Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

„Kleiner Penis - große Lügen“

 

 

 

 

Schauspiel

 

von

 

Helmut Schmidt

 

 

 

Bühnenfassung nach dem gleichnamigen Roman von Eva K.

(erschienen im Wagner-Verlag)

 

 

 

 

 

                  Inhalt:

 

 

                  Muskulös, sexy und unternehmungslustig… So sollte ein richtiger Kerl sein!

Angelina steht auf prall gefüllte Jeans und liebt es männlich. Sie sucht nichts zum Heiraten, sondern genießt ihr Single-Leben in vollen Zügen.

Alles ändert sich, als Tim auftaucht. Er entspricht nicht dem äußeren Bild, das Angelina bisher von Männern hatte… und auch sein „bestes Stück“ lässt sie nicht vor Lust beben, aber er punktet mit ganz anderen Dingen!

SIE glaubt plötzlich an die große Liebe, sogar an Bestimmung...

...doch die Lüge fährt Cabrio und die „nackte Wahrheit“ sitzt auf der Waschmaschine. Es entwickelt sich eine Hassliebe – hartnäckig wie eine Schuppenflechte!

Engel & Teufel tanzen Tango, Rumba und Rock’ n Roll…


 

 

Spieler:      2w/3m - 1 männliche Stimme, sowie die Stimme von Angelina

                                 1 weibliche Statistin - diese kann jedoch auch von Tess gespielt werden

 

 

Angelina

 

Tessa

 

Tim

 

Sammy

 

Marc

 

 

 

(alle Akteure sind 25 - 30 Jahre alt)

 

 

Bühnenbild:

Das Stück kann ohne Kulissenteile gezeigt werden. Dann sind nur Requisiten und

angedeutete Fenster und Türen nötig.

 

Falls Sie jedoch eine Bühnenkulisse zeigen möchten, besteht diese aus einem Durchgang nach

hinten, einer Tür und einem Fenster.

 

Es zeigt in den meisten Szenen den Lager-und Aufenthaltsraum (mit leichter

Wohnzimmeratmosphäre) hinter dem Geschenke-Shop "Crazy", und benötigt dann nach

hinten einen Vorhang (Streifen oder Perlen) Evtl. kann man dahinter einige der Artikel sehen,

die in dem Shop angeboten werden.

 

Wenn die Szene diesen Lagerraum zeigt, befinden sich einige Kartons auf einer Seite der

Bühne, ein Regal mit weiteren kleineren Kartons, ein kleiner Tisch mit 2 Stühlen und rechts

oder links ein bequemes Sofa. An den Wänden evtl. große Bilder.

 

Die Tür rechts oder links (im Rollenbuch wird jeweils dafür "rechts" angegeben) führt zur

Toilette und nach draußen.

 

Sobald das Bb. ein anderes Zimmer zeigen soll, sind die Veränderungen dafür im Rollenbuch

jeweils angegeben.

 

Hinweis: Die Textblöcke der "Stimme" können Sie live von einem Sprecher vor der Bühne

präsentieren, oder aber über Lautsprecher einblenden - ebenfalls live gesprochen oder vorher

aufgezeichnet auf Tonträger. Die einzelnen Textpassagen können auch mit instrumentaler

Musik untermalt werden.

 

 

 

 

 

1. Bild (geschlossener Vorhang, bzw. dunkle Bühne)

Stimme:        (Textblock Nr. 1): (männlich) Die Liebe - jeder Mensch braucht sie - jeder Mensch sucht sie. Und irgendwann im Leben stürzt sich der Mensch in eine Beziehung, weil er glaubt, darin die große Liebe zu finden. Männer und Frauen finden sich. Bei der Wahl eines Partners spielen viele verschiedene Dinge eine Rolle; sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Große Brüste, eine schlanke Figur, makellose Haut und langes Haar - das ist ein Klischee, aber dennoch stellen sich manche Kerle so etwas unter einer passenden Partnerin vor. - Frauen lieben Muskeln, eine rasierte Brust, braungebrannte, markante Gesichter und - nicht zu vergessen - große Schwänze. Nun ja - einige zumindest - und eine davon heißt Angelina. Aber dann gibt es auch wieder Frauen, die brauchen das andere Geschlecht nicht für ihr Leben. Zumindest nicht auf Dauer. Tess ist so eine. Frauen sind eben sehr unterschiedlich - Männer aber auch. Aber sehen Sie selbst... (der Vorhang öffnet sich, bzw. jetzt erhellte Bühne. Bühnenbild: Lager-und Aufenthaltsraum hinter dem Geschenke-Shop "Crazy")

 

Angelina:      (und Tess stehen nebeneinander am Fenster und schauen hinaus auf die Straße. Beide haben jeweils einen gefüllten Kaffeebecher in der Hand. Auf dem Tisch steht eine gefüllte Kanne, Milch und Zucker. Beide Frauen tragen legere, aber moderne, schicke Herbstbekleidung. Die Kleidung von Tess kann auch gerne etwas ausgefallen und farbenfroher sein. Ebenso ihre Frisur. Tess ist im 7. Monat schwanger, welches bei ihr deutlich zu erkennen ist) Schau Dir DEN an, Tess. Geht ja wohl gaaaar nicht.

 

Tess:             Aber der da hinten vor dem Blumenshop - der sieht doch geil aus.

 

Angelina:      Na ja, die Oberarme vielleicht, aber sonst wirkt der zu verklemmt.

 

Tess:             Und der mit der grünen Jeans?

 

Angelina:      Hhmm... wirkt zu positiv. Entweder ist er glücklich gebunden oder aber er hat was eingeworfen. Außerdem ist er schon ein paar Jahre zu alt für grüne Jeans.

 

Tess:             (kommt zum Tisch, schenkt sich Kaffee nach, muss lachen) Na, was soll´s?! Du sagst doch eh immer, feste Beziehungen sind nichts für Dich.

 

Angelina:      (dreht sich zu Tess um) Das war - äh - ist ja auch so. Vor zwei Monaten waren wir beide auch noch keine Geschäftspartner und ich bin durch meinen Job im Außendienst nur durch die Welt gereist. Wie hätte denn da wohl eine feste Partnerschaft, eine Heirat oder gar noch ein Baby reingepasst?!

 

Tess:             Jetzt führen wir aber seit ein paar Wochen den Laden hier zusammen.

 

Angelina:      Stimmt. - War übrigens eine sehr gute Entscheidung, Tess.

 

Tess:             Und das bedeutet für Dein Liebesleben jetzt was? (geht wieder zum Fenster)

 

Angelina:      (kommt auch zum Tisch, schenkt sich ebenfalls Kaffee nach) Du kennst mich. Ich stehe nun mal auf muskulöse, gut gebaute Kerle. Groß, mit Charme und Geschmack. Wenn mir der Richtige über den Weg läuft, darf sich daraus auch gerne eine Beziehung entwickeln. (schnell) Kurzfristig, meine ich. Also, so dass ich nicht eingeengt werde. Ich will ja schließlich mein Leben weiterhin leben. (tut Milch und Zucker in den Kaffee, rührt lange um während des nächsten Dialogs)

 

Tess:             (ironisch) Natürlich. Und das war mit diesem Hannes nicht möglich?

 

Angelina:      (schwärmt) Hannes. Ein geiler Kerl. Diese blauen Augen, seine braunen Locken, dieser wahnsinnig durchtrainierte Body, der unglaublich geile Sex mit ihm... (dann) Aber der hat doch immer nur von Hochzeit und harmonischer Zweisamkeit gesprochen. Wer hält das denn auf Dauer aus?! Es war schon ganz richtig, dass ich ihm den Laufpass gegeben hab´. Ich hab´ irgendwie Angst vor sowas.

 

Tess:             Vor was?

 

Angelina:      Tess, ich hab´ Dir von meiner Schwester erzählt. Die hat auch gedacht, sie hätte den perfekten Mann gefunden und bliebe bis an ihr Ende glücklich mit ihm. Und was ist passiert? Er hat ihr zwei Kinder angebockt, irgendwann gab´s einen heftigen Streit - und zack - weg war er. Sie sieht ihn nur noch 2 mal im Jahr, wenn die Kinder Geburtstag haben. Und was ist aus meiner Schwester geworden? Eine einsame fette Kuh. Frisst den ganzen Kummer in Form von Kalorien in sich hinein und hat jetzt 30 Kilo zu viel. Darauf kann ICH verzichten.

 

Tess:             Meine Rede. Männer dürfen nicht unser Leben zerstören. Deshalb brauch ich auch keinen. Warum machst Du es nicht wie ich? Ich wollte ein Kind, aber keinen Mann. Ich hab´ nach dem geeigneten Erzeuger gesucht, ihn gefunden...

 

Angelina:      ...es überall, wo es nur möglich war mit ihm getrieben...

 

Tess:             ...aber niemals in meinem Bett...

 

Angelina:      ...er kennt bis heute weder Deinen Nachnamen noch Deine Adresse...

 

Tess:             ...wobei ich gestehen muss, dass er auch meinen wahren Vornamen nie kennengelernt hat...

 

Angelina:      ...und als Du endlich schwanger warst, hast Du gesagt, Du willst ihn nicht wiedersehen!

 

Tess:             Genau! Hat doch wunderbar funktioniert und es ist genau das, was ich immer gewollt hab´. - Mein Baby wurde übrigens sehr wahrscheinlich im Fahrstuhl gezeugt.

 

Angelina:      Wie nett.

 

Tess:             Es kann allerdings auch auf der Waschmaschine passiert sein. (kurze Pause) Schau mal; was ist mit dem? Fährt einen heißen Schlitten. Ich meine, Cabrio - und dazu in rot... na?

