Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

 

„Ein Mann für Quoten-Rita“

 

 

 

                                                        Komödie in drei Akten von

 

                                                               Helmut Schmidt

 

 

 

                                                          (hochdeutsche Fassung)

 

Inhalt:

 

Die Brüder Jörg und Manfred Jansen führen gemeinsam mit den Eltern den landwirtschaftlichen Hof. Beide sind nun schon über 30 Jahre und weder verheiratet, noch in festen Händen. Trotz ständiger Streitigkeiten hat sich von den beiden noch keiner Gedanken über die Zukunft gemacht. Doch dann mischen die Eltern sich ein, die nun endlich eine Entscheidung treffen wollen. Es soll nämlich ein neuer Boxenlaufstall für die 80 Milchkühe gebaut werden. Staatlichen Zuschuss bekommt nur ein Jungbauer, der den Hof übernommen hat. Und zwei Namen können nun mal nicht auf das Formular. Der älteste Sohn Jörg hat zwar schon den Meisterbrief zum Agrarwirtschafter in der Tasche, Manni ist aber gerade dabei, diesen zu machen. Nach einem Ultimatum von Wilfried Jansen beginnt zwischen den beiden Brüdern ein Machtkampf um die Frauen. Denn es ist festgelegt worden, dass der den Hof übernehmen soll, der bis zum Ende des Jahres eine Frau vorzeigen kann, die es ehrlich meint. In einer recht unglücklichen Situation wird Manni von der Nachbarstochter Rita Bergmann – im ganzen Dorf als „Quoten-Rita“ bekannt – überrumpelt. Auf Bergmann ´s Farm fehlt ein Jungbauer, so könnte dort einer der beiden Männer einheiraten und den Hof übernehmen. Aber die schroffe Rita ist nicht sehr beliebt bei den Herren. Als dann zwei Urlauberinnen Ferien auf Jansen ´s Hof machen, verdrehen diese Manni und Jörg den Kopf und jedes Paar schmiedet Pläne wie sie an den Hof kommen. Beide wollen den Eltern vorspielen, dass sie ein Paar sind, aber – plötzlich werden die wahren Gefühle füreinander entfacht. Bei beiden! Und wieder ist das Problem nicht gelöst. Der Rinderkäufer Achmed Abdulla aus Saudi Arabien und ein jahrelang verborgenes Geheimnis sorgen schließlich für ein unerwartetes Ende...

 

 

Spieler:            5m/5w   1 Bühnenbild

 

 

Wilfried Jansen                      - Landwirt (ca. 60 J.)

 

Martha Jansen                       - seine Frau (50-60 J.)

 

Jörg Jansen                            - erster Sohn (32 J.)

 

Manfred (Manni)                   - zweiter Sohn ( 30 J.)

 

Otto Bergmann                      - Landwirt (ca. 50-60 J.)

 

Adele Bergmann                    - seine Frau (50-60 J.)

 

Rita Bergmann                       - beider Tochter (20-30 J.)

 

Nicole Müller                         - Urlauberin (20-40 J.)

 

Heidi Miersemann                  - Urlauberin (20-40 J.)

 

Achmed Abdula                    - Rinderkäufer aus Saudi

-Arabien (20-40 J.)

 

---

 

Spielzeit: Mai bis Juli in der Gegenwart

 

Spielort: Dorf in der Nähe der Stadt Norden in

               Deutschland (darf jedoch geändert werden)

 

Spieldauer: ohne Pausen ca. 100 Minuten

 

 

 

 

 

Bühnenbild:

 

Das Bühnenbild zeigt die Wohnküche der Familie

Jansen. Tisch mit Stühlen oder Sofa, evtl. Eckbank;

Schrank, Regale usw. Es ist hübsch und modern

eingerichtet. Eine Tür nach hinten führt nach draußen

und zu den Ställen; eine zweite rechts zur Küche

und eine dritte links zu den Schlafräumen und

Gästezimmern.

 

Alle weiteren Ausstattungen bleiben den Spielern

überlassen.

 

 

Erster Akt

 

                                    (Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzen Wilfried, Martha und Jörg am Früh-
stückstisch. Martha und Jörg essen und trinken noch, während Wilfried in einer
landwirtschaftlichen Illustrierten bzw. Zeitung liest. Es ist ein Montag, Ende Mai,
ca. 08:00 Uhr)

 

1. Szene

 

Wilfried:    (einfach gekleidet; nach einer kurzen Pause:) Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken.

 

Martha:      (auch in schlichter Alltagskleidung) Was meinst Du, Wilfried?

 

Jörg:          (in leicht dreckiger Jeans und T-Shirt oder Arbeitshemd) Vater philosophiert
mal wieder – hab´ ich recht?

 

Wilfried:    Schau Dir das an, Jörg. Wir führen hier wohl eines der letzten Bauernhöfe im ganzen Umkreis, die so einen Boxenlaufstall mit Güllekanal für die Kühe noch nicht haben. Ich denke, es wird in dieser modernen Welt endlich Zeit, dass wir uns auch so etwas anschaffen sollten.

 

Jörg:          Das kostet aber ein paar Euro, Vater.

 

Wilfried:    Ja... aber schaut euch doch an, was für ein perfekter Arbeitsablauf das ist. Das Futter wird mit ’nem Computer gesteuert, und das

 

 

Software-Programm sagt Dir jeden Abend welche Kuh wie viel gefressen hat – mit genauer Grammzahl. (zeigt auch Martha die Bilder in dem Heft) Für uns, Martha, mag das vielleicht alles ein wenig kompliziert sein, das zu bedienen - aber wozu haben wir zwei junge Männer in die Welt gesetzt?!

 

Martha:      Genau ! Wo steckt Manni eigentlich wieder? Der muss doch mit dem Melken fertig sein. Ist ja schon nach acht. (geht zur Tür nach hinten, ruft dorthin:) Manni. M a n n i !!! (kommt
zurück, schmiert ein Butterbrot, belegt es mit Käse o. a.)

 

Jörg:          (sieht interessiert in das Heft) Und ausmisten müssen wir dann auch nicht mehr, Vater?

 

Wilfried:    Aber nein. Das fällt doch alles in diesen Kanal.

 

Jörg:          (zeigt auf ein Bild) Und schau mal, wie viel Platz die Kühe dann haben.

 

Wilfried:    Eben ! Da fühlen sie sich sicher rundherum wohl, und bessere Milch geben sie dann auch.

 

Martha:      Was hat mehr Platz denn mit besserer Milch zu tun?

 

Wilfried:    Martha; das musst DU gerade fragen. Wie oft bist Du am Jammern und Klagen, wenn Du Deinen engen Hüfthalter trägst!?

 

Martha:      Wilfried !!!

 

 

Jörg:          (muss lachen)

 

Wilfried:    Ist doch so. Und wenn Du den ausziehst und mehr Platz hast, bist Du besser gelaunt und auch zu mir viel freundlicher – wenn Du verstehst, was ich meine.

 

Martha:      Ich muss doch bitten. Das ist ja wohl etwas ganz anderes.

 

Jörg:          Finde ich nicht. Dieser Vergleich war gar nicht schlecht.

 

Martha:      Oh Wilfried; ich ahne da schon etwas. Wenn Du Dir das erst mal in den Kopf setzt mit diesem neuen Kuhstall, dann wird es auch bald passieren.

 

Jörg:          Investieren muss man schon, Mutter. Denk doch mal daran, welche Vorteile wir dadurch haben. Und wenn wir uns noch 20 Kühe dazu holen, so wie es geplant ist, dann hätten wir sowieso nicht genug Platz in dem jetzigen Stall.

