Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

 

 

„Een Duett för Quoten-Heidi“

 

Komödie in 3 Akten

 

von

 

Helmut Schmidt und Christoph Bredau

 

 

Inhalt:

 

Jungbäuerin Heidi Junker will endlich den richtigen Mann finden, der mit ihr zusammen den Hof führen und sie heiraten soll. So schreibt sie an das Fernsehen. Heidi´s Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen, als plötzlich die recht durchgeknallte Moderatorin Vera Westermann und ein Kamera-Mann der Kabel 3 - Fernseh-Sendung „Vier Hände für ein Euter“ den Hof komplett durcheinander bringen. Aus mehr als 40 Bewerbern musste Heidi sich zwei aussuchen, die dann für 14 Tage auf dem landwirtschaftlichen Betrieb wohnen und auch arbeiten sollen. Heidi´s Mutter glaubt schnell fest daran, dass einer der beiden sehr unterschiedlichen jungen Männer (Torben und Olli) der Richtige für ihre Heidi ist. Heidi ist jedoch weniger begeistert von den beiden und außerdem recht genervt von der Moderatorin, die sich ganz anders präsentiert als im Fernsehen. Diese kann den TV-Stress nur mit Alkohol und Tabletten bewältigen. Die Fernseh-Aufzeichnung verläuft nicht wie erhofft, und auf dem Hof gerät plötzlich alles durcheinander. Lisa (die junge Praktikantin auf dem Hof) interessiert sich plötzlich besonders für Torben und schmiedet mit ihm einen Plan. Nach einer Woche muss Heidi sich jedoch entscheiden, welche der beiden Männer noch weitere 7 Tage bleiben soll – der andere muss gehen. Beide Männer sind sich jedoch sicher, dass sie in Zukunft als Landwirt leben möchten und beginnen nun ein intrigantes Spiel untereinander. Olli meint es angeblich ehrlich mit Heidi und versucht immer wieder das Interesse an ihn zu wecken. Torben dagegen scheint ganz andere Pläne zu verfolgen. Heidi jedoch kümmert das alles recht wenig. Auch leichtbekleidete Zwischenfälle und einstudierte Schlager-Gesangseinlagen der Jungbauern bringen die beiden nicht ans Ziel. Zum Schluss ist nicht nur die Mutter von Heidi, sondern auch die Moderatorin verzweifelt. Denn egal welche Geschütze die heiratswilligen Herren auch auffahren, Heidi bleibt kühl. Doch der Kamera-Mann Matthias sorgt dann am Ende doch noch für eine Überraschung.   

 

 

Anmerkung:

Sie benötigen für eine Inszenierung dieser Komödie eine

musikalische Untermalung. Bitte besorgen Sie sich diese

im Fachhandel. Weitere Infos dazu auf Seite 90.

 

 

Von dieser Komödie gibt es auch eine andere Fassung

mit dem Titel „Vier Hände für ein Euter“. Darin gibt es

einen männlichen Kandidaten und zwei weibliche Be-

werberinnen, sowie einen männl. Praktikanten.

 

„Vier Hände für ein Euter“ ist ebenfalls im Mahnke-

Verlag erhältlich unter der Nr. SP 1184

 

 

 

Spieler: 3m/5w           -           1 Bühnenbild - Wohnküche

 

 

 

Heidi Junker               -           Bäuerin (ca. 35 Jahre)

 

Frieda Junker              -           ihre Mutter (ca. 60 Jahre)

 

Lisa Kling                   -           Praktikantin (ca. 20-25 J.)

 

Ida Koppelkamp        -           Nachbarin (ca. 50 Jahre)

 

Torben Kramer           -           1. Kandidat (30-40 J.)

 

Olli Wollermann         -           2. Kandidat (30-40 J.)

 

Vera Westermann       -           Moderatorin (ca. 30-40 J.)

