Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

 

 „De Bank maakt uns dat

           Leeven swor“

 

 

Komödie in 4 Akten

 

von

 

Helmut Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: Das Ehepaar Walter und Roswitha Fischer kommt mit seinen Kindern Jan-Hendrik und Denise von einem 4wöchigen Ägypten-Urlaub zurück und freut sich nun auf das bevorstehende Osterfest. Doch bei ihrer Rückkehr finden sie im Briefkasten einen Haufen mit Mahnungen der Versorgungsunternehmen vor. Ein Anruf bei der Bank bescheinigt der Familie, dass das Konto der Fischers mit 30.000 Euro überzogen wurde. Niemand kann sich diesen Fehler erklären; man denkt zunächst an eine Falschbuchung, und die Angestellten der Bank wollen sich gleich nach den Feiertagen daran machen, den Fehler zu suchen. Dann kommt Roswithas Schwiegermutter – wie jedes Jahr – über Ostern zu Besuch; ein Erbonkel aus Bayern meldet sich nach vielen Jahren; und auch Walters Chef nistet sich bei den Fischers ein, da dieser mal wieder Eheprobleme hat und von seiner Frau aus dem Haus gejagt wurde. Alles halb so schlimm – wenn nicht plötzlich Strom, Gas, Wasser und das Telefon lahmgelegt werden würden. Jetzt heißt es improvisieren. Ein Lagerfeuer im Garten ersetzt den Herd; aus Jan-Hendriks Wasserbett zapft man das gute Nass, und ein umgebautes Fahrrad sorgt durch kräftiges Treten zumindest für Licht im Haus am Abend. Niemand soll etwas merken; aber ob das klappt ? Und wo ist dieser Fehler mit den 30.000 Euro nun zu finden?

 

 

 

 

Personen:   5m/5w   oder 4m/6w - 1 Bühnenbild - Wohnzimmer

 

 

Walter Fischer                        -    (ca. 45 - 50 Jahre)

 

Roswitha                                -    seine Frau (40 - 50 Jahre)

 

Denise                                    -    beider Tochter (20 - 25 Jahre)

 

Jan-Hendrik                            -    beider Sohn (20 - 25 Jahre)

 

Auguste                                  -    Walters Mutter (ca. 70 Jahre)

 

Hermann Gruber                    -    Walters Chef (50 – 60 Jahre)

 

Edith Gruber                                      -    Hermanns Frau (30 - 40 Jahre)

 

Manfred Kassens                   -    Sparkassenleiter (25 – 60 Jahre)

 

Berthold Almendinger           -    Roswithas Onkel (60 – 70 Jahre)

 

Dagmar Riesenhuber              -    Bertholds Freundin (20 – 50 Jahre)

 

 

 

Anmerkung:

Die Rolle des Sparkassen-Mitarbeiters kann auch von einer Frau gespielt werden.

 

 

 

Bühnenbild:

 

Das Wohnzimmer der Familie Fischer. Es werden drei Türen benötigt, sowie ein Durchgang zum Abstellraum mit Vorhang. Die erste Tür (links) führt zum Flur nach draußen, sowie zu den Schlafräumen. Daneben die zweite zur Küche, rechts die dritte zum Bad und zu den Gästezimmern. Der Durchbruch mit Vorhang sollte möglichst hinten sein. Es gibt ein Fenster, auf der Fensterbank stehen einige Topfblumen. Der Raum ist hübsch und modern eingerichtet mit Schrank, Tisch, Stühlen oder Sesseln. Regale, Fernsehen, Bilder an den Wänden u. a. ist der Spielgruppe selbst überlassen. Irgendwo steht das Telefon.

 

 

Spielort: Dorf auf dem Land im plattdeutschen Sprachgebiet

Spielzeit: Ostern in der Gegenwart

Spieldauer: ohne Pausen ca. 120 Minuten

 

 

 

 

 

 

Erster Akt

 

(Es ist kein Spieler auf der Bühne, wenn der Vorhang sich öffnet. Auf einem Blumenhocker und auf der Fensterbank stehen verwelkte Blumen. Der Fernseher o. a. ist evtl. mit Laken oder Tüchern abgedeckt. Es ist Gründonnerstag, ca. 16.30 Uhr)

 

1. Szene

 

Roswitha: (noch draußen) Ha, wat is dat denn?

 

Walter:      (kommt jetzt herein, trägt zwei Koffer) Du leeve Tied, soveel Breefen op eenmol hebb ik ja noch nie nich sehn. (setzt die Koffer ab)

 

Roswitha: (kommt ebenfalls mit Koffer und Tasche herein, gefolgt von Denise und Jan-Hendrik) Jan-Hendrik! – Hol de Post hier maal her.

 

Jan-Hendrik: (geht zurück zum Flur, kommt mit einem großen Stapel Briefe zurück, wirft sie auf den Tisch) Hier!

 

Roswitha: Dat kann ja woll nich wohr ween! Soveel Post? Wat is dat denn allns? Veer Weeken Urlaub - un deiht man een Tree in d´ Döör, dann geiht de Arger al wedder los.

 

Jan-Hendrik: (lässt sich in einen Sessel fallen) Urlaub nömst Du dat, wat wi maakt hebbt, Mudder?

 

Denise:      Dat wull ik ok just fragen. Veer Weeken Chaos, Stress un Nerveree weern dat.

 

Jan-Hendrik: Well fohrt denn ok in Märt na Ägypten? Twee Weeken Regen un jeede Dag blots Ries to eeten. Un dann wunnert Vadder sik ok noch, worvan he woll Dörchfall hett.

 

Denise:      Nich maal ´n Disco gaff dat daar. Un de Jungs kunnst all mitnanner afhaken.

 

Walter:      (bringt einige Koffer ins Gästezimmer) Nu is dat aver good ween.

 

Roswitha: Dat meen ik ok. Jo Vadder, ji un ik sünd uns Leevdag noch nich so wiet weg ween. Un wi hebbt dat Land all tosamen utsöcht, nich wohr? – Ik funn dat daar heel schöön, un jo Vadder ok. (sieht die Briefe durch)

 

Jan-Hendrik:Wo stunn dat ok noch in de Prospekt? „ Eine vierwöchige Erlebnisreise, die Sie so schnell nicht vergessen werden. Und das zum Supersparpreis“.

 

Denise:      Stimmt! De Reis schall ik ok woll so fix nich vergeten. Also – mit mi brük ji anner Johr nich reken!

 

Jan-Hendrik: Un mit mi al lang nich. Leever gah ik in d´ Winter telten, as daar nochmol hen.

 

Roswitha: (sieht die Briefe durch) Dat is ja sünnerbor.

Jan-Hendrik:   Wat is daar denn sünnerbor an? Ik bün over twintig! Dann kann ik langsam sülmst entscheeden, wor ik Urlaub maak.

 

Roswitha: (winkt ab) Och, ik snack doch gor nich mit Di. (ruft zum Gäastezimmer) Walter!  Du, Walter – kiek doch maal.

 

Denise:      Also, ik brük nu erstmol wat vernünftigs to eeten. (geht in die Küche) Vör allen Dingen wat Dütsches.

 

Jan-Hendrik: (springt schnell auf) Oh ja, dat is ´n good Idee. (folgt seiner Schwester in die Küche)

 

Walter:      (kommt aus dem Gästezimmer) Wat is denn, Roswitha?

