Sie überfallen. Sie haben Besuch und Sie haben uns doch erst heute Abend erwartet.

 

Anna:        Ja.

 

Sebastian:  Kein Stress. Immer locker durch die Hose atmen. Wir sehen uns. Kommst Du, Püppi?! (ab nach rechts)

 

Barbara:     Ja. (abgehend) Bis später.

 

Anna:        (ruft ihm noch hinterher) Aber ich hab´ das Bett noch gar nicht frisch bezogen. Das wollte ich gleich erst noch.

 

Sebastian:  (ruft zurück) Wir machen das schon, Mam. (Tür zu)

 

8. Szene

Anna:        Was soll man dazu noch sagen? Kommt mein Junge rein und sagt: Das ist Deine Schwiegertochter.

 

Christel:     Moment. DAS hat er nicht gesagt.

 

Fanny:       Stimmt. Er hat gesagt: Das ist Barbara.

 

Anna:        Ist das nicht das Gleiche? 4 Wochen kennt er die und zack, verbringt sie die Ferien mit ihm hier bei mir.

 

Christel:     So sind sie nun mal, die jungen Menschen.

 

Fanny:       Eben.

Anna:        Ich bin wirklich ein wenig geschockt. Nicht, dass diese Barbara kein nettes, hübsches Mädchen ist, aber sowas... Ich glaub´ ich muss noch viel lernen.

 

Christel:     Nun, Dein Sebastian ist ein feiner netter Bursche - und dass man sich so jung verliebt, ist völlig normal. Das ging uns allen so. Die haben ja auch noch nichts erlebt. Die müssen ihre Erfahrungen sammeln. Hach, Du hast einen Sohn. Ist das schön. Ich hätte ja auch gerne... aber... (wieder weinerlich) Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch in mir.

 

Anna:        Vielleicht hast Du recht. Du meinst, so ganz im Gegensatz zu Fanny, ja?! Die ja schon die größten Dramen mit ihren Beziehungen mitmachen musste und wohl immer noch nichts gelernt hat.

 

Fanny:       (barsch) Ja ja, ist ja gut.

 

Anna:        Na was ist denn nun? Hast Du Deinem Liebchen eine Nachricht geschickt?

 

Fanny:       Ja.

 

Christel:     Und? Na, nun lass Dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen, verdammt. Was hast Du geschrieben und was hat er geantwortet? Na, wird´s bald?! Wir geben eher doch keine Ruhe.

 

Fanny:       Ich merke das. Diese enge Freundschaft zwischen uns kann auch anstrengend sein.

 

Christel:     Kann sie ganz sicher nicht! Wir wollen nur Dein Bestes. Also?

 

Fanny:       Ich hab´ ihm geschrieben, dass ich mich gerade in der Tulpenstrasse Nr. 6 im Erdgeschoss befinde, dort jemanden besuche, und ihn vermisse.

 

Anna:        Hach, wie romantisch. Aber sehr schön - muss ich zugeben.

 

Christel:     Und? Hat er drauf reagiert?

 

Fanny:       Ja, das ist es ja gerade. Er hat.

 

Anna:        Wir hören, Herzchen!

 

Fanny:       (liest vom Smartphone ab) "Du wirst es nicht glauben, mein Rosenknöspchen..."

 

Christel:     (prustet) Rösenknöspchen! Ich brech weg.

 

Fanny:       (findet das gar nicht lustig) ICH mag diese Kosenamen.

 

Anna:        Weiter!

 

Fanny:       "...aber ich bin ganz in Deiner Nähe. Wenn Du magst, hole ich Dich gleich von dort ab und wir verbringen noch ein paar schöne Stunden zusammen im Park. Ich warte dann vor diesem Haus auf Dich."

 

Anna:        Ja, kann es denn besser sein?! Jackpot!

Christel:     Und alle Neune! Das muss unser Glückstag sein.

 

Fanny:       Ich weiß nicht, ob ich das möchte.

 

Anna:        Natürlich möchtest Du. Aber Du schreibst noch eine SMS hinterher.

 

Fanny:       Wieso das denn? Und was?

 

Anna:        Ähm... Hasenpfötchen...

 

Christel:     Hahaha... geil.

 

Anna:        (diktiert, Fanny tippt) "Bitte klingel doch bei Schumann, damit ich weiß, dass Du da bist. Bis gleich. Bussi oder so."

 

Christel:     Wunderbar. Herrlich.