 

Wilfried:    So ist es, mein Junge. Ich ruf gleich mal Peter Meiners an, was uns eine solche Anlage für 80 Kühe ungefähr kosten würde. (schaut auf die Uhr) Und dann müssen wir so langsam mit dem Silofahren beginnen. (steht auf, geht ab nach rechts.)

 

Martha:      Ich räume den Tisch jetzt ab. Wenn Manni nichts essen will, dann kann ich ihm auch nicht helfen. (will gerade damit beginnen,

 

 

                  als...)
 

2. Szene

 

Manni:       (...schnell von hinten hereinkommt. Er trägt dreckige Jeans oder einen Arbeitsanzug) Seid ihr schon fertig mit dem Frühstück? Ich hab´ noch schnell alles sauber gemacht im Stall. (nimmt sich das geschmierte Brot) Irgendetwas sagt mir, das der Milch-kontrolleur heute zu uns kommt. (isst)

 

Jörg:          Wie kommst Du denn darauf?

 

Manni:       (spricht mit vollem Mund) Es sind schon wieder fünf Wochen her, als er das letzte Mal hier war.

 

Martha:      Na und? Soll Georg Rosenberg doch kommen. Bei uns ist doch immer alles in Ordnung.

 

Jörg:          Na ja, aber im letzten Monat hat er zu viel Fett in der Milch festgestellt.

 

Manni:       (hat den Mund jetzt geleert) Genau! Und damit haben wir einen großen Verlust gemacht.

 

Martha:      Das hat doch am Futter gelegen, oder?

 

Manni:       Ja, das haben wir ja auch gleich geändert; aber dennoch fühl´ ich mich nicht wohl, wenn der Kerl kommt. Der verhält sich immer so merkwürdig.  

 

 

Jörg:          Jetzt mach Dir doch nicht gleich wieder in die Hose, Manni. Was kann denn schon passieren? Den Stall besonders sauber zu machen nützt da auch nichts. Das interessiert den Kontrolleur nun wirklich nicht.

 

Manni:       Dir ist das egal, ja? Mir überlässt Du die Verantwortung für die Kühe und mir dann auch noch Vorschriften machen, was ich tun und lassen soll.

 

Jörg:          Jetzt sei doch nicht gleich beleidigt. Immerhin bin ich für unsere Trecker zuständig. Und das hab´ ich im Griff – oder möchtest Du Dich darüber beklagen? Du hast ja eh keine Ahnung von Technik.

 

Manni:       Ich will Dir mal was sagen, mein lieber Bruder. (will gerade loslegen)

 

Martha:      Jetzt hört auf zu streiten. Jeden Tag geht das gleiche. Warum ist das nur immer so? Die Arbeit wird hier seit Jahren aufgeteilt und größere Sachen macht ihr zwei mit Eurem Vater zusammen.

 

Manni:       (zu Jörg) Und warum ist für das Feld noch nichts vorbereitet? Es ist (sieht auf die Uhr) nach acht. Ich denke, wir wollen heute Silo fahren. Wann willst Du denn damit anfangen? Heute Abend oder Weihnachten oder wann?

 

3.Szene

 

Wilfried:    (kommt von rechts zurück)

 

 

Jörg:          (zu Manni) Du kannst mich mal, kleiner Bruder.

 

Manni:       Du mich schon lange, Du Großmaul.

 

Wilfried:    (bestimmend) Ruhe! Habt ihr schon wieder Krach miteinander, so wie jeden Tag?

 

Manni:       (zeigt auf Jörg) Er ist angefangen.

 

Wilfried:    Hört jetzt auf!

 

Manni:       Ich bin schon weg; will nochmal nach Klara schauen. Irgendetwas ist mit ihrem Euter nicht in Ordnung. (will ab nach hinten)

 

Wilfried:    Nein; Du bleibst hier. Ich habe gerade mit Peter Meiners telefoniert wegen dem Boxenlaufstall. Und wenn wir den wirklich bauen wollen, dann müssen wir uns jetzt unterhalten. Eure Mutter und ich hätten schon viel eher mal mit Euch reden sollen. Machen wir das eben jetzt.

 

Jörg:          (setzt sich) Oh nein; jetzt geht das wieder los.

 

Manni:       Wovon sprichst Du, Vater?

 

Jörg:          Stell Dich doch nicht so blöd an, Manni. Unsere Eltern denken mal wieder über unsere Zukunft nach.

 

Martha:      (etwas frech) Ja, wundert Euch das noch? Ihr versteht gar nicht, dass kein anderer Bauernhof auf dieser Welt so geführt wird,

 

 

wie wir das schon seit Jahren tun.

 

Wilfried:    Eure Mutter hat Recht. Und das wisst ihr auch. Zwei junge Männer auf einen Hof; beide über 30 Jahre alt – beide ohne Frau.

 

Jörg:          (stolz) Und wenn schon - ICH hab´ den Meisterbrief.

 

Martha:      Und Manni ist dabei; den zu machen. Musst Dich gar nicht so aufplustern, Jörg!

 

Manni:       (schadenfroh)

 

Jörg:          (beleidigt) Ist ja gut.

 

Wilfried:    Nichts ist gut. Wir hätten es gar nicht zulassen dürfen, dass ihr beide hier den Betrieb führt.

 

Martha:      Ihr solltet das langsam selbst einsehen. Die meisten Bürger verstehen das auch nicht. Da heißt es nur immer: “Ja, das sind ja die reichen Landwirte“. Aber es ist noch niemals lange gut gegangen, wenn zwei Jungbauern einen Hof führen; und auch das Leben wird jeden Tag teurer. Euer Vater und ich möchten auch bald aufs Altenteil. Und so viel Geld verdienen wir nun mal nicht, dass wir alle davon leben können.

 

Wilfried:    Ganz davon abgesehen, dass ihr zwei euch jeden Tag in den Haaren liegt.

 

Manni:       (steht auf) Vater, ich wollte eigentlich...

 

 

 

Wilfried:    (deutlich) Setz´ Dich hin und hör zu. Wir müssen endlich Klarheit schaffen.

 

Manni:       (setzt sich blitzschnell auf einen Stuhl) Ja ja, Vater.

 

Wilfried:    Eure Mutter und ich wissen, dass es kein schönes Thema ist. Ich frag Euch jetzt mal: Wollen wir diesen Betrieb hier moderner machen und den neuen Laufstall bauen?

 

Jörg:          (und Manni gemeinsam:) Ja sicher!

 

Wilfried:    Fein. Wenn ihr das denn beide für eine gute Idee haltet, dann will ich auch nicht lange um den heißen Brei herumreden: (kurze Pause) Wenn wir den neuen Stall bauen, bedeutet das: Einer von Euch muss gehen!

 

Jörg:          (sowie Manni schauen etwas ängstlich erschrocken drein)

 

Manni:       Vater, einer von uns muss gehen?! - Wer soll denn die Kühe versorgen?

 

Wilfried:    Das kann Jörg doch dann machen.

 

Jörg:          Und wer soll die Maschinen bedienen?

 

Martha:      Das muss Manni dann natürlich tun.

 

Wilfried:    Es ist auch für uns nicht leicht. Aber seht es ein; das wir schon viel zu lange gewartet haben. – Fünf Jahre zu lange.

 

 

 

Jörg:          Jetzt fang´ nicht wieder von Pia Liesmann an.

