Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

„Haben wir nicht – gibt es nicht!“

 

Komödie in 3 Akten

 

von

 

                                                       Helmut Schmidt

 

 

 

Inhalt:

 

Rolf Eggers hat nach fast einjähriger Arbeitslosigkeit mit seiner Frau Therese beschlossen einen Kiosk zu eröffnen mit angrenzender kleiner Gaststube. Gerade in der Sommerzeit haben sie sich durch die Urlauber einen großen Erfolg davon versprochen. Doch in dem kleinen Dorf herrscht kaum Fremdenverkehr und der Umsatz reicht kaum zum Leben, da auch die beiden Kinder Anne und Florian finanziell unterstützt werden müssen. Anne studiert und auch Florian wurde – wie sein Vater - vor einigen Wochen bei seinem bisherigen Arbeitgeber entlassen. - Nachdem Therese von einer Kur zurückkehrt und die Umsätze der letzten vier Wochen sieht, beschließt die Familie nun endgültig den Kiosk zu schließen, da die Kosten langsam höher sind als der Gewinn. Doch plötzlich steht ein recht merkwürdiger Vertreter in der Tür, der ein sehr verlockendes Angebot dabei hat. Dieser Mann ist Erfinder und bietet den Menschen all die Produkte an, auf die sie schon immer gewartet haben. Nach dem Motto „Haben wir nicht – gibt es nicht“ versuchen Rolf und seine Familie einen letzten Versuch, den Kiosk zu retten. Und das klappt! Jedoch sind die Produkte teilweise recht gefährlich, und es gerät auch einiges durcheinander. Sexlustgewinnende Cola wird versehentlich einer älteren Witwe angeboten, ein Diät-Präparat hat den falschen Inhalt, und plötzlich haben durch das neue Bio-Toilettenpapier alle Menschen im Dorf extremen Juckreiz am Po. Der Verzehr einer 100 Gramm-Tafel Casarotti-Schokolade bezweckt angeblich, dass man nie mehr ernsthaft krank wird; doch leider können die Verbraucher – nachdem sie von der Schokolade gegessen haben - manche Buchstaben des Alphabets nicht mehr aussprechen. Der Umsatz steigt im Kiosk, aber leider auch die Probleme...

 

 

 

 

Personen:                  3m/4w             1 Bühnenbild

 

 

Rolf Eggers                -           ca. 50 Jahre

 

Therese                       -           seine Frau (ca. 50 J.)

 

Anne                           -           beider Tochter (ca. 25 J.)

 

Florian                        -           beider Sohn (ca. 25 J.)

 

Waldemar Jungenkrüger-       Vertreter (40-50 J.)

 

Brigitte Klette                        -           Florians Freundin (ca. 20 J.)

 

Anneliese Fröhlich     -           Kundin (ca. 62 J.)

 

 

 

 

 

Tipp:

 

Machen Sie am besten erst nach dem 2. Akt eine Pause.

 

Bühnenbild:

 

Das Bühnenbild zeigt die ehemalige Wohnstube der Familie Eggers, welche zu einer sogenannten „Trinkbar“ für Urlaubsgäste umgebaut wurde. Es steht rechts eine kleine Theke im Raum, darüber ein paar Regale, darauf Tassen und Gläser. Auf der Theke einige Flaschen (überwiegend Säfte) und noch weitere Gläser. Davor evtl. zwei Hocker. Im Raum stehen zwei runde Tische mit jeweils zwei Stühlen, oder auch eine Eckbank. Nach hinten führt ein Durchbruch zum Kiosk, von dem man auch vom Zuschauerraum aus schon einiges sehen kann (Souvenirs, Lebensmittel, Getränke, Windspiele, Strohhüte u.a.) Es führt eine Tür rechts zu den Privaträumen der Eggers, nach links eine Tür nach draußen bzw. ist dieses die Eingangstür der Trinkbar. Der Raum sollte nicht wie eine  typische Gaststube aussehen, da sie eigentlich mehr als Rastplatz für Touristen gedacht ist. Man darf gerne noch durch einige Möbel, Bilder u.a. erkennen, dass dieses mal das Wohnzimmer war. An den Wänden befinden sich viele Werbeplakate; zum Teil selbstgeschriebene wie „Fahrradverleih! Tel.:..“, „Abfahrtszeiten der Fähren“, „Kaffee 1,25 Euro“, „Käsebrötchen nur 1,50 Euro“, „Hier Telefonkarten“, und vieles andere.

 

 

Spielort: Dorf in der Nähe der Ost- oder Nordseeküste

 

Spielzeit: Sommer in der Gegenwart

 

 

 

Erster Akt

 

                  (Wenn der Vorhang sich öffnet, steht Florian hinter der Theke, Anne sitzt auf einem Barhocker davor; hat einen Block vor sich liegen, einen Stift in der Hand, wirkt nachdenklich. Florian wirkt gelangweilt, stützt seinen Kopf mit den Händen auf der Theke ab. Es ist ein warmer Sommerwochen-tag in den Vormittagsstunden)

 

1.Szene

 

Anne:        (nach einer kleinen Überlegungspause) Was hältst du von einem neuen Tee-Service?

 

Florian:      Hat Mutter doch erst zum 20. Hochzeitstag von ihrer Schwester bekommen. Zumindest sechs Tassen. Und den Rest hat sie sich selbst gekauft. Du weißt doch, das mit den ätzenden lila Blumen.

 

Anne:        Stimmt. (streicht auf dem Block etwas aus)

 

Florian:      Irgendein schönes Bild an der Wand – das ist doch was für die Ewigkeit.

 

Anne:        Oooh... langweilig. Und was soll da für ein Motiv drauf sein? Eine nackte Frau fürs Schlafzimmer?

 

Florian:      Mir könnte so etwas gefallen. (schmunzelt)

 

Anne:        Ja sicher. Vergiss das besser schnell. Es sollte etwas ausgefallenes sein. Vor allem soll das ja nicht bloß Vater gefallen.

 

Florian:      Wieso muss ein Geschenk zur silbernen Hochzeit der Eltern ausgefallen sein?

 

Anne:        Na, weil wir die Kinder sind, darum! – Mann, das kann doch nicht so schwer sein.

 

Florian:      Was hältst du von... – Mutter spricht schon seit Wochen davon, dass ihre Töpfe ständig anbrennen. – Ja, ein Set neue Töpfe – davon haben wir alle was.

 

Anne:        Florian! Das ist ja das Letzte! Haushaltsgeräte und Töpfe schenken Kinder nicht zu einer Hochzeit.

 

Florian:      Wieso nicht? Besser etwas praktisches als Blödsinn, womit sie doch nichts anfangen können.

 

Anne:        Wenn ich jemals heiraten sollte und mein Mann schenkt mir an unserem Hochzeitstag einen Toaster oder einen Eierkocher – nein, den würde ich erst gar nicht heiraten.

 

Florian:      Du musst erst einmal wieder einen Typen finden, der es überhaupt mit dir aushalten will.

 

 

Anne:        Danke, du Ekel, dass du mich ständig an meinen Ex erinnern musst.

 

Florian:      Oh bitte. Das tu ich doch gern.

 

Anne:        (steht auf) Männer! Wieso könnt ihr nicht einmal ein bisschen sensibler sein? – Außerdem musst du dich gar nicht so auf-plustern. Ob das mit dir und Brigitte für die Ewigkeit ist – da bin ich mir auch gar nicht so sicher.

 

Florian:      Doch! Wir bleiben zusammen – für immer! Immerhin sind wir schon 17 Monate zusammen.

 

Anne:        Und es ist bloß noch eine Frage der Zeit, bis sie dich auch endlich mal ranlässt...

 

Florian:      Brigitte ist eben noch nicht soweit. – Aber unser Liebesleben geht dich doch eigentlich überhaupt nichts an. Und das ist auch kein Thema unter Geschwistern.

 

Anne:        (schadenfroh) Das kommt bestimmt irgend-wann in die Zeitung. Wetten? – „Nach über 12 Jahren geben sich Brigitte Klette und Florian Eggers endlich das Ja-Wort. Beide gehen jungfräulich die Ehe ein“. Ha...

 

Florian:      Hey, pass bloß auf, was du sagst, Schwesterchen.

Anne:        Oooh… ist mein lieber Bruder am Ende doch ein wenig sensibel? Wer hätte das gedacht?

 

2.Szene

 

Rolf:          (kommt von hinten aus dem Kiosk, etwas erbost, überrascht) Anne, was machst du noch hier? Um 11.13 Uhr kommt der Zug deiner Mutter an.

 

Anne:        (schaut auf die Uhr) Ooh, Scheiße! – Das hätte ich fast vergessen. (schnell mit dem Block ab nach rechts)

 

Florian:      Ja, jetzt aber zack zack!

 

Rolf:          (ruft ihr nach) Und du hast das Mittagessen soweit fertig?

 

Anne:        (kommt mit Autoschlüsseln zurück) Habe ich. Das Fleisch ist gar, und die Kartoffeln setzen wir besser erst auf, wenn wir wieder zurück sind.

 

Florian:      Genau, sonst brennen die noch an. Die Töpfe taugen nämlich nichts mehr.

 

Rolf:          Ja, das ist mir auch schon aufgefallen.

 

Florian:      Hörst du das, Anne? Wird ja wohl nötig Zeit, dass mal Neue gekauft werden, oder?

 

Anne:        (räuspert sich nur) Bis gleich. (ab nach links)

Florian:      Du kannst gerne mitfahren zum Bahnhof, Vater. Ich pass solange auf den Kiosk und auf unsere (etwas ironisch) „Bar“ auf.