 

Angelina:      (geht zügig wieder zum Fenster) Wow. Das Auto ist echt der Hammer. Aber der Fahrer... Tess - ich bitte Dich. (kurze Pause) Der... der kommt hier rein.

 

Tess:             (dreht sich um, lehnt am Fenster oder an eine Wand daneben, verschränkt die Arme, süffisant) Und unsere Kundschaft solltest Du nicht warten lassen. (eine Türglocke, typisch für einen Laden, ist von hinten zu hören)

 

Angelina:      Hey, das hier ist auch DEIN Laden, ja?! - Kleine Hexe. (ab nach hinten)

 

Tess:             (belustigt) Ja, ich hab´ Dich auch lieb, Angelina. (Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 2): (männlich) Wünsche bleiben in den meisten Fällen nur blanke Theorie. Besonders in Sachen "Liebe". So wie die Menschen planen, denken und hoffen, so kommt es meistens dann doch nicht. Fragen Sie Angelina; sie wird Ihnen das gerne bestätigen. Der Fahrer des roten Cabrios heißt Tim. Und dieser junge Mann kauft nicht nur für 300 Euro eine "Sexy Lady" für seine Singlewohnung, die im Schaufenster steht und mit der er seinen Billardraum dekorieren will, nein, dieser Tim hinterlässt auch etwas. Und zwar einen Eindruck. Den Eindruck des perfekten Milchbubis mit dünnen Ärmchen, kleinem Arsch und schüchternem Blick. Exakt alles andere als das, was Angelina sich vorstellt, wie ein perfekter Mann sein soll. Aber Murphys Gesetze sind manchmal sehr hartnäckig.

 

 

2. Bild, 1. Szene

                     (ein paar Tage später)

 

Tess:             (steht belustigt im Durchgang nach hinten, feilt ihre Nägel. Angelina läuft hin und wieder ziellos im Raum umher, während sie spricht, wirkt aufgebracht und unsicher. Beide haben die Oberbekleidung gewechselt. Kaffeebecher und Kanne sind verschwunden. Vor dem Fenster sind die Vorhänge zugezogen. Es ist einige Tage später nach dem 1. Bild, ein Abend)

 

Angelina:      (aufgebracht) Was ist nur los mit mir? Was um alles in der Welt ist nur mit mir los? Sag es mir, Tess! - Dieser Kerl hat vor ein paar Tagen eine lebensgroße Kunstharz-Puppe gekauft - hier in unserem Laden. Das war auch schon alles.

 

Tess:             (locker) Du darfst nicht vergessen, dass diese Puppe Dir ein wenig ähnlich sieht. Das hast Du selbst zugegeben.

 

Angelina:      Na, und wenn schon?! Das hat doch gar nichts zu bedeuten. Ja ja, Du hast ja recht, er war freundlich, auch ein schönes Lächeln hat er - und als er seine Puppe in sein Cabrio verstaut hat...

 

Tess:             ...mit den Beinen nach oben auf dem Beifahrersitz - das sah zum Schreien komisch aus...

 

Angelina:      ...ja, und er hat gehupt und gewinkt beim Wegfahren - und Du und ich - wir haben beide Spaß an diesem Kunden gehabt - und damit ist es doch eigentlich gut.

Tess:             "Eigentlich gut" war es für ihn anscheinend aber dann DOCH nicht. Wäre er sonst 5 Minuten später wieder vorgefahren und hätte Dich zum Essen eingeladen?

 

Angelina:      (fast verzweifelt) Und ich Schaf hab´ diese Einladung auch noch angenommen - dabei hat er nicht mal 10% von dem, was ich mag. Ach, was red´  ich - es sind nicht mal 5! - Du hast ihn doch gesehen, Tess. Er ist dünn, Muskeln sucht man bei ihm vergebens, das Gesicht ist viel zu schlank und nicht markant genug, er sollte auch größer sein. Ich will so einen nicht.

 

Tess:             Aha. Und meine beste Freundin und Geschäftspartnerin, die doch immer so selbstbewusst wirkt, hat es nicht geschafft "Nein" zu sagen, als er Dich an die Nordsee in ein nobles Strandlokal entführt hat?

 

Angelina:      Ja, weißt Du...

 

Tess:             Es war auch nicht möglich, "Nein danke, die möchte ich nicht annehmen" zu sagen, als er Dir einen Tag später hier im Laden einen fetten Strauß roter Rosen überreicht hat?

 

Angelina:      Nun ja, das war...

 

Tess:             ...sehr charmant von ihm. Genauso wie das Konzert von den "Leblosen Buxen", zu dem Du ihn begleitet hast. Obwohl Du diese Band und ihre Musik absolut grauenvoll findest.

 

Angelina:      Ja, das ist auch so!

 

Tess:             Okay. Du hasst ihn also - diesen Tim?

 

Angelina:      Ja! - Das heißt - ich weiß nicht. Er ist nicht das, wonach ich suche.

 

Tess:             Okay. Und weil Du ihn nicht leiden kannst, hast Du es auch zugelassen, dass ihr nach dem Konzert vor ein paar Tagen noch zu ihm in seine Wohnung gegangen seid und er Dich dort leidenschaftlich küssen durfte?

 

Angelina:      Er hatte viel Bier getrunken.

 

Tess:             Du auch?

 

Angelina:      Du weißt, dass ich kaum Alkohol trinke. (schnell) Diese laute Musik, die... die hat mich echt fertig gemacht; und die ganzen Leute dort... das hat wahrscheinlich meine Sinne verwirrt. Ich... ich wollte nicht, dass er mich küsst. Wirklich nicht.

 

Tess:             (belustigt, ironisch) Ah, verstehe. Du standst praktisch unter Drogen - warst nicht Du selbst.

 

Angelina:      Sozusagen, ja!

 

Tess:             Habt ihr es denn schon miteinander getrieben?

Angelina:      Um Himmels Willen - NEIN! - Und das wird auch nie passieren. (geht dann ein wenig verzweifelt zu Tess) Ach Tess, ich bin so durcheinander. Tim ist immer höflich, so anders. Beim Essen hat er meinen Stuhl zurechtgerückt; er hat mir die Tür aufgehalten, er half mir in die Jacke. Und das gefällt mir irgendwie. Ich kenne solche Typen gar nicht. Ich habe von solchen Kerlen gehört, aber begegnet sind sie mir bisher nicht. Na ja, und dann muss ich immer wieder daran denken, was meine Oma sagte.

 

Tess:             Ich höre.

 

Angelina:      "Kind, schau nicht auf´s Äußere, ein Leben kann lang sein." 

 

Tess:             Oh oh... was soll ich dazu noch sagen?

 

Angelina:      Eben, Tess - sag es mir!

 

Tess:             Fassen wir zusammen: Dieser Tim hat gute Manieren, wirbt um Dich, macht Dir Komplimente und Genschenke - und das gefällt Dir - basta!

 

Angelina:      Verrückt, oder?

 

Tess:             Er ist optisch jedoch der krasse Gegensatz zu dem, was Du Dir vorstellst.

 

Angelina:      Genau!

 

Tess:             Das heißt...

 

Angelina:      Was?

 

Tess:             Du stehst auf Muckies, starke Körper, Macho-Look. Und all das hat Tim nicht.

 

Angelina:      Leider.

 

Tess:             Aber etwas von ihm kennst Du ja angeblich noch nicht.

 

Angelina:      Du meinst...

 

Tess:             Ja, ich meine den kleinen Tim von Tim. Ich weiß doch, dass Du auf große Lümmel stehst. Und wenn der so ist, wie Du ihn gerne hättest, könntest Du dann vielleicht über all die anderen Dinge hinwegsehen?

 

Angelina:      NEIN!!! Niemals! Also - ich weiß es nicht genau; vor allem wie... also...

 

Tess:             Na, probier´s aus! Am besten, so schnell wie möglich.

 

Angelina:      Du meinst ernsthaft, ich soll...

 

                     (es klopft an der Tür, sodann betritt...)

 

 

 

2. Bild, 2. Szene

Tim:              (...den Raum. Er hat eine rote Rose in der Hand, schaut glücklich, geht auf Angelina zu) Überraschung!

 

Tess:             Oh, ich... äh... hab´ im Laden noch zu tun. Viel Spaa....aß. (ab)

 

Angelina:      (überrascht) Tim - was machst Du denn hier?

 

Tim:              (überreicht ihr die Rose) Für Dich, mein Hase.

 

Angelina:      Ach Du... (nimmt ihm die Rose ab, freut sich, lächelt)

 

Tim:              Angelina?

 

Angelina:      Ja?