 

Fanny:       (tippt) Die nette Art ist das aber nicht. Ihr greift ihn nicht an, hört ihr. Und ihr dürft ihm auch nicht 1000 Fragen stellen. Was muss er denn von mir denken?

 

Anna:        Ja ja, lass uns nur machen.

 

Christel:     Wenn dieser Kerl wirklich ein nettes Wunder ist - was ich kaum glauben kann - dann darfst Du ihn ja auch behalten, Fanny. Anna und ich wollen eh keinen Kerl.

 

Fanny:       Wie gütig von Euch.

 

Anna:        Hast Du die Nachricht abgeschickt?

 

Fanny:       (hält das Smartphone hoch, drückt mit geschlossenen Augen auf eine Taste) Mache ich in diesem Augenblick, meine Damen. Zufrieden?

 

Anna:        (mit Christel gemeinsam erfreut) SEHR zufrieden.

 

Fanny:       Ich finde das wirklich peinlich. Ihr setzt mich unter Druck. Das ist nicht die feine Art.

 

Christel:     Wir meinen es doch nur gut.

 

Fanny:       Anna, Du solltest Dich jetzt besser um Sebastian und Barbara kümmern. Und wolltest DU nicht noch einkaufen, Christel? Es ist besser, wir vergessen das und ich warte vor dem Haus auf ihn.

 

Anna:        Das kommt ja gar nicht in Frage. Mein Junge kommt erstmal gut alleine klar. Er hat sich ja Unterhaltung mitgebracht.

 

Christel:     Und ICH kann noch den ganzen Abend einkaufen. REWE hat bis 24 Uhr geöffnet. Hehehe.

 

Fanny:       (fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut) Hätte ich doch bloß die Klappe gehalten. - Na gut - ihr könnt Euch vorstellen und ihn kurz abchecken.

Christel:     DAS werden wir, darauf kannste Dich aber sowas von verlassen.

 

Fanny:       Aber die Situation darf nicht schamlos werden. Wenn er etwas von sich erzählen will, dann wird er das sicher selbst tun. Ihr fragt ihn nicht aus, hört ihr?!

 

Christel:     WIR doch nicht. Wir sind die Pietät selbst.

 

Fanny:       Und einen Platz müsst ihr ihn auch nicht anbieten. Wir gehen dann gleich, wenn er kommt.

 

Anna:        Aber warum denn? Das hier ist doch unser gemeinsamer Mittwochnachmittag. Er kann gerne dabei sein für die restliche Zeit. Nur zusammen lernt man sich kennen.

 

Fanny:       Nein, das möchte ich nicht. Außerdem kann man in ein paar Minuten eh nur einen Eindruck vermitteln. Ihr genauso wie er.

 

Christel:     Ja ja. Ist ja gut. Aber auch die Hülle verrät schon so manches.

 

                  (es klingelt an der Tür)

 

Fanny:       (springt auf) Das ist er. Ich spüre es. Das ist er. Ich glaube es ist besser, wenn ich ihm entgegen komme und wir das hier auf ein anderes Mal verschieben.

 

Anna:        Fanny, nun bleib´ mal ganz geschmeidig. Es ist meine Wohnung. Und an meiner Tür hat es soeben geklingelt. Deshalb werde auch ICH diese Tür öffnen. Wer auch immer da wohl sein mag. (geht ab nach hinten)

 

9. Szene

Fanny:       Das ist nicht richtig. Das hier ist alles nicht richtig. Das geht nicht gut. Das fühle ich.

 

Christel:     Fanny, nun fahr´ runter. Was soll denn da nicht gut gehen? Wenn Du diesen Kerl magst und er Dir gut tut, dann ist es doch möglich, dass wir ihn auch ein bisschen ins Herz schließen. Wir wollen doch nur mal schauen. Aber es ist ein Mann - und 95% aller Kerle sind Schweine. Das ist das Problem.

 

10. Szene

Anna:        (kommt zügig und fassungslos zurück, bleibt im Türrahmen stehen, fasst sich an die Brust) Oh Gott, das kann nicht wahr sein.

 

Christel:     (besorgt, steht auf) Anna, was ist denn?

 

Fanny:       Alles in Ordnung?

 

11. Szene

Josef:         (kommt zügig herein. Er trägt einen schicken Anzug, Hemd und einen Seidenschal, das Haar gut frisiert, geht gleich auf Fanny zu) Fanny - Hase. (gibt ihr einen Kuss auf die Wange)

 

Fanny:       Josef. Gürkchen. Das ging aber schnell.