 

Rolf:          Lass Anne man alleine hinfahren. Deine Mutter will die Abrechnungen sehen und den Umsatz der letzten vier Wochen wissen. Ich denk mal, der wird ihr gar nicht gefallen. Das muss sie nicht schon am Bahnhof erfahren.

 

Florian:      Rege sie nicht gleich wieder auf. Sie hat die Kur immerhin gemacht, damit sie sich erholt.

 

Rolf:          Ach Junge, was sollen wir denn machen? Wir haben damals alle miteinander gedacht, dass es eine Goldgrube werden würde, wenn wir hier einen Kiosk aufmachen. Sogar unser schönes, großes Wohnzimmer haben wir umgebaut zu dieser Trinkbar.

 

Florian:      Komm! – Es läuft doch gut. Und jetzt im Sommer mit den Urlaubern... – die Saison läuft doch noch auf vollen Touren.

 

Rolf:          Deinen Optimismus möchte ich haben. Sieh doch auf die Uhr. Es ist kurz vor Mittag. Und? Ist hier irgendjemand, der was trinken oder einen Imbiss zu sich nehmen will? (deutet auf die leeren Stühle) Nein! Kein Schwein!

 

Florian:      Na ja, das ist hier nun einmal nicht der Baller-mann, Vater. Und Kneipen und Eis-Cafés gibt es hier im Ort schon ein paar mehr.

Rolf:          Deine Mutter hat gesagt, wenn sie von der Kur zurückkommt und der Umsatz nicht stimmen würde, dann können wir den Kiosk besser wieder schließen. Und wenn ich ehrlich bin – hat sie recht.

 

                  (Es klingelt im Kiosk.)

 

Florian:      Ach was! – Läuft doch gut. Hörst du, da ist schon wieder jemand.

 

Rolf:          Und der will sicher auch noch etwas kaufen, womit wir wieder nicht dienen können. Das passiert in letzter Zeit immerzu. (ab nach hinten in den Kiosk, von dort noch zunächst zu hören) Guten Morgen... bitteschön?

 

Florian:      (seufzt)

 

3.Szene

 

Brigitte:     (kommt von links herein; eine junge Frau, aber etwas naiv und auch linkisch) Hii...

 

Florian:      Hey Gitti... (geht zu ihr, gibt ihr einen Kuss)

 

Brigitte:     Flori, doch nicht hier! Wenn hier jemand reinkommt.

 

Florian:      Gitti, jetzt lege doch endlich einmal deine Ansichten aus den 50er Jahren ab. Wie oft soll ich dir das denn noch sagen?

 

Brigitte:     Ich mag das aber nicht – diese Knutscherei in aller Öffentlichkeit.

 

Florian:      Ja, aber wenn wir ganz allein sind, ist das bei dir doch auch nicht anders.

 

Brigitte:     Mama sagt immer: Ein richtiger Gentleman muss warten können.

 

Florian:      Fragt sich nur, wie lange noch...

 

Brigitte:     Ist deine Mutter schon wieder zurück?

 

Florian:      Anne holt sie gerade vom Bahnhof ab.

 

Brigitte:     Und? Habt ihr euch jetzt endlich für ein Geschenk zur silbernen Hochzeit entschieden?

 

Florian:      Anne und ich, wir werden uns nicht einig.

 

Brigitte:     Ich kann ganz toll häkeln. Das weißt du doch. Soll ich irgendwas machen? Wir haben ja noch ein paar Wochen. – Habt ihr schon so einen Hut für Klopapierrollen? – Du weißt schon, die als Reserve auf dem Wasserkasten liegen. Also, ich finde etwas selbstgemachtes ist immer noch das schönste Geschenk.

 

Florian:      Ein Klopapier-Hut ist wohl auch nicht das Richtige, Brigitte.

 

 

Brigitte:     Nein? – Ich kann ja noch einmal mit Anne darüber reden.

 

Florian:      Mach das. Aber mach dir nicht allzu viele Hoffnungen.

 

4.Szene

 

Waldemar: (kommt von links herein. Ein völlig ausge-flippter Typ, mit schrillen bunten Klamotten, Strohhut, der mit Spielzeug o.a. dekoriert ist, trägt zwei große Reisetaschen oder Koffer, und einen Rucksack auf dem Rücken, spielt beim Hereinkommen überheblich den Star) „Der Tag, der wird heut´ wunderbar – denn hier ist euer Waldemar!“

 

Florian:      (und Brigitte recht überrascht, können vor Erstaunen zunächst kaum etwas sagen)

 

Waldemar: Nun schauen Sie nicht so ungläubig. Ich bin es wirklich. Dieser Tag wird bei Ihnen in Zukunft immer wie ein Geburtstag, wie Weihnachten und Ostern zusammen gefeiert. „Denn stimmt bei mir der Umsatz nicht – kommt Waldemar und bringt das Licht. Die Zukunft hat hier schwer Gewicht – denn Haben wir nicht – das gibt es nicht“.

 

Florian:      Sie... äh... sind vom Zirkus?

 

Waldemar: Das ist ein guter Witz. Ja, vom Zirkus bin ich. – vom Lebens-Zirkus. Aber... sind wir das nicht alle? Wir sind Direktor, Seiltänzer, Dompteur und Clown in einer Person – ja, ein jeder von uns. Das ganze Leben ist doch nichts weiter als ein Zirkus.

 

Brigitte:     Ich habe gar nicht gewusst, dass ein Zirkus im Dorf ist. Du, Flori?

 

Florian:      (kann kaum glauben, dass Brigitte mal wieder alles falsch versteht, winkt nur ab, geht dann zu Waldemar) Ja, was können wir denn für Sie tun? Möchten Sie etwas trinken?

 

Waldemar: Sie fragen mich, was Sie für mich tun können? Das ist noch ein guter Witz. Ja, ich merke schon, bei Ihnen bin ich genau an der richtigen Adresse. Sind Sie der Geschäfts-führer dieses kleinen Unternehmens?

 

Florian:      Unternehmen? Ach, Sie meinen den Kiosk und unsere Bar?

 

Waldemar: Bar? Das ist gut. Und wo sind die nackten Weiber? (lacht gestellt) Haha...

 

Brigitte:     (empört) Ooooh… also wirklich…

 

Florian:      Sagen wir lieber... Trinkhalle oder Minigast-stube dazu, was?

 

Waldemar: (sieht sich um) Nennen wir es doch lieber „Aufenthaltsraum für Durstige“. Nein, nennen wir es den Ort der Erfüllung! Denn hier in

diesem Raum werden Ihre Kunden bald das totale Glückserlebnis haben.

 

Florian:      Wie Sie meinen. – Aber was ihre Frage angeht... meinen Eltern gehört der Kiosk und dieser... Aufenthaltsraum.

 

Waldemar: Und ist der verehrte Herr Papa oder die Mama zugegen?

 

Florian:      Ja sicher. Moment. (geht ab nach hinten)

 

5.Szene

 

Waldemar: Und Sie gehören auch zur Familie, schöne junge Frau?

 

Brigitte:     Neiiiin,... ich bin nur die Freundin von Flori.

 

Waldemar: Sagen Sie mir, worüber Sie sich schon lange ärgern? – Worüber regen Sie sich schon sehr lange auf? Es gibt nichts, was Waldemar Jungenkrüger nicht möglich machen kann. (hat mittlerweile seinen Rucksack abgelegt)

 

Brigitte:     Moment mal! Sie sind gar nicht vom Zirkus, stimmt´s?

 

Waldemar: Kind, Sie merken aber auch alles. – Lassen Sie mich raten. (geht zu ihr, nimmt ihr Kinn in eine Hand, dreht das Gesicht nach rechts und links, betrachtet Brigitte genau, schaut ihr tief in die Augen)

Brigitte:     (verlegen) Was machen Sie denn da mit mir?

 

Waldemar: Ich sehe ganz genau, was Ihnen fehlt, junge Dame.

 

Brigitte:     Ach ja?

 

Waldemar: Sie brauchen täglich eine meiner Wunder-tabletten „Intel-Quozi 3.5“. Und Sie, junge Dame, haben heute das große Glück, dass ich noch einen kleinen Vorrat exklusiv für Sie dabei habe. (legt einen seiner Koffer bzw. Taschen auf einen Tisch, öffnet diesen)

 

Brigitte:     Ja, aber was bewirken die denn, diese Quozi-Dingsbums-Pillen?

 

Waldemar: Das ist eine sehr gute Frage. – Durch meine Wundertablette erreicht Ihr Geist einen völlig neuen Horizont, von dem Sie bislang nur zu träumen wagten.

 

Brigitte:     (tut so, als würde sie es verstehen) Ach sooo.

 

Waldemar: (sucht) Mensch, wo hab ich die denn bloß...?

 

6.Szene

 

Rolf:          (kommt gefolgt von Florian aus dem Kiosk, wundert sich etwas über die Erscheinung von Waldemar) Guten Morgen.

 

 

Waldemar: (geht sofort auf ihn zu, reicht ihm übertrieben die Hand) Herr „Hans im Glück“, schön das wir uns kennenlernen.

 

Rolf:          Eggers. Rolf Eggers ist mein Name.

 

Waldemar: Nun, auf diesen Namen wurden Sie vielleicht getauft. Ihr wahrer Name ist seit diesem Moment „Hans im Glück“.

 

Florian:      (gesellt sich wieder zu Brigitte, beide hören und sehen Waldemar gespannt zu) Ich habe doch gesagt, Vater – so etwas hast du noch nicht gesehen.