 

Roswitha: (etwas verstört) Kiek Di maal de Breefen an. Ik doch erst, dat is Werbung, ...man dat sücht daar nich na ut. (zeigt ihm einige Briefe)

 

Walter:      (sieht die Briefe durch) EWE, Waterwark, EWE, - EWE, Telekom, Waterwark... (lacht) Wat wüllt de denn all van uns? (öffnet einen Brief)

 

Jan-Hendrik: (kommt gefolgt von Denise aus der Küche) De heel Schappen sünd leddig. Nich maal ´n Stück Brood hebb wi in ´t Huus.

 

Roswitha: Jung - wi sünd veer Weeken weg ween. Meenst Du, ik hebb vörher de Schappen vullpackt?

 

Denise:      Nich maal ´n Ei is in d´ Köhlschapp. Schöllnt wi Ostern ohn Eier fiern?

 

Walter:      (leicht gereizt) Dann gaht doch na d´ Koopmann.

 

Roswitha: Ja, dat is ´n good Idee. (schnell in die Küche)

 

Walter:      (sitzt immer noch da, die Briefe durchsehend)

 

Jan-Hendrik: Wat hett se nu denn vör?

 

Denise:      (zuckt die Schultern)

 

Roswitha: (kommt schnell mit Korb und Portemonaie zurück) Hier, Denise! Du weest ja woll, wat wi so brüken, nicht? Brood, Kääs, Opschnitt un sowat. Dann brengst Du twintig Eier mit un ok wat för ´n Koken: Appels, Zucker, Mehl – musst eem um Di to kieken. Breng man good wat mit. Hier in d´ Knippke sünd 100 Euro. (gibt Denise Korb und Geld)

 

Denise:      Mutt dat ween? Darteihn Stünden in d´ Fleeger, ...dree Stünden Autofohrt un ik mööt inkopen.

 

Roswitha: Ik hebb daar nu keen Geduld to.

 

 

 

Denise:      Na good – un wo schall ik dat hier allns herkriegen?

 

Roswitha: Äh – Jan-Hendrik geiht mit Di.

 

Jan-Hendrik: (Hat es sich schon wieder bequem gemacht) W a t ???

 

Roswitha: Ja !

 

Denise:      (leicht schadenfroh) Glövst Du denn, ik sleep de heel Woren hier op ´t Rad her? Du hest doch ´n Auto – prahlst doch jümmers mit herüm. Also...

 

Jan-Hendrik: Oh nee! Ik will mien Ruh, ...blots mien Ruh. Un Duschen will ik erst.

 

Denise:      (zieht ihn aus dem Sessel) Kumm her, Du wullt doch ok wat to Eeten over Ostern, oder?

 

Jan-Hendrik:   (zaghaft) Ja... (lässt sich schließlich erweichen, mit Denise zur Tür nach draußen) Oh Mann...

 

Roswitha: Fohrt doch na d´ Sparmarkt – dat sünd ja blots 500 Meter.

 

Denise:      Maak wi. (mit Jan-Hendrik ab)

 

2. Szene

 

Walter:      (hat inzwischen weitere Briefe geöffnet, setzt sich fassungslos auf das Sofa) Sowat gifft dat doch gor nich.

 

Roswitha: Wat meenst Du, Walter?

 

(Das Telefon klingelt)

 

Roswitha: (gereizt) Well is dat nu denn? (hebt ab) Fischer! (kurz) Moin Swiegermudder! Ja, wi sünd wedder daar. Ja, Dien Walter ok. Hhm... Na ja... Just as jeede Johr? Wenn ´t denn ween mööt. Ja, seeker. Ik segg Walter dat, Swiegermudder. (knallt den Hörer wütend auf die Gabel, dann zu Walter) Dien Mudder! Se will de Osterfierdagen bi uns verbrengen, hett se seggt.

 

Beide:        (zusammmen) Just as jeede Johr!

 

Roswitha: Walter! - Al siet bold fievteihn Johr verbrengt Dien Mudder nu Ostern, Pingsten un Wiehnachten mit uns. Könnt wi denn nich eenmol in uns Leeven een Fest ohn se fiern?

 

Walter:      Laat ehr doch. Se hett doch ok op uns Hansi oppasst, as wi in Ägypten weern.

 

Roswitha: Ja, dat hett se. – Man hier is ehr nix good genooch. Dat Bedd is ehr to hart, dat Eeten to fett - ik mach dat eenfach nich mehr hören.

 

Walter:      (hört gar nicht, was Roswitha sagt) Du, hör maal: (liest) Zahlungserinnerung! Un hier: Erste Mahnung van d´ Stromreken. "Mit Ihrer Zahlung sind Sie erneut in Verzug geraten." - Un hier: 2. Mahnung!

 

Roswitha: Wat is dat? – Wo is dat denn mööglich? Wi laten dat doch vun ´t Konto afbuchen. De hebbt doch een – wo heet dat noch? - ´n Einzugsermächtigung, nich wohr?

 

Walter:      Ja! – Man hier... van ´t Waterwark dat sülfge, un ok van d´ Telekom.

 

Roswitha: De hebbt ehr Geld ok nich kregen? Walter, wat is hier passeert, siet wi in Urlaub weern?

 

Walter:      Dat frag ik mi ok. (steht auf)

 

Roswitha: Wat hest Du vör?

 

Walter:      Na, ik roop erstmol bi de Bank an, worum dat nich afbucht warrn is. De schall ik woll anners wat vertellen.

 

Roswitha: Genau! – Segg de man fix Dien Meenung.

 

Walter:      (wählt)

 

Roswitha: (sieht weitere Briefe durch, öffnet – liest)

 

Walter:      Hallo! – Hier is Fischer. Walter Fischer. Dat geiht um folgendes: Wi hebbt daar ´n Breef kregen.

 

Roswitha: Een is good.

 

Walter:      Ja – wegen Rekens, de nich afbucht warrn sünd. Wo kann dat denn angahn?

 

Roswitha: (geht jetzt zu ihm) Nu wees doch nich so bang. – Geev hör ´t!

 

Walter:      Uns Kontonummer? Äh, ja...

 

Roswitha: 1225 3367.

 

Walter:      1225 3367. – Fischer, Unnerloogsweg 17. – Ja, richtig. Bitte? Ja. – Ik töv. (zu Roswitha) Ik schall töven.

 

Roswitha: (sieht ihre verwelkten Topfblumen, schreit plötzlich auf) Oh nee! - Dat dörv ja woll nich wohr ween.

 

Walter:      (erschrocken) Roswitha. -  Wat is denn?

 

Roswitha: (geht zu den Blumen) Mien schööne Alpenveilchen un mien Granium...heel maal utbleiht.

 

Walter:      (hält die Sprechmuschel zu) Verdröcht, Roswitha! Wat ´n Wunner, ...de hebbt ja ok veer Weeken nix to drinken hat.

 

Roswitha: Wo könnt de mi dat andoon?

 

Walter:      Ik much Di maal sehn, wo Du utsüchst, wenn Du veer Weeken nix drunken hest.

 

Roswitha: (nimmt eine der Blumen, geht damit zu Walter) Ji arm Blomen, ik hebb jo heel vergeten.

 

Walter:      Wenn Du mien Mudder de Huusslötel geven harrst, harr se dat Gestrunk geeten kunnt. – Aver nee, dat wullst Du ja nich.

 

Roswitha: Nee, wiel se mi lesd Johr all Blomen afsopen hett, dorüm.