 

Tim:              Ich liebe Dich. (küsst sie)

 

Angelina:      (lässt es zu, dann umarmen die beiden sich heftiger, der Kuss wird intensiver, beide stehen vorne in der Mitte des Zimmers, die Hände der beiden streicheln den Körper des anderen. Tims Hand gleitet unter Angelinas Oberbekleidung, danach geht Angelinas Hand von Tims Rücken herunter nach vorne. Dann erreicht diese seine Hose, sie greift in den Schritt, schaut dann mit großen Augen verblüfft und enttäuscht ins Publikum) Ach Du Scheiße... (Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 3): (männlich) Und so hatte Angelina mit ihrem forschen Griff in Erfahrung gebracht, wie es sich mit der Sache mit dem Ding - äh - also Tim seinem Ding - verhält. Es war ja auch praktisch ihre einzige Möglichkeit. Denn welcher Mann nennt einer Frau bei einem Gespräch schon gleich seine Intimmaße - falls er sie überhaupt kennt? "Mann" ist eben so gebaut, wie man ist. 99,9% aller Männer tragen eine durchschnittliche Größe mit sich herum, also irgendwas zwischen 11cm und 17cm. Also sind 11cm nicht klein - sondern normal, genauso wie 17cm. Passt ja auch biologisch vorgesehen zu Frauen. Und die meisten nehmen diese Länge auch ohne Protest hin. Außer Angelina. Die hätte da gerne - nun - etwas mehr. Das konnte Tim jedoch nicht bieten. Gab es da nicht schon die Möglichkeit auf operative Verlängerung?  Hhmmm... Angelinas Hoffnung auf: "Was nicht ist, kann ja noch werden", schmolz in diesem Augenblick dahin. Nun hört man immer wieder Sätze wie: "Wenn zwei Menschen zusammenpassen, dann kann auch der Sex richtig gut werden." Oder: "Die Größe ist nicht so wichtig - solange er nicht winzig klein ist". Oder: "Guter Sex hängt allerhöchstens zu 50% von der Größe des Penis ab. Es geht darum, wie er mit seinem besten Stück umgeht". Und dann gibt´s da noch Ratschläge wie: "Auf die Chemie kommt es an", "Akzeptiere den Anderen wie er ist. Du selbst bist auch nicht perfekt", "Macht das Beste draus und konzentriert euch auf eure Vorteile und Talente". - Tja, all das hatte auch Angelina schon gehört oder gelesen, jedoch niemals für möglich gehalten, dass sie selbst irgendwann einmal mit solchen Floskeln konfrontiert werden sollte. Doch jetzt war es soweit. Angelinas Bübelchen blieb am Ball. Und irgendetwas in Angelina konnte sich nicht mehr gegen ihn wehren. Angelina verliebte sich tatsächlich in den Milchbubi Tim...

 

3. Bild

                     (ca. 3 Wochen später, unverändertes Bühnenbild, der Raum ist dunkel, irgendwo - auf der Fensterbank oder auf einem Tisch rechts oder links - brennt eine Kerze. Auf der Rückenlehne der Couch liegt ein Morgenrock und die komplette Kleidung von Tim. Auf dem Tisch vor der Couch stehen eine Flasche Mineralwasser und zwei Gläser)

 

Angelina:      (und Tim befinden sich hinter der Couch und haben Sex. Man hört deutlich, wie beide zunächst leise stöhnen, nach ca. 30 Sekunden lauter - bis zum "Höhepunkt". Tim stöhnt jedoch wesentlich lauter als Angelina. - Diese Szene kann auch mit Musik untermalt werden. - "Danach" wird die Bühne beleuchtet. Die Musik wird ausgeblendet. Beide sind zunächst nicht zu sehen. Angelina greift sich den Morgenrock von der Couch)

 

Tim:              Aaaaaaah... (greift auch von hinten mit der Hand auf die Couchlehne und nimmt sich zunächst seinen Slip, dann das Oberhemd oder den Pullover) Mein Gott, das war der pure Wahnsinn, mein Hase.

 

Angelina:      (kommt hoch, hat den Morgenrock nun angezogen, schließt diesen beim "Hochkommen", schaut ein wenig erschöpft, aber glücklich, geht mit den Händen durch ihr Haar, kommt nach vorne, setzt sich auf die Couch, schenkt sich ein Glas Wasser ein, trinkt, antwortet jedoch weniger leidenschaftlich) Ja - stimmt.

 

Tim:              (kommt auch hoch, hat den Slip angezogen, das Hemd knöpft er gerade zu, bzw. zieht den Pullover über) Wenn ich rauchen würde, würde ich jetzt rauchen, Hase. (beugt sich zu ihr herunter, küsst Angelina den Hals)

 

Angelina:      (kichert)

 

Tim:              Was ist denn?

 

Angelina:      Niemand vor Dir hat mich jemals "Hase" genannt. Das ist lustig.

 

Tim:              Wie nannte man Dich denn? (belustigt) "Raubkatze" oder "wilde Stute"?

 

Angelina:      (wundert sich) Ja genau. Woher weißt Du das?

 

Tim:              (verwirrt) Äh... das war nur ein Witz.

 

Angelina:      Reden wir nicht mehr davon. - Komm zu mir. (klopft auf die Sitzfläche) Heute vor 4 Wochen sind wir uns hier im "Crazy" das erste Mal begegnet.

 

Tim:              (kommt nach vorne, hat bereits seine Hose angezogen, bzw. tut dieses dann sitzend auf der Couch, zieht auch Socken und Schuhe an) Achja?

 

Angelina:      (füllt das zweite Glas mit Wasser) Ich hab´ Dir noch gar nicht gesagt, wie dankbar ich Dir bin. Was Du mit Deinen Ideen aus unserem Laden gemacht hast, das ist wirklich toll. Auch Tess ist ganz aus dem Häuschen. Der Tagesumsatz hat sich verdoppelt in der letzten Woche. Das können wir DIR verdanken.

 

Tim:              Nicht der Rede wert. Ich hab´ doch nur den Wänden ein wenig mehr Farbe verliehen und Euch auf den Gedanken gebracht, das Sortiment zu erweitern mit erotischen Artikeln.

 

Angelina:      Und genau das trifft den Geschmack der Kunden.

 

Tim:              Man könnte da noch einen drauf setzen. Ich hab´ da ganz gute Kontakte zu einem Typen, der Euch Hilfsmittel wie Dildos und...

 

Angelina:      (schnell) Nein nein nein nein. Wir sind und werden KEIN Sex-Shop. Erotische und witzige Geschenke - ja! Pornographie - nein! - So, wie es jetzt ist, ist es gut.

 

Tim:              Okay. Wie Du meinst. (schaut auf die Uhr) Ach, so spät ist es schon?!

 

Angelina:      Du musst doch nicht schon gehen, oder? Ich könnte uns etwas kochen und später könnten wir dann noch ins Kino gehen, dachte ich.

 

Tim:              Nette Idee. Aber Du weißt, dass ich mich um meine Oma kümmern muss.

 

Angelina:      Ach ja, die Arme. Die kommt gar nicht mehr alleine klar?

 

Tim:              Geht überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Und ich bin der Einzige, den sie hat - also, der ihr hilft den Tag zu meistern. Ohne mich ist sie praktisch verloren.

 

Angelina:      (hat zunächst ein mitfühlendes Gesicht gemacht, dann wieder euphorisch) Aber am Wochenende. Am Wochenende gehen wir ins Kino oder essen oder...

 

Tim:              Hase!

 

Angelina:      Ja?

 

Tim:              Schon vergessen? Jens wird 30.

 

Angelina:      (leicht traurig) Jens. Stimmt. Der Geburtstag von Deinem besten Freund.

 

Tim:              Genau. Die Party geht Samstag schon gleich nach Mittag los.

 

Angelina:      Verstehe. Na ja, ich muss ja eh arbeiten.

 

Tim:              Ich brauch´ da noch ein kleines Geschenk für ihn. Irgendetwas... hhmmm... wie muss das sein?

 

Angelina:      (fröhlicher) ...erotisch und witzig?

 

Tim:              Richtig. Und pfiffig und persönlich.

 

Angelina:      (steht auf) Na, das sollte in unserem Laden doch zu finden sein. Was hältst Du von... (denkt kurz nach) ...was hältst Du von den bumsenden Mäusen?

 

Tim:              Bumsende Mäuse?

 

Angelina:      Ja. Pfeffer und Salzstreuer von Jullus Steinius. Die sehen total schräg aus.

 

Tim:              Ist ´ne geile Idee. Die nehm´ ich.

 

Angelina:      (schon abgehend nach hinten) Ich pack sie hübsch ein und leg auch noch ´ne Visitenkarte dazu. Werbung kann nicht schaden. (an der Tür, bleibt stehen, dreht sich zu ihm um) Und... Tim?!

 

Tim:              (ist mittlerweile komplett angezogen, ist aufgestanden) Ja?

 

Angelina:      Ich... ich liebe Dich auch, Tim. Ja, ich liebe Dich wirklich. (ab, Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 4): (männlich) Was hatte ich zu Beginn noch gleich gesagt: Die Liebe - jeder Mensch braucht sie - jeder Mensch sucht sie. Angelina liebt ihren Tim. Ja, sie liebt ihn wirklich. Und sie hat für ihn bumsende Mäuse aus Porzellan eingepackt. Bumsende Mäuse für seinen besten Freund Jens. Sie toleriert sogar, dass Tim sie nicht mitnimmt zu dieser Party. Nun ja, sie kennt seinen besten Freund ja auch noch gar nicht. Angelina ist zwar leicht enttäuscht, dass Tim sich auch am Samstagabend nach der Party nicht meldet, er ruft nicht an, und schickt auch keine SMS, doch noch bevor sie sich die Frage stellen kann, ob alles in ihrer Beziehung in Ordnung ist und wann sie ihren Tim wiedersieht, taucht zunächst etwas anderes wieder auf - nämlich die bumsenden Mäuse...

 

4. Bild

                     (einige Tage später am Tag, gleiches Bühnenbild. Mineralwasser und Gläser sind verschwunden, zunächst kein Spieler auf der Bühne)

 

Angelina:      (ist von hinten aus dem Laden laut und aufgebracht zu hören) Das liegt doch wohl klar auf der Hand, was das zu bedeuten hat. Und jetzt komm mir bloß nicht mit solchen Sätzen wie: (äfft) Nun beruhige Dich doch erstmal, Angelina.

 

Tess:             (kommt herein, spricht nach hinten) Nun beruhige Dich doch erstmal, Angelina.

 

Angelina:      (kommt dann zügig herein, wieder vollständig bekleidet, hat die Porzellan-Figuren in der Hand, geht zum Tisch, "knallt" die Figuren* darauf, verschränkt die Arme, schaut böse drein) Und? Wie oft haben wir diese bumsenden Mäuse hier im Laden schon verkauft? *(falls Sie keine "Mäuse" zur Verfügung haben, können Sie auch ein kleines Päckchen dafür wählen)

 

Tess:             (kleinlaut) Wir hatten 6 davon bestellt - und jetzt stehen noch 5 im Regal.