 

Martha:      Auf Liesmanns Hof, da hätte es für Dich ein schönes Leben gegeben. Pia ist ein Einzelkind, es gab keinen Mann auf
dem Hof; und ein fixes Mädchen war sie auch.

 

Jörg:          (ironisch) Fix – ja ja – das war sie. (genervt) Was kann ich denn dafür, wenn sie mich betrügt, und der Kerl macht ihr gleich ´n
Kind? Ich hab´ sie immer geliebt und hätte sie auch geheiratet.  

 

Wilfried:    Ja, glauben wir Dir ja. Aber danach haben wir hier auf dem Hof noch keine Frau wieder gesehen. (verärgert) Was seid ihr nur für Schlafmützen?! Jörg lässt sich nach drei Jahren die beste Partie hier im Dorf ausspannen und bei Manni hab´ ich manchmal den Eindruck, als wüsste er gar nicht, das es zwei verschiedene Arten Menschen gibt.

 

Jörg:          Es ist gar nicht so einfach, die richtige Frau zu finden. Glaubt uns das. Wer will das heutzutage denn noch – als Bauernfrau leben? So ein Mädchen finde erst mal. Und ein bisschen gut aussehen soll sie ja schließlich auch.

 

Wilfried:    Gut aussehen – als wenn das wichtig wäre. Ordentlich mit anpacken – das muss sie können. - Hörst Du das, Martha? So sind unsere Söhne. Wollen ´ne Frau, die ’ne

 

 

 

Schönheitskönigin ist. Ihr kapiert ja wohl gar nichts. Was spielt es denn für eine Rolle, wie die aussieht? Tagsüber seht ihr die sowieso

nicht vor lauter Arbeit - und nachts fühlen sich doch alle gleich an.

 

Martha:      Wilfried !

 

Jörg:          Vater ! Diesen Spruch konntest Du vor 40 Jahren aufsagen; das ist heutzutage ein bisschen anders.

 

Wilfried:    Achwas; das ist noch genauso.

 

Martha:      Und auf diese Art und Weise hast Du mir damals dann auch einen Heiratsantrag gemacht, oder wie soll ich das verstehen?

 

Wilfried:    (schnell) Nein nein, Martha – das war ja bloß Spaß. Du bist die Beste. Und bei Dir kann das Licht nachts auch gerne an bleiben – das weißt Du doch.

 

Manni:       Vater, schau Dir doch die jungen Frauen mal an. Die haben einen ganz anderen Anspruch an das Leben als früher. Ein Landwirt – damit verbinden die doch nur: Kühe die stinken, und ein Mann, der fast nie Zeit hat. Frauen wollen shoppen heute und Urlaub machen. – Und Herumquarken und kommandieren tun sie ihre Männer auch. Es gab mindestens ein Dutzend Jungs auf der Fachschule, die das auch gesagt haben. - Und ich bin eigentlich auch alleine bestens zufrieden.

 

 

 

Martha:      Trottel seid ihr – alle beide. Warum habt ihr auch was gegen Bauer Bergmanns Rita? Die ist 25 Jahre und hat auch noch keinen Freund.

Und sie hat auch keinen Bruder, der den Hof mal übernimmt. Und ihr wisst genau, was man über den Hof der Bergmanns und über Rita sagt. Im ganzen Dorf wird Rita...

 

Manni:       (und Jörg gemeinsam:) ...Quoten-Rita genannt.

 

Jörg:          Du kannst es doch nicht lassen, Mutter.

 

Martha:      Könnt ihr mir denn noch eine andere anbieten, die in Frage kommt?

 

Jörg:          Du glaubst doch nicht im ernst, dass ich so eine Frau heirate.

 

Martha:      Was ist denn mit Rita? Die ist liebenswürdig, hat ein gutes Benehmen und versteht alles von der Landwirtschaft. Und ihr wisst genau, wie viele Quoten Otto Bergmann hat. Umsonst nennt man seine Tochter nicht Quoten-Rita. - Manni, das wäre doch was für Dich – denk doch nochmal darüber nach.

 

Manni:       Oh nee, Mutter. Da mach ich nicht mit. Nicht Quoten-Rita !

 

Martha:      Und Du Jörg ? Was passt Dir denn nicht an ihr?

 

Jörg:          Mutter, Du kannst uns doch keine Frau andrehen hier am Frühstückstisch.

 

 

Jungbauern, wie Manni und ich es sind,

haben in der heutigen Zeit eben ihre Last, die richtige Frau zu finden. Aber die Wahl musst Du uns schon alleine überlassen. Und „Quoten-Rita“ kommt für mich nicht in Frage. Und wenn ich bis an mein Lebensende alleine bleib´.

 

Wilfried:    Ja, aber ihr kommt ja nicht soweit, euch überhaupt um eine zu kümmern. Was sollen wir denn noch machen? Soll ich zum Fernsehen schreiben und euch bei „Bauer sucht Frau“ anmelden oder was macht ihr für einen Vorschlag?

(es klopft an der Hintertür)

 

Martha:      Ja, bitte?

 

4. Szene

 

Nicole:       (kommt gefolgt von Heidi etwas unsicher herein. Beides junge Mädchen, hübsch sommerlich gekleidet, evtl. Sonnenhüte und Brillen, sowie Rucksäcke) Guten Morgen.

 

Jörg:          (ist sofort sichtbar begeistert von Nicole)

 

Alle:          (anderen) Guten Morgen.

 

Jörg:          (mehr zu sich selbst, aber laut genug) Na – DIE Auswahl ist doch schon mal nicht schlecht.

 

Martha:      Jörg ! Jetzt reiße Dich mal zusammen!

 

 

Nicole:       Sind wir hier richtig auf dem Jansen-Hof?

 

Manni:       ( weniger interessiert)

 

Martha:      Ja, ganz recht.

 

Heidi:        Heidi Miersemann ist mein Name. Und das ist meine Freundin Nicole. Wir hatten angerufen.

 

Martha:      (überlegt schnell) Miersemann? Achja, Sie haben zwei Zimmer gebucht für 14 Tage; jetzt fällt es mir wieder ein. Herzlich willkommen bei uns. (reicht beiden die Hand, plötzlich) Aber, wollten Sie nicht erst gegen Mittag ankommen?

 

Jörg:          Mutter, was fragst Du denn? Das sind unsere Gäste. Hast Du die Zimmer denn noch nicht fertig? (lächelt Nicole zu)

 

Martha:      Ääh... Nee, ich konnte doch nicht ahnen, dass die beiden hier so pünktlich...

 

Jörg:          (überschwinglich freundlich) Jörg Jansen – Meister der Agrarwirtschaft. (macht eine übertriebene Verbeugung, gibt beiden die Hand)

 

Manni:        (steckt sich den Finger in den Mund) Öah... ich kotz gleich.

 

Nicole:       Nicole Müller.

 

Wilfried:    (gibt den beiden auch die Hand) Wilfried Jansen. Ich wünsche Ihnen beiden eine schöne

 

 

Zeit hier bei uns im Dorf.

 

Jörg:          Darum werde ich mich schon kümmern, Vater.

 

Manni:       (findet das Verhalten seines Bruders sichtbar unmöglich, gibt dann aber beiden doch kurz die Hand) Hallo - ich bin Manni.

 

Heidi:        (freundlich) Hallo.

 

Nicole:       Es tut uns leid, dass wir zu früh hier sind, Frau Jansen. Wir haben unsere Fahrzeit nicht recht durchkalkuliert.