 

Rolf:          Hören Sie; wir haben hier schon einige Vertreter gesehen, solange wir diesen Kiosk führen. Ihr Auftreten ist witzig, dass gebe ich ehrlich zu, aber ich denke, unsere Auswahl ist nicht schlecht. Wir bieten alles an, was ein normaler Kiosk so anbieten sollte – von Zigaretten, Alkohol, Knabbergebäck und Glückwunschkarten bis hin zu Shampoo und sogar Klopapier ist alles im Angebot.

 

Waldemar: Und genau das, mein lieber Hans, ist genau der falsche Weg, einen Kiosk so richtig mit Umsatz und Gewinn zu führen. Aber keine Sorge – nun kennen Sie ja mich. Ich könnte Sie drücken für ihr Glück. (tut es dann auch, umarmt ihn plötzlich stürmisch, drückt ihn) Denn heute morgen habe ich mich auf den Weg gemacht, um wieder einen Menschen froh zu machen; und ihren Kiosk allein habe ich dabei aus dem Hut gezogen.

 

Rolf:          Kaum zu glauben. Und? Was vertreiben Sie, wenn ich mal fragen darf?

 

Waldemar: Und genau das, mein Lieber, entscheiden Sie! Ich erfülle Ihnen jeden Wunsch! Das heißt, jeden Wunsch Ihrer Kunden. Sie können all das kaufen, was die Welt bisher vermisst hat.

 

Rolf:          (schaut seinen Sohn an, macht mit der Hand vorm Gesicht eine Bewegung, die darauf deutet, dass Waldemar nicht alle Tassen im Schrank hat)

 

Brigitte:     Klingt doch interessant; nicht wahr, Herr Eggers? – Was meinst du, Flori?

 

Rolf:          Wahnsinnig interessant, oh ja.

 

Florian:      Können sie uns da mal ein Beispiel geben?

 

Waldemar: In meinem Gepäck habe ich Proben von all den Wünschen, die schon an mich heran-getragen wurden. Mein Waren-Repertoire – wenn ich das mal so nennen darf – ist mit 56 Artikeln schon sehr breit gefächert, denke ich. Aber bedenken Sie, dass ich mich jeder Herausforderung stelle.

 

Rolf:          Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz.

 

Waldemar: Das habe ich befürchtet. Komme ich also zur Abteilung „Beispiele“; so wie der Herr Sohnemann es schon vorgeschlagen hat. Sie kaufen ein Geschenk – eine CD, ein Buch oder Teegeschirr – und möchten einen Menschen damit glücklich machen. Zuhause stellen Sie vor dem Einpacken des Artikels fest, dass diese dummen Preisetiketten da noch überall draufkleben. Da muss man sehr vorsichtig sein, damit man nichts kaputt-macht. Hab ich recht? Wenn man die fiesen Dinger überhaupt vollständig entfernen kann.

 

Brigitte:     Das stimmt! Da haben Sie vollkommen recht. Ich habe Flori zum Geburtstag eine CD geschenkt, die war total versaut wegen des Preisschildes. Mit Benzin musste ich da ran.

 

Waldemar: Diese Frau kennt die Probleme des täglichen Lebens. Viele benutzen auch einen Fön, um die Etiketten zu lösen. Doch, wenn der Kleber schön warm dabei aufgeweicht ist, ist die Sauerei noch um so größer. – Doch damit ist nun Schluss! (geht zur Tasche, holt eine Spraydose hervor) Denn Waldemar hat für euch „Anti-Etti“, den Etikettenlöser der Zukunft. (zeigt die Dose übertrieben wie in einem Werbespot) In keinem Laden zu kaufen – nur durch mich zu beziehen. Sie sprühen nur kurz das Etikett ein, pusten kurz darauf und das Preisschild fliegt davon wie nichts. Nicht die Spur von einem Kleber auf dem Artikel. Und dabei völlig ungiftig.

Brigitte:     Echt?

 

Florian:      Das will ich sehen!

 

Rolf:          Herr... ? Wie war noch mal Ihr Name?

 

Waldemar: Jungenkrüger. Waldemar Jungenkrüger! Aber alle nennen mich den wahnsinnigen Waldi.

 

Rolf:          Und das hat auch sicher seinen guten Grund, denke ich. – Ihr Angebot klingt interessant, aber wir brauchen hier so etwas wirklich nicht. Unserem Kiosk geht es nicht so gut. Wir müssen uns sicherlich sowieso etwas anderes einfallen lassen. Aber mit Ihren Erfindungen läuft das ganz sicher auch nicht besser.

 

Waldemar: Herr Eggers. – Sie laufen an ihr Glück vorbei.

 

Rolf:          Das mag wohl sein, aber so etwas wie sie da vertreiben, kann uns auch nicht mehr retten.

 

Waldemar: Aber Sie haben doch erst einen meiner Artikel gesehen. Was ist mit „Schocki-Locki“ – Dauerwellen, die ein Leben lang halten? Oder „Pups und weg“; das Toilettenpapier, dass sich in Wasser komplett auflöst...

 

Florian:      Geil!

 

Rolf:          (drängt ihn schon zur Tür) Bitte gehen Sie! Wir brauchen nichts.

Waldemar: (tödlich beleidigt) Okay. – Manchen Leuten kann man nicht helfen. Unglaublich! Und dabei hätten Sie von mir die Garantie erhalten, dass alleine Sie die Rechte von mir bekommen, und im Umkreis von 100 km niemand außer Ihnen meine Produkte verkaufen darf. Aber wenn Sie nicht wollen... (packt zusammen)

 

Florian:      Vater, ich finde auch, dass Herr Waldemar uns ruhig noch was von seiner Ware zeigen sollte.

 

Rolf:          Florian, bitte. Wenn deine Mutter gleich zurückkommt, können wir ihr nicht mit noch mehr Verbindlichkeiten kommen. Begreife das doch.

 

Waldemar: (verstaut seinen Rucksack auf dem Rücken) Hier ist meine Karte. (legt eine Visitenkarte auf den Tisch) Meine Handy-Nummer steht drauf. Ich gebe Ihnen 20 Minuten; dann suche ich den nächsten Kunden auf. Ich bin ja mal gespannt auf Ihr Gesicht, wenn Ihre Konkurrenz bald Millionär ist durch meine Ware. Aber wer nicht will, der hat wohl schon. (öffnet die Tür nach links)

 

Florian:      (geht ihm schnell nach) Warten Sie noch, Herr Waldi.

 

Rolf:          Jetzt lass den guten Mann doch gehen, Florian.

Waldemar: Ja?

 

Florian:      Ich finde es echt klasse, was Sie vertreiben. Geben Sie uns eine Stunde, ich rufe Sie an. Bestimmt! Wissen Sie, meine Mutter muss das auch mitentscheiden – und bis wir das besprochen haben... eine Stunde, ja? – Bitte.

 

Rolf:          Florian, was soll das denn?

 

Waldemar: Na gut, weil Sie es sind. (schaut auf die Uhr) Bis halb eins warte ich. – Wenn ich bis dahin nichts von Ihnen höre, tut es mir leid.

 

Florian:      Das ist in Ordnung. (gibt ihm die Hand) Vielen Dank. Ich melde mich. (nimmt dann die Visitenkarte vom Tisch, steckt sie ein)

 

Waldemar: (zu Rolf) Und Ihnen wünsche ich einen Sechser im Lotto, denn etwas anderes kann ich Ihnen in dieser Situation nicht wünschen. Addio, meine Lieben. (ab)

 

Florian:      Tschüß Waldemar.

 

Brigitte:     Auf Wiedersehen.

 

7.Szene

 

Rolf:          Wie kannst du deinem Vater so in den Rücken fallen? Von unserem Geld leben und mich hier dann wie einen Dummkopf hinstellen.

 

Florian:      Ich kann auch nichts dafür, dass ich arbeitslos bin. Ich werde schon wieder was finden. Musst mir das nicht bei jeder Gelegenheit aufs Brot schmieren.

 

                  (Es klingelt.)

 

Rolf:          Wenn es nach dir gegangen wäre, hättest du diesem Betrüger doch alles abgekauft, stimmt´s? Und aus meiner Tasche wäre das dann bezahlt worden.

 

Brigitte:     Er war so witzig, als er hier reingekommen ist. Und nun war er richtig traurig. – Habt ihr das gesehen?

 

Rolf:          Wen interessiert das denn? Wer kennt sich mit Vertretern denn wohl besser aus als ich? Die wollen auf die schnellste Art und Weise einen Euro machen – egal mit was für Methoden.

 

Florian:      (genervt) Kundschaft! Hast du es nicht klingeln gehört?

 

Rolf:          (geladen) Doch! Habe ich. (ab in den Kiosk)

 

8.Szene

 

Brigitte:     Er wollte mir doch noch Intel-Quozi-Tabletten verkaufen. – Die habe ich ja jetzt auch gar nicht mehr bekommen.

 

 

Florian:      Was wollte er dir verkaufen? Und wogegen sollen die gut sein?

 

Brigitte:     Ich weiß auch nicht so genau. Er hat mir tief in die Augen geschaut und gesagt, ich hätte einen anderen Horizont nötig, oder so ähnlich.

 

Florian:      Aha. Klingt ja interessant. – Vater blockt ja immer gleich alles ab. Und wenn man dann durch so einen mal eine Chance bekommt, schickt er den wieder weg. Ich meine,... das klingt doch echt irre mit diesem Antik-Etti-Spray.

 

Brigitte:     Ja. Das hätte ich zu gern gesehen.