 

Christel:     (jetzt ebenso geschockt wie Anna) Gütiger Gott!

 

Fanny:       (unsicher) Was habt ihr denn nur?

 

Anna:        Jockel!

 

Christel:     Sepp!

 

Josef:         (schaut sie dann an) Anna? Anna Schumann? (schaut dann zu Christel) Christel? Nein, das kann doch nicht wahr sein. (äußerst unsicher und geschockt)

 

Fanny:       Du liebe Zeit, was ist denn hier nur los? Du kennst meinen Josef, Anna? Und Du, Christel? Hast Du ihn auch schon mal gesehen?

 

Anna:        (fassunglos, zeigt auf Josef) Dieser Mann da ist der Vater meines Sohnes.

 

Christel:     (ebenso) Bitte? Dieser Mann da hat mich auf den Strich geschickt.

 

Fanny:       Oh mein Gott!

 

 

 

Blackout - Vorhang

 

Ende des ersten Akts

 

***************************************************************************

 

Zweiter Akt

 

                  (etwa 1 Stunde später. Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzt Josef gefesselt auf einem Stuhl vor dem Tisch und schaut in die Richtung der Zuschauer. Mit seinem Schal ist sein Mund fest verknebelt, Brust, Bauch und seine Arme mit Seilen an dem Stuhl fest verknotet. Das Sacko hat man ihm ausgezogen. Er schaut ängstlich, murmelt immer wieder etwas, dass er befreit werden will, zappelt hin und wieder herum. Anna, Christel, Fanny, Barbara und Sebastian stehen seitlich von ihm oder hinter Josef. Hinweis: Sie benötigen wahrscheinlich ein Verklängerungskabel, damit ein Elektromesser Strom bekommt um es anzuschalten)

 

1. Szene

Anna:        (sehr barsch zu Josef, droht ihm mit einem großen Fleischermesser:) Du hörst jetzt endlich mit dem Herumgezappel auf! Wenn wir Dich überhaupt jemals wieder befreien dann entscheiden WIR ob und wann das sein wird. - Also meine Damen, Sebastian - was schlagt ihr vor? Wie machen wir ihn kalt?

 

Fanny:       Oh Gott, das ist alles so schrecklich. (hat ein Elektromesser in der Hand, welches am Strom angeschlossen ist, und dass sie nun eher angewidert auf den Tisch "knallt")

 

Christel:     (hat ein Nudelholz in der Hand) Ja, das ist es auch! Vor allem, wenn ich an meine schönsten Jugendjahre denke und was dieser Scheiß-Typ mir damals angetan hat. (weinerlich) Oh Gott, es kommt grad´ alles wieder hoch.

 

Sebastian:  Mutter, Du bist auch ganz sicher, dass das da (deutet auf Josef) mein...

 

Anna:        Ganz sicher, mein Junge. Es tut mir leid, dass Du ihm doch noch begegnen musst. Ich weiß bis heute nicht, wie ich das damals alles geschafft hab´. Konnte nicht arbeiten gehen, hatte kaum Geld, keine Unterstützung, und trotzdem hab´ ich´s irgendwie hinbekommen. Weil - von DIESEM Herren (hält ihm jetzt das Messer an den Hals) ja nichts mehr zu sehen war, als ich schwanger war. Weder irgendein Euro noch etwas von ihm selbst.

 

Josef:         (sehr ängstlich, murmelt wieder was, zappelt)

 

Barbara:     Das ist wirklich heftig. Ich kann vor Ihnen nur meinen Hut ziehen, Frau Schumann.

 

Anna:        Danke, mein Kind. (dann ungeduldig und deutlich:) Meine Damen, Sebastian!

 

Alle:          Was?

 

Anna:        Kann ich von Euch jetzt bitte mal die ersten Vorschläge hören, wie wir ihn ins Jenseits befördern?

 

Josef:         Hhhhmmm... hhhmmm...

 

Anna:        Auf DEINE Vorschläge verzichten wir heute. Hehehe...  Barbara, Sebastian - ihr beide seid Medizin-Studenten. Was für eine Methode ist die abscheulichste und schmerzhafteste für einen Menschen?

 

Sebastian:  Mutter, bitte.

 

Anna:        Was heißt hier "Mutter, bitte?" Diese Missgeburt hat nicht nur das Leben von Christel und mir zerstört, sondern auch Deins und das von vielen anderen Frauen. Er hat es doch vorhin selbst zugegeben, als wir ihn noch sprechen lassen haben. Er hat mehr als 25 Frauen zur Prostitution gezwungen. Und seit ein paar Wochen ist er dabei, Fannys Leben kaputt zu machen. Wer weiß, was er mit ihr vor hat?!