 

Walter:      Och, dat is doch gor nich... – Hallo! Ja, ik bün noch dran. (Kurze Pause) W a t ???  Hören Se, jung Fro, dat is overhopt nicht mööglich. Kieken Se gefälligst nochmol to, aver vernünftig. - Bitte? Keen Versehn? – Geven Se mi Herrn Kassens an d´ Apparat. – Hm, nich daar? – Dat is mi egaal, ik will mit em snacken. - Nu hören Se mi maal to... (Walter wird unterbrochen, hört einen Augenblick zu) Ja aver... (zu Roswitha) Opleggt! De hett eenfach opleggt.

 

Roswitha: Wat is denn nu, Walter? Du süchst ja ut as Kalk an de Müür. Wat hett de denn seggt?

 

Walter:      (setzt sich) Roswitha! - De Rekens sünd dorüm nich betahlt warrn, wiel uns Konto siet dree Weeken mit 30.000 Euro in d´ „Soll“ steiht.

 

Roswitha: (lässt die Topfblume fallen) Wat seggst Du daar? 30... – 30...

 

Walter:      Ja. – 30.000 Euro.

 

(Schweigen)

 

Roswitha: Woveel Geld hest Du denn van d´ Bank holt, bevör wi in Urlaub fohren sünd?

 

Walter:      1.500 Euro. – Soveel haren wi doch noch. Un? Hest Du ok noch wat afhoven?

 

Roswitha: Vör de Reis? Dat weet ik nu gor nich mehr genau, man 30.000 Euro heel seker nich.

 

Walter:      Dat harr ik Di ok nich totrood.

 

Roswitha: Ja, aver wat ward denn nu?

 

Walter:      (ängstlich) Herr Kassens is ja nich daar. Un dat oll dumm Fräulein kunn mi nix genaus seggen. Se meent: Forts na Ostern ward dat naprüft. Hüüt gung dat nich mehr. Se denen in teihn Minüten sluten un wünschen uns „Frohe Ostern“.

 

Roswitha: Aver de kennen uns doch. Wi hebbt uns Konto daar doch al over dartig Johr.

 

Walter:      Dat hett de Fro ok seggt – man im Moment weer dat even to wiet belast.

 

 

Roswitha: Oh, Walter, soveel Geldschülden. Wo schöllnt wi dat denn jemaals wedder trüch betahlen? Wi hebbt dit Huus ja noch nichmaal schüldenfree.

 

Walter:      Nu riet Di tosamen, Roswitha. Wi hebbt dat Geld doch gor nich kregen.

 

Roswitha: Ja stimmt. Aver wenn dat Fräulein dat seggt...  Un wat maak wi denn nu mit de heel Breefen?

 

Walter:      De möten hier erstmaal verswinnen, bevör mien Mudder de to sehn kriggt. Un forts Diensdag na Ostern gah ik na d´ Bank un klor de Saak op. Middeweek hebbt de Firmen dann ehr Geld vun uns.

 

Roswitha: Ja? Meenst Du, wi brüken uns keen Sörgen maken?

 

Walter:      Och wat. Dor is jichendwat verkehrt lopen. Wi hebbt uns doch noch nie nich wat to schülden komen laten. Un dörch sowat will wi uns al lang nich dat Osterfest verdarven laten.

 

Roswitha: Hest recht. Over Ostern wüllt EWE un Waterwark ok nix van Rekens hören, denk ik. Hach, Walter. – Du hest mi rein weer ´n beten bedohrt.

 

Walter:      (nimmt Roswitha in den Arm) Wat schall uns denn groot passeeren, mien lütte Nofretete?

 

Roswitha: Hest recht, mien König Ramses. (schmiegt sich an Walter, dann...) So, nu will ik aver erst eem de Swienkram hier wegmaken. (ab in die Küche, kommt mit Kehrblech, Handfeger und Eimer zurück)

 

Walter:      (sieht weitere Briefe durch, öffnet einen, liest)

 

Roswitha: (kehrt die Scherben zusammen) Wi harren doch een poor Dagen erde wedder trüch komen schullt, Walter. Wat ik noch för ´n Arbeid hebb bit Ostern: Wasken, Pletten, Koken backen, dat Huus schoon maken... dat schaff ik gor nich mehr allns.

 

Walter:      (hört das gar nicht) Segg maal, hest Du düsse Breef hier al sehn?

 

Roswitha: Wat denn? Noch ´n Mahnung?

 

Walter:      Nee! - De is ut München van Berthold. – (sieht auf den Absender) Berthold Almendinger.

 

Roswitha: (geht zu ihm) Oh, Unkel Berthold? De hett aver lang nix van sik hören laten. Wat schrifft he denn?

 

Walter:      Tja, also... – Mann, wat hett de ´n Klaue.

 

Roswitha: Wies doch maal her. (nimmt den Brief) Liebe Roswitha, lieber Walter. Ich hoffe Ihr erinnert Euch noch an den guten alten Onkel Berthold.

 

Walter:      Wat ´n Prahlhans!

 

Roswitha: Nach vielen Jahren Briefwechsel werde ich Euch jetzt endlich einmal besuchen kommen – und dafür gibt es auch einen guten Grund. Ich freue mich schon auf Euch. Zum Osterfest werde ich da sein, falls es Euch recht ist. Eurer Onkel Berthold.

 

Walter:      Wat is dat? De will uns besöken?

 

Roswitha: Dat is ja ´n Ding. Wat schull dat denn woll för ´n besünnern Grund hebben?

 

Walter:      De schöllnt wi woll gor nich wedder kennen na all de Johren. Wenher kummt he denn genau?

 

Roswitha: (sieht auf den Brief) Dat steiht hier nich. – „Zum Osterfest werde ich da sein“, steiht hier. Un hüüt is Gröndönnerdag. - Hhmmm... Ik denk just: Schull de amenne hüüt al hier ankomen?

 

Walter:      Oh nee! - Könnt wi uns denn nich een Dag bedohren na de lang Reis?

 

Roswitha: Harr ik Denise doch blots seggt, dat se ´n poor Stücken Tort mitbrengen schull. (wird jetzt nervös)

 

Walter:      Du, ik glöv, wi hebbt vun Wiehnachten noch wat in d´ Truhe infroren. Dat is bestimmt noch good.

 

Roswitha: Nee, dat mach ik em nich anbeeden. Wenn Dien Mudder op Versiet kummt, mööt ja ok jümmers frischk Koken op ´n Disk stahn, nich wohr?!

 

Walter:      Nu fang nich al wedder van mien Mudder an.

 

Roswitha: (winkt ab, will in die Küche, nimmt die Briefe mit) Ik will man erst de Waskmaschine in Gang setten. – Wi hebbt nämlich bold nix mehr antotrecken.

 

(Es klingelt an der Haustür)

 

Roswitha: (wirft vor Schreck in hohem Bogen die Briefe in die Küche) Is Berthold dat al? Dat kann ja woll nich wohr ween.

 

Walter:      Glieks weet wi dat. (geht zur Tür nach draußen)

 

Roswitha: (hält ihn zurück) Du kannst doch nu de Döör nich eenfach openmaken – so as dat hier utsücht.

 

Walter:      Schöllnt wi Unkel Berthold eenfach buten stahnlaten? De kummt heel ut München.

 

Roswitha: (gibt schließlich nach) Oh nee! Wat denkt de woll? Ik schaam mi de Oogen to d´ Kopp ut.

 

Walter:      (geht zur Tür nach draußen)

 

Roswitha: (hält sich die Hände vors Gesicht)

 

3. Szene

 

Walter:      (kommt langsam zurück, kurze Zeit später gefolgt von Auguste. Sie trägt einen kleinen Koffer bei sich; setzt diesen ab, umarmt Walter)

 

Auguste:    Walter, mien leev Jung! Endlich büst Du wedder daar.