 

Florian:      Oder dieses „Schocki-Locki“. Stell dir mal vor, die Frauen hier kaufen das und es spricht sich dann herum. Und im Umkreis von 100 km verkaufen nur wir das! Das wäre ein Knaller geworden. Vater ist echt ein Dussel.

 

Brigitte:     Na ja, wir wissen ja aber noch nichts von den Preisen. – Und auch nicht, ob das Zeug wirklich gut ist und auch funktioniert.

 

Florian:      (wundert sich sehr) Gitti? Was ist denn mit dir los? So etwas kommt aus deinem Mund? Du bist ja die reinste Geschäftsfrau. (gibt ihr einen Kuss)

 

Brigitte:     (wehrt ihn wieder ab) Nicht Flori.

 

Florian:      Oh Mann. – Immer höre ich bloß „nicht Flori“. Möglich, dass du als Jungfrau stirbst – aber ich auch!

 

Brigitte:     Du darfst mich nicht dazu drängen, Flori. Wenn ich soweit bin, dann sage ich dir Bescheid.

 

Florian:      Ja, dieser Satz ist mir auch bekannt.

 

9.Szene

 

Anne:        (kommt von links herein, trägt zwei Koffer, Therese folgt ihr, die ebenfalls eine weitere Tasche trägt. Anne geht mit den Koffern ab nach rechts)

 

Florian:      Hey Mama, da bist du ja wieder. (geht zu ihr, gibt ihr einen Kuss)

 

Brigitte:     (geht auch hin, reicht ihr die Hand) Guten Morgen, Frau Eggers.

 

Therese:     Guten Morgen zusammen. (lässt sich auf einen Stuhl „fallen“) Hach, so eine Kur ist doch anstrengender als ich gedacht habe. Und das Zugfahren macht richtig müde – das glaubt ihr gar nicht.

 

Florian:      Magst du irgendetwas? Mittagessen dauert noch ein wenig.

 

Therese:     Oh ja, gib mir bitte ein Glas Saft.

Florian:      (geht hinter die Theke, schenkt ein)

 

Brigitte:     (setzt sich zu Therese) Hauptsache ist, Sie haben sich gut erholt in der Kur.

 

Therese:     Na ja, hat mir wohl ganz gut getan, denke ich.

 

Florian:      Hier ist auch ohne dich alles bestens gelaufen, Mutter.

 

Therese:     Das klingt ja... soll ich wieder gehen?

 

Florian:      (bringt ihr den Saft) Nein, so war das doch nicht gemeint. Das sage ich doch nur, weil du so eine Sorge hattest, ob wir auch ohne dich zurechtkommen.

 

Therese:     Ja, die hatte ich auch. Hat Anne denn immer was leckeres gekocht?

 

Florian:      Hat sie.

 

Therese:     (sieht sich um) Ja, und hier ist auch alles sauber und aufgeräumt. Meine Hochachtung muss ich da wohl sagen.

 

Brigitte:     Ich habe Florian und Anne des öfteren beim Saubermachen ein bisschen geholfen, Frau Eggers.

 

Therese:     Das war aber nett von dir, Brigitte. Und der Kiosk? Ist der auch gut gelaufen?

 

Florian:      Sicher. Konnte gar nicht besser sein. Das heißt... lass Vater dir das erklären. Er ist gerade vorne. Soll ich ihn holen?

 

Therese:     Nein, lass man. Ich gehe selbst mal rüber. (geht nach hinten in den Kiosk)

 

Florian:      Ooh,... dass mag was geben, wenn Vater mit den Umsätzen der letzten Monate rausrückt.

 

Brigitte:     Mit Waldemar hättet ihr aber eine Chance gehabt. – Meinst du nicht auch?

 

Florian:      Schön, dass du auf meiner Seite bist. (Kuss)

 

Brigitte:     Flori... lass das!

 

10.Szene

 

Anne:        (kommt zurück; beim Hereinkommen) Mutter, soll ich schon mal die Waschmaschine...

 

Florian:      Sie ist bei Vater.

 

Anne:        Und jetzt will sie wissen, wie viel Umsatz wir die letzten vier Wochen gemacht haben, was?

 

Florian:      Davon kannst du ausgehen.

 

Anne:        (setzt sich zu den beiden) Sie hat mich auf der Rückfahrt auch schon damit gelöchert. – Und? Was meint ihr? Was macht Mutter jetzt?

 

Florian:      Sie war deutlich genug, bevor sie zur Kur gefahren ist. Ich denke, sie macht das nicht mehr lange mit.

 

Anne:        Und wovon sollen wir dann leben?

 

Florian:      Na, du kannst dir auch schön irgendwo einen Job suchen. Dazu hast du doch neben deinem Studium noch Zeit genug.

 

Anne:        Das musst du gerade sagen. Wer ist denn wohl seit einem halben Jahr arbeitslos und liegt seinen Eltern auf der Tasche?

 

Florian:      Jaja, ich sage ja schon gar nichts mehr.

 

Anne:        Für Vater ist das am schlimmsten. Er hat die Idee mit dem Kiosk damals gehabt. Und was schon allein der Umbau gekostet, bevor es dann soweit war. Und jetzt? Alles umsonst?

 

11.Szene

 

Therese:     (kommt mit Rolf aus dem Kiosk; sie ist sehr aufgebracht, hat ein Geschäftsbuch in der Hand) Ich weiß gar nicht, wie du mir die Unterlagen überhaupt zeigen magst. (setzt sich wütend an einen Tisch, „knallt“ das Buch auf den Tisch)

 

Rolf:          Was soll ich denn machen, Therese? Ich kann den Leuten unsere Ware doch nicht aufdrängen. Wer hier bei uns was kaufen will, der soll das schon freiwillig tun. Und wir sind nun einmal bloß ein Kiosk. – Mit Sonderan-geboten können wir nicht dienen. Und was hattest du denn gedacht, sollte in den letzten vier Wochen anders laufen als im letzten Jahr? – Mir hier so ein Ultimatum setzen...

 

Therese:     Man muss sich was einfallen lassen. Werbung machen... und Sachen anbieten, die Leute anlocken.

 

Florian:      Genau! Und das macht der wahnsinnige Waldemar jetzt für uns, Mutter.

 

Therese:     Jaja... träum du man weiter. – Und diese Bude hier? Hat sich hier zumindest mal einer eingefunden?

 

Anne:        Na ja...

 

Rolf:          Also,... gestern nicht. – Aber dafür waren vorgestern sogar zwei hier, jawohl. – Ach, Brigitte, bevor ich das vergesse – deine Mutter hat gerade angerufen. Mittagessen ist fertig.

 

Brigitte:     Oh ja, dann muss ich wohl. Wir sehen uns heute Abend, Flori.

 

Florian:      Halb acht. – Kino. – Ich hole dich ab.

 

Brigitte:     Tschüß... (ab)

 

12.Szene

 

Therese:     Da hörst du es. Dein Sohn will mit seiner Freundin ins Kino. Das kostet heute mindestens 6 Euro für einen. Und wer darf das wieder bezahlen? Wir! Mit Cola und Popcorn sind dann für zwei Personen gleich 20 Euro weg.

 

Florian:      Hey! – Noch kriege ich Arbeitslosengeld.

 

Therese:     Ja, aber wie oft du uns in letzter Zeit schon angepumpt hast, daran muss ich dich ja wohl nicht erinnern, oder?

 

Florian:      Anne wird doch auch von euch unterstützt.

 

Anne:        Ich studiere. – Das ist was ganz anderes, Brüderchen.

 

Florian:      Ach ja? – Mann eh, das Leben ist eben teuer.

 

Therese:     Das ist es ja, was ich meine! – Am besten wir machen hier alles dicht. Zum nächsten ersten am besten schon. Und du, Rolf, musst eben zusehen, dass du wieder irgendwo Arbeit bekommst. Du natürlich auch, Florian. Ich will auch wieder etwas tun. Putzstellen kann man heutzutage leicht kriegen. Und 7 bis 8 Euro in der Stunde ist besser als nichts. So wie jetzt kann es hier einfach nicht weiter-gehen. (schlägt das Buch auf, blättert) Hier! 1186 Euro und 58 Cent Umsatz im letzten Monat. Da bleiben als Reingewinn für uns nicht viel mehr als 200 Euro übrig. Und davon sollen wir leben? Wenn wir so alt wären, dass wir Rente beziehen könnten und das noch nebenbei auf dem Konto hätten – aber das hier ist alles, was uns für vier Personen bleibt.

 

Rolf:          Du hast ja recht, Therese. Ich will es mir wohl nicht eingestehen – denn eigentlich war das ja damals meine Idee mit diesem Kiosk.

 

Anne:        Ein Versuch war das allemal wert, Vater.

 

Therese:     Sicher. – Ansonsten hätte ich ja gar nicht zugestimmt. Aber wir sehen, dass unser Umsatz einfach nicht stimmt.

 

Anne:        (langsam abgehend in die Küche) Schade, so ein Kiosk hat irgendwie was. Ich sehe es aber auch ein, dass dabei etwas rausspringen muss. Ich schau mal nach den Töpfen. Das Essen ist gleich fertig, ja?! (ab)

 

Therese:     Ja. Wir kommen gleich.

 

Florian:      Mutter, und jetzt soll das hier alles umsonst gewesen sein? Wie viel Arbeit haben wir hier alle selbst investiert, damit uns der Umbau nicht zu teuer kommt... – kannst du Vater und mir nicht noch eine allerletzte Chance geben? Lass uns dir beweisen, dass der Kiosk doch laufen kann.