 

Heidi:        Wir sind gestern Vormittag von Osnabrück abgefahren und haben letzte Nacht in einem Zelt geschlafen. Und weil es heute sicher wieder recht heiß wird, sind wir heute schon sehr früh weitergefahren. Tja, und jetzt sind wir einige Stunden eher hier angekommen.

 

Martha:      Das macht doch nichts. Ich richte die beiden Zimmer schnell her. Dauert nur ein paar Minuten. Haben Sie denn schon gefrühstückt?

 

Nicole:       Ja, das haben wir.

 

Wilfried:    Schauen Sie sich gerne den Hof an, solange meine Frau oben ist und sich um Ihre Zimmer kümmert.

 

Martha:      Ich bin gleich wieder da. Wilfried, Du kümmerst Dich ein paar Minuten um unsere Gäste?! (ab nach links)

 

 

5. Szene

 

Wilfried:    Tja, dann...

 

Jörg:          Legen Sie doch ab und setzen Sie sich. Sie sind doch sicher recht müde von der langen Tour.

 

Nicole:       (und Heidi legen Taschen bzw. Rucksäcke ab)

 

Jörg:          (ist sehr hilfsbereit)

 

Nicole:       Na ja, von Osnabrück bis Norden ist es ja praktisch nur ein Katzensprung. Wir sind schon mal bis Hannover gefahren mit dem Fahrrad.

 

Manni:       Boah, das sind ja Strecken – Du liebe Zeit - tut Ihnen denn der Hintern gar nicht weh?

 

Heidi:        (belustigt) Wenn man oft mit dem Rad fährt hat der Hintern sich daran gewöhnt.

 

Wilfried:    Und Sie fahren jeden Sommer mit dem Fahrrad durch ganz Deutschland?

 

Nicole:       Genau ! Und immer woanders hin. Wir sagen uns: Was sollen wir in Spanien oder Griechenland, wenn wir hier auch schöne Ecken haben?

 

Heidi:        Und für dieses Jahr haben wir uns Ferien auf dem Bauernhof vorgenommen, mit ein paar Tagen an der Küste. Außerdem kam uns diese günstige Unterkunft hier gerade recht.

 

 

Wilfried:    Schauen Sie uns gerne zu bei der Arbeit. Sie werden staunen, was hier alles zu tun ist. Hier fällt nämlich mehr Arbeit an, als manche denken. Gerade jetzt, Ende Mai.

 

Manni:       (etwas genervt) Eben. Wollen wir noch Silofahren, oder was? Heute ist der 28ste. Und noch jedes Jahr haben wir an diesem Tag Silo gefahren.

 

Jörg:          Manni, siehst Du denn nicht, das wir zwei Gäste haben? Silo fahren wir morgen.

 

Wilfried:    Wieso das denn? (zu Heidi und Nicole) Entschuldigen Sie. – Ist Deine Mutter nicht zuständig dafür unsere Feriengäste zu versorgen?

 

Jörg:          Ja, das schon, aber ich könnte mir vorstellen, dass die beiden eine Menge wissen möchten von unserem Hof.

 

Nicole:       Wenn Sie aber doch Silofahren müssen, ist das Zuschauen doch auch ganz interessant für uns; nicht wahr, Heidi?

 

Heidi:        Oh ja.

 

Wilfried:    Also ?

 

Jörg:          (nicht sehr begeistert) Na gut. Wir können uns ja auch heute Abend noch zusammensetzen, falls Sie Fragen haben.

 

Nicole:       Ja, das ist eine gute Idee.

 

 

Heidi:        (zu Manni) Gibt es hier auch irgendwo eine Disco in der Nähe?

 

Manni:       Äh... ja, in der Stadt; sind nur 10 Minuten von hier mit dem Auto. Und mit dem Rad – hhmmm... (überlegt)

 

Heidi:        Und ? Ist das ein cooler Schuppen?

 

Manni:       Tja, das...

 

Jörg:          Das erkläre ICH Ihnen wohl besser. Wissen Sie, mein Bruder ist nämlich das Arbeitstier in unserer Familie. Meistens sitzt er bis zwölf Uhr nachts bei seinen Kühen im Stall. Sie können mir glauben, dass er noch niemals eine Disco von innen gesehen hat.

 

Manni:       (zeigt seinem Bruder die Faust)

 

Wilfried:    Da kannst Du Dir mal ein Beispiel an Manni nehmen, Jörg. Er ist eben mit Leib und Seele bei der Sache.

 

Heidi:        Eins zu Null für Sie, Manni.

 

Manni:       (lächelt Heidi jetzt verlegen zu)

 

Nicole:       (holt ihren Rucksack hervor) Wie ist das hier denn mit dem Bezahlen geregelt? Vorher, oder wenn wir wieder abfahren?

 

Wilfried:    Das regeln wir mit unseren Urlaubern immer vorher, wenn Sie einverstanden sind.

 

 

 

Manni:       (zu Jörg) Kommst Du jetzt?

 

Jörg:          Ja, verdammt. – Aber Vater, Du willst diesen jungen Frauen doch nicht jetzt schon Geld abnehmen, obwohl sie erst fünf Minuten hier sind. Das machen wir ein anderes Mal, ja?!

 

Heidi:        Na, uns ist das egal.

 

Wilfried:    (schaut verärgert)

 

Nicole:       Und 30 Euro pro Zimmer mit Verpflegung für einen Tag sind immer noch aktuell?

 

Wilfried:    (will gerade zustimmen)

 

Jörg:          Bei solch hübschen jungen Frauen machen wir natürlich einen Freundschaftspreis.

 

Wilfried:    Oh ja ?

 

Jörg:          Oh ja ! Sagen wir 50 Euro für beide pro Tag.

 

Heidi:        Oh, das hört sich gut an. Und das ist auch in Ordnung, Herr Jansen? (zu Wilfried)

 

Wilfried:    (ironisch) Ja, sicher. Wenn mein Junge das so bestimmt, wird es wohl seine Richtigkeit haben.
 

6. Szene

 

Adele:       (kommt ohne anzuklopfen von hinten zügig und aufgebracht herein. Sie trägt Schürze und Kopftuch, hinten zusammengeknotet, evtl.

 

 

Gummistiefel oder dreckige Schuhe, geht schnurstracks auf Wilfried zu) Wenn Du nicht endlich Deine Weide vernünftig einzäunst, dann kriegst Du nochmal ’ne Anzeige von Otto und mir. Irgendwann ist mal Schluss, Wilfried Jansen.

 

Wilfried:    (gefasst) Guten Tag Adele. Was regst Du Dich denn so auf?

 

Adele:       Was ich mich aufrege? Was ich mich aufrege, fragst Du mich? Deine Kühe sind jetzt gerade mal seit zwei Wochen draußen; und genau wie in jedem Jahr ist wieder mal eine von Euren schwarz-weißen durch das Stacheldraht gebrochen und hat sich mit unserem Richard eingelassen.

 

Heidi:        (versteht nicht) Richard?

 

Adele:       Ja, Richard – unser Prachtbulle. (sieht jetzt den „Besuch“, wischt sich die Hand an der Schürze ab, reicht sie beiden) Ach, Besuch? Adele Bergmann; von der Bergmann–Farm – hier nebenan.

 

Heidi:        (und Nicole begrüßen sie) Bergmann sagen Sie? Und Sie haben auch einen Hof?

 

Adele:       (etwas von oben herab) Ganz recht. Den zweitgrößten Betrieb hier im Dorf. Und was unsere Milchquoten betrifft...