 

Angelina:      Eben! 6 mal bumsende Mäuse. Und wer hat das eine Paar gekauft?

 

Tess:             Tim?

 

Angelina:      Richtig. Super-Tim hat sie gekauft!

 

Tess:             (vorsichtig) Für seinen besten Freund Jens zu seinem 30sten Geburtstag?

 

Angelina:      (regt sich furchtbar auf) Jaaaaaa... und es ist auch nichts merkwürdig daran, dass hier heute dann eine vollbusige Flugbegleiterin im Laden auftaucht, die zu ihrem 30sten Geburtstag die bumsenden Mäuse geschenkt bekommen hat, und sich hier umschauen will, was dazu noch passen könnte?!

 

Tess:             Immerhin haben wir ihr den onanierenden Kater als Milchkanne angedreht.

 

Angelina:      Na toll! Wieder 19,95 in der Kasse. - Da sollte es mich auch absolut nicht beunruhigen, dass diese Schlampe erzählt hat, dass sie sich eine Eigentumswohnung mit ihrem (äfft) Schatz gekauft hat und aufgrund ihres Berufes nur am Wochenende zuhause ist. Ebenso uninteressant ist die Tatsache, dass sie mit ihrem (äfft wieder) Skorpion schon seit 6 Jahren zusammen ist.

 

Tess:             (geht zu ihr, versucht sie zu trösten) Ach Angelina.

 

Angelina:      (vergräbt dann ihr Gesicht auf Tess´ Schulter, weint dann, erhebt nach einer Pause den Kopf dann wieder) DAS ist seine Oma, um die er sich immer kümmern muss, Tess! Seine Oma ist 30, Flugbegleiterin...

 

Tess:             ...und hat jetzt einen onanierenden Kater auf dem Frühstückstisch stehen. (streichelt ihr Hinterkopf und Rücken)

 

Angelina:      Warum, Tess? Warum tut er mir das an?

 

Tess:             Ich weiß es nicht. Wir werden die Männer nie verstehen.  

 

Angelina:      (dann plötzlich) Ich muss erstmal raus hier. Abschalten. Den Kopf frei kriegen. Du kommst doch ein paar Tage ohne mich aus, ja?! (abgehend nach hinten)

 

Tess:             Ja sicher, aber... Angelina - wo willst Du denn hin und was hast Du vor?

 

Angelina:      Ich weiß es nicht. Urlaub - was anderes sehen - weg! - Lass mich einfach. Ich hab´ Dich lieb. (ab)

 

Tess:             (schaut ihr fragend hinterher, Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 5): (männlich) Kaum ein anderes Ereignis kann eine Frau so sehr in eine Krise stürzen, als wenn sie von ihrem Partner betrogen wird. Manchmal scheint es einfacher, die Welt anzuhalten, als die Männer zur Treue zu bewegen. Rein statistisch gesehen wurden nämlich 80 Prozent der Frauen schon einmal betrogen und jede Zehnte muss mit einer Dauerrivalin rechnen. Angelina hat ihre eigene Methode, damit umzugehen. In ihrer schönsten Garderobe sucht sie am selben Abend ein Casino auf, lernt schnell den sympathischen und gutaussehenden Ben kennen. Ein Frauenarzt aus Emden. Sie flirtet mit ihm, tanzt mit ihm, trinkt mit ihm und küsst ihn leidenschaftlich. Das braucht sie jetzt, um die Verletzung abzutöten. Gleiches mit gleichem vergelten - das ist der richtige Weg für Angelina. Als die Nacht jedoch schon fast vorbei ist und Ben von seinem Wasserbett erzählt, fehlt Angelina die Kraft, diesen nächsten Schritt zu machen. Sie sagt NEIN, und geht nur mit Bens Visitenkarte in ihr Hotelzimmer, wirft sich auf´s Bett und weint. Weint um den Milchbubi mit dem kleinen Schwanz und dem Namen Tim.

5. Bild

Angelina:      "Hotelzimmer" (...liegt auf dem Bauch auf einer Matratze rechts oder links vom Raum - die Bühne dazu nicht komplett beleuchten - nur die Matratze anstrahlen. Sie weint) Warum? Warum nur muss mir das passieren? Tim - Du Arsch. Du Mistkerl. (schlägt mit den Fäusten auf die Matratze) Ich schaffe es nicht mal, mit einem anderen Kerl zu schlafen. Was hast Du nur mit mir gemacht? Und warum hast Du mich nur verarscht und betrogen? - (lauter) W a r u m ??? (Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 6): (männlich) Schokolade, Erdbeereis, eine alte Liebesschnulze auf DVD, oder zumindest eine beste Freundin, der man stundenlang das Leid klagt - das sind die beliebtesten Methoden, wenn Frauen Liebeskummer haben. Angelina jedoch ist anders. Sie steht am nächsten Morgen auf, ruft ihren langjährigen Freund Sammy an und fährt mit ihm spontan nach Frankreich zum Drachenfliegen. Sammy, der Frauenversteher, tut alles, damit es Angelina schnell wieder besser geht. Angelina würde Sammy sogar vom Fleck weg heiraten - wenn dieser nicht schwul wäre. Aber ein schwuler Freund, der ihr gut tut, ist jetzt 1000 Mal besser als ein Hetero-Typ, der sie betrügt. - Urlaub in Frankreich. Angelina genießt jede Minute. Das schöne Wetter, die sportlichen Aktivitäten, die schmackhafte französische Küche - und das Land sowieso. - Nur nicht an Männer denken und an Beziehungen. Vor allen Dingen nicht an Tim. Da sich recht viele Queer-Männer in dem Hotel aufhalten, lässt Sammy dort natürlich nichts anbrennen und hat fast jede Nacht einen anderen durchtrainierten Drachenflieger in seinem Bett, was es Angelina manchmal nicht besonders leicht macht, NICHT an Sex und an Tim zu denken. Dennoch kehrt Angelina nach einer wunderbaren Woche mit Sammy gut gelaunt zurück nach Oldenburg, zu Tess und zu ihrem Geschenke-Laden und hat diesen... diesen - wie hieß er noch gleich? Achja - Tim - zu 98% schon komplett aus ihrem Gehirn verdrängt. Wenn da nicht noch diese dummen 2 Prozent wären...

 

6. Bild

                     (Bühnenbild wie Bild 4)

Tess:             (...und Angelina stehen vor dem Tisch und umarmen sich herzlich. Neben Angelina steht auf dem Boden ein Koffer. Tess wieder in schrill-bunter Kleidung, Angelina trägt noch eine Jacke bzw. Mantel. In einer Ecke des Raums steht ein Korb; dieser ist mit 20 - 30 Briefen gefüllt. Darauf liegen ein Handy und eine Tageszeitung) Ich bin so froh, dass Du zurück bist.  

 

Angelina:      Ich eigentlich auch. Die Woche war ein einziger Traum. Sammy und Frankreich haben mir so gut getan. Aber ich habe das hier auch vermisst - Dich und den Laden.

 

Tess:             (skeptisch) Und Du bist…?

 

Angelina:      Ich bin drüber weg. Es ist vorbei, Tess. Alles vergessen – alle Narben verheilt. Mir geht es gut. Wirklich!

 

Tess:             Und Tim ist wirklich…

 

Angelina:      Tim? Wer war noch gleich Tim? (lächelt, streichelt ihr über den Bauch) Und wie geht es der werdenden Mutter?

 

Tess:             Könnte nicht besser sein. Es ist nur…

 

Angelina:      Was ist denn?

 

Tess:             Ich möchte nichts falsch machen und auch bestimmt keine Wunden aufreißen.

 

Angelina:      Das tust Du nicht.

 

Tess:             Und wenn Du nicht weggefahren wärst, hättest Du eh alles schon erfahren.

 

Angelina:      Was erfahren?

 

Tess:             (holt den Korb hervor, stellt diesen auf den Tisch, faltet die Zeitung auseinander, hält ihr diese hin) Hier. Diese Ausgabe ist jetzt 4 Tage alt.

 

Angelina:      Ja, aber was... (schaut hin, liest, kann es kaum glauben) Eine ganze Seite?! Oh mein Gott! Eine komplette Seite in der Tageszeitung? Das… das muss ja ein Vermögen gekostet haben. – „Meine geliebte Angelina – mein Hase – bitte verzeih´ mir. Es ist alles geklärt – gib uns bitte eine Chance. Ich liebe Dich und nur Dich. Dein Tim.“ (lässt die Zeitung sinken, setzt sich fassungslos auf die Couch)

 

Tess:             (eher vorsichtig) Und äh… da wären auch noch einige Briefe von ihm. (stellt den Korb neben Angelina auf die Couch) Und Dein Handy hat mehr als 20 mal am Tag SMS empfangen. Ich hab´ nicht nachgesehen, aber ich denke, die sind nicht von Deiner Mutter. 

 

Angelina:      (starrt nach vorne, schweigt)

 

Tess:             Soll ich die Nachrichten auf dem Handy für Dich löschen? (greift schon danach)

 

Angelina:      (legt ihre Hand auf Tess´ Hand, hindert sie daran, das Mobilteil zu nehmen)

 

Tess:             Und die Briefe... Angelina, Du solltest sie besser gar nicht öffnen. Also, ICH würd´s nicht tun. Du bist drüber weg - und das sollst Du auch bleiben. (kurze Pause) Angelina?