 

Walter:      Moin Mudder! (ironisch) Du büst hüüt al hier?

 

Auguste:    Ja! Ik hebb dat eenfach nich mehr uthollen in ´t Huus. (kurz) Moin Roswitha!

 

Roswitha: (ebenso kurz) Moin Swiegermudder! – Ik maak uns Tee. (gereizt ab in die Küche)

 

Auguste:    Oh Walter! – Wat hest Du afnohmen, Jung. Hebbt ji denn in Kuala Lumpur gor nix to eeten hat?

 

Walter:      Ägypten, Mudder. – Wi weern in Ägypten.

 

Auguste:    Is doch egaal. – Maakt Roswitha Di nich genooch to eeten? Du hest bi mi doch jümmers so gern Kohlrouladen eeten. Maakt Roswitha Di de nich?

 

Walter:      (genervt) Doch, doch... wi kriegen bold jeede tweed Dag Kohlrouladen.

 

Auguste:    W a t ??? – Dat is aver nich good för Dien Maag, Jung. - Man kann doch nich jümmers dat glieke eeten. Hett Roswitha denn overhopt keen Afwesselung in ehr Kookprogramm?

 

Walter:      (weiß nicht mehr, was er noch sagen soll)

 

Auguste:    Un Du büst ok ja gor nich bruun warrn in Urlaub. Weer dat dor achtern denn gor nich heet?

 

Walter:      Ja seeker! - Umkomen sünd wi bold vör Hitz. Dorüm sünd wi ok meestens in ´t Hotel bleeven – dormit wi keen Sünnenbrand kregen.

 

Auguste:    Dann harr Roswitha Di ja man incremen kunnt. - Dat hebb ik doch ok jümmers doon, wenn Du nakend in d´ Sünn legen hest.

 

Walter:      As lütte Jung, Mudder.

 

Auguste:    Na un? Wat maakt dat al för ´n Unnerscheed?

 

4. Szene

 

Roswitha: (kommt aus der Küche)

 

Auguste:    Kann ik de Gastenkamer wedder hebben? Of hest Du de noch nich herricht, Roswitha?

 

Roswitha: (genervt) Blots maal so to Dien Information: Wi sünd erst vör twintig Minüten hier ankomen.

 

Auguste:    Ik hebb al verstahn, leeve Roswitha. Ik kann dat ok woll sülmst. Un anners? – Geiht jo dat good? Ik meen, wor dat doch in ´t Utland soveel Krankheiten gifft. Hebbt ji jo daar ok nix weg hollt? - Womööglich noch wat Anstekendes?

 

Roswitha: (geht nah an Auguste heran) Dat kann man nie nich genau weten. Mööglich is dat.

 

Walter:      Roswitha!!!

 

Auguste:    Na ja, ik maak mi erstmol frisk un richt mien Kamer in. Bemüh Di nich, Roswitha. Ik kann dat alleen! Ik bün nämlich noch keen oll Oma, weest Du?! (nach links ab)

 

5. Szene

 

Roswitha: (platzt fast) Hest Du dat hört? Se richt sück ehr Kamer in.

 

Walter:      Nu verdragt jo doch. Wat schall denn de ewig Kabelee?

 

Roswitha: Och, un ik bün daar schuld an? Dat is ja interessant.

 

Walter:      Du büst ok jümmers so kört af to mien Mudder. Dann föhlt se sik glieks so... produzeert, Roswitha.

 

Roswitha: Provozeert heet dat, Du Töffel. Ik hebb al verstahn. Die Mutti ist die Beste. (wütend ab in die Küche)

 

Walter:      Roswitha, nu hör doch op. (ihr nach in die Küche)

 

6. Szene

 

Denise:      (kommt gefolgt von Jan-Hendrik von draußen. Beide tragen volle Taschen und Kartons bei sich) Puuh...

 

Jan-Hendrik:   (stellt einen Karton ab) Segg maal, wat hest Du eenlik allns inköfft?

 

Denise:      Na hör maal, wi hebbt Ostern. Dann mööt man doch wat in ´t Huus hebben.

 

Jan-Hendrik:   Jaja! (nimmt sich einen Apfel aus dem Karton, beißt ab)

 

Denise:      Groot herümmotzen, aver de Appels för de Koken al upeeten. – Dat hebb ik gern.

 

Jan-Hendrik:   Annermol kannst Du tosehn, dat Du dat Wark hier mit ´n Rad herkriggst.

 

7. Szene

 

Roswitha: (kommt mit Walter aus der Küche) Oh, ji sünd al wedder daar? Dat gung ja fix. Hest Du ok genooch mitbröcht, Denise?

 

 

Jan-Hendrik:   Oh ja! – Dat langt bit Pingsten.

 

Roswitha: Na prima. Wi schöllnt ok woll ´n büld brüken over de Fierdagen. (geht mit einer Tüte in die Küche)

 

Denise:      Ja? – Wieso?

 

Roswitha:  (aus der Küche rufend) Wiel wi Versiet kriegen.

 

8. Szene

 

Auguste:    (kommt von links) Nu hebb ik doch tatsächlik mien Kuffer hier stahnlaten.

 

Denise:      (nicht sehr begeistert) Oma. – Du büst hier?

 

Jan-Hendrik:   (ebenso) Moin Oma!

 

Auguste:    Moin ji beiden! Oh! – Ji sünd to blass, ...dat mööt sik annern. - Seggt maal, kom ji just van ´t Inkopen?

 

Roswitha: (kommt wieder aus der Küche, holt eine weitere Tüte nach) Ja, wi brüken seeker ´n heel büld. – Wi kriegen nämlich Versiet. (ab)

 

Auguste:    Noch mehr Besöök? – Ik bün doch al daar.

 

Walter:      Roswithas Unkel ut München hett sik bi uns anmeld.

 

Jan-Hendrik:   (begeistert) Een Bayer? Hier bi uns?

 

Auguste:    Och, Du leeve Tied. De snackt doch seker mit so ´n Dialekt. Könnt wi de denn overhopt verstahn?

 

Walter:      He schall mit uns plattdütsk woll just so grood Sörgen hebben.

 

Auguste:    Na, dat mögen ja schööne Ostern warrn.

 

Denise:      Dat klingt ja recht spannend. Wenher kummt he denn?

 

Walter:      Dat weet wi nich genau. Mörgen of Saterdag... Viellicht kummt he ok hüüt noch.

 

Auguste:    Na toll! Frohe Ostern kann ik daar blots seggen. (mit ihrem Koffer ab nach links)

 

Jan-Hendrik:   Siet wenher is Oma denn hier?

 

Walter:      Just komen. Un weest ´n beten fründlik to ehr, ja?! (das Telefon klingelt)

 

Jan-Hendrik:   (schnell) Ik gah ran. – Dat is bestimmt för mi.

 

Denise:      Ha, ik lach mi dood. Viellicht een neije Flamme vun de wi noch nix weten?

 

 

Jan-Hendrik:   Bäh... (hebt ab) Fischer (kurze Pause) Ja. 2835  - Worüm wüllt Se dat weten? (legt auf) Sowat!

 

Walter:      Well weer dat?

 

Denise:      Therese Meiners bestimmt. Se hett em seggt, dat dat ut is. Stimmt ´t?

 

Jan-Hendrik:   Nee! – Das weer ´n Keerl, de weten wull, wat wi för ´n Telefonnummer hebbt. Un dann hett he opleggt.