 

Matthias Henning       -           Kameramann (20-40 Jahre)

 

 

 

Spielzeit: Mai in der Gegenwart

 

Spielort:  Dorf in Deutschland (in dem Stück wird als Ort Lütt-Wegenau angegeben). Dieser darf gerne verändert werden. Sie dürfen auch einen realen Ortsnamen verwenden, in dem noch Landwirtschaft betrieben wird.

              

Spieldauer: ohne Pausen ca. 100 Minuten

 

 

 

Bühnenbild:

 

Das Bühnenbild zeigt die Wohnküche der Familie

Junker. Tisch mit Stühlen oder Sofa, evtl.

Eckbank; Schrank, Regale usw. Es ist hübsch und

modern eingerichtet. Eine Tür nach hinten führt nach

draußen und zu den Ställen; eine zweite rechts zur

Küche, und eine dritte links zum Bad und zu den

Schlafräumen und Gästezimmern. Irgendwo ein Telefon.

 

Alle weiteren Ausstattungen bleiben den Spielern

überlassen.

 

 

 

 

Erster Akt

 

                 (Wenn der Vorhang sich öffnet, steht Heidi mit Blick zum Publikum auf einen Stuhl. Sie trägt ein ländliches Kleid. Ihre Mutter kniet vor ihr und näht einen Teil des Saumes wieder fest. Frieda trägt einen Morgenmantel, darunter schicke Kleidung, die man nicht erkennen kann. Es ist kurz nach Mittag an einem Werktag.)

 

1.Szene

 

Heidi:         (zappelt auf dem Stuhl ungeduldig hin und her)

 

Frida:          Nu hol doch mol still, wenn Du hier so rumzappelst ward dat nie nich wat, Heidi. Worum stiggst Du nich van de Stohl runner un treckst dat Kleed ut?! Maak dat Dien Moder doch nich so schwor. Worum büst Du blots alltied so een Dick-Kopp ?

 

Heidi:         Wees blied, dat ik so een Dickkopp hebb. Anners was ik al lang hier in ´t Dörp as eenzige Buurinske unnergahn. Schlimm genug, dat ik as Buurn-Fro bestraft bün. Na nu seh doch eem to, Moder!

 

Frieda:        (sticht sich mit der Nadel) Aua! Nu hebb ik mi ok noch stoken. Un dat allns blots wegen dissen Fernsehfritzen.

 

Heidi:         Fernseh-Fritzen ?

 

Frieda:        Ja. Lächerlich maakst Du uns. Schriffst ohn uns Weeten een Breef an de Fernsehsender Kabel 3 un präsenteerst Di as Freewild vör Millionen van Tokiekers. Ik much gor nich genau weeten, wovöl Minsken vör de Kiek-Kasten sitten un over di lachen. Heel to swiegen van uns, uns Hof un de heel Dörpsgemeenskup. Butendem mutt ja nich elkeen weeten, dat Du as lesden Utweg an dat Fernsehen schriffst, um an een Mann to kommen. Dat gifft een Hopen Buurn Jungs hier in ´t Kuntrei, aver nee…mien Dochter is ja keeneen dorvan recht un söcht een Cowboy as Mann. Dorbi gifft dat hier sückse Prachtstü> 

Heidi:         ...un wenn Du nu noch Hinrichs Focko seggst, krieg ik glieks een Schreikrampf. Butendem is de schwul!

 

Frieda:        Ja, is ja good. Ik weet, dat de hier domols för ´n Riesen-Upregung in Lütt-Wegenau sörgt hett. Aver DE is tominnest glückelk un unner de Haube. Du büst wiet weg dorvan.

 

Heidi:         Aver nich mehr lang.

 

Frieda:        Wenn man bedenkt, mit wovöl Melk-Quoten wi beseelt sünd, sullen de Keerls doch eenlik up Di fleegen un hier Schlang stahn.

Heidi:        Wees blots still. Is dat nich al leep genug, dat mi hier in ´t Dörp al een heel büld Minsken Quoten-Heidi nömen ?! De sehnt blots dat Geld aber nich mi !

 

Frieda:        Viellicht brengt de Westermann ja ditmol een Kamera-Fro mit. Dann kannst Du dat ja ok so maken as dissen Focko van d´ Hinrichs-Hof.