 

Angelina:      (reagiert nicht)

 

Tess:             Ich lass Dich mal einen Augenblick alleine, ja?! (ab) 

 

Angelina:      (nimmt zunächst das Handy, überlegt, ob sie die Nachrichten lesen möchte oder nicht, tut es dann, drückt auf diverse Tasten, liest - nach einer Weile öffnet sie dann den ersten Brief, liest diesen, öffnet den nächsten... Zuerst macht sie noch einen erstaunten und eher ernsten Gesichtsausdruck, doch mehr und mehr lächelt sie bei jedem Satz, den sie liest. - Während dieser Szene spricht die Stimme:)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 7): (männlich) Es waren 43 Nachrichten von Tim an Angelinas Mobiltelefon geschickt worden und er hatte 18 Briefe verfasst - und diese sogar mit der Hand geschrieben. Die Inhalte waren alle recht ähnlich. Tim erklärte ihr, was, wie, wo, wann und warum passiert war. Er hatte sich getrennt und die Sache in Ordnung gebracht. "DIE SACHE" - aha. Achja - und dass er Angelina immer noch liebt - das schrieb er ein paar hundert Mal. Tess hätte nun wahrscheinlich eine kurze Wortanzeige in die Zeitung gestellt mit den Worten: "Ja Tim - Du mich auch", und damit wäre die Geschichte mit Tim endgültig erledigt gewesen. Angelina jedoch denkt seufzend:

 

Angelina:      Ja, dann... dann bedeute ich ihm wohl doch ´ne ganze Menge. (steht auf, nimmt Korb, Zeitung, Briefe mit, drückt auf dem Handy ein paar Tasten, hält das Gerät ans Ohr, während sie nach hinten abgeht sagt sie eher freundlich:) Tim? Ich bin es - Angelina. (ab, die Bühne verdunkelt sich)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 8): (männlich) Ach ja. Man liest ja immer wieder, dass nach der Aufdeckung einer Affäre die Männer zu ihren Frauen zurückkehren und dann alles besser ist als zuvor. Ja ja. Angelina wird das auch in irgendeiner Zeitschrift beim Frisör gelesen haben. Und zwar in einem der Klatschblätter, bei dem jeder Bericht absolut wahr ist. Die Männer tragen ihre Frauen auf Händen wie nie zuvor, holen ihnen täglich die Sterne vom Himmel. Candlelightdinner, Pralinen, Shoppingtouren in andere Länder, Liebesurlaube und so weiter und so weiter. All das bieten dann die Männer ihren Frauen. Alles gut und schön. Ist das aber nicht eher ein Scheinfrieden? Ein Schönmalen?  Ach was... Angelina verdrängt diese Fragen ganz einfach - denn sie ist neu verliebt - in Tim. Und was war sein Geburtstagsgeschenk für sie - eine Woche Italien - hach... herrlich!

 

7. Bild

                     (Bühnenbild: Hotelzimmer in Venedig - angedeutet - evtl. steht irgendwo ein großer Strauß mit Rosen)

Angelina:      (steht mit Handy am Ohr im Raum, wirkt sehr glücklich; "überschlägt" sich fast beim Erzählen. In der anderen Hand hält sie ein halbgefülltes Sektglas) Tess? Venedig ist einfach ein Traum - ach, was red´ ich - es sind 1000 Träume auf einmal. Schon die Fahrt mit Tims Cabrio hierher nach Italien. Wir sind fast nur "offen" gefahren. Das Wahnsinns-Wetter, dieses Hotelzimmer, die Gondelfahrt... und Tim immer an meiner Seite... Tess, es kann im Paradies nicht schöner sein. (belustigt) Du, der attraktive Gondoliere hat mir sogar ein Kissen unter meinen Po gelegt, weil das Brett vom Boot so hart war. Für Tim gab´s aber keins mehr. Ja, er war sogar ein bisschen eifersüchtig, glaub´ ich. Total süß. Hach, wir ernähren uns praktisch nur von Pizza und Rotwein. Und wir stehen jeden Abend Arm in Arm auf dem Balkon, sehen in den Sternenhimmel, trinken Sekt dabei, und gestern - Tess - gestern Abend im Restaurant - ich hab´ noch nie so gut gegessen. Nur erlesene Spezialitäten. Tim ist so ein toller Mann. Die Rechnung war wohl recht hoch - na ja, wir hatten ja auch nur das Beste bestellt - es war Tim nichts zu teuer an meinem Geburtstag. Aber ein wenig geschockt zückte er dann doch sein Portemonnaie. Witzig, nicht?! - Hach, er tut alles für mich, mein Tim. Und dann... und dann, Tess - dann kam noch ein Rosenverkäufer an unseren Tisch. - Ob er welche für mich gekauft hat? ALLE!!! Ja wirklich. Ich fühle mich bei ihm wie eine Prinzessin. Und die Menschen hier sind alle so freundlich zu uns. - Die Südländer sind süß, ja, Du hast recht, Tess. - Tim? Ach, der hat heute Abend ein bisschen zu viel getrunken. Ist auf dem Klo. Ja, ich bestell liebe Grüße. - Danke. Oh ja, ich werde es weiterhin genießen hier - jede Minute. Tschau Tess - bis bald. (drückt eine Taste auf dem Handy, trinkt einen Schluck)

 

Tim:              (kommt leicht torkelnd mit einer halbleeren Alkohol-Flasche herein, das Haar ist leicht wirr, das Oberhemd aus der Hose, er ist aber nicht zu sehr betrunken, recht laut und erbost) Kannst Du endlich mit dieser ewigen Flirterei aufhören?!

 

Angelina:      (versteht nicht, überrascht) Bitte?

 

Tim:              (wütend) Du bist mit MIR hier in Venedig. Mit MIR! (wirft einen Stuhl durch das Zimmer)

 

Angelina:      (ängstlich) Tim - was machst Du denn? Was hast Du denn nur?

 

Tim:              (geht zu ihr, schubst sie grob, so dass sie auf den Boden fällt, sehr laut:) Du hörst gefälligst auf, mit den Kerlen hier zu flirten! Ist das klar? (haut hart gegen die Wand oder einen Schrank) Hast Du mich verstanden, Angelina?

 

Angelina:      (verkriecht sich in eine Ecke, voller Angst und fast weinend) JA DOCH!  

 

Tim:              Na dann ist ja alles gut... - Und jetzt komm her. Lass uns ficken.

 

Angelina:      NEIN! Lass mich jetzt in Ruhe, verdammt!

 

Tim:              Na dann eben nicht. (winkt ab, geht von ihr weg, torkelt noch ein wenig, fällt dann auf das Bett, auf die Couch, oder auch auf den Boden, die Bühne verdunkelt sich, sodann folgt eine klassische Instrumentalmusik - Beispiel: "Pachelbel: Canon & Gigue", ca. 30-45 Sekunden, dann erhellt sich die Bühne wieder, der nächste Morgen)

 

8. Bild

Angelina:      (steht am Fenster, schaut hinaus, trinkt Kaffee aus einer Tasse, zu sich selbst eher unsicher) Vier Tage noch. Vier lange Tage noch hier in Venedig. (dreht sich um, schaut wütend zu Tim herüber) Mit Dir... Du... Du... Kotzbrocken! Kannst Du mir bitte sagen, wie diese vier Tage werden sollen?

 

Tim:              (der noch auf dem Bett, Sofa oder Boden liegt, bewegt sich jetzt)

 

Angelina:      (dreht sich wieder um, schaut aus dem Fenster)

 

Tim:              (kommt langsam mit dem Oberkörper hoch, sieht verkatert aus, fasst sich an den Kopf) Oaah... Scheiße. Mein Kopf.

 

Angelina:      (erbost, schaut aber weiterhin aus dem Fenster) Ja, ich wünsche Dir auch einen wunderschönen guten Morgen.

 

Tim:              Was? (steht dann auf, was ihm nicht so leicht fällt) Ach, DU bist es. Guten Morgen. (geht zu ihr, will ihr einen Kuss aufdrücken)

 

Angelina:      (dreht den Kopf weg, geht ein Stück weg von ihm) Nee, lass mal gut sein, Tim.

 

Tim:              Hey, Prinzessin - was ist denn?

 

Angelina:      Was ist? Hast Du schon vergessen, wie Du gestern Abend ausgetickt bist? Das war schrecklich - das hat mir eine Höllenangst gemacht.

 

Tim:              Ja. Ich hatte wohl zu viel intus, denke ich. Ich bin ein bisschen laut geworden. Ja, ich weiß - das war nicht okay. Es tut mir leid. Eh komm, es tut mir wirklich leid. Wir machen doch alle mal einen Fehler, oder?

 

Angelina:      Und wann wirst Du das nächste Mal laut? Morgen? Heute Abend - oder vielleicht heute Nachmittag schon? Wir sind noch vier Tage zusammen hier im Urlaub. Aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich die mit Dir zusammen verbringen will.

 

Tim:              Hey, Hase. Nun übertreib´ mal nicht. Das war ein kleiner Aussetzer und sowas kommt nie nie wieder vor. Ich entschuldige mich 1000 Mal. Wir können doch nicht diese vier Tage in Venedig getrennt voneinander verbringen? Willst Du das? Alleine sein - hier in einer Stadt, in der Du niemanden kennst?

 

Angelina:      Nein, das will ich ganz sicher nicht. Aber mit Dir... Du bist so... so anders gewesen gestern Abend. Diese Eifersucht - völlig unbegründet. Nur weil ein Gondoliere und der Herr am Empfang ein wenig mit mir geflirtet haben. Und das schlimmste war: Mir ist dieser aggressive Mensch in Dir begegnet, den ich bisher nicht kannte.  