 

Barbara:     Da hat Deine Mutter recht, Basti. 

 

Anna:        (zu Barbara:) Ach Liebchen, Du wirst mir jeden Moment sympathischer.

 

Fanny:       Aber... aber... das ist doch alles gar nicht sicher. Josef hat mir bisher nichts Böses getan. Sollten wir ihm nicht eine Chance geben?

 

Sebastian:  Eine Chance? Frau Berger, bei allem Verständnis. Das, was dieser Mann getan hat, kann er nicht rückgängig machen.

 

Anna:        Wir hören einfach gar nicht auf das, was Fanny sagt. Sie ist noch zu blind.

 

Christel:     Richtig. - Wir könnten ihn einsperren und verhungern lassen. Das ist ein schöner, langer Tod für meinen lieben Sepp, nicht wahr!? (schlägt ihm wütend auf den Hinterkopf)

 

Sebastian:  Arsen oder Zyankali ist recht heftig. Es zerfrisst den Magen in wenigen Minuten und der Tod ist die Hölle.

 

Anna:        Oh, hört sich gut an. Meinst Du nicht auch, Jockel?

 

Josef:         (murmelt wieder ängstlich)

 

Barbara:     Da kommen wir nicht ran. Das ist nicht möglich.

 

Anna:        Wieso das denn nicht? In den Krimis im Fernsehen haben die das doch auch immer parat. Das hatten die sogar schon in den alten Miss Marple Filmen. Hach, wenn WIR schon mal einen killen wollen. Alles läuft schief.

 

Christel:     (legt das Nudelholz ab, geht zu ihm, nimmt die Enden seines Schals) Mit genügend Kraft könnte ich ihn erwürgen. Die Tatwaffe hat er ja schon mitgebracht.

 

Fanny:       NEIN, bitte nicht. Hör auf. Den Schal hab´ ich ihm geschenkt. Er war doch immer mein Gürkchen.

 

Christel:     Gürkchen, ach wie süß. (lässt ihn dann wieder los, nimmt wieder das Holz in die Hand, überlegt kurz) Hhhmmm... wir legen ihn in die Badewanne. Voll mit Wasser. Und dann - schwups - fällt der Haarfön rein. Hähähä...

 

Barbara:     Das funktioniert heutzutage nicht mehr. Die Kippschalter-Sicherungen springen sofort raus, wenn es durch ein Elektrogerät zum Kurzschluss kommt.

 

Anna:        So eine Pleite aber auch! Früher war die Welt irgendwie einfacher. Dann muss letztenendes wohl doch dieses gute Fleischermesser dran glauben. Vielleicht sollte ich zuerst etwas von ihm abschneiden, was mir sehr viel Kummer gemacht hat. (hält es ihm zwischen die Beine, drückt die Messerspitze in seine Hose)

 

Christel:     Ja los, Anna. Schneid´ ihm den Schniedel ab.

 

Josef:         (schaut sehr ängstlich, weicht zurück auf dem Stuhl) Mmmpfh... Hhmmm...

 

Fanny:       (laut und deutlich) NEIN! Ich will nicht, dass wir über ihn urteilen!

 

Alle:          Was?

 

Fanny:       Ja, ihr habt mich schon ganz recht verstanden. Wer sind wir denn, dass wir hier das hohe Gericht spielen?! Josef hat böse Dinge getan und das war nicht richtig. Und wenn er dafür bestraft werden soll, dann müssen das andere entscheiden. Aber ich will nicht Teil einer Mörder-Bande sein.

 

Anna:        Sag´ mal Fanny-Kindchen, geht es Dir nicht gut?

 

Barbara:     Da muss ich Sebastians Mutter jetzt recht geben. Frau Berger - wer sollte denn bitte diesen Mann hier verurteilen, wenn nicht wir? Er hat ihr ein Kind gemacht vor mehr als 25 Jahren. Dass er dann einfach abhaut ist mehr als mies - aber es ist kein Verbrechen.

 

Sebastian:  Ebenso die Sache mit Frau Fischer. Er hat sie gezwungen anzuschaffen.

 

Christel:     Ja, das hat er. Gott, es kommt grad´... (winkt weinerlich ab)

 

Sebastian:  Wie soll bewiesen werden, dass sie das nicht freiwillig gemacht hat?

 

Christel:     (empört) Bitte?