 

Heidi:         Wie bitte ?

 

Frieda:        Was blots Spaß. Ik weet ja, dat Du nich trans-sexsilbisch büst. (näht währenddessen weiter an dem Kleid-Saum herum)

 

Heidi:         M A M A !!! - Wat bün ik nich ?

 

Frieda:        Na ja – trans-sexsilbisch, off wo dat heet – Ik meen – Du büst ja nich unnormol, wat Dien Neigungen angeiht.

 

Heidi:         Na, dorup kannst Du een laten.

 

Frieda:        (reißt den Nähfaden ab) So. Fardig.

 

Heidi:         (steigt genervt vom Stuhl) Na endlich. (schaut an sich herunter) Oh nee, dat is doch nich Dien ernst. Ik seh ut as de Sweegermoder van Sisi. So ollerwelsk much ik mi de Kandidaten nu wirs nich wiesen.

 

Frieda:        Aver Kind – ik hebb 6 Week an dat Kleed neiht.

 

Heidi:         Na prima. Danke Mama. Aver so hebb ik mi dat nich vörstellt. Dit Kleed is genau dat, wat dat Klischee vörgifft. So sücht een Buurn-Fro ut. Un just DAT much ik nich. Ik denk, dat is am besten, ik kiek nochmol in mien Kleer-Schapp, off ik noch wat anners find. Ik will de beid Mannslü ja nich glieks wedder in de Flucht slahn. (schon zügig zur Tür nach links gehend)

 

Frieda:        Du brengst Dien Moder noch in ´t Graff. Butendem hest Du noch sovöl Tied, Kind. In de Breef steiht, dat se an de 27ste in de Namiddagsstünnen hier sien willen. Un nu is dat erst half een.

 

Heidi:         Ja ja. (ab nach links)

 

Frieda:        Dit Kind... (packt das Nähzeug weg, holt dann einen Staublappen hervor)

 

2.Szene

 

Ida:            (kommt von hinten ohne anzuklopfen herein. Sie ist ebenfalls Landwirtin und trägt Alltags-kleidung mit Schürze o.a., ist in ihrer Art recht burschikos) Mahltied !

 

Frieda:       Ida. Also – würkelk nett, dat Du vörbikummst; aver ik hebb overhopt keen Tied för Di. Vandag is doch Heidi´s grood Dag. Un wenn Du wedder mol wat utlehnen wullt, dann breng man erstmol de anner Saken torüch. (wischt während des nächsten Dialogs mit Ida alles ab, was abzuwischen ist)

 

Ida:            Gott, Du warst ok al mol fründelker. Butendem lied ik noch nich an Alzheimer. Siet Weken vertellst Du mi van nix anners mehr, dat dat Fernsehen up de Junker-Hof Dien Heidi unglückelk maken will. Tsss… disse dumm Sendung; ik hebb se mi erst tweemol ankeeken – well weet, wat för twee duddige Kerls de hier ansleepen. Alleen de Titel van disse Sendung – gräsig!

 

Frieda:       Blots elkeen veerde Sendung ward in platt utstrahlt, Ida. Un ditmol geböhrt dat hier bi uns. Dor bün ik besünners stolt up. Ik live in d´ Fernsehen bi „Vier Hände für ein Euter“.

 

Ida:            Tssss... ! Ik will Di mol wat seggen: De afsluts rechte Buur wacht siet over 20 Johr al up Heidi hier direkt tegenan. Du weest heel genau, wat uns Hannes dorför geven de, wenn he un Heidi...

 

Frieda:       (fällt ihr ins Wort) Hannes is woll eenfach nich de rechte Mann för mien Heidi. So ´n beeten wat männliches sull ja doch dran sien.

 

Ida:            Dat hebb ik nich hört! – Hannes hett nu mol dree Süsters. Dann is dat doch heel normol wenn he as Kind ok gern mit Puppen spöölt hett. He harr alltied blots Deerns um sück to. Ja, dat hett woll licht off-farvt. He hört nu mol to de wat weekere Abteilung.