 

Therese:     Ha, und wie bitte soll das aussehen? Das hätte ich nach meiner Kur t nun gerne gesehen. Was hast du denn plötzlich vor?

 

Rolf:          Äh,... ja, das hätte ich nun aber auch gerne gewusst.

 

Florian:      Die Idee ist so neu, dass wir vorher noch nichts machen konnten. – Vater. Ich sage nur... Waldemar!

 

Rolf:          Ach Junge, habe ich dir nicht deutlich meine Meinung dazu gesagt?

 

Florian:      Hast du. – Und, wenn ich das allein mache? Ich meine, überlasst mir den Kiosk und diese Trinkhalle. Ich brauche nur eure Hilfe, wenn ich es alleine nicht mehr schaffe. Ihr braucht für keine Kosten aufkommen. Ich gebe kein Geld aus, bevor hier nicht richtig was einge-nommen wird.

 

Therese:     Ach, ich weiß nicht...

 

Rolf:          Junge, hör doch auf zu spinnen.

 

Florian:      Ob ihr den Laden nun auf der Stelle schließt oder noch vier Wochen wartet – das macht doch jetzt auch keinen Unterschied mehr. Bitte, gebt mir einen Monat – dann wird hier der Rubel rollen.

 

 

Rolf:          Florian. – Du lässt dich nicht auf diesen verrückten Vertreter ein, hörst du?

 

Therese:     Was für ein Vertreter?

 

Rolf:          Der war vorhin hier. Ein total durchgeknallter Typ.

 

Florian:      Die Methoden müsst ihr mir selbst überlassen. Na los, was verlieren wir denn schon? Vier Wochen. – Bitte!

 

Anne:        (von nebenan) Mittag!

 

Therese:     (und Rolf stehen auf) Lasst uns erst einmal was essen. Hach, so eine Aufregung gleich nach der Kur. Ich könnte schon wieder ein paar Wochen Ruhe gebrauchen.

 

Rolf:          Therese, du bist aber doch froh, dass du mich wieder hast, oder? Ich hatte nämlich gedacht, wir würden uns nach dem Mittagessen noch kurz hinlegen.

 

Florian:      Wie bitte? Das habt ihr sonst doch nie getan.

 

Rolf:          (räuspert sich, mit Therese dann schon in Richtung Küche gehend)

 

Florian:      Na, was ist denn nun? Kriege ich eine Chance oder nicht?

 

 

Rolf:          Und wenn du Schulden machst, dürfen wir die auch noch übernehmen, was?

 

Florian:      (genervt) Mache ich nicht. Ehrenwort! – Mama. – Bitte!

 

Therese:     (dreht sich an der Tür noch mal um, seufzt) Na gut. – Ein paar Wochen sollst du haben. Aber für weitere Schulden kommst du selbst auf! War das deutlich genug?

 

Florian:      Klasse! (umarmt seine Mutter) Danke Mama.

 

Rolf:          (zu Therese) Wenn du man weißt, was du da zulässt, mein Schatzi.

 

Therese:     Schatzi? Was ist denn mit dir los, Väterchen?

 

Rolf:          Na ja. – Das waren vier lange Wochen, mein Mäuschen...

 

Therese:     (kopfschüttelnd ab in die Küche, gefolgt vom schmunzelnden Rolf) Mäuschen... tsss...

 

Florian:      Ich komme gleich nach.

 

13.Szene

 

Florian:      (holt sofort sein Handy aus der Hosentasche bzw. hinter der Theke hervor, ebenso die Visitenkarte von Waldemar, wählt, wartet – macht ein sehr erfreutes Gesicht) Waldemar? Hier ist Florian Eggers. Sie wissen doch,… wir hatten abgemacht, dass ich mich melde, wenn wir uns das überlegt haben. Der kleine Kiosk…

 

14.Szene

 

Waldemar: (kommt im nächsten Augenblick herein, ebenfalls ein Handy am Ohr) Aber ja, mein lieber Freund. Und da bin ich auch schon. (steckt das Handy ein, verbeugt sich)

 

Florian:      (drückt eine Taste, legt das Handy weg, ist äußerst überrascht) Herr Jungenkrüger? Ich meine... Waldemar...

 

Waldemar: (legt seine Taschen wieder ab) Florian... ich darf doch Florian sagen, oder? Ich kenne meine Kundschaft mit den Jahren. Ich wusste, dass Sie anrufen würden, weil Ihnen meine Produkte gefallen. Ist es nicht so? Ihrem Vater eigentlich auch – der hat nur keinen Mut zum Risiko. Und deshalb habe ich mich gar nicht erst aus dem Staub gemacht und hier hinter dem Haus gewartet.

 

Florian:      Risiko? Soll das heißen, dass es da am Ende doch einen Haken gibt?

 

Waldemar: Ist nur so eine Redensart, mein Guter. Nun, was kann ich Ihnen anbieten?

 

Florian:      Na ja, am besten, Sie zeigen mir erst einmal alles, was sie so dabei haben. Und dann sehen wir weiter. Ich muss alles genau sehen,... wie was funktioniert und was die Sachen bewirken. Zuerst bitte dieses „Anti-Etti“.

 

Waldemar: Eine gute Idee. Fangen wir gleich an. Sie werden begeistert sein, junger Freund. (will schon seine Koffer öffnen, hält dann inne) Nein, zuerst die große Herausforderung!

 

Florian:      (versteht nicht) Bitte?

 

Waldemar: Sie sagen mir zunächst, was Sie vermissen. Was ist es, dass Ihnen Sorgen macht. Und ich möchte wetten, dass ich mit irgendeinem meiner Artikel Ihr Problem lösen kann.

 

Florian:      Sorgen? Also, da fällt mir so spontan nix ein.

 

Waldemar: Florian. – Öffnen Sie Ihre Seele. Gehen Sie tief in sich hinein. Bei mir gibt es keine Tabus. Nennen Sie mir bitte exakt das, was Sie wollen. Worauf haben Sie Lust? Was passt Ihnen nicht? Was klappt nicht? Da gibt es doch was. Ich sehe es Ihnen an.

 

Florian:      (nach einer kleinen Überlegungspause, fängt dann an zu grinsen) Na ja,... da gibt es wohl was. – Aber das ist ziemlich privat und auch intim.

 

Waldemar: Und gerade das sind sie doch – die Produkte

                  vom wahnsinnigen Waldemar – die das Leben ein bisschen schöner machen. Befreien Sie sich! – Sagen Sie mir, was sie denken. Was ist es, was Sie sich wünschen? Sie bekommen von mir 300 Euro bar auf die Hand, wenn ich Ihnen nicht helfen kann. Aber Sie müssen mir alles sagen!

 

Florian:      (beeindruckt) Wow! 300 Euro? Das klingt fair. (geht ein bisschen dichter an ihn heran) Das muss aber unter uns bleiben, ja? – Wissen Sie, meine Freundin Brigitte...

 

Waldemar: ...mit der ich bereits das Vergnügen hatte, sie kennenzulernen...

 

Florian:      Genau. Wir kennen uns schon eine ganze Weile. Und ich bin ja auch bloß ein Mann. Na ja, und heutzutage... ich meine,... ist doch nichts dabei, wenn man sich gern hat... auch mal so richtig, meine ich.

 

Waldemar: Und die junge Dame möchte noch warten. Ist irgendwie völlig blockiert.

 

Florian:      Genau! Blockiert ist das richtige Wort. Dabei ist sie schon über 20.

 

Waldemar: Früher dachten die Männer, dass ein Blumen-gruß da wahre Wunder wirkt. Aber das war auch nur eine fixe Idee. Gott sei Dank ist das alles vorbei, seit es mich, den Waldemar, gibt.

 

Florian:      Blumen?

 

Waldemar: Na, dieses kleine Gedicht, den in jungen Jahren jeder kannte – aber er wirkte niemals – vor allem nicht bei Paaren, die schon verheiratet waren und sich zerstritten hatten.

 

Florian:      Was für ein Gedicht?

 

Waldemar: (interpretiert es sehr schön betont) „Schenkst du der Frau mal Rosen – dann wird sie dich liebkosen. Und schenkst du ihr Narzissen – dann wird sie dich wild küssen. Doch schenkst du ihr mal Wicken, dann...“

 

Florian:      (schnell) Oooh,... ich kann´s mir schon denken.

 

Waldemar: Eben nicht! „Doch schenkst du ihr mal Wicken, dann fragt sie sofort: (dann etwas barsch) Hatten die keine Rosen, oder was?“

 

Florian:      Ach so... (muss darüber lachen)

 

Waldemar: Sehen Sie?! Alles für die Katz. (öffnet seinen Koffer bzw. Tasche) Wenn Sie mit Ihrer Freundin Brigitte ins Bett wollen, da hilft dann nur eins. Denn einzig und allein Walde-mar Jungenkrüger – der wahnsinnige Waldi – hat für dieses Problem die perfekte Lösung: Ein Glas „JIW-Cola“... (hält ihm die Flasche genau in dem Moment mit der Cola und der Aufschrift „JIW-Cola“ vors Gesicht, präsen-tiert es übertrieben, aber ansprechend) reicht und Frauen werden zum Tier.

Florian:      Echt?

 

Waldemar: Der vollkommen geschmacksneutrale Wirkstoff in dieser Cola steigert die Libido der Frau bis ins unermessliche. 0,2 Liter reichen und Sie werden mit Ihrer Freundin ein Abenteuer erleben, das Sie niemals vergessen werden.

 

Florian:      Geil!

 

Waldemar: Und das allerbeste daran – der Wirkstoff ist hochkonzentriert, so dass es nur drei Minuten dauert, bis die Wirkung einsetzt.