 

Tim:              (schafft es dann doch sie zu umarmen, Angelina wehrt sich jedoch ein wenig. Tim ist nah an ihrer Wange) Mein Schatzi-Mäusschen. Dir reichen 1000 Entschuldigungen von mir nicht? (küsst ihren Hals immer wieder) Du willst den armen kleinen Tim traurig sehen und ihn alleine lassen?

 

Angelina:      (wehrt ihn schon wieder besser gelaunt neckisch leicht lächelnd ab) Tim, hör auf - das kitzelt. Lass das.

 

Tim:              Ach, das kitzelt. Aber meine kleine Angelina hatte es bisher doch immer ganz gerne, wenn es gekitzelt hat an ihrem Hals.

 

Angelina:      Tim, bitte... aaah... (jauchzt auf) Hör auf!

 

Tim:              (neckisch und albern) Nein, der Tim hört erst auf, wenn mein kleiner Hase sagt, dass er dem Tim verzeiht und mit ihm auch den Rest des Urlaubs gerne zusammen verbringen möchte. Büdde büdde büdde... (übersät ihren Hals mit Küssen)

 

Angelina:      (wehrt sich, ihr gefällt es aber auch) Aaaaah...

 

Tim:              Und? Verzeiht mein Hase dem Tim, weil er ein bisschen böse war? (erneute Küsse, beide liegen nun fast auf den Boden)

 

Angelina:      Jaaaaaa... ich verzeihe Dir. Aaaah...

 

Tim:              Und mag das Häschen auch mit Tim die letzten vier Tage hier in Venedig verbringen? (erneute Küsse)

 

Angelina:      (lacht und jauchzt) Jaaaaaaaa...

 

Tim:              Was hast Du gesagt? Ich kann Dir grad nicht folgen, weil ich so sehr von Deinem Ohrläppchen abgelenkt bin. (knabbert daran)

 

Angelina:      Ich hab´ gesagt: Jaaaaaaaaaaaa... (dann ein langer Kuss, Blackout)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 9:) (männlich) Der Hals einer Frau - höchst erogen - bei allen Frauen. Und ganz besonders bei Angelina. Und wer weiß das am besten: Natürlich ihr Kotzbrocken Tim. Küsse am Hals einer Frau vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit, Spaß, Verliebtheit, Erregung, Geilheit, Glücksgefühle, Austoben - oder das, was Tim erreichen wollte: Vergebung. Es gibt sogar einige Frauen, für die bedeutet ein Kuss sogar mehr als Sex, da dies mehr mit Liebe und Zärtlichkeit verbunden wird. Tim hat es also wieder einmal geschafft; und zusammen mit Angelina haben die beiden die restlichen 4 Tage ihres Italien-Urlaubs einigermaßen gut miteinander überstanden. Verhielt ER sich mal nicht so, wie SIE es gerne hätte, dann wurde geknutscht. Wurde ER mal wieder laut, gab es ein paar Minuten lang eine Diskussion und SIE wurde wieder schwach. Und wenn die Küsse am Hals nicht mehr ausreichten, dann wurde gevögelt. Immer und immer wieder. Aber auch DAS kann ja SEHR unterhaltsam sein; und nach gemeinsamen Höhepunkten sind Konflikte ja schnell wie weggeblasen. Und von einem solchen wunderbaren Urlaub zehrt man ja auch noch Wochen danach, wenn der Alltag wieder Einzug gehalten hat... oder etwa nicht?

 

9. Bild, 1. Szene

                     (Bühnenbild: Lager-und Aufenthaltsraum hinter dem Geschenke-Shop "Crazy")

 

Angelina:      (liegt auf dem Sofa, bedeckt mit einer Decke, schaut "krank" aus. Auf dem Boden steht ein Eimer. Angelina richtet sich dann auf, hält sich zunächst die Hand vor ihren Mund, beugt sich dann herunter zu dem Eimer, den sie auch mit einer Hand etwas hoch hält, versenkt den Kopf teilweise darin, übergibt sich dann hörbar darin. Währenddessen kommt...)

 

Tess:             (...von hinten mit einem Kaffeebecher herein, schaut leicht besorgt, geht dann zu ihr.) Ach nee, nicht schon wieder. Wird das denn gar nicht besser? Ich hab´ Dir nochmal einen Magen-Tee gemacht. Der muss doch helfen.

 

Angelina:      Nein. Ist schon gut. (nimmt ein Handtuch, welches neben ihr liegt, wischt sich den Mund damit ab)

 

Tess:             (mit leicht ironischem Ton) Das muss ja ein ganz fieser Virus sein. Ich mach mir langsam wirklich Sorgen.

 

Angelina:      (kommt langsam hoch) Es ist nicht so schlimm, Tess. Ich sollte Dir jetzt auch wieder im Laden helfen.

 

Tess:             (stellt die Tasse auf dem Tisch ab) Na, soweit kommt es noch. Du wirst erstmal wieder gesund. Ach äh... da war vorhin ein Anruf für Dich, als Du fest geschlafen hast.

 

Angelina:      Ja? Wer war es denn? (steht auf)

Tess:             Ben - Dein Frauenarzt. - Ich war schon recht überrascht. Du warst bei Ben?

 

Angelina:      Ja, gestern. - Was wollte er denn?

 

Tess:             Er hat nur gesagt, er würde nochmal wieder anrufen. Aber Du solltest Dir bitte absolut keine Sorgen machen - es wäre alles in Ordnung, alles normal, und grüßen soll ich auch. - Hast Du nicht gesagt, Du wärst bei Deinem Hausarzt gewesen?

 

Angelina:      War ich doch auch - und der hat mich dann überwiesen zu Ben.

 

Tess:             Wegen dem fiesen Magen-Virus?

 

Angelina:      (fällt Tess in die Arme, weinerlich) Nein! Ich bin schwanger, Tess.

 

Tess:             Ich habe es geahnt.

 

Angelina:      Das ist echt ein Alptraum. Ich bin in der 5. Woche.

 

Tess:             Ein fruchtbares Mitbringsel aus Venedig also.

 

Angelina:      Ich hab´ keine Ahnung, wie das passieren konnte. Wir haben immer Kondome benutzt - immer!

 

Tess:             Tja, die halten ja auch - in 99% aller Fälle.

 

Angelina:      Und wieso muss ich dieses 1% sein?

 

Tess:             Frag mich etwas Leichteres. Was sagt denn Tim dazu?

 

                     (im Hintergrund hört man das Geräusch von einem Motorrad. Erst leise, dann näher kommend und lauter, dann wird der Motor abgestellt)

                    

Angelina:      Der weiß das noch gar nicht.

 

Tess:             Ach du Scheiße. Und wann hast Du vor, ihm zu sagen, dass er Vater wird?

 

Angelina:      Ich weiß nicht. (wischt schnell ihre Tränen ab)

 

9. Bild, 2. Szene

Tim:              (kommt stolz von hinten herein. Er trägt Lederbekleidung, oder zumindest Lederjacke, hat einen Helm auf dem Kopf, den er dann abnimmt) Hi Hase. (gibt Angelina einen Kuss auf die Wange) Hallo Tess.

 

Tess:             (eher gelangweilt und ironisch) Hallo Supermann. (ab nach hinten)

 

Tim:              Schau mal aus dem Fenster. Da steht unser neuer Wochenend-Spaß.

 

Angelina:      (geht zum Fenster) Ein Motorrad? Du hast ein Motorrad gekauft?

 

Tim:              Ein echtes Schnäppchen. Ein Kumpel hat mir das gute Stück verkauft.

Tess:             (kommt zurück, bleibt im Türrahmen stehen) Wow. Eine ganz besonders heiße Maschine, Tim. Echt - ein Super-Motorrad - und ein sehr schickes und geiles Outfit. - Angelina, jetzt noch ein gescheiter Kerl, dann wäre es perfekt. (grinsend wieder ab nach hinten)

 

Tim:              (ruft ihr hinterher) Ja, Du mich auch, Tess. - Komm schon, Baby, lass uns ´ne Runde drehen. Ich hab´ ´nen zweiten Helm dabei. 

 

Angelina:      Tim, sorry - aber das geht leider nicht. Ich fühl´ mich nicht so ganz wohl; außerdem muss ich arbeiten - ich kann hier echt nicht weg. Fahr´ doch ohne mich und genieße das schöne Wetter, ja?!

 

Tim:              Hhmmm... Okay. Wie Du meinst. Ich bin in 2 Stunden zurück. (enttäuscht ab nach hinten, stößt dort leicht mit Tessa zusammen, die gerade wieder hereinkommt)

 

Tess:             Viel Spaaa....aß!

 

9. Bild, 3. Szene

Angelina:      Sag mal... sag mal... tickt der noch ganz richtig? Ich bin schwanger und der kauft ein Motorrad.

 

Tess:             Passt wie Arsch auf Eimer. Aber er kann es nicht riechen - warum hast Du´s ihm nicht gesagt?

 

Angelina:      Dazu brauch´ ich ein bisschen Planung - das muss in einer ruhigen Stunde passieren. Männer können da manchmal recht komisch reagieren. Und ich wollte ihm jetzt nicht den Tag verderben.

 

Tess:             Ooooh... wie rücksichtsvoll von Dir, mein Schätzchen. Wann soll sie denn stattfinden - Deine ruhige Stunde? Zwei Wochen vor der Geburt?

 

Angelina:      Nein. Nein - ich denke, nachher - wenn er zurückkommt - dann sag´ ich´s ihm.