 

Anna:        Schon gut, Christel. Sebastian denkt nur faktisch.

 

Sebastian:  Genau. Das wird kein Gericht der Welt heute verurteilen.

 

Anna:        Na, und wenn doch, dann kriegt dieses Ar... äh, dieses arogante Etwas vielleicht ein paar Jahre Knast. Das ist doch keine gerechte Strafe. Der muss entsorgt werden.

 

Fanny:       Er soll es mir sagen. Er soll mir sagen, was er sich dabei gedacht hat mit mir Kontakt aufzunehmen. Und ich will wissen, was er mit mir vor hat.

 

Christel:     Tsss... Du bist so naiv, Fanny. Du denkst, dass wird er Dir auch sagen?

 

Fanny:       Wir können ihm einen Deal vorschlagen. Wenn er ehrlich ist, töten wir ihn nicht.

 

Anna:        Ach, das hast Du mal eben so entschieden, ja?!

 

Fanny:       (flehend) Bitte! Diese Frage wird doch immer offen bleiben. Versteht mich denn keiner? Noch vor einer Stunde war ich ein bisschen verliebt in diesen Menschen hier. Und jetzt plane ich mit vier anderen Personen ihn umzubringen.

 

Christel:     Was meint ihr? (schaut die anderen an)

 

Alle:          (zucken mit den Schultern)

 

Anna:        (etwas genervt) Haaaach... ja, ist ja gut. Du hast gewonnen. Aber nur, weil wir seit heute die besten Freundinnen sind und ich ja auch kein Unmensch bin.

 

Fanny:       Danke.

 

Anna:        (zu Josef) Pass mal auf, Du vergammelter Camembert. Mein wunderbarer Sohn Sebastian wird Dir jetzt den Knebel entfernen. Solltest Du auch nur einen lauten Ton von Dir geben, versenke ich dieses Messer in Dein Herz. Hast Du verstanden?

 

Josef:         (nickt zustimmend)

 

Anna:        Und Du sprichst nur, wenn wir Dir Fragen stellen! (drohend:) Ist das klar?

 

Josef:         (nickt wieder)

 

Anna:        Na dann. Mach ihn los, Sebastian.

 

Sebastian:  (geht zu ihm, löst den Schal von seinem Mund, während Anna dicht mit dem Messer an seinem Gesicht neben ihm steht)

 

Josef:         (schnappt nach Luft, atmet tief ein und aus) Ihr seid doch alle völlig...

 

Christel:     Na na na na... was hat Anna Dir gesagt?! (erhebt das Nudelholz) 

 

Anna:        So. Und jetzt pass auf Jockel Seidel. Du erzählst uns jetzt offen und ehrlich wie Deine Karriere weiterging, als ich von Dir ein Kind erwartet hab´ und Du Christel ins Unglück gestürzt hast. Und versuch´ bloß nicht auszuweichen oder uns etwas zu verheimlichen. Wir kriegen das dann auch ohne Deine Hilfe raus, während Du hier viele Tage qualvoll leiden musst, weil wir ganz üble Methoden an Deinen Körper anwenden werden. Möchtest Du das?

 

Josef:         Nein. Bitte nicht. Ich sag´ Euch alles. Aber tötet mich bitte nicht. Ich... ich... bin doch auch schon bestraft worden.

 

Christel:     Aha. Wie dürfen wir das verstehen?

 

Josef:         Ich habe vor 10 Jahren eine Bank überfallen und konnte nicht schnell genug fliehen. Dafür hab´ ich 8 Jahre im Gefängnis gesessen. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens.

 

Anna:        Oooooh... (ironisch) Hol´ mir mal ein Handtuch, Sebastian. Ich kann die Tränen kaum noch aufhalten.

 

Christel:     Und danach wurdest Du dann endlich ein ehrlicher Mensch?

 

Josef:         Jaaaa... das heißt... ich hab´ hier und da noch ein paar krumme Dinge gedreht; hab´ mit Drogen gedealt. Von irgendwas musste ich ja leben.

 

Barbara:     Wie wäre es denn mal mit Arbeit gewesen?

 

Sebastian:  Was für ´n mieser Lump.

 

Josef:         Damit habe ich aber aufgehört. Wirklich. Ich bin ein aufrichtiger, ehrlicher Bürger geworden. Glaubt mir.

 

Anna:        (hält ihm das Messer an die Kehle) Das war auch bestimmt alles? Na, stimmt das auch? Ich vermisse da aber was. Willst Du es nicht sagen, Josef Seidel?!