 

Wilfried:    Adele, bitte!

 

 

 

Adele:       Ist schon gut. Wo war ich stehen geblieben? Bei unserem Prachtbullen. Ausgerechnet mit ihm. Ich hab´ das ja – Gott sei Dank – vom Küchenfenster aus gesehen und bin auf der Stelle hingerannt um die beiden auseinander zu reißen; aber ob ich noch zur rechten Zeit gekommen bin... --- Hier sind drei Männer auf dem Hof. Kann denn nicht einer endlich das Loch vernünftig flicken?

 

Manni:       Das mach ich! (schnell ab nach hinten)

 

Nicole:       Diese armen Kühe; die können einem ja richtig leidtun. Sind ein bisschen intim miteinander und werden einfach auseinander gerissen.

 

Heidi:        Unerhört ! So ’ne Kuh ist ja auch nur ein Mensch, nicht wahr?!

 

Nicole:       Ist schon gut, Heidi.

 

Adele:       (geht nah an Wilfried heran) Urlauber?

 

Wilfried:    Ja. Adele.

 

Adele:       Merkt man doch sofort. Keinen blassen Schimmer von der Landwirtschaft, diese Stadtleute.

 

7. Szene

 

Martha:      (kommt von links zurück) So, die Zimmer sind dann fertig. Oh, moin Adele.

 

 

 

Adele:       (kurz) Guten Morgen, Martha.

 

Nicole:       (steht, wie Heidi auf) Dann wollen wir uns mal erst mal frisch machen. (nehmen ihre Rucksäcke mit) Das andere Gepäck hängt noch an den Fahrrädern. Das holen wir noch.

 

Jörg:          Das bring´ ich Ihnen gerne hoch.

 

Martha:      Ja, ja.

 

Heidi:        (gehen zur Tür nach links) Wo müssen wir hin?

 

Martha:      (öffnet die Tür) Hier die Treppe nach oben und dann auf der linken Seite die ersten beiden Türen. Ich bringe Ihnen gleich noch eine Erfrischung. – Und… ich wünsche eine schöne Zeit bei uns.

 

Heidi:        Danke. Ich spüre jetzt schon, dass wir sicher viel Spaß haben werden hier. Was meinst Du, Nicole?

 

Nicole:       Oh ja; davon bin ich überzeugt.

 

Heidi:        Vielleicht schauen wir uns IHREN Hof auch an, Frau Bergmann. Das heißt – wenn es recht ist.

 

Adele:       (wundert sich) Wenn Sie meinen.

 

Heidi:        (knufft Nicole, dann schmunzelnd mit ihr ab nach links)

 

 

 

8. Szene

 

Adele:       Das ist ja sonderbar. Wir haben doch gar keine Fremdenzimmer. Was wollen die denn bei uns? – Na ja, sicher haben sie von unseren Quoten gehört. Sowas spricht sich ja herum.

 

Wilfried:    Ja ja, dazu-pachten kann jeder Bauer, Adele.

 

Adele:       Tss...

 

Jörg:          Ich hol schon mal das Gepäck von draußen. (will ab nach hinten, als...)

 

9. Szene

 

Otto:          (... hereinkommt. Auch er trägt Arbeitshosen und Kittel etc... Er ist wesentlich ruhiger als seine Frau Adele) Moin zusammen.

 

Jörg:          (ab nach hinten)

 

                  (Allgemeine Begrüßung)

 

Martha:      Du, bei uns am frühen Morgen, Otto ? Gibt es was Besonderes?

 

Otto:          Ja, das alte Thema mal wieder.

 

Wilfried:    Richard hat es mal wieder nicht lassen können.

 

Martha:      Oh nein, nicht schon wieder.

 

Adele:       Was fällt Dir denn ein, unserem Richard die

 

 

Schuld zu geben ? Das ist ja nur ein Bulle. Dem kann man es doch nicht verdenken, wenn plötzlich eine Kuh vor ihm steht. Und Eure Kuh ist in unsere Weide gekommen. Da ist der Punkt.

 

Martha:      Euer Richard wird schon nicht krank davon werden.

 

Otto:          Habt ihr ’ne Ahnung. Zwei Jahre lang haben wir das jetzt so durchgehen lassen und ein Auge zugedrückt. Aber dieses Mal haben wir uns überlegt, dass wir entweder das Kalb bekommen, wenn es im Winter auf die Welt kommt; oder ihr bezahlt uns 500 Euro.

 

10. Szene

 

Manni:       (kommt zurück) Unsere Berta war das, Vater. Ich hab´ das Loch erst mal provisorisch dicht gemacht. Ich repariere das später dann richtig.

 

Adele:       Und diesmal bitte dicht für immer.

 

Martha:      Ja ja. Aber auf Euren Vorschlag können wir nicht eingehen. Das Kind bleibt immer bei der Mutter. Das ist bei den Menschen auch so. Zumindest in den meisten Fällen. - Und 500 Euro. Ich muss doch bitten, ja!

 

Otto:          Das ist aber nicht gerecht. Ihr verkauft das Tier später dann für ’nen Haufen Geld und unser Richard hat die ganze Arbeit damit gehabt. Und wir schauen mal wieder in die Röhre.

 

 

Adele:       Genau! Richard ist hier im Dorf als der beste Prachtbulle bekannt. Ich muss Euch ja wohl nicht die Abstammungs-Urkunde zeigen, oder?

 

Wilfried:    Was für eine verrückte Welt. Könnten wir Richard doch nur selbst fragen, was er von dieser Sache hält. Wenn ein Mann mal etwas hinterlässt, will er meistens sein ganzes Leben nichts mehr davon wissen. (ironisch) Was sagst Du dazu, Otto?

 

Otto:          (wird nervös) Jaa..., da hast Du wohl recht, Wilfried. -  Vielleicht sollten wir auch erst mal abwarten, ob Eure Berta wirklich trägt. Nachher ist das noch Fehlalarm und wir machen uns unnötige Gedanken. – Adele, Du musst auch immer gleich so einen Wind machen.

 

Adele:       Was ist denn jetzt los? Nun wirst Du gleich wieder weich? Du bist mir vielleicht ’n Kerl.

 

Manni:       Ich bin auch dafür, dass wir erst abwarten.

 

Adele:       Abwarten? Richard ist völlig fertig von diesem Akt. Dafür verlangen wir Schadensersatz.

 

Manni:       (muss lachen) Der Bulle hat sein Vergnügen und kriegt dafür hinterher auch noch Geld. Mensch, Bulle müsste man sein.

 

Martha:      M a n n i !!!

 

 

 

Otto:          (wird nervöser) Jetzt lass uns erst mal davon aufhören, Adele.

 

Martha:      Das meine ich auch.

 

Adele:       Warum lasst ihr die Tiere denn auch immer direkt an unserer Grenze laufen? Ihr habt doch 70 ha Land.

 

Manni:       Weil wir heute Silofahren wollen. Wo sollen die Kühe denn hin solange? Die müssen dann für ein paar Tage auf die Weide neben Euer Grundstück. Das geht nicht anders.

 

Adele:       Na ja. Aber damit das klar ist: Wir warten bloß solange, bis sich was bei Eurer Berta tut. Nicht, dass ihr wieder mal ungeschoren davon kommt.

 

Wilfried:    Wir werden uns dann sicher einig.