 

Frieda:       Ok för Hannes sall dat woll irgendwor de Fro för ´t Leven geven. Hett he dat al mol mit dat Internet versöcht?

                   

Ida:            Paah… dat laat man sien Sörg sien. Wi laten uns tomindest nie nich up so een Niveau runner, dat wi uns dat Fernsehen up de Hof holen, um uns Hannes för 1000de van Tokiekers to Schau to stellen.

 

Frieda:       Dat was aver seeker mol interessant, Mama´s leevste Jung mit een Barbie-Pupp in d´ Hand live to beleeven.  

 

Ida:            Nu treck mol de Handbrems an, Frieda Junker. So bissig büst Du doch anners nich. Well seggt uns denn, dat Heidi sück bi Kabel 3 nich blameert?

 

Frieda:       Blameeren deiht Heidi sück seeker nich. Dor hebb ik een heel good Geföhl. Ik was ja eenlik dortegen, dat mit dat Fernsehen. Aver mehr un mehr hebb ik een good Geföhl dorbi. Un een beeten upregend is dat ja nu allemol.

 

                  (hinten klopft es kurz an der Tür, sodann betritt…)

 

3.Szene

 

Lisa:          (…den Raum. Bleibt aber an der Tür stehen. Sie trägt eine Jeans und ein Hemd oder eine Latzhose, ist in ihrer Art etwas linkisch, sie trägt ein Baseball-Cap, welches sie im Raum dann schnell herunter nimmt) Mahltied, Fro Junker.

 

Frieda:       Lisa, wat gifft dat denn? – Du musst vandag mol ohn uns utkomen – dat weest Du doch.

 

Ida:             (schaut etwas verwirrt zu Lisa)

 

Lisa:           Ja, ik weet. Aver Heidi hett seggt, ik sall glieks na Middag de komplette Upfohrt van d´ Hof offsprützen. Un ik find eenfach de Verbindungssteeker van dat Gardena-Schlauch-System nargends.

 

Frieda:        Glöv ik ja woll nich. Steenen sprützt man up de Junker-Hof mit een Hochdruckreiniger off. De Schlauch is för de Blomen un de Rasen.

 

Lisa:           Ochso… hähä… harr ik ok sülmst up komen kunnt. Danke aver. Un seggen Se doch bitte Heidi nich; dat ik dorna fragt hebb, anners denkt se noch, ik was nich selbstständig genug. – Bit dann. (ab)

 

 

 

4. Szene

 

Ida:             Klorst Du mi bitte up ?! Wat was dat?

 

Frieda:        Lisa – uns Praktikantin. Se is siet 2 Weeken bi uns. Wenn se sück good anstellt, will Heidi ehr viellicht een Utbildung bi uns mögelk maken. Tja, dat gifft ok noch junge Deerns, de sück för de Landweertskup interesseeren.

 

Ida:             Och, un dat wor ik erst vandag gewohr? (dann schießt es aus ihr heraus) Wor kummt de denn her? Wo old is se? Well sünd de Ollern? Hebbt de ok ´n Hof? Is dat nix för uns Hannes?

 

5. Szene

 

Frieda:        Ida – bitte verschon mi doch vandag mit de Tokunft van Dien Hannes. Ik hebb weet Gott nu anner Sörgen. Vandag geiht dat eenzig um Heidi. Off ik dat mit dat Fernsehen nu för recht hol, off nicht. De komen nu mol hierher vandag.

 

Ida:             Ja ja, hebb al verstahn. Madame Junker is sück nu to fein för uns eenfache Landwirte. Du hest ja sogor neije Dauerwellen, as ik seh. Un seeker hest Du Di ok noch neije Klamotten köfft um up dat Fernseh-Team düchtig Indruck to maken.

 

Frieda:        Na ja… Ja ja!

Ida:            Wüss ik dat doch! Ik stör dann ok nich langer. Gah Di man umtrecken.

 