 

Denise:      Wenn he hier anröppt, hett he de Nummer doch sülmst wählt.

 

Walter:      Dat was bestimmt Berthold, de will uns overraschen. Jawoll! Roswitha... (will in die Küche)

 

9. Szene

 

Roswitha: (kommt ihm mit Kaffeegeschirr auf einem Tablett entgegen) Ja, wat is denn?

 

Denise:      Na endlich! – Koffje. (verteilt die Tassen, schenkt ein)

 

Walter:      Hier hett just well anropen, de wull weten... (man hört Motorengeräusche)

 

Roswitha: Hört maal... hör ji dat ok?

 

Jan-Hendrik: Dat Brummen?

 

Walter:      Een Auto vör uns Huus? (schnell in die Küche)

 

Roswitha: (ihm schnell nach) Oh nee... nu al! Dat kann ja woll nich wohr ween.

 

Denise:      Wat is denn?

 

Jan-Hendrik:   (zuckt mit den Schultern)

 

Roswitha: (kommt mit Walter aufgeregt zurück) Buten vör ´t Huus steiht een groot Auto – wohrschienlich een Taxi... un dor stiggt just een ut.

 

Jan-Hendrik: (springt auf) Berthold? – De Bayer?

 

Roswitha: (greift sich schnell einen Putzlappen, wischt in Windeseile einige Möbelstücke ab) Un ik hebb noch gor nix schoon, reinweg gor nix. Wat denkt he woll vun uns? – Jan-Hendrik, breng de Taschke in d´ Köken.

 

Jan-Hendrik: Mutt dat ween?

 

Walter:      Du hörst doch woll, wat Dien Mudder seggt.

 

Jan-Hendrik:   (tut dies gelangweilt)

 

Roswitha: Denise! – Schnapp Du Di fix de Huulbessen un suus hier dörch. – Los!

 

Walter:      Roswitha, dat is nu doch to laat.

 

Roswitha: Beeter he sücht, dat wi wat dont, as dat wi hier unnützt herümsitten.

 

Denise:      (geht schnell zum Abstellraum, holt den Staubsauger) Worum is hier denn tomol so ´n Panik?

 

Walter:      (räumt schnell ungeschickt etwas auf)

 

Roswitha: Oh nee! Wo seh ik eenlik ut? Ik hebb mi doch noch gor nich frisk maakt na de Reis. (läuft hektisch im Raum umher, bezweckt mit dem Putzlappen so gut wie gar nichts) Un ´n Diskdeeken mööt ok noch over d´ Disk. – Los, Denise! (nimmt evtl. die Laken von den abgedeckten Gegenständen)

 

Denise:      Ik denk, ik schall erst sugen. Oh Mann eh...

 

10. Szene

 

Jan-Hendrik:   (kommt aus der Küche, bleibt im Türrahmen stehen) Fehlalarm!

 

Roswitha: Ik rop de Partyservice an, dat se uns een koll Buffet brengen.

 

Walter:      Aver Roswitha! Wat dat wedder kosten mach. Mööt dat denn ween?

 

Roswitha: (geht zum Telefon) Dat is uns rieke Neffe, Walter. Meenst Du denn, ik laat mi wat naseggen? (wählt)

 

Jan-Hendrik: Fehlalarm!

 

Denise:      (geht ins Schlafzimmer, kommt wenig später mit einer Tischdecke zurück)

 

Walter:      Roswitha! – De Kinner hebbt just soveel inköfft – daar kannst Du doch ok wat schöönes vun zaubern.

 

Roswitha: (drückt mehrmals auf die Gabel) Dat is denn doch... (wählt erneut) Jümmers wenn dat fix gahn schall.

 

Jan-Hendrik: Ik hebb seggt: Fehlalarm!

 

Walter:      (winkt ab) Ja. Dat hebb wi hört, Jung. – Du, Roswitha. – Wat mach so ´n Buffet denn woll kosten?

 

Roswitha: Dat interesseert doch gor nich för dat een maal. Dat is ´n Mann mit Geld, mien Unkel Berthold. Du musst ´n beten wieder denken, Walter! (drückt wieder verzweifelt auf die Gabel des Telefons) Du Walter, dat Telefon...

 

Denise:      Wenn de Disk vull steiht, kann ik daar keen Deeken opleggen.

 

Roswitha: Walter, dat Telefon is dood.

 

Walter:      Wat seggst Du? – Laat maal hören. (nimmt ihr den Hörer aus der Hand) Tatsächlik! - Wo is dat denn mööglich?

 

Jan-Hendrik: Dat Auto is wedder wegfohren.

 

Roswitha: W a t ???

 

Jan-Hendrik: Ik segg doch de heel Tied: Fehlalarm!

 

Walter:      Dann snack annermol gefälligst dütlicher, Jung. – Man, wat is denn mit de Apparat los?

 

(von draußen hört man erneut Motorengeräusche)

 

Roswitha: Al wedder ´n Auto bi uns vör ´t Huus. Dat is he! Ik föhl dat, dat is he! (schnell in die Küche)

 

Walter:      Jan-Hendrik, Du löppst nu forts na d´ Telekom un seggst, dat uns Telefon twei is. De schöllnt dat noch vör Ostern repareeren.

 

Jan-Hendrik: Seggt maal, bün ik een Sklave in düsse Familie, oder wat?

 

Denise:      (räumt den Tisch leer, legt die Tischdecke darauf)

 

Walter:      Du deihst, wat Dien Vadder Di seggt.

 

Jan-Hendrik:   (wütend ab nach draußen) Oh Mann...

 

Denise:      (lacht)

 

Walter:      Un Du lach nich!

 

Denise:      Nee, Vadder.

 

Roswitha: (kommt aufgeregt aus der Küche) Ik glöv he is nu daar, Walter.

 

Walter:      Kummt, laat uns ruhig blieven. Wi dont nu eenfach gor nix mehr. Dat hett nu doch keen Sinn. Wi laten dat eenfach op uns tokomen. (stellen sich Arm in Arm in eine Reihe mit Gesicht zur Ausgangstür, warten)(Es klopft)

 

Alle:          (gemeinsam) Herein!

 

11. Szene

 

Jan-Hendrik:   (kommt herein)

 

Alle:          Ooooohhh...

 

Walter:      Wat wullt Du denn noch? Du schallst na d´ Telekom hengahn. Un wieso kloppst Du denn an ?

Jan-Hendrik:  Na ja. Dat is ja man blots...

 

Roswitha: Nu gah doch Jung.

 

Jan-Hendrik: Nu laat mi doch endlich maal wat seggen. Dat is nich Berthold. Un de Wagen, dat is ok keen Taxi.

 

Roswitha: Neee???

 

Jan-Hendrik: Nee, dat blots is ´n Keerl vun de Energieversörgung. Erst hebbt se buten an de Kasten wat herümfummelt un nu will he bi uns in d´ Keller. Ik hebb em rinlaten. – Dat weer doch richtig, oder?

 

Roswitha: (läßt sich in einen Sessel fallen) Oh nee. Dat töven maakt mi noch verrückt. Wat will de Energieversörgung denn ok bi uns op Gröndönnerdag? De leesen doch nu in April de Zähler nich af, oder?

 

Jan-Hendrik: De Mann hett seggt, he is vör ´n poor Daag al maal hier ween.

 

Walter:      Seeker jichenswat twei.

 

Denise:      Wat ´n Opregen üm een so ´n Verwandten.