 

Adele:       (zu Manni) Weshalb sind Du und Dein Bruder eigentlich gestern nicht zu Ritas Geburtstag gekommen, hä? Eine Schande ist das. Sie hatte extra so viel Kuchen gebacken. Und den ganzen Abend hat sie gewartet. Das ist wirklich nicht sehr fein von Euch.

 

Manni:       Ich hatte einfach keine Zeit, Frau Bergmann.

 

Adele:       Keine Zeit. Das arme Mädchen musste ganz alleine feiern. Und aus Verdruss hat sie sich dann einen angetüdelt.

 

 

 

 

Otto:          Angetüdelt ist gut. Sie hat die ganze Nacht durchgemacht und ist gegen 5 Uhr erst ins Bett gefallen.

 

Adele:       (völlig erstaunt) W a s ? Davon weiß ich ja gar nichts. Und das stimmt auch, was Du da sagst?

 

Otto:          Auf jeden Fall hab´ ich zwei leere Flaschen im Wohnzimmer gefunden heute Morgen. Wer hat die denn wohl getrunken?

 

Adele:       Ich ganz sicher nicht!

 

Otto:          Eben. Und ich auch nicht.

 

Adele:       (plötzlich besorgt und aufgeregt) Die kann ja wohl ’ne Vergiftung haben. Müssen wir nicht mit ihr zum Arzt?

 

Manni:       Achwas! Ich hab´ auch schon mal ’nen Zug durch die Gemeinde gemacht. Das bringt einen nicht um, Frau Bergmann.

 

Adele:       Ja Du! Du bist ein ausgewachsener Mann. Aber unsere Rita... Ich glaub´, ich geh´ mal schnell wieder nach Haus und schau mal nach ihr. (etwas weinerlich) Warum sagst Du denn auch nicht eher was, Otto. Unsere arme Tochter besäuft sich und ich weiß von nichts. (will nach hinten ab, als...)

 

11. Szene

 

Rita:          (... praktisch „hereingefallen“ kommt. Sie ist

 

 

                  völlig betrunken, hat die Schnapsflasche noch in der Hand. Das Haar ist zerzaust, die Kleidung nicht korrekt. Es handelt sich um eine etwas vorlaute, resolute Person, aber in Akt II und III – wenn sie nüchtern ist - nicht „dümmlich“. Sie singt beim Hereinkommen mit der Melodie von „Ich bin die fesche Lola“, lallend: ) Ich bin die Quoten-Rita, die beste Frau vom Dorf. (fällt ihrer Mutter dann in die Arme)

 

Adele:       Oh Gott, Kind. (riecht den Alkoholgestank, ist – wie Otto- „platt“)

 

Alle:          (anderen sind eher belustigt)

 

Rita:          Mutter, ich trink auf Dich. Auf Dich und den Rest von dieser Welt. (trinkt)

 

Otto:          (nimmt ihr schnell die Flasche vom Mund weg) Jetzt ist es aber gut gewesen, Rita. Was machst Du denn hier – bleib doch im Bett und schlaf Dich erst mal aus.

 

Rita:          Oh Vater, Du ? (stolpert zu ihrem Vater, der sie dann im Arm hält) Vater, ich sag´

Dir was: Ich will gar nicht länger nach einem Mann für mich suchen. Das sind doch alles Schlafmützen. - Ich heirate Dich. Du bist der beste Kerl für mich. Und Mutter  - Mutter werfen wir dann einfach in die Jauchegrube. (lacht)

 

Adele:       (ist die Situation sehr peinlich) Otto, lass uns das Mädchen hier wegbringen. Das ist ja nicht

 

 

auszuhalten.

 

Wilfried:    Ich gratuliere auch noch zu Deinem Geburtstag, Rita.

 

Adele:       Wilfried, jetzt doch nicht.

 

Rita:          (fängt wieder zu singen an:) Lalalalala...

 

Adele:       (geht zu Otto, stützt sie; beide gehen dann mit ihr zur Tür nach hinten) Komm her, mein Kind.

 

Manni:       (steht belustigt an der Tür)

 

Rita:          (sieht ihn jetzt) Hey, wer ist das denn? (bleibt stehen) Manfred Jansen. Manni Jansen. Manni

Bussi. – Bussi Bussi Bussi Bussi. (fällt ihm plötzlich um den Hals, küsst ihn stürmisch.)

 

Manni:       (weiß kaum, was mit ihm geschieht; will sich wehren, kann es aber nicht)

 

Beide:        (fallen entweder auf den Boden vorne am Bühnenrand oder auf einen Stuhl, während Rita fest an Manfred „hängt“)

 

Rita:          Wie lange hab´ ich darauf gewartet... (stürzt sich wieder auf ihn)

 

Manni:       (schreit) M u t t e r ...!!!

 

Alle:          (anderen schauen verblüfft drein)

Schneller Vorhang

 

Ende des ersten Akts

 

Zweiter Akt

 

                                    (ca. 1 Woche später. Ein Nachmittag ca. 15:00 Uhr. Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzt Wilfried allein am Tisch. Er hat einen Schreibblock und Bleistift vor sich liegen)

                                   

1. Szene

 

Wilfried:    (sieht auf die Uhr, zu sich selbst:) Dass die nie pünktlich sein können... (schreibt etwas auf das Papier, das schon sehr beschrieben ist)

 

2. Szene

 

Manni:       (und Jörg kommen von hinten herein) Du möchtest mit uns sprechen, Vater?

 

Wilfried:    Ja ! Und drei Uhr hatte ich gesagt. Und nicht zehn Minuten nach. – Setzt Euch.

 

Jörg:          (sowie Manni setzen sich)

 

Wilfried:    Jetzt ist schon wieder eine Woche vergangen, und wir haben immer noch keine Lösung gefunden.

 

Jörg:          Was gibt es denn da noch zu besprechen? Manni ist doch so gut wie mit Quoten-Rita verlobt. Nach dem „Paarungs-Ritual“ hier letzten Montag.

 

Manni:       Blödmann ! Du weißt ganz genau, dass ich nichts dafür konnte. Die war doch betrunken.

 

 

 

Jörg:          Im Dorf erzählt man sich aber, dass ihr jetzt ein Paar seid. Auch Rita selbst sagt das.

 

Manni:       (wütend) Vater – Du warst dabei. Sag ihm, dass ich nichts dafür konnte. Die hat mich hier vergewaltigt, ja!

 

Wilfried:    Nun ja... aber der Gedanke wäre gar nicht schlecht. Du mit Rita auf der Bergmann-Farm und wir hätten hier eine Menge Sorgen weniger.

 

Manni:       Vater, ich mach alles was Du verlangst, aber nicht mit „Quoten-Rita“. Soll Jörg die doch nehmen.

 

Jörg:          Ich lach mich tot.

 

Wilfried:    (streng zu Jörg) Ja, die willst Du nicht; aber unseren Urlaubern den Kopf verdrehen. Seit einer ganzen Woche lässt Du diese Nicole keine Minute mehr aus den Augen. Sogar die Arbeit bleibt dadurch liegen.

 

Jörg:          Was willst Du denn? Silo haben wir doch gefahren; und ich denke, wir sollen uns endlich Frauen suchen? Macht man das dann, ist es Dir auch nicht recht.

 

Wilfried:    Frauen ja. Aber doch keine von unseren Feriengästen. Was hat das denn für einen Sinn? Die sind nächste Woche wieder verschwunden und Du siehst die nie wieder. Das einzige was dabei rauskommt ist Liebeskummer.