                     (das Licht verdunkelt sich auf der Bühne, 20 Sekunden klassische, instrumentale Musik - wie beim Ende des 7. Bildes. Es ist kein Spieler auf der Bühne, wenn diese wieder beleuchtet wird)

 

Angelina:      (mit anderer Oberbekleidung, kommt von hinten, hat einen Teller in der Hand, gefüllt mit Erdbeeren, in der anderen Hand eine Baumwoll-Windel. Beides legt sie auf dem Tisch ab, dann legt sie die Erdbeeren auf dem Teller so hin, dass sie einen Schnuller andeuten, neben den Teller legt sie die Windel. Zügig wieder ab nach hinten, kommt sodann mit einer Flasche alkoholfreiem Sekt und zwei Gläsern zurück. stellt dieses auch auf den Tisch, betrachtet dann ihr Werk)

 

Tess:             (kommt von hinten dazu) Wow - wie romantisch. Was wird ´n das?

 

Angelina:      (leicht belustigt) Manchmal bedarf es keiner Worte, wenn man etwas mitzuteilen hat.

 

Tess:             (schaut auf den Tisch) Erdbeeren auf einem Teller - geformt zu einem Schnuller. Daneben eine Windel - und... (hebt die Flasche hoch, liest) ...alkoholfreier Sekt. (im Hintergrund hört man wieder das Geräusch von einem Motorrad herannahen. Erst leise, dann näher kommend und lauter, dann wird der Motor abgestellt) Stimmt. Das sind drei deutliche Zeichen. Die muss ein Mann nur noch verstehen. (stellt die Flasche wieder ab)

 

Angelina:      Das ist er.

 

Tess:             Viel Glüü....ück. (ab nach hinten, kurze Pause)

 

9. Bild, 4. Szene

Tim:              (kommt gut gelaunt herein, hat ein verpacktes Geschenk unterm Arm, geht zu Angelina, drückt es ihr triumphierend in die Hände) Für Dich, Hase. (geht zum Sofa, lässt sich darauf "fallen")

 

Angelina:      (überrascht) Oh danke. (reißt das Papier herunter) Oh... eine... eine Motorradjacke. Wie nett.

 

Tim:              Ja, nun zieh sie an. Ich muss doch wissen, ob sie passt.

 

Angelina:      (tut es mit leichtem Widerwillen)

 

Tim:              Passt wie angegossen. Geil.

 

Angelina:      Ja.

 

Tim:              (deutet auf den Tisch) Was ist das hier?

 

Angelina:      (zieht die Jacke wieder aus, legt sie irgendwo hin, kommt zum Tisch) Für Dich. Äh... mach doch schon mal die Flasche offen.

 

Tim:              Hhmm... (tut dies) ...Erdbeeren - ich liebe Erdbeeren. Und - haste toll dekoriert. (isst dann eine Erdbeere)

 

Angelina:      Ja, die Deko... also... und der Sekt - ist die Marke okay für Dich? (setzt sich zu ihm auf das Sofa)

 

Tim:              Klar. (schenkt dann die beiden Gläser voll, reicht ihr eines) Hab´ ich irgendwas vergessen? Ich meine, das hier sieht aus, als gäbe es was zu feiern.

 

Angelina:      Na ja... erstmal - Prost! (erhebt das Glas)

 

Tim:              Prost! (trinkt)

 

Angelina:      Alles okay mit dem Sekt?

 

Tim:              Ja - bestens. (stopft dann erneut mehrere Erdbeeren in sich hinein, dann nimmt er die Windel und wischt sich damit den Mund ab) Boah - echt lecker.

 

Angelina:      (beobachtet ihn dabei, wundert sich, dass ihm nichts auffällt, seufzt) Ich äh... habe vorhin mit meiner Schwester telefoniert. Wir reden nicht so oft miteinander. Das letzte Mal war es wohl zu Neujahr.

Tim:              Aha. Cool. Und - hatte sie was Neues zu berichten?

 

Angelina:      Nun ja - Nicht viel. Sie hat nur erzählt... Du weißt ja, dass sie geschieden ist und zwei Kinder hat.

 

Tim:              Hhhmm...

 

Angelina:      Sie und ihr neuer Partner denken jetzt über ein drittes Kind nach. 

 

Tim:              Oh bitte. Was finden nur alle Leute an diesen halslosen Ungeheuern? Kinder nerven und nehmen einem jeden Spaß am Leben. Meine Meinung dazu ist: Lieber 5 Katzen und einen Hund, aber sicher kein Kind!

 

Angelina:      (sichtbar geschockt und enttäuscht) Ich... hab´ plötzlich ganz schlimme Kopfschmerzen, Tim.

 

Tim:              Eh, ich dachte, wir beide machen jetzt noch ´ne kleine Spitztour - Du, mit Deiner neuen Jacke - wäre doch geil, oder?

 

Angelina:      Sehr geil - ja. Aber... tut mir leid... ich...

 

Tim:              Vorhin musstest Du arbeiten und es ging Dir nicht gut. Jetzt haste Kopfschmerzen. Was ist denn eigentlich los? (streichelt liebevoll ihre Wange, küsst sie dann kurz)

 

Angelina:      (überwindet sich dann schließlich) Tim, wir bekommen ein Baby!

 

Tim:              (richtet sich erschrocken auf) Bitte? (steht wütend auf) Was hast Du da gesagt?

 

Angelina:      Wir bekommen ein Baby. Ich hab´ Dir doch auch Zeichen auf den Tisch gelegt. Die Windel, die Erdbeeren als Schnuller und der Sekt ist... ohne...

 

Tim:              (nimmt schnaubend seinen Helm, zügig und wütend ab nach hinten, evtl. knallt eine Tür; und man kann hier auch wieder das Motoradgeräusch einblenden, welches sich anhört, als würde es jetzt schnell davonfahren)

 

Angelina:      (schaut ihm währenddessen enttäuscht hinterher, vergräbt dann das Gesicht in ihre Hände, weint bitterlich, die Bühne verdunkelt sich)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 10:) (Angelina) Eine ganze Woche lang hörte ich seit diesem Abend gar nichts mehr von Tim. Die Bazille war vom Erdboden verschluckt. Mein Hass wurde jeden Tag größer, ich hätte ihm gerne seine Eier zerquetscht. Ich lenkte mich ab, um dem Baby nicht zu schaden und fuhr zu meiner Freundin Doreen in den Schwarzwald. Tess sagte, sie käme mit dem Laden schon alleine klar, obwohl es nur noch wenige Wochen bis zur Geburt ihres Kindes waren. Ein paar Tage heile Welt - das brauchte ich jetzt. Ruderboot, Rotwein, Baden im See, eine Kutschfahrt und sogar ein Besuch bei einer Wahrsagerin - all das hatte Doreen für mich als Programm vorrätig. Eine herrliche, wenn auch nur kurze Auszeit von meinem Leben, welches mir immer wieder nur die Frage stellte, wie es wohl weitergehen mochte. In den Wochen danach überschlugen sich dann die Ereignisse. Tess hatte ein paar Typen beim Klauen in unserem Laden erwischt, und als sie die Jungs zur Rede stellen wollte, trat einer dieser Wahnsinnigen ihr voll gegen den dicken Bauch und flüchtete. Dann ging alles sehr schnell. Polizei, Krankenwagen, Krankenhaus, Kreissaal, Schmerzen, Angst, Kaiserschnitt und schließlich die Geburt von Bobby. Tess überstand - Gott sei Dank - alles gut. Kurioserweise tauchte Mr. Super-Tim jetzt wieder auf. In all den Wochen vor diesem Unglück bekam ich nur ab und zu eine SMS, ganz selten ließ er sich mal blicken und wir redeten dann miteinander. Aber meistens über belanglose Dinge; nicht über meine Schwangerschaft. Nachdem er vom Anschlag auf die Inhaberin des "Crazy" in der Zeitung gelesen hatte, nahm er sich 14 Tage Urlaub und half mir im Laden. Er lief zur Höchstform auf, montierte Überwachungskameras im Laden, räumte um, und nahm mir alles ab, was irgendwie möglich war. Dieses Arschloch, das Tess getreten hatte, verhaftete man auch. Und dann kam der schöne Tag, an dem Tess aus dem Krankenhaus entlassen wurde...

 

10. Bild, 1. Szene

Angelina:      (jetzt auch sichtbar schwanger, steht mit 3 Herzluftballons im Raum, erfreut zur Hintertür schauend. Im Raum steht auch ein Kinderwagen, auf dem Tisch eine brennende Kerze, sowie eine Torte, Sekt und Gläser)

 

Tess:             (kommt dann strahlend mit "Bobby" auf dem Arm von hinten herein. "Bobby" ist in eine Decke verhüllt, dann leise, weil sie ihn nicht wecken will:) Da sind wir wieder.

 

Angelina:      (gerührt, breitet die Arme aus) Ooooh... es ist so schön, dass Du wieder da bist. (geht zu ihr, begrüßt sie herzlich, will dann sofort Bobby ins Gesicht sehen, legt die Decke am Kopf leicht zur Seite) Und er ist sowas von süüü...üüß. Er ist zum Anbeißen, dieser Zuckerjunge.

 

Tess:             Ja, das ist er wirklich. Und schon bald hat mein Bobby einen Spielkameraden. (streichelt ihr neckisch über den Bauch) Was ist im Laden passiert? Es sieht alles so anders und gut aus.

 

Angelina:      Das war Tim.

 

Tess:             Oh nein. Dann spielt der IMMER noch eine Rolle in Deinem Leben? (geht zum Kinderwagen, legt "Bobby" hinein)

 

Angelina:      Ich lass ihn links liegen - wirklich. Und das mit der Renovierung des Ladens war alleine seine Idee. Ich weiß nicht, was das noch ist mit Tim und mir. Er hat heute Mittag nur gesagt, dass er mit mir reden möchte - mehr weiß ich nicht. 

 

Tess:             Dann hoffe ich, dass Du nach dem Gespräch mit Super-Tim das Richtige für Dich entscheidest. (mit dem Kinderwagen abgehend nach hinten)

 

Angelina:      Na, darauf kannst Du Deinen Arsch verwetten.