 

Jan-Hendrik: Schall ik nu doch na d´ Telekom hen?

 

Walter:      Ja seeker.

 

Jan-Hendrik:   (ab)

 

Roswitha: Dann laat mi tomindst vernünftig schoon maken hier. (steht auf)

 

Walter:      Nu hör doch op mit de Putzeree, dat maakt mi heel kribbelig.

 

Denise:      Ik drink erstmaal Koffje, bevör he kolt is.

 

Walter:      Genau, dat maak wi ok erst.

 

(Das Licht auf der Bühne erlischt, es sollte stockdunkel sein)

 

Denise:      Hey! Wat is nu denn los?

 

Roswitha: Walter, ik seh nix mehr. – Is de Strom utfallen?

 

Denise:      Iiiihh... ik hebb mi Koffje over d´ Büx goten.

 

Roswitha: Walter, wor büst Du?

 

Walter:      Hier - op rechte Kant van ´t Sofa. Wi hebbt hier in d´ Schapp doch ok jichenswor ´n Taskenlücht.

 

Roswitha: Findst Du de denn ok in düstern?

Walter:      Natürlik. (es scheppert)

 

Roswitha: Allns op Steh, Walter?

 

Walter:      Ja, Roswitha.

 

Roswitha: Denise, büst Du ok noch daar?

 

Denise:      Wat is DAT denn för ´n Frag?! Seker. – Wo is dat denn mööglich, dat de Strom weg is? Is doch keen Gewitter. Schall ik de Osterkers al maal anmaken?

 

Roswitha: Viellicht hett de Mann in d´ Keller ja de Sicherungen rutdreiht. Dann kann he ja aver tomindst eem Bescheed seggen, düssen Duddlapp.

 

(es klopft erneut)

 

Roswitha: Wenn dat nu Berthold is, dann könnt se mi inleevern.

 

Walter:      (erfreut) Ik hebb em, ik hebb em.

 

Roswitha: Well?

 

Walter:      De Taskenlamp. Hier! (schaltet die Taschenlampe ein, leuchtet damit zur Tür nach draußen, es klopft wieder) Maak wi open, Roswitha?

 

Roswitha: Maak man. - Aver ik bün nich daar.

 

Denise:      (zündet die Kerze an)

 

Walter:      (vorsichtig) Herein!

 

12. Szene

 

Jan-Hendrik: (kommt aufgeregt herein) De Mann van d´ EWE is hier um uns de Saft aftokniepen, hett he seggt. Un nu steiht hier ok noch een Wagen van ´t Waterwark. – Wüllt de ok wat van uns?

 

Roswitha: Walter, hol mi fast! (bricht in Walters Armen zusammen.

 

Vorhang

 

Ende des ersten Akts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Akt

 

(Karfreitag, ca. 8.30 Uhr. Die Bühne ist leer, wenn sich der Vorhang öffnet. Aus dem Abstellraum hört man ab und zu ein Scheppern und Poltern, sowie Walter fluchen. Der Vorhang bewegt sich.)

 

1. Szene

 

Roswitha: (kommt im Morgenrock von rechts, wundert sich über die Geräusche aus dem Abstellraum, sieht gespannt hin)

 

Walter:      (kommt heraus, er ist erschöpft) Oh, Roswitha – Du büst al op? Stell Di vör, ik bün fardig. - Un dat funktioneert sogor. (wischt sich den Schweiß ab, ist dreckig)

 

Roswitha: Wat? – Wat maakst Du eenlik? Ik hör hier al siet ´n heel Sett wat pultern un klötern.

 

Walter:      Roswitha, nu denk doch maal mit. Ostern steiht vör de Döör, Dien Unkel kann jeeden Moment hier ween un mien vörluut Mudder is bi uns. Wi hebbt keen Strom, keen Water un keen Telefonverbindung mehr.

 

Roswitha: Ja, schööne Utsichten. Wenn Dien Mudder dat spitz kriggt, weet dat mörgen de heel Gemeend.

 

Walter:      Even! Un dorum...  – (zieht stolz den Vorhang zur Seite) Biddeschöön! (man sieht die hintere Hälfte eines Fahrrades mit vielen Kabeln und Drähten, daneben eine Kiste) Dörv ik vörstellen: Dat umweltfründlikste Elektrizitätswark van heel Dütschland.

 

Roswitha: (muß lachen) Wat... wat is dat denn?

 

Walter:      (etwas enttäuscht) Lach nich. - Wat dat is? Dat hebb ik doch al seggt. Mensch Roswitha, ik muss mi doch wat infallen laten. Wat schöllnt wi denn seggen, wat hier los is? Dat glövt uns doch keen Minsk dat wi 30.000 Euro Schüllen hebbt, un wi gor nich weten, wo dat mööglich is. Un dorüm is dat dat Best, wenn wi erst gor nich dorvun snacken un so dont as wenn nix weer.

 

Roswitha: Du bist good. Wo schall dat denn woll gahn? Un wat hett dat allns mit dat sünnerbor Rad to dohn?

 

Walter:      Dat wies ik Di. Kumm, knipps dat Lücht maal an.

 

Roswitha: (tut es) Keen Strom. Du süchst dat ja sülmst.

 

Walter:      Jaja. – Moment. (setzt sich auf das Fahrrad, tritt kräftig in die Pedale) Na, un nu? (Das Licht im Raum wird heller, flackert erst, dann bleibt es hell) Süchst Du nu, wat ik meen?

 

Roswitha: (jetzt begeistert) Nee Walter! Wo hest Du dat denn blots so fix klor kregen?

 

Walter:      Fix? – De heel Nacht hebb ik daar biseeten.  

 

Roswitha: Du büst de heel Nacht nicht in ´t Bedd ween? – Daar hebb ik ja gor nix van murken.

 

Walter:      Nee. Du hest ´n fasten Slap, Leeve.

 

Roswitha: Dat mööt ja woll. Oh Walter, dann sünd wi dörch Dien Erfindung op een Slag all uns Arger kwiet?

 

Walter:      Nich to vörielig. Du musst bedenken, dat daar ok jümmers een op mööt to trappeln – un dat geiht düchtig in de Been.

 

Roswitha: Dat maakt nix. – Jan-Hendrik laat sik man rögen. Un Lücht brük wi ok ja blots avends. Oh, wo ik mi frei. Allns wedder in d´ Rieg.

 

Walter:      Tja... of dat Ding soveel Strom brengt, dat wi daar ´n Oven mit togang kriegen – daar bün ik man bang.

 

Roswitha: Och, dat regel wi ok noch.

 

Walter:      Un Water? Roswitha, wi hebbt noch keen Water.

 

Roswitha: Oh ja, dat harr ik heel vergeten.

 

Walter:      Du kannst trappeln solang Du wullt. Water kummt nich to d´ Kran ut.

 

Roswitha: Walter...

 

Walter:      Weer blots Spaß. Segg maal, könnt wi nich mit ´n Waterschlauch de Butenkran van Lehmanns anzapfen?

 

Roswitha: Nee Walter! – Nu laat uns nich ok noch kriminalistisch warrn. Daar mööt wi uns wat anners overleggen. Man dat Middageeten, dat bestell ik eenfach in d´ Weertskupp un laat dat hier her leevern. Free na dat Motto: „Dörch dat Kökenfenster frisk op ´n Disk“.

 

Beide:        (lachen)

 

Roswitha: Wi sitten so dick in d´ Schiet un lachen daar ok noch over.