 

 

Jörg:          Du bist vielleicht ein Vater. Immer nörgelst Du herum, wir sollen uns endlich Frauen ins

Haus holen; hat man dann ein bisschen Spaß, passt es Dir auch nicht. Was willst Du eigentlich?

 

Wilfried:    (seufzt) Hört zu! Eure Mutter und ich haben uns Euer Problem nochmal durch den Kopf gehen lassen. Und wir können nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

 

Manni:       (sieht Jörg verständnislos an)

 

Wilfried:    Ihr beklagt Euch doch immer, dass unser Hof nicht modern genug ist und dass keine Frau einen Mann will, der keine Zeit hat. Ihr seid auch für den neuen Stall - und deshalb hab´ ich nochmal mit Peter Meiners gesprochen. Kurz und gut: Wir bauen diesen neuen Boxenlaufstall für unsere Kühe.

 

Manni:       (sehr erfreut) W a s ? Das ist ja großartig. Auf der Landwirtschaftsmesse hab´ ich darüber einen Film gesehen. (zu Jörg). Du kannst Dir nicht vorstellen, was das dann für ein perfekter Ablauf ist. Man kann 8 Kühe auf einmal melken und der Tank fasst knapp 2500 Liter. Und mit so ’nem Transponder, da wird das Futter dann mit einem Computer...

 

Jörg:          (etwas genervt) Ja Manni, ich kenne das. Das gibt´s ja immerhin schon ein paar Jahre.

 

Manni:       Trotzdem ist es das Beste und Modernste was man in der Landwirtschaft einsetzen kann.

 

 

Jörg:          Der Melkroboter ist das Neueste. Aber gut, den kann sich sowieso kaum jemand leisten.

 

Manni:       Stimmt. Aber mit der Boxen-Laufstall-Anlage können wir dann sogar die Wärme von der Milch zurückgewinnen, nicht wahr, Vater?

 

Wilfried:    Ganz recht.

 

Manni:       (überglücklich) Mensch Jörg; freust Du dich denn gar nicht?

 

Jörg:          Noch nicht. Da ist irgendwo ein Haken. Schau dir Vater doch mal an.

 

Manni:       (schaut seinem Vater ins Gesicht) Ich sehe nix.

 

Wilfried:    Wisst ihr, es ist so: Mit dem neuen Stall spart ihr täglich ein paar Stunden Zeit; außerdem ist das eine sehr saubere Sache. Wenn ihr dann keine Frau findet, habt ihr selber schuld. Zeit habt ihr dann zumindest genug.

 

Manni:       Oh Mann, ich flipp aus.

 

Jörg:          (immer noch ernst) Vater, wo ist der Haken?

 

Wilfried:    (druckst etwas herum) Na ja... Das ist nicht ganz billig. Und ihr seid immer noch zwei. Und - wisst ihr, wenn wir den Stall selbst bauen - und das müssten wir wohl packen mit ein paar Helfern; dann kommt das auf etwa... (zeigt seinen Söhnen den Block)

 

Manni:       (erschrocken) Wow... Vater, hast Du Dir das

 

 

                  auch gut überlegt?

 

Jörg:          Oh Mann, das ist ja ein Vermögen.

 

Manni:       (überlegt kurz) Wir haben dann aber auch ja mehr Milch abzugeben, weil wir dann mehr Quoten haben. Das hängt doch alles zusammen. Stimmt´s, Vater?

 

Wilfried:    Richtig, Manni. Darum geht es nämlich. Ich hab´ das Rentenalter bald erreicht, und mit meiner Hilfe dürft ihr dann nicht mehr rechnen. Aber wenn wir das wirklich durchziehen, dann bekommen wir einen großen Zuschuss vom Staat. Und den sollten wir nicht verschenken.

 

Manni:       Moment mal. Einen solchen Zuschuss…

 

Jörg:          ...bekommt man nur dann, wenn ein Jungbauer den Hof übernommen hat von seinen Eltern. (ironisch:) Stimmt´s, Vater?

 

Wilfried:    (seufzt auf) Jetzt ist es raus.

 

Manni.       Achso; ja. Jetzt verstehe ich.

 

Wilfried:    Was sagt ihr dazu, Jungs?

 

Manni:       Wenn ich den Hof bekomme, dann übernehme ich auch die Schulden von dem neuen Stall, Vater.

 

Jörg:          Moment mal. Das würde ich auch tun.

 

 

Manni.       Wer kümmert sich denn schon seit Jahren am meisten um unsere Kühe? Und wer handelt denn bitte die höchsten Preise für unsere Bullen aus, wenn die verkauft werden? ICH, großer Bruder!

 

Jörg.          Und wer hat den Meisterbrief in der Tasche und ist schon länger auf dieser Welt? Ich, kleiner Bruder.

 

Manni:       Du hast über Maschinen geschrieben in Deiner Meister-Arbeit; ich berichte über Kuhmilch und alles was damit zu tun hat. Und meinen Meister mach ich im nächsten Monat.

 

Jörg:          Du kannst doch viel besser in Bergmanns Hof einheiraten. Quoten-Rita hat das Aufgebot

sicher schon bestellt.
 

Wilfried:    Jungs – ihr zwei werdet euch in 100 Jahren nicht einig. Niemals. Und darum haben Eure Mutter und ich uns da was überlegt. Und das soll bis Ende des Jahres passiert sein.

 

Jörg:          Vater, Du kannst uns doch nicht das Messer an die Kehle setzen.

 

Manni:       Was ist denn Ende des Jahres?

 

Wilfried:    Bis dahin lassen wir Euch Zeit, endgültig zu entscheiden – wer hier den Hof macht und wer von Euch freiwillig verzichten will. Der neue Stall wird gebaut. Das Geld dafür stell ich erst mal zur Verfügung. Aber für den Staat müssen wir den Hof an einen von Euch

 

 

                  übergeben, noch bevor der Bau losgeht. Zumindest auf dem Antrag muss ein Name von Euch stehen. Und das muss schnell gehen. Das heißt, am besten gleich morgen. Bis so ein Antrag bearbeitet ist, vergehen auch nochmal ein paar Wochen.

 

Manni:       (und Jörg sind sprachlos)

 

Wilfried:    Jetzt schaut nicht so. Das ist die einzige Möglichkeit für uns, das Geld nicht zu verschenken.

 

Jörg.          Und welcher Name soll auf dem Antrag stehen? Ich bin Euer ältester Sohn.

 

Manni:       Was hat das da denn mit zu tun? Mutter sagt immer: Ich bin der Kleinste und Liebste.

 

Jörg:          Oh nee – mir wird schlecht.

 

3. Szene

 

Martha:      (kommt von rechts, stellt sich hinter Wilfried)

 

Manni:       Ich kapiere aber nicht, wie wir uns bis Ende vom Jahr einig werden sollen.

 

Martha:      Darüber haben Euer Vater und ich auch schon nachgedacht.

 

Wilfried:    Wenn nicht einer von Euch freiwillig auf den Hof verzichtet, bekommt der ihn, der eine feste Beziehung bis dahin hat.

 

 

 

Jörg:          Vater, das sind ja Methoden wie vor 50 Jahren. In schlechten Bauern-Theater-Stücken aus den 50er Jahren, da lief das auch meistens so.

 

Martha:      Das wissen wir auch. Das ist auch wirklich keine leichte Entscheidung für uns. Aber so ist es am besten.