 

Florian:      Voll krass!

 

Waldemar: Und das ist nicht nur für Ihren Privat-gebrauch, Herr Eggers. – Wenn Ihre Kunden wissen, dass Sie eine solche Cola hier in Ihrem kleinen Kiosk verkaufen... ich denke, ich kann kaum so schnell nachliefern, wie es gewünscht wird.

 

Florian:      Irre! Und was kostet so eine Flasche?

 

Waldemar: Moment! – Ich bin noch nicht fertig. Wissen müssen Sie noch, dass der Zusatz in dieser Cola keine sonstigen Nebenwirkungen mit sich führt und dieses Getränk auch einzig und alleine bei Frauen wirkt. Männer können gern davon trinken – es bezweckt so gut wie nichts. – Aber das wichtigste, mein lieber Florian: Ein Glas reicht! Sagen Sie das auch all Ihren Kunden. – Es steht aber auch klein gedruckt hinten auf dem Etikett. Sollte ungewollt mehr als ein Glas getrunken werden... – also, ich will mal sagen – vermeiden Sie das lieber.

 

Florian:      (schon ganz wild auf das Zeug) Okay okay.

 

Waldemar: Sie können die JIW*-Cola einzeln bei mir bekommen. – Manchmal haben in Süd-deutschland hin und wieder auch mal einige eine ganze Kiste genommen. Nun ja...

 

Florian:      Was heißt das eigentlich genau – JIW-Cola?

 

Waldemar: Dieses J-I-W steht für nichts anderes als “Ja-ich-will!”

 

Florian:      „Ja-ich-will“-Cola. – Na, das ist doch mal eine Erfindung.

 

Waldemar: Und das Getränk schmeckt wirklich gut. Nicht zu unterscheiden von anderen Cola-Sorten.

 

Florian:      Waldemar. – Wie viel kostet das denn jetzt?

 

Waldemar: Nun, den Endpreis bestimmen Sie natürlich selbst. Ich bekomme pro Flasche 24, 90 Euro.

 

Florian:      Dann nehme ich mal 10 Kisten.

 

Waldemar: B i t t e ??? (kann es kaum glauben, macht ein verdutztes Gesicht,

 darin fällt schnell der Vorhang)

 

Ende des ersten Akts

 

(* sagen Sie Jiw-Cola – nicht „Jot-ih-weeh-Cola“)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Akt

 

                  (etwa zwei Wochen später, an einem Nach-mittag gegen 15.00 Uhr. Der Raum ist ein bisschen feierlich geschmückt mit einigen Girlanden, ein paar Ballons u.a., aber nicht zuviel. Ein neues, großes auffälliges Plakat, darauf: „Hier kriegen Sie alles, was Sie schon immer gesucht haben. Haben wir nicht – gibt es nicht!“. Auf einem der Tische steht ein Tablett, darauf einige gefüllte Sektgläser so-wie die leere Flasche. Die Familienmitglieder sind in diesem Akt schick gekleidet, aber nicht zu festlich. Florian, Therese und Anne stehen jeweils mit einem gefüllten Sektglas vor einem Tisch. Noch bevor der Vorhang sich öffnet erklingt flotte Musik aus einem Rekorder, der hinter der Theke steht.)

 

1.Szene

 

Anne:        Mama, wenn du etwas sagen willst, dann mach das jetzt. Ich habe nicht mehr so viel Zeit.

 

Therese:     Erst, wenn alle zusammen sind. – Florian, mach die Musik mal aus. Ich brauche jetzt etwas Ruhe.

 

Florian:      Ja klar. (Florian ist „happy“, weil er der

Anlass für dieses Ereignis ist; geht hinter die Theke, stellt die Musik ab, kommt zurück)

 

Therese:     Hach, wenn ich schon einmal etwas will. Wo bleibt denn Rolf bloß?

 

Florian:      Da ist eben noch Kundschaft, Mutter. Und jeder Euro zählt.

 

Therese.     (sieht auf die Uhr) Aber wir haben offiziell noch bis drei Uhr Mittagspause. Steht doch auch groß im Fenster. (ruft zum Kiosk)

R o l f ? – Kommst du jetzt?

 

Rolf:          (ruft zurück) Moment noch.

 

Anne:        (ungeduldig) Ich muss um drei Uhr bei Thomas sein. Mann, der soll doch nicht auf mich warten.

 

Florian:      Hey, jetzt bleib mal geschmeidig. Dein neuer Lover soll wohl warten, wenn er es ehrlich mit dir meint. Ansonsten vergiss den man gleich wieder.

 

Therese:     Genau. Das hier ist ein wichtiger Augenblick, Anne. Für uns alle.

 

Anne:        Jaja, ich sage ja schon gar nichts mehr.

 

2.Szene

 

Rolf:          (kommt nun von hinten dazu. Er hat auf der Stirn einen leicht grün-schimmernden Fleck, in der Größe eines 2 Euro-Stücks. Die Farbe ist nicht krass-grün, sondern eher dezent grünlich in diesem Akt – also nicht außerordentlich auffallend, aber dennoch gut zu erkennen) So! Da bin ich.

 

Therese:     (reicht ihm ein gefülltes Sektglas) Florian. Anne. – Heute genau vor einem Jahr hatte euer Vater die Idee mit dem Kiosk und dieser Trinkhalle hier. Wie das hier im letzten Jahr gelaufen ist, wissen wir alle miteinander.

 

Florian:      Bis auf die letzten 14 Tage!

 

Therese:     Genau! Bis auf die letzten 14 Tage. Ich habe – ganz ehrlich gesagt – nicht daran geglaubt, das Florian es möglich machen könnte, dass das hier doch noch einmal eine kleine Goldgrube wird.

 

Rolf:          Aber er hat es geschafft! (klopft ihm anerkennend auf die Schulter)

 

Anne:        Ja, das hat er wirklich. – Ich bin stolz auf dich, Brüderchen.

 

Florian:      Vielen Dank. Klingt ja fast so, als wenn du das auch ehrlich meinst.

 

Therese:     Durch Florians Idee mit der Ware von diesem wahnsinnigen Waldemar haben wir in zwei Wochen doch tatsächlich einen Reingewinn von 1.850 Euro gemacht.

 

Anne:        (kann es kaum glauben) W a s ???

Therese:     Ich habe das vorhin genau durchgerechnet.

 

Florian:      (stolz auf sich) Tja,... ich bin eben doch ein kleiner Geschäftsmann. (kratzt sich kurz am Po)

 

Rolf:          Das ist wirklich der reinste Wahnsinn. Und wie sich das herumspricht. Wir haben schon 38 Packungen „Power-Hair 2000“ verkauft.

 

Anne:        Das Wundermittel fürs Haar?

 

Rolf:          Genau! Einmal am Tag auftragen und sogar die Geheimratsecken verschwinden wieder. Und das angeblich in einer Geschwindigkeit, wovon man sonst nur träumen konnte. Ich habe das gestern selbst einmal ausprobiert.

 

Therese:     Und?

 

Rolf:          Ich glaube, mein Haar ist schon dichter geworden. – Meint ihr nicht auch?

 

Anne:        (schaut es an) Hhmm...

 

Florian:      Wenn wir schon 38 Packungen davon ver-kauft haben, muss doch irgendwas dran sein.

 

Therese:     (hebt das Glas) Ich sage Prost auf den Erfolg – das es so weitergeht, und wir vier nun endlich von dem Gewinn hier leben können. Florian, wir sind dir alle von Herzen dankbar.

 

Alle:          (anderen) Prost! (trinken)

 

Florian:      Danke. Habe ich gern getan. Und mir hat das auch Spaß gemacht.

 

Rolf:          Dabei haben wir schon auf den Einkaufspreis von diesem „Power-Hair 2000“ 15 Euro draufgeschlagen. Ist das nicht verrückt, wie viel Geld die Leute für unsere Ware ausgeben?

 

Therese:     Sie kriegen das ja auch bloß bei uns. Hat Florian doch schriftlich, dass es sonst niemand im Umkreis von 100 km verkaufen darf– nur wir. Warum sollten die Leute dann nicht auch etwas tiefer in ihren Geldbeutel greifen?

 

Anne:        Wie viele Artikel haben wir denn nun von diesem Waldemar im Programm?

 

Rolf:          42.

 

Florian:      Genau! Ein paar Sachen waren dabei, die fand ich einfach zu verrückt. – Aber alles andere geht weg wie warme Semmeln.

 

Rolf:          „Anti-Etti“, „Schocki-Locki“, „Fleck-weg-für-immer“, die Enthaarungscreme „No Hair forever“... ja, sogar von der Mega-Fußmatte „Always clean“ haben wir schon 5 verkauft – für sage und schreibe 199 Euro.

 

Anne:        Man darf gar nicht recht darüber nachdenken, was die Leute alles kaufen, nicht wahr?

 

Therese:     Wenn es etwas Neues auf dem Markt gibt, sind die Leute schon immer neugierig gewesen.

 

Rolf:          Ja, und der Markt heißt jetzt „Eggers Kiosk“.

 

Florian:      Was ist mit “Hubert ultra”, Vater? Hat das schon einer gekauft?

 

Rolf:          Du magst es nicht glauben – von den 25 Packungen sind noch 3 da.

 

Anne:        „Hubert ultra“?

 

Therese:     (muss lachen) Ja, das ist das Verrückteste, was von diesem Waldemar kommt.

 

Florian:      Aber nicht ganz unsinnig. Waldemar hat gesagt, wenn Männer aufs Klo gingen, um die Blase zu entleeren... man könnte schütteln wie man wollte – der letzte Tropfen ging immer in die Unterhose.