 

Josef:         (wieder sehr ängstlich) Ja ja. Ich hab´ ältere Menschen, also Rentner mit einem Trick um ihr Geld gebracht.

 

Sebastian:  Davon wusstest Du, Mutter?

 

Anna:        Nein. Der Trick hat aber doch funktioniert.

Fanny:       Und was bitte hattest Du mit mir vor in nächster Zeit?

 

Josef:         Ich liebe Dich, Fanny. Glaub´ mir. Ich möchte alt werden mit Dir. Das ist die Wahrheit.

 

Fanny:       Und weshalb musste ich Dir 5000 Euro leihen?

 

Christel:     Bitte?

 

Anna:        Fanny, Du hast ihm Geld gegeben? Und das erfahren wir erst nun?!

 

Josef:         Das war doch nur für unser gemeinsames Haus, das ich uns kaufen wollte.

 

Christel:     5000 Euro. Was ist das für eine Summe für ein Haus? Und dann zusammen mit Fanny? Und läppische 5000 Piepen hast Du nicht, als Immobilienmakler? Hältst Du uns eigentlich für doof?

 

Fanny:       Ich glaub´ auch mehr und mehr, dass er nicht ehrlich zu mir war.

 

Christel:     Stimmt. Ist er nicht. Die Geschichte mit Fanny gefällt uns nicht.Tja, wir müssen Dich leider quälen, Sepp. - Was meint ihr? Ein kräftiger Schlag auf den Kopf mit dem Holz? (holt schon aus)

 

Anna:        Perfekt! Los, schlag zu!

 

Christel:     (mit Racheblick in den Augen) Jaaaaaaa!

 

Josef:         N E I N !!! Ich... Tut mir bitte nicht weh. Ich sag´ die Wahrheit. Ich bin mal wieder blank. Und das Geld, Fanny... Es... es gibt kein Haus für uns. Und Immobilienmakler bin ich auch nicht. Ich wollte mir das Geld von Dir aber nur leihen. Du hättest es zurückbekommen, sobald ich...

 

Christel:     (lässt das Nudelholz wieder sinken)

 

Sebastian:  ...wieder ein anderes krummes Geschäft erledigt habe?

 

Fanny:       (sehr wütend) Boah, ich fasse es nicht. Und ich falle auf sowas rein. Wo ist mein Geld? (nimmt das Elektromesser vom Tisch, hält es hoch, stellt es an, will ihm damit schon an den Hals)

 

Barbara:     (hält sie zurück) Lassen Sie es gut sein.

 

Anna:        Du kannst so froh sein, Fanny, dass Du uns hast. Sonst hättest Du morgen sicher schon die zweite Summe für ihn locker machen müssen. Und übermorgen wäre er aus Deinem Leben für immer verschwunden. Damit kennt er sich ja aus.

 

Fanny:       Oooaahhh... ich... ich... ich bring´ Dich um! (wütend und dann weinerlich)

 

Josef:         Ich hab´ das alles nicht gewollt. Ich hab´ Euch schlimme Dinge angetan. Es tut mir leid. Ich weiß auch nicht. Ich kann nicht anders - ich bin eben so.

 

Anna:        (erhebt das Messer, während gleichzeitig Christel das Nudelholz erhebt und Fanny wieder nach dem Elektromesser greift und es wieder anschaltet)

 

Alle:          (drei:) Jaaaaaaa! Und wir sind auch so!

 

                  (es klingelt an der Tür)

 

Barbara:     (nimmt Fanny das Messer wieder weg, nimmt sie in den Arm, tröstet sie)

 

Christel:     (lässt das Holz sinken) Wer ist das? Wir können hier nun keinen gebrauchen.

 

Anna:        (ebenso mit dem Messer) Wir lassen es einfach klingeln.

 

                  (es klingelt wieder sehr oft)

 

Anna:        Das ist doch nicht zu fassen. Kann man nicht einmal in Ruhe einen Kerl töten?

                  Ich muss dahin. Sebastian. Komm, mach ihn wieder mundtot und bring ihn in den Abstellraum. Möglich, dass ich denjenigen nicht abwimmeln kann. Und DAS hier muss ja nun wirklich niemand sehen. Komm, wir helfen Dir.

 

Alle:          (helfen Sebastian, indem sie die Seile fester zeihen, boxen und knuffen Josef nochmal grob, werfen ihm versch. Gemeinheiten oder Schimpfwörter an den Kopf. Sebastian und Anna knebeln ihn wieder mit dem Schal den Mund zu. Josef wehrt sich natürlich. Anna legt das Messer auf den Tisch, Christel das Nudelholz. Währenddessen klingelt es wieder.)