 

Wilfried:    Tja, und den Namen für den Antrag müssen wir wohl auslosen. (holt unter dem Block schon zwei vorbereitete kleine Zettel hervor)

 

Jörg:          Losen um unseren Hof. Soweit sind wir gekommen. Warum habt ihr auch zugelassen, das Manni auch Bauer wird? Er hätte doch auch Polizist oder Doktor werden können. Ich bin doch immerhin Euer Erstgeborene!

 

Martha:      Ja, das wissen wir auch. Aber jetzt ist es zu spät. Und der Name auf dem Antrag ist ja eigentlich nur provisorisch. Das können wir immer noch wieder ändern; je nach dem, was sich hier bis zum Jahresende getan hat.

 

Wilfried:    (nimmt in jede Hand einen Zettel, macht Fäuste, hält sie beiden hin) Auf einem der Zettel steht „ja“ und auf dem anderen “nein“. Manni – links oder rechts?

 

Jörg:          Weshalb wird er denn jetzt zuerst gefragt?

 

Manni:       Ich lass Dir gerne den Vortritt. – Aber ich hätte links genommen.

 

 

 

Jörg:          Ich wollte aber auch links.

 

Manni:       (findet die ganze Spielerei amüsant) Na und? Dann nehme ich eben rechts.

 

Jörg:          Ja?

 

Wilfried:    Na, was jetzt? Links oder rechts, Jörg?

 

Jörg:          Links natürlich.

 

Wilfried:    (öffnet die Fäuste, dann den Zettel in der linken Hand) Tja, hier steht leider “Nein“, Jörg. Tut mir leid.

 

Jörg:          (steht wütend auf) Das ist alles ein abgemachtes Spiel hier; ich rieche das. Zeig mir doch mal den anderen Zettel.

 

Wilfried:    (tut dies)

 

Jörg:          (öffnet diesen selbst, etwas enttäuscht aber immer noch wütend)

 

Martha:      Abgemachtes Spiel. Was denkst Du eigentlich von uns?

 

Jörg:          Macht doch mit dem Hof, was ihr wollt. (wütend ab nach hinten, nachdem er

den Zettel zerknüllt auf den Boden geworfen hat)

 

4. Szene

 

Martha:      (betrübt) Das war zu erwarten, dass es so

 

 

enden muss. – Wenn er uns jetzt verlässt? (fängt an zu weinen, greift sich schnell ein Taschentuch) Ich sehe mich schon im Fernsehen bei „Vermisst“ oder „Bitte melde Dich“.

 

Wilfried:    (steht auf, tröstet sie) Martha, hör auf. Der geht nicht. Und bestimmt nicht, solange wir die beiden jungen Frauen hier noch zu Gast haben.

 

Manni:       (voller Mitleid) Vater – Mutter, schreibt gerne Jörgs Namen auf den Antrag, wenn ihm das so viel bedeutet. Wir wollen ihn wegen sowas doch nicht verlieren...

 

Wilfried:    Nein, kommt nicht in Frage. Wir haben gelost, und jetzt ist das entschieden.

 

Manni:       (steht auf) Ich schau mal, wo er geblieben ist. (seufzend ab nach hinten)

 

5. Szene

 

Martha:      (ein bisschen verzweifelt) Man sollte die ganze Landwirtschaft unter den Hammer bringen und wie andere Menschen leben. Zum verrückt-werden ist das manchmal.

 

Wilfried:    (nimmt sie in den Arm) Nun verzweifle mal nicht gleich – es wird sicher bald alles gut hier.

 

Martha:      Und wenn nicht ?

 

 

 

Wilfried:    Wirst schon sehen; so verklemmt unser Manni auch immer wirkt; er hat ein gutes Herz – und vielleicht fängt er an zu überlegen und schnappt sich doch Otto Bergmanns Rita.

 

Martha:      Oh, das wäre doch zu und zu schön. (beide Arm in Arm abgehend nach rechts)

 

(kurze Pause)

 

6. Szene

 

Heidi:        (kommt gefolgt von Nicole von hinten herein) Und Du bist auch ganz sicher, dass er das war?

 

Nicole:       Natürlich. Ich hab´ doch auch das Bild von Mutter. (holt ein Foto aus einer Tasche hervor) Das ist zwar schon über zehn Jahre alt; aber erkennen kann man ihn darauf gut. Schau doch selbst.

 

Heidi:        Hhmm... Und was willst Du jetzt machen?

 

Nicole:       Am besten, wir fahren wieder nach Hause und ich vergesse das einfach alles. Hach, ich bin noch ganz durcheinander.

 

Heidi:        Das sehe ich auch. Das wäre auch für mich ein Schock, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben meinen Vater sehen würde. – Du musst aber doch irgendwas machen. Wir sind doch extra hierher gefahren, damit Du ihn endlich kennenlernst.

 

Nicole:       Ja, wenn man darüber spricht, ist das ganz

 

                  einfach. Aber jetzt, wo es soweit ist... Ich kann das nicht. Und Du hast doch auch seine Frau gesehen. Was wird die denn wohl dazu sagen? Komm, wir packen unsere Klamotten und sausen wieder ab.

 

Heidi:        Wir haben aber doch für zwei Wochen bezahlt hier. Das Geld geben die uns doch nicht zurück.

 

Nicole:       Das Ehepaar Jansen sicher nicht. (etwas verliebt) Aber wenn ich mit Jörg rede... vielleicht lässt sich da was machen.

 

Heidi:        Läuft da ernsthaft was zwischen Jörg und Dir? Das Du auch immer gleich jedem Mann den Kopf verdrehen musst.

 

Nicole:       Das ist ja gar nicht wahr. Ich hab´ eben gerne Spaß – ist doch nichts dabei. Aber ich glaube, mit Jörg ist das etwas anderes. Ich hab´ da so ein seltsames Gefühl im Bauch.

 

Heidi:        Oh Mann – vergesse ihn bloß schnell. Es gibt ja doch keine Zukunft für Euch. (will mit Nicole schon nach links, als...)

 

7. Szene

 

Manni:       (... von hinten zurück kommt; spricht beim Eintreten:) Ich kann Jörg nirgends finden. – Oh... Hallo.

 

Heidi:        Hallo Manni. Na, schon fertig mit Dünger - streuen?

 

 

Manni:       (ein wenig verlegen) Ja, das hatte ich schon gegen Mittag erledigt. – Ward ihr an der Küste?

 

Heidi:        Ja. Und herum gefahren sind wir. Ist wirklich eine sehr schöne Gegend hier.

 

Manni:       Vielleicht habt ihr ja mal Lust einen Tag auf ’ner Insel zu verbringen. Dauert nur ’ne knappe Stunde mit der Fähre. Und ihr seid ja noch `ne Woche da.

 

Heidi:        Tja, würde ich sehr gerne, Manni. Es ist nur so, dass… (sieht Nicole erwartungsvoll an)

 

Nicole:       Das geht leider nicht. Wir fahren nämlich heute noch wieder ab.

 

Manni:       (wundert sich) Was? Gefällt es Euch denn nicht mehr bei uns? Ist das Essen nicht
gut? Hat Euch irgendjemand nicht gut behandelt? Sind die Betten zu hart?

 

Nicole:       (druckst herum) Nein..., das ist es nicht. Es handelt sich um... – Ach, Heidi, erklär´ Du ihm das. Ich pack schon mal unsere Taschen. (ab nach links)

 

8. Szene

 

Heidi:        Weißt Du Manni; wir sind nicht einfach grundlos hier um Urlaub auf einen Bauernhof
zu machen.

 

Manni:       Nein?

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Die ganze Welt ist eine Bühne