 

Anne:        (fasst es kaum) Nein.

 

Rolf:          Na ja, recht hat er. (muss auch darüber schmunzeln)

 

Florian:      (ebenso) Und da hat Waldemar „Hubert ultra“ erfunden. Die Slipeinlage für den Mann.

Anne:        Und das wird gekauft?

 

Rolf:          Du hörst es ja – 22 Packungen sind weg. Wir brauchen unbedingt Nachschub.

 

Therese:     Sag mal Rolf, gestern hast du mir erzählt, dass es am besten wäre, wenn wir erst einmal alle Artikel selbst ausprobieren würden.

 

Rolf:          (nickt zustimmend) Ja, besser ist das schon.

 

Anne:        Aber Vater, du hast doch nicht ernsthaft... (deutet auf seinen Schritt)

 

Rolf:          (stolz und laut) Aber jaaa...! Fühlt sich echt toll an, und ist eine total hygienische Sache.

 

Therese:     Mein Mann trägt Slipeinlagen! – Das kommt in die Zeitung.

 

Anne:        Und du Flori? Du hast dir auch ernsthaft einen „Hubert“ zwischen die Beine geklemmt?

 

Florian:      Ja, aber mich stören die Dinger ein wenig.

 

Anne:        Was sagt Brigitte denn dazu?

 

Florian:      Brigitte? Ach ja. Äh... Vater. Mutter. Ich hätte wohl gerne heute Nachmittag frei, wenn´s geht.

 

Therese:     Also, ich habe dann leider keine Zeit – muss noch die Kirchenzeitung austragen. Das wird

sicher so zwei Stunden dauern.

 

Anne:        Und ich muss eigentlich schon lange weg sein.

 

Florian:      (hoffnungsvoll zu Rolf) Vater?

 

Rolf:          Mach dir einen schönen Nachmittag, Junge. Ich schaffe das schon mal alleine – zumindest bis deine Mutter wieder zurück ist. Du hast dir das verdient.

 

Anne:        (neckisch) Haben wir denn etwas besonderes vor, junger Mann?

 

Florian:      Besonderes? Ach, das kann man eigentlich nicht so sagen.

 

Anne:        (schaut nochmals auf die Armbanduhr) Ich will das gar nicht wissen. Also, ich bin dann weg, ja? Bis später. (abgehend nach draußen)

 

Alle:          (drei) Tschüß.

 

Florian:      Viel Vergnügen mit Thomas. Wann lernen wir den neuen Supermann denn einmal kennen? (kratzt sich wieder am Po)

 

Anne:        Alles zu seiner Zeit. (ab)

 

3.Szene

 

Rolf:          (schaut auf die Uhr) Oh, es ist gleich drei.

Der Kiosk muss wieder geöffnet werden. (kratzt sich auch am Po)

 

Therese:     Ich sause dann auch erst mal los. – Hach, ist mir heute viel zu warm mit dem Fahrrad. (kratzt sich auch am Po)

 

Rolf:          Nehme dir doch für unterwegs was zu trinken mit, Therese. (geht hinter die Theke)

 

Therese:     Das mag wohl eine gute Idee sein. Irgendwas kaltes aus dem Kühlschrank.

 

Rolf:          (tut so, als würde er unter der Theke den Kühlschrank öffnen) Wasser oder Cola?

 

Florian:      (plötzlich schnell) Nein! Die Flasche Cola kannst du nicht kriegen.

 

Rolf:          Wieso das denn nicht? Im Keller stehen doch noch zehn Kisten. Ich verstehe sowieso nicht, warum du soviel Cola bestellt hast. Wir trinken das doch fast alle nicht, und hier in unserer kleinen Wirtschaft läuft es ja leider doch nicht besser.

 

Therese:     (ab in die Küche)

 

Florian:      Das... äh... erkläre ich dir, nachdem mein Experiment geglückt ist. – Mehr kann ich dazu jetzt noch nicht sagen. (kratzt sich wieder am Po)

 

Rolf:          Hast du Geheimnisse vor uns?

 

Florian:      Nein! Aber das ist eben etwas besonderes, und ich will der Erste sein, der... ach, frage doch nicht länger, Vater.

 

Therese:     (kommt, mit einem Stapel Kirchenblätter, zurück) Gib mir bitte die Flasche Wasser mit, Rolf. Cola ist mir sowieso viel zu süß.

 

Rolf:          (gibt ihr diese) Wie du meinst.

 

                  (Es klingelt mehrfach am Kiosk.)

 

Therese:     Es geht schon wieder los. Gute Geschäfte. Bis später. (ab nach draußen, kratzt sich noch mal am Po)

 

Florian:      Kannst dir ruhig Zeit lassen, Mutter.

 

                  (Es klingelt erneut.)

 

Rolf:          (abgehend in den Kiosk) Ja, ich komm schon.

 

4.Szene

 

Florian:      (allein, seufzt) So, heute soll nun endlich der Tag sein. (holt sein Handy hervor, tippt eine Nummer ein, wartet kurz) Gitti? Florian hier. Hallooo... ! Bist du wieder zuhause? Ja, komm doch mal rüber. Nein, ich kann nicht. – Du musst hierher kommen. (holt die Flasche Cola hervor, nimmt ein Glas, schenkt es voll, während er mit Brigitte spricht) Gitti, ich weiß, dass du erst vor einer Stunde von diesem blöden Seminar zurück gekommen bist. – Aber wir haben uns immerhin fast 14 Tage nicht gesehen. Bitte komm doch mal kurz vorbei. Es sind doch bloß 500 Meter bis zu uns. – Du bist total kaputt? Willst dich hinlegen? Ja, das ist gut... ich meine, hinlegen kannst du dich doch nachher. Komm doch vorbei, ja? Bitte, Schatzi. Ich warte. Bis gleich. (beendet das Gespräch, stellt das gefüllte Cola-Glas auf die Theke, betrachtet es) So, darin steckt nun also meine Erfüllung. Oh bitte, lass es so wirken wie Waldemar gesagt hat. Lass Brigitte zum Tier werden. (holt unter der Theke eine kleine Kiste oder einen Karton hervor, darin ein Spiegel, den er auf die Theke stellt. Dann kämmt er sein Haar, holt Rasierwasser aus dem Karton, benutzt recht viel davon, danach ein Deospray, sprüht es unter die Achseln, dann ein anderes Parfumspray auf die Brust. Danach holt er einige Packungen Kondome aus dem Karton, legt diese neben dem Glas Cola auf die Theke, dann zu sich selbst) Zehn Gummis sollten wohl reichen, oder?! Hach, das wird der geilste Tag in meinem Leben. (schaut auf die Uhr) Na, jetzt mach schon, Gitti.

 

5.Szene

 

Waldemar: (kommt zügig von draußen herein)

Der Tag der wird noch wunderbar, denn hier ist wieder Waldemar.

 

Florian:      Hey. – Hallo!

 

Waldemar: Wollte nur kurz anfragen, ob alles zu Ihrer Zufriedenheit ist, und ob ich was notieren darf?

 

Florian:      Aber ja! (holt einen Zettel hinter der Theke hervor) Ich habe hier alles aufgeschrieben. „Pups und weg“ brauchen wir mehr als das letzte Mal. Bringen Sie am besten gleich 100 Packungen mit 8 Rollen – dieses Klopapier läuft wie was.

 

Waldemar: Ist es nicht ein schönes Gefühl, die Mensch-heit mit meinen Artikeln zu beglücken? Und gerade mein vollkommen biologisch abbau-bares „Pups und weg“ ist auch in anderen Regionen der Knaller.

 

Florian:      Dabei nehmen wir 6 Euro für so ein 8er-Pack.

 

Waldemar: Ein Grund mehr sich zu freuen, dass den Verbrauchern die Umwelt doch nicht ganz egal ist. – Nun Florian, ich denke doch, dass Sie es nicht bereut haben, dass ich in Ihr Leben getreten bin, oder?

 

Florian:      Sie waren der größte Glücksfall, der jemals einen Fuß in unser Haus gesetzt hat. Ohne Sie wäre der Kiosk schon geschlossen.

Waldemar: Ich freue mich, wenn ich was für Sie tun konnte. – Da fällt mir ein... da waren noch einige Rechnungen offen. Nicht, dass ich Ihnen nicht traue oder in finanziellen Schwierigkeiten stecke, aber...

 

Florian:      Keine Angst. – Habe ich gerade heute morgen überwiesen. Das müsste wohl morgen oder übermorgen auf Ihrem Konto eingehen.

 

Waldemar: Ach, das ist freundlich, Florian. (sieht die Cola, dann die Kondome) Oh oh, was sehen meine Guckerchen denn da? Hat der kleine Florian noch etwas vor?

 

Florian:      (packt die Kondome schnell weg, auch den Spiegel, nur das Glas Cola bleibt auf der Theke stehen) Na ja...

 

Waldemar: Wie kommt sie denn bei den Kunden an, meine „Ja-Ich-Will-Cola“?

 

Florian:      Soweit ist das noch nicht. Ich will das zuerst bei meiner Brigitte ausprobieren, bevor wir das anderen anbieten. Sie war leider für 14 Tage auf einer Schulung – doch heute ist sie wieder zurück.

 

Waldemar: Und wird hier gleich bei Ihnen auftauchen, um die einmalige JIW-Cola zu probieren?

 

Florian:      So hatte ich mir das gedacht.