 

Walter:      Wenn ik doch blots wüss, wat mit uns Konto passeert is.

 

Roswitha: Dat segg man. – Walter, ik treck mi nu an un loop na Kramers Gaststuv rover un bestell dat Middageeten; anners markt Dien Mudder wat.

 

Walter:      Ja. Un ik kiek erstmol, wor dat Jungvolk sitt. (beide ab nach rechts, kurze Pause)

 

2. Szene

 

Auguste:    (kommt im Nachthemd und Nachtkappe von links, sieht auf die Uhr) Wat? Half negen is dat al? Dann hebb ik ja heel un dall verslapen. Man bi de Skandal

 

                  hüüt nachts kreeg ja ok keen normol Minsk een Oog dicht. (ab nach links)

 

3. Szene

 

Walter:      (kommt mit Jan-Hendrik von rechts) So, dann kiek Di man maal de Wunnermaschine an, mien Jung.

 

Jan-Hendrik: (noch gähnend, zieht sich  einen Pullover über) Na, daar bün ik ja maal gespannt, Vadder. (beide ab in die Abstellkammer)

 

Walter:      Pass jümmers good op, dat de Vörhang dicht is, bevör een dat Dingerees to sehn kriggt.

 

Jan-Hendrik: Woauh, Vadder, dat is ja nich to faten. Daar mööt ik forts een Probefohrt op maken. (Ruhe, kurze Pause)

 

4. Szene

 

Auguste:    (kommt aufgeregt von links. Irgendetwas scheint ihr sehr peinlich zu sein. Sie läuft im Zimmer hin und her, findet schließlich eine Blumenvase, legt die Blumen auf den Tisch, geht mit der Vase schnell ab nach links, die Tür bleibt geöffnet) Oh nee... oh nee... wat schaneerlich. Is ja nich to glöven, dat mi sowat passeert. (kommt dann zurück) Un nu langt dat ok noch nich. Wat maak ik denn nu?

 

Walter:      (schaut hinterm Vorhang) Mudder?

 

Auguste:    Oh Walter. Good dat Du hier büst?

 

Walter:      (kommt ins Zimmer, kramt an dem Vorhang, damit sie nichts zu sehen bekommt) Wat is denn? Du büst ja heel opgeregt.

 

Auguste:    Walter! Ik weet gor nich, wo ik Di dat seggen schall.

 

Walter:      Nu man rut mit de Spraak. Wat hest Du op ´t Hart? Un wat maakst Du denn mit de Vase in d´ Hand?

 

Auguste:    De Vase... ja... Walter, do Dien Mudder eenfach de Gefallen un hol mi een Emmer mit Water, ja?!

 

Walter:      Een Emmer mit Water? Wat wullt Du dor denn mit?

 

Auguste:    Dat kann ik Di nich seggen. Un nu gah hen, bitte!

 

Walter:      Ja, aver... worto brükst Du de denn?

 

Auguste:    Frag mi nich. Dat is mi so al schaneerlich genooch.

 

Walter:      Na good. (geht in die Küche, kommt mit einem Plastikeimer zurück) Hier!

 

Auguste:    (nimmt den Eimer, verärgert) Daar is ja gor keen Water in.

Walter:      Stimmt!

 

Auguste:    Du oll Quälgeist, dann hol ik mi dat even sülmst. (will in die Küche)

 

5. Szene

 

Roswitha: (kommt jetzt angezogen von rechts) Moin Swiegermudder! Na, hest D´ good slapen?

 

Auguste:    (bleibt stehen) Tss… good slapen. Wo denn woll bi düsse Skandaal hier de heel Nacht. Dat is aver noch nich allns: De Birne vun mien Nachtdisklamp is twei. Un mien Radiowecker stunn hüüt mörgen op twintig vör fiev. Un de löppt jümmers noch nich wedder. Entweder is de ok twei, of jichenswat is mit jo Elektrik nich op Steh.

 

Walter:      Hähä... wat schall denn daar nich op Steh wenn? - Du hest seeker slecht drömt. Un Skandaal hüür nacht? Ik hebb nix hört. Du Roswitha?

 

Roswitha: Ik hebb slapen as ´n Murmeldeer. Wat wullt Du denn mit de Emmer?

 

Walter:      Se will unbedingt een Emmer Water hebben.

 

Roswitha: Worto dat denn?

 

Auguste:    Seggt maal, bün ik hier in ´n Düllhuus? Sünd ji denn al mitnanner dörchnanner? Ji doont ja just so, as wenn een Liter Water 2,50 Euro kost. Ik will nu op de Steh een Emmer mit Water hebben. – Un Du, Walter, kümmerst Di forts na dat Fröhstück um de Klospölung. Hest Du hört? De is nämlich just as mien Wecker un mien Birne ok twei.

 

Roswitha: De Klospölung? (nach einer kurzen Pause) Och so... Nu verstah ik dat erst. Du hest... (lacht lauthals los)

 

Auguste:    Lach Du man. Dat is trürig genooch. Stellt jo maal vör, jo Verwandte ut München weer dat passeert.

 

Walter:      Seggt maal, wor snack ji eenlik vun?

 

Roswitha: (lacht immer noch) Du Dussel! - Dien Mudder hett.... na, Du weest al, een Geschäft maakt, un nu... (lacht lauter)

 

Walter:      (begreift jetzt, lacht ebenfalls los) Nee, worum hest Du dat denn nicht forts seggt, Mudder?

 

Auguste:    Snackst Du daar gern over? – Dat Unheel liggt daar noch just so...

 

Walter:      ...as Du dat daar henleggt hest, Mudder? (lacht lauter)

 

Auguste:    Ja! (muß jetzt auch lachen)

 

Walter:      Maak Di keen Gedanken. Ik schall dat woll repareeren. Treck Du Di man an.

 

Roswitha: De äh... Waterkasten hett een lütte Macke, aver Walter schall dat woll wedder henkriegen, nich wohr, Walter?

 

Auguste:    Dat will ik hopen. Un wat is denn mit jo Heizung los? Ik hebb de Körpers in mien Kamer op fiev stahn, man de sünd ieskolt.

 

Roswitha: Och, Du leeve Tied! – Heizung? Daar hebb wi ja noch gor nich an docht.

 

Walter:      (schnell) Ääh... ik kiek erst eem na de Klospölung, Mudder. (zieht sie mit ab nach links)

 

6. Szene

 

Roswitha: (zu sich selbst) Puuh... dat weer ja al knapp an de Grenz. Aver Heizung hebb wi ja ok nich. (überlegt)

 

Jan-Hendrik: (kommt aus dem Abstellraum) Prima, wat Vadder daar baut hett, nich?

 

Roswitha: Ja, heel schöön. Man vertell daar nüms wat vun, Jan-Hendrik. Hest Du hört? Ok Oma dörv dat nich weten.

 

Jan-Hendrik: Nee, ik segg nix.

 

Roswitha: Ik bün forts wedder daar. Ik loop eem na Kramers. Segg Denise, se schall een poor Struken in d´ Vase stellen.

 

Jan-Hendrik: Maak ik. (ab in den Abstellraum)

 

Roswitha: (ab nach rechts)

 

7. Szene

 

Walter:      (kommt von links; zu sich selbst) Ja, de Waterkasten mööt jümmers opfüllt warrn, ...dat is klor. Man wor krieg wi dat Water her?

 

Jan-Hendrik: (aus dem Abstellraum) Vadder. – Wat is dat denn hier?