 

Anna:        Los und jetzt erstmal weg mit diesem Abfall in die Abstellkammer. Vorher kann ich die Tür nicht öffnen.

 

Alle:          (außer Anna tragen Josef dann auf dem Stuhl sitzend nach hinten zum Flur, Tür zu.)

 

Anna:        (allein, seufzt, sieht dann das Messer, das Nudelholz, sowie das Elektromesser auf dem Tisch liegen, greift sich alles, auch das Verlängerungskabel, dann damit schnell ab nach rechts, kommt sodann zurück. Im gleichen Augenblick kommen auch alle anderen leicht "geschafft" von hinten zurück.) Fertig?

 

2. Szene

Sebastian:  Ja.

 

Anna:        Na prima. Egal, wer es ist - niemand lässt sich anmerken, dass hier etwas nicht stimmt. (geht ab nach hinten, öffnet dort die Außentür) Ja?

 

Gustav:      (noch vor der Tür, diesesmal recht deutlich) Entschuldigung, aber ich bin es schon wieder. Ich MUSS nochmal mit Ihnen reden.

 

Anna:        Herr Flotzinger, nun ist es aber wirklich mal gut. Was ist denn schon wieder?

 

3. Szene

Gustav:      (schon im Raum. In der Hand hält er eine Zigarettenkippe, die man jetzt aber noch nicht sehen sollte) Guten Tag. Oh, die Damen sind immer noch zugegen?

Christel:     Haben Sie etwas dagegen?

 

Gustav:      Aber nein. Wie könnte ich nur? Ihre Anwesenheit ist doch...

 

Anna:        (ist ihm wieder gefolgt) Ja ja. Sparen Sie sich bitte Ihre Kommentare.

 

Gustav:      (schaut zu Sebastian und Barbara) Ach, und neuer Besuch?

 

Anna:        Herr Flotzinger! BITTE! (dann ironisch) In welcher Tonne haben Sie denn meine Büroklammer gefunden? Doch nicht etwa in der Biotonne? Ach Du meine Güte, wie konnte ich nur?!

 

Gustav:      Frau Schumann, mir ist wirklich nicht zum Spaßen. Frau Willers vom 2. Stock stand gerade vor meiner Tür.

 

Anna:        Ach, die Haus-Tratsche Willers. Na toll. Und? 

 

Sebastian:  Äh, wir gehen mal frische Luft schnappen. (mit Barbara ab nach hinten)

 

Anna:        Ja, macht das.

 

4. Szene

Gustav:      (schaut den beiden hinterher) Verwandtschaft?

 

Anna:        Genau, Herr Flotzinger. Das war mein Großvater mit seiner Schwiegermutter.

 

Christel:     Hähähä...

 

Fanny:       Also MIR ist gerade absolut nicht zum Lachen. (wirkt im folgenden Dialog sehr angespannt)

 

Gustav:      Tja, Frau Schumann und ihr Humor. Herrlich, nicht wahr, meine Damen?!

 

Anna:        (genervt) Herr Flotzinger!

 

Gustav:      Okay. Frau Willers - also die vom 2. Stock - hat auf ihrem Balkon unangenehmen Nikotingeruch wahrgenommen. Und als sie dem auf den Grund gehen wollte und heruntergeschaut hat, sieht sie, dass just in diesem Moment von IHREM Balkon, Frau Schumann, eine Zigarettenkippe auf den Rasen geworfen wird. Hier ist der Beweis. (zeigt nun die Kippe) Das ist Rauchbelästigung, Umweltverschmutzung und dazu hochgradig leichtsinnig, weil es Mai ist, der Rasen knochentrocken ist und es zu Bränden kommen kann. Was haben Sie dazu zu sagen, Frau Schumann?

 

Christel:     Er hat die Tatwaffe in der Hand. Eine Kippe. Köstlich!

 

Fanny:       Hör auf, Christel!  

 

Christel:     Du solltest auch ein bißchen achtsamer sein, Anna.

 

Anna:        Herr Flotzinger! Ich rauche nicht.

 

Christel:     Sie kifft nur. Hähä...

 

Gustav:      Und wie erklären Sie sich dann DAS hier? (deutet auf die Kippe)

 

Anna:        Herrgott nochmal. Dann war es vielleicht Sebastian. Ja - mein Sohn. Er raucht. Das Haus steht ja noch. Und Frau Willers wird ganz bestimmt keine gesundheitlichen Schäden davon behalten. Zufrieden?