 

Tess:             Hoffentlich.

 

Angelina:      Tess - ich hab´ Sekt - eine Torte - Du und Bobby und ich sollten doch Deine Rückkehr feiern.

 

Tess:             Später, Herzchen. (nimmt ihr die Ballons ab, dann ab nach hinten)

 

10. Bild, 2. Szene

Angelina:      (alleine, seufzt)

 

Tim:              (kommt sodann von hinten herein. Er ist schick gekleidet mit Hemd, Sakko, schicker Hose) Hallo.

 

Angelina:      Hallo Tim. (beide verhalten sich eher kühl und unsicher)

 

Tim:              (deutet auf den Tisch) Sekt, Torte?

 

Angelina:      Bilde Dir bloß nichts ein. Das ist für Tess! Sie ist soeben zurück aus dem Krankenhaus - mit Bobby.

 

Tim:              Okay. - Angelina - ich habe nachgedacht. Lange.

 

Angelina:      Aha.

 

Tim:              Und ich möchte... Angelina, verzeih´ mir bitte. (holt aus seiner Innentasche eine Ringschatulle heraus, öffnet diese, hält sie ihr hin) Verzeih´ mir und heirate mich.

 

Angelina:      (schaut ihm nur wie geschockt in die Augen und nicht auf den Ring) Bitte? (ihre Knie fangen an zu zittern, Tim sieht das, nimmt sie schnell in den Arm und hilft ihr, zum Sofa zu gehen, dort lässt Angelina sich fassungslos nieder) Was... was hast Du da gerade gesagt?

 

Tim:              Ich bitte Dich, mich zu heiraten.

 

Angelina:      Heiraten? Du und ich? Aber... aber was ist mit dem Baby?

 

Tim:              Darüber habe ich doch auch nachgedacht. Vielleicht werde ich ja sogar ein guter Vater, wenn ich ein bisschen Hilfe bekomme. Wir zwei schaffen das schon. Angelina - ich liebe Dich. Bitte sag ja und heirate mich. (setzt sich zu ihr, hält ihr den Ringkasten erneut hin)

 

Angelina:      Oh Tim... (nimmt diesen dann, dann langer Kuss, die Bühne verdunkelt sich)

 

Stimme:        (Textblock Nr. 11:) (männlich) Der Partner, der aus der Partnerschaft ausgebrochen ist, kann aus dem Abstand heraus eine ganz neue Sichtweise vom Ex-Partner bekommen - auch wenn dieser gar kein Ex-Partner ist, sondern nur ein auf-Eis-gelegter Partner. Angelina glaubte, DAS hier ist ein Neuanfang. Sie ging mit Tim auf Wohnungssuche, sie fuhren gemeinsam an die Nordsee; Tage und Nächte verliefen plötzlich in völliger Harmonie. Auch der Sex gehörte wieder zum Alltag. In einer Gaststätte, welche Tim ganz alleine für Angelina und sich gemietet hatte, machte er ihr einen erneuten Antrag - in einem Meer aus weißen Rosenblättern und einer einzigen roten Rose. Und dieses Mal sagte Angelina "ja". Sie war jetzt sicher, dass sie mit Tim den richtigen Weg wählte. Ganz alleine saßen sie einige Wochen später beim Standesamt - ohne Familie, ohne Freunde, ohne Bekannte. So wollten sie es. Inklusive Flitterwochenende mit Wasserbett und Wellness. In dem Luxushotel hielt Tim dann noch eine ganz besondere Überraschung für seine Frau parat. Einen knallroten Lack-Body mit einer Öffnung im Schritt. Er wollte die Sexualität wohl ein wenig aufpeppen. Die geschockte Angelina präsentierte ihm dieses neue Kleidungsstück jedoch nicht. Tim hatte wohl vergessen, dass sie schwanger war und mit ihrem Bauch sicher gar nicht in dieses Teil hinein passte - außerdem hatte sie keine Lust auf "Heute spielen wir Puff". Tim schmollte und holte sich im Bad einen runter. Aber Angelina war dennoch glücklich. Der Sinn dieser Heirat lag für sie vor allem auch darin, dem Nachwuchs geordnete Verhältnisse zu bieten. Und beide fanden auch ihr idyllisches, kleines, gemütliches Häuschen. Das musste zwar gründlich renoviert werden bis zum Einzug, aber mit fleißigen Händen war das schnell getan... Leider musste Angelina jedoch schnell einen weiteren Tiefschlag erleben... (die Bühne wird wieder beleuchtet)

 

11. Bild, 1. Szene

Tess:             (...steht vorne am Bühnenrand - besser wäre VOR dem Vorhang. Sie trägt Kleidung, die darauf hindeutet, dass sie renoviert hat)

 

Sammy:        (kommt von links dazu, trägt einen Overall, hat evtl. Werkzeug dabei, begrüßt Tess herzlich; er ist etwas "tuntig") Tess, mein Mäuschen, tut mir ganz dick leid, dass ich Euch eine Woche nicht helfen konnte beim Renovieren - aber JETZT dürft ihr über mich verfügen. Es ist dieser Piet, der süße Flieger aus Frankreich. Hach, ich liebe ihn so sehr. Aber er wohnt in Ludwigshafen. Es waren 1000 Dinge zu klären, wie es mit uns weitergehen soll, weißt Du?! Ja ja - sag nichts - Asche auf mein Haupt. Aber ich bin auch nur eine "Frau". Nun bin ich aber wieder voll einsatzbereit - für Dich, für Angelina und für die neue Traumvilla des jungen Ehepaares. Ihr habt die Whirlpool-Wanne doch nicht etwa schon fertig? Ihr wisst ganz genau, dass ich der erste sein will, der darin Probesitzen möchte.

 

Tess:             Sammy, mein Süßer. Schön, dass Du wieder da bist. Die beiden wollen schon in drei Wochen einziehen. Mit Angelinas Eltern und mit meiner Mutter zusammen sind wir aber ein ganzes Stück voran gekommen. Es ist aber noch genug zu tun für Dich und mich. Zwei Räume müssen noch tapeziert werden.

 

Sammy:        Wände anziehen ist meine Spezialität. Sind die alten Tapeten denn schon runter? Denn Ausziehen ist auch etwas, dass ich zu gerne mache. --- Was ist mit dem "Crazy"? Du hast den Laden doch nicht geschlossen, oder?

 

Tess:             Oh nein. Den schmeißt Frau Kück wie eine Eins. Ich habe sie eingestellt für 25 Stunden. Sie ist eine wirkliche Perle. Mit Bobby bleibt mir alleine einfach nicht genug Zeit, mich um die Kunden zu kümmern. Und Angelina hat selbst genug Sorgen.

 

Sammy:        Sorgen? Was ist passiert? Und wo ist Angelina überhaupt?

 

Tess:             Frag mich etwas Leichteres. Sie wollte alleine sein. Es schien alles soweit in Ordnung, bis Tim beruflich für eine Woche nach Straßburg musste.

 

Sammy:        Ja, ich weiß.     

Tess:             Meine Mutter war der Meinung, dass sie Angelina und mich nach all den Stunden Arbeit hier in dem halbfertigen Haus belohnen müsste und hat uns Theater-Karten geschenkt. So sind wir beide dann letzten Samstag nach Hamburg gedüst.

 

Sammy:        Ach, wie süß. Und danach ward ihr zwei noch auf der sündigen Meile - geb´s zu, Du Luder!

 

Tess:             (eher ernster) Ja, das waren wir. Dort haben wir im Getümmel eine Blondine gesehen, Mitte 40 etwa. Sammy, diese Sonnenbank-Stute hatte einen Hintern - mit dem sie sich nicht hätte bücken dürfen, da wäre schnell ein Sattel drauf geworfen worden. Viel zu kurz war ihr Rock und dazu kamen 2 x 2,5 Kilo Silikon im Airbag. 

 

Sammy:        Schätzchen, wozu diese Details? Seit wann stehst Du auf Frauen?

 

Tess:             Gar nicht. Diese Tusse hing an den Lippen eines Mannes.

 

Sammy:        Ach, und DER hat Dich dann interessiert?

 

Tess:             Ganz sicher nicht! Dieser Mann war TIM! Soweit seine berufliche Geschäftsreise nach Straßburg.

 

Sammy:        Oh nein, das muss ein Schock gewesen sein. Und Angelina hat das auch gesehen?

 

Tess:             UND ihren Tim sofort zur Rede gestellt. Na, DER schaute vielleicht dumm aus der Wäsche. Seine eigene Frau hätte er auf der Reeperbahn nun wirklich als Letzte erwartet.

 

Sammy:        Und?

 

Tess:             Ach Sammy - dann folgte zunächst Tims übliches Geschwafel. "Es ist nicht so, wie Du denkst - Tina und ich sind nur Freunde - versteh´ das jetzt bitte nicht falsch"... und dieser ganze Bockmist, den wir ja schon kennen.

 

Sammy:        Ich hoffe doch sehr, Angelina hat ihm eine gepfeffert.

 

Tess:             Hat sie! Aber erst nachdem Tim ihr erklärte, dass er Tina gelegentlich besucht, weil er ein Kind mit ihr hat. 

 

Sammy:        Diese Drecksau! Wenn ich den in die Finger bekomme...

 

11. Bild, 2. Szene

Tim:              (kommt aufgebracht zügig von rechts ins Bild) Tess! - Sammy! Wo ist Angelina?

 

Sammy:        (geht sofort auf ihn los, packt ihn, reißt ihn zu Boden. Auf ihm liegend brüllt er los:) Du lässt ab sofort Deine schmutzigen Finger von Angelina! Du hast genug angerichtet! (Freeze)

 

 

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