 

Walter:      Wat denn? – Ik komm al, mien Jung. (geht in den Abstellraum)

 

(kurze Pause)

 

8. Szene

 

Berthold:   (kommt gefolgt von Dagmar von rechts. Er ist sehr elegant angezogen) Nanu! - Is hier nüms? De Döör weer doch open.

 

Dagmar:    (trägt ein außergewöhnliches Kleid, Hut, Handschuhe, Schuhe mit hohen Absätzen, ungewöhnliche Handtasche, stark geschminkt. Spricht in dieser Komödie mit bayrischem Akzent) Na, des woll´n mer doch mal seh´n. (stellt sich in Positur, fängt kräftig an zu jodeln) Hollerodidö....

9. Szene

 

Walter:      (kommt erschrocken aus dem Abstellraum) Ja? (zieht den Vorhang zügig wieder zu)

 

Berthold:   (sieht ihn zuerst an, umarmt ihn dann) Walter? – Ja, Du musst Walter ween.

 

Walter:      (versteht nicht) Richtig! Un Du? Büst Du viellicht...

 

Berthold : Berthold! – Berthold Almendinger. Jo Unkel ut München, genau. Un dat hier is mien - ja, segg wi maal: Momentane Lebensabschnittsgefährtin.

 

Dagmar:    (umarmt Walter, küsst ihn auf beide Wangen) Grüß Di, Walter! Find I riesig, des mir hier wohne können. Dagmar! – Dagmar Riesenhuber is mei Naam.

 

Walter:      (völlig überrascht) Ja... aha...

 

Berthold:   Dat is so schöön, dat ik Di endlich maal kennenlern, nich wohr?

 

Walter:      Ja, dat geiht mi just so.

 

Berthold:   Wat kickst Du ja arig. – Dat is jo doch recht, dat wi komen, of nich? Ji hebbt de Breef doch kregen, oder?

 

Walter:      Jaja. – De hebb wi kregen.

 

Berthold:   Ik hebb vör ´n Week of so ´n poormaal bi jo anroopen; man is nie nich een ran gahn.

 

Walter:      Nee, weest Du, dat weer ok nich so eenfach.

 

Dagmar:    Tu aanfach so, als wär´n mer gor nett doar, Walter. Wir machen koa Umstände, gell Spatzerl?

 

Berthold:   Du sagst es, Liebling. Un nu segg: Wor verstoppt Roswitha sik denn?

 

Walter:      Roswitha? De... de is kört noch maal weg gahn in ´t Dörp.

 

Berthold:   Op Still-Freedag?

 

Walter:      Ja! Ääh… ik weet ok nich, wat se daar will. Se schall woll forts trüch sien. (leise) Hopentlich! - Aver, nehmt doch Platz.

 

Dagmar:    Dank Dir, Walter. (nimmt Platz, öffnet ihre Tasche, zieht ihre Lippen nach, pudert sich das Gesicht)

 

Berthold:   (nimmt auch Platz)

 

Walter:      (sieht plötzlich, das seine Hände etwas dreckig sind) Och! Ji möten entschülligen, dat mien Handen so smerig sünd... aver, ik hebb just bi uns Jungs Mofa an ´t repareeren west.

Berthold:   Dat maakt doch nix, Walter. Dorför brükst Du Di doch nich entschülligen. Un overhopt – dorför gift dat ja Water, nich?

 

Dagmar:    Ja, freilich.

 

Walter:      Jaahaa, well seggst Du dat? – Wat dörv ik jo denn anbeeden? Viellicht een Beer för Di, Berthold, un för Di een Likör of sowat, Dagmar?

 

Berthold:   Tja, weest Du, Beer drink ik bi uns in Bayern nu würklich nich to minn. Ik kann dat al bold nich mehr sehn. Un dorüm harr ik nu woll Sinn op ´n Tass Tee. Dormit ik de Sitten vun hier ok maal wedder kennenlern.

 

Dagmar:    Au ja, des möcht i a. Vielleicht wärmt mi des a bisserl. Hier is es goanz schö koalt, gell?!

 

Walter:      Tee? – Ja, Tee. (ruft) Denise! Jan-Hendrik! Kommt doch maal even. – Uns Kinner, weet ji?

 

Berthold:   Och ja, ji hebbt ja twee Kinner.

 

10. Szene

 

Jan-Hendrik: (kommt aus dem Abstellraum) Eenfach spitze, dat Rad, Vadder. (sieht jetzt den Besuch) Oh...

 

Walter:      Dat is uns Jung Jan-Hendrik. Jan-Hendrik – dat is Unkel Berthold ut München mit sien ... äh... Gefährtin.

 

Jan-Hendrik: (reicht beiden die Hand) Hallo!

 

Berthold:   Hallo Jan-Hendrik! Hett Dien Vadder Dien Mofa wedder henkregen?

 

Jan-Hendrik:   Mofa? – Ik hebb mien Levdag noch keen Mofa...

 

Walter:      (knufft ihn) Löppt doch wedder good, Jan-Hendrik, nich?

 

Jan-Hendrik:   Wenn Du dat seggst, Vadder.

 

Walter:      Jan-Hendrik, gah Du even na Denise un segg ehr, se schall uns Tee maken.

 

Jan-Hendrik:   Bidde?

 

Walter:      Ja, meenst Du dat is Mannslüüdarbeid? Worto hebb wi denn Frons in ´t Huus? Nich wohr?! Hähä...

 

Jan-Hendrik:   Aver Vadder, Tee... wo schall dat denn...

 

Walter:      Nix aver, nu gah hen!

 

Jan-Hendrik: (kopfschüttelnd ab nach rechts)

 

11. Szene

 

Roswitha: (kommt gleichzeitig herein, sieht den Besuch zunächst nicht) Walter! Walter, stell Di vör...

 

Berthold:   (steht auf, breitet die Arme aus) Roswitha, mien leeve Roswitha. Kumm, laat Di drücken.

 

Walter:      (öffnet die Schlafzimmertür, pfeift dorhin, gibt Denise gestische Zeichen, dann Tür wieder zu)

 

Roswitha: Berthold? – Du?

 

Berthold:   Twiefelst Du viellicht doran? Wenn wi uns ok soveel Johren nich sehn hebbt, ik harr Di unner Hunnert wedder kennt.

 

Denise:      (schleicht vom Schlafzimmer in die Küche)

 

Roswitha: Ja? Du harrst mi over d´ Kopp lopen kunnt. Fein, dat ji hier sünd. Ik harr aver ja nich docht, dat ji hüüt op Stillfreedag komen.

 

Berthold:   Dat passt jo doch hopentlik? Worüm hest Du denn ok nich trüch schreeven?

 

Roswitha: Weer nich mööglich. Wi sünd güstern erst ut Urlaub trüch komen, un ok güstern hebb wi Dien Breef erst lest.

 

Berthold:   Och du leeve Tied. Roswitha - Walter. – Wenn dat nich geiht, dann...

 

Roswitha: Nee, nee, dat is al op Steh.

 

Berthold:   Och, ik hebb jo ja noch gor nich vörstellt. Roswitha! – Dagmar Riesenhuber!

 

Dagmar:    (reicht ihr die Hand) Servus Rosi!

 

Roswitha: (sieht Dagmar von oben bis unten an, grinst dann gestellt, als sich ihre Blicke treffen) Gooden Dag! – Äh, sett jo doch wedder.

 

Alle:          (setzen sich)

 

Roswitha: Hest Du uns Gasten denn ok al wat anboden, Walter?

 

Walter:      Jaja! – Dat is al in Arbeid.

 

 

 

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