 

Gustav:      So so. Interessant. Ihr Sohn war also der Täter. Und?

 

Anna:        Ja Mann. Ich werde ihm sagen, dass er das nächste Mal ´nen Aschenbecher benutzen soll. Zufrieden?

 

Gustav:      Ich möchte darum bitten. Der Frieden mit den Nachbarn und das Wohlverhalten in diesem Wohnblock hat oberste Preorität.

 

Anna:        ES TUT MIR LEID. Kommt nicht wieder vor. Mein Sohn ist ein Sünder und ich werde alles geben, um ihn von weiteren Missetaten abzuhalten. Alles gut jetzt?

 

Gustav:      Wenn Sie mir ernsthaft versprechen, dass das eine einmalige Ausnahme war... Ja, dann könnte ich vielleicht...

 

Fanny:       (barsch, geht auf ihn zu) ...vielleicht auf eine Anzeige verzichten? Sie kommen hier herein und machen ein großes Theater wegen einer dämlichen Scheiß-Kippe?! Glauben Sie mir, Sie... Sie... Hausverwalter, oder wer auch immer Sie sind: Es gibt "weiss Gott" andere Sorgen für manche Menschen. (wütend ab nach hinten, knallt die Tür zu)

 

5. Szene

Gustav:      Du liebe Zeit, was war denn das jetzt?

 

Christel:     Frau Berger hat vor zwei Wochen mit Exstasy und Speed aufgehört. Bei solchen Themen kommt wieder alles bei ihr hoch, wissen Sie?! Hähä...

 

Gustav:      Ach, das tut mir wirklich leid. Ich wollte nicht...

 

Anna:        Ja ja. So ein Entzug kann manchmal die Hölle sein.

 

Gustav:      Kann man denn da nichts machen?

 

Anna:        (verdreht die Augen) Das war ein Scherz, Flotzinger. - Wir haben dann ja auch alles besprochen, ja?! Liebe Grüße an Frau Willers. Ich werde ab sofort alles dafür geben, dass sie weiterhin hier in Ruhe und mit viel frischer Luft wohnen kann. Und meinen Sohn bestrafe ich auf meine Art. (öffnet schon die Tür nach hinten)

 

Gustav:      Gut. Dann werde ich das so weitergeben. Sie sind mir doch nicht böse, Frau Schumann? Ich musste dieser Sache einfach nachgehen. Als Hausverwalter ist das einfach meine Pflicht.

 

Anna:        Das ist Ihre Pflicht. Alles gut.

 

Gustav:      (im Flur, dreht sich um) Wirklich, Frau Schumann?

 

Anna:        (barsch) Jaha! Einen schönen Tag noch. (schließt die Tür)

 

6. Szene

Anna:        Boah, ist das eine Nervensäge.

 

Christel:     Weißt Du was ich glaube? Der ist verliebt in Dich.

 

Anna:        Wie kommst Du denn auf sowas?

 

Christel:     Der schaut Dich so...

 

Anna:        Ja?

 

Christel:     Der schaut Dich immer so geil an.

 

Anna:        Dann soll er geil schauen. Die Wohnung ist günstig und die Lage ist gut. Sonst wäre ich hier schon längst ausgezogen. Und diese dumme Willers von oben kann das Gras doch wachsen hören. DIE sollte Flotzinger heiraten. Wäre ein tolles Paar.

 

Christel:     Fanny war gerade ja ganz schön in Fahrt.

 

Anna:        Sie kann mit unserer Situation nicht umgehen. Sie ist schwer gekränkt.

 

Christel:     Tja, ich schau vielleicht besser mal, wo sie geblieben ist. (öffnet die hintere Tür)

 

Anna:        Ja, und bring sie wieder mit rein. Wir haben schließlich noch was zu erledigen. - Ist alles ruhig im Abstellraum?

 

Christel:     (horcht, welches man aus Zuschauersicht evtl. sehen kann an eine Tür im Flur) Alles still. (macht die Tür zum Wohnzimmer zu, ab)

 

Anna:        (alleine, seufzt, geht dann ab nach rechts, kurze Pause, dann klingelt es an der Tür)

 

7. Szene

Anna:        (kommt mit einem Block und Stift in der Hand zurück, öffnet die Tür) Barbara?

 

Barbara:     (kommt herein, leicht suchend) Ist Sebastian hier?

 

Anna:        Äh... nein.

 

 

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