 

Waldemar: Na, dann will ich auch nicht länger stören. Und willst du machen Fallera – dann hilft dir Waldis JIW-Cola... nun, viel Spaß. Sie werden Ihre Lebensgefährtin nicht wieder erkennen, lieber Florian. Essen Sie noch ein paar Spiegeleier – Sie werden viel leisten müssen.

 

Florian:      Echt? Meinen Sie wirklich? Wow... ist ja voll krass.

 

Waldemar: Na ja, das war vielleicht etwas übertrieben. Aber nun... – Ihre Bestellung geht heute noch raus. – Die Ware sollte spätestens in drei Tagen bei Ihnen sein.

 

Florian:      Das ist sehr freundlich.

 

Waldemar: Und bei meinem nächsten Besuch halte ich noch eine völlig neue Überraschung für Sie bereit.

 

Florian:      Da bin ich jetzt schon mal gespannt.

 

Waldemar: Geduld, mein Guter! Geduld! Ich sehe Sie in einer Woche. (an der Tür) Grüße an die Familie.

 

Florian:      Ich freue mich schon.

 

Waldemar: Und dann will ich von Ihren Erfolgs-erlebnissen hören.

 

Florian:      Ja, gern.

 

Waldemar: ...in allen Einzelheiten.

 

Florian:      Mal sehen...

 

Waldemar: Und ich werde Ihrer Freundin dann auch endlich eine Packung „Intel-Quozi“ mitbringen. Zur Zeit leider ausverkauft.

 

Florian:      Davon hat sie schon gesprochen – was auch immer das sein mag.

 

Waldemar: Bis dahin. Tschauiiii.... (ab)

 

6.Szene

 

Florian:      (betrachtet das Glas mit der Cola noch mal) Boah, das scheint ja echt ein Teufelszeug zu sein. (schaut noch einmal auf die Uhr) Mensch, wo bleibt die denn? (kurze Pause, dann klingelt das Handy, Florian nimmt das Gespräch entgegen) Florian Eggers. – (plötzlich aufgebracht) Gitti? Heulst du? Was ist denn passiert? (kurze Pause) Dich hat ein Golden Red River vom Fahrrad gerissen? Bein kaputt? Alles voller Blut? Wo denn? (kurze Pause) Moment, ich bin sofort bei dir. (ist in heller Aufregung, stellt das Glas Cola noch schnell von der Theke herunter, dann zügig abgehend nach draußen) So ein Scheiß aber auch. Wenn ich schon einmal was schönes vorhabe...

                  (Pause)

 

7.Szene

 

Anneliese: (kommt von draußen „hereingejoggt“. Sie ist zwar schon eine „ältere“ Dame, trägt jedoch einen Jogginganzug, bzw. andere Jogging-kleidung; ein Stirnband, ist außer Atem, leicht verschwitzt; setzt sich schnell auf einen Stuhl, schnappt nach Luft; atmet dann tief ein und aus) Puuuh... (sieht sich dann suchend um, ruft dann) Hallo? – (nach einer kleinen Pause etwas lauter) H a l l o ?

 

8.Szene

 

Rolf:          (kommt nach einer weiteren kleinen Pause aus dem Kiosk) Guten Tag. Entschuldigen Sie! Ich war im Kiosk – und hier an dieser Tür haben wir keine Klingel, weil mein Sohn sonst immer hier ist.

 

Anneliese: Das kann passieren.

 

Rolf:          Das ist immer so, nicht wahr? Immer sind wir mindestens mit drei Leuten hier zugange – was eigentlich gar nicht immer nötig ist - und gerade, wenn hier in der Trinkhalle auch Kundschaft ist, dann bin ich ganz allein.

 

Anneliese: Ich wollte mich bloß ein wenig verschnaufen. Hach, ich glaube, dass ich mir doch mehr zugetraut habe, als ich vertragen kann.

Rolf:          (geht hinter die Theke, betrachtet sie) Sportlich, sportlich. Man tut ja viel zu wenig für seinen Körper. Geht mir zumindest so. Ist zu bewundern, dass Sie joggen.

 

Anneliese: Und das in meinem Alter, wollten Sie doch sicher sagen.

 

Rolf:          Wie könnte ich wohl? Das hat doch mit dem Alter nichts zu tun. Und wenn ich mir erlauben darf... Sie haben doch höchstens gerade mal die fünfte Null hinter sich, habe ich recht?

 

Anneliese: Danke für das Kompliment. – Ich werde nächsten Monat 63.

 

Rolf:          (sehr freundlich) Nein, das ist nicht Ihr ernst? Also, das hätte ich nun nicht gedacht. Wirklich nicht. – Möchten Sie etwas trinken?

 

Anneliese: Oh ja, gern. Irgendetwas kaltes.

 

Rolf:          Mineralwasser, Orangensaft, Cola, Fanta oder ein Glas Eistee?

 

Anneliese: (überlegt kurz) Auf ein Glas Cola hätte ich wohl schon mal Lust.

 

Rolf:          Gern. (holt die Cola-Flasche aus dem „Kühlschrank“ unter der Theke, nimmt ein Glas vom Regal, füllt es – schaut dann auf das Etikett der Flasche, wundert sich ein wenig, weil es wohl anders aussieht, als die bisher bekannten Cola-Marken, denkt sich dann aber weiter nichts dabei)

 

Anneliese: Ich bin hier im Urlaub. Bei Hasselmanns im Lerchengang habe ich meine Unterkunft.

 

Rolf:          Oh ja, die kenne ich gut. Die haben schöne Fremdenzimmer, nicht wahr? – Sind Sie das erste Mal hier an der Küste? (bringt ihr das Glas, stellt es auf den Tisch) Bitte.

 

Anneliese: Vielen Dank. – Seit mein Mann tot ist, bin ich lange nicht mehr in Urlaub gewesen. Tja, und nun habe ich mir vor ein paar Wochen ein Herz gefasst und etwas in meinem Leben geändert. Interessiere mich plötzlich für Sport – habe mich einer Gymnastikgruppe ange-schlossen und – na ja, bin auch mal wieder für ein paar Wochen in Urlaub.

 

Rolf:          Das ist recht so. Alleine ist das Leben nicht schön, aber man muss etwas daraus machen, sage ich immer.

 

Anneliese: (trinkt das Glas halb leer) Ach, Sie sind auch verwitwet?

 

Rolf:          Nein, das nicht, aber ich kann mir denken, wie es einem alleine geht. Wissen Sie, meine Frau war vier Wochen zur Kur, da habe ich das ein wenig nachfühlen können. – Obwohl das absolut kein Vergleich mit Ihrer Situation ist.

Anneliese: Die Nächte... ich sage Ihnen, die Nächte waren am Anfang am schlimmsten. Ganz allein... verstehen Sie das nicht falsch... da ist einfach plötzlich niemand mehr, der neben mir liegt.

 

Rolf:          (nickt verständnisvoll) Hhmm... Wie lange sind Sie schon Witwe, wenn ich mal fragen darf?

 

Anneliese: Bald drei Jahre. Ja, das ist schon eine lange Zeit. – Aber das dauert auch, bis man sich daran gewöhnt hat.

 

Rolf:          Ich finde es schön, dass Sie die Trauer nun endlich abgelegt haben. Denn Trübsal blasen bringt einen auch nichts. Man muss sich einfach damit abfinden was passiert ist.

 

Anneliese: Sie haben ja so recht. – Ich fühle mich auch viel besser, seitdem ich Sport mache und wieder unter Leute gehe. Und auch was so im Fernsehen an Sportsendungen läuft, verfolge ich ganz intensiv.

 

                  (Es klingelt wieder am Kiosk.)

 

Rolf:          Das ist doch schön, dass Sie soviel Interesse an neuen Dingen haben. – Wenn Sie mich mal kurz entschuldigen! Soll ich Ihnen ein wenig Musik machen?

 

Anneliese: (findet das belustigend) Warum nicht?

Rolf:          (stellt eine CD oder eine Kassette an mit Schlagermusik (W.Petry, Flippers o.a.) – aber zunächst nur leise erklingend, lächelt Anneliese noch freundlich zu, bevor er in den Kiosk nach hinten ab geht)

 

Anneliese: (seufzt, sieht sich ein wenig im Raum um, steht dann auf, nimmt ihr Glas in die Hand, liest die Plakate und Zettel an den Wänden, trinkt das Glas dann ganz leer, stellt es auf die Theke) Puuuh... (ihr wird plötzlich warm, sie legt das Stirnband ab, holt sich von irgendwoher eine Zeitschrift oder eine Getränkekarte, fächert sich „Frischluft“ zu, dann nach einer Weile wippt sie rhythmisch mit ihrem Körper zur Musik, geht schließlich hin und macht diese lauter. Mehr und mehr verändert sich Anneliese, indem sie „lockerer“ wird, sie lacht grundlos, tanzt, singt evtl. den Musiktitel mit, zieht dann schließlich das Oberteil ihres Jogginganzugs aus. – Hier würde es sich anbieten, dass dieser vorne einen Reißverschluss hat – darunter trägt sie entweder einen Badeanzug; mutige Spielerinnen können auch nur ein Bikini-Oberteil tragen, dann laut:) Hach, ist ja ein echt geiler Sommertag heute.

 

9.Szene

 

Rolf:          (kommt zurück, wundert sich) Oh... (weiß gar nicht was er machen soll, geht hinter die Theke)

Anneliese: (recht laut) Ich habe die geile Musik ein bisschen lauter gemacht. Das ist doch okay?

 

Rolf:          (versteht es kaum, macht die Musik wieder leiser) Entschuldigen Sie, ich habe nichts verstanden.

 

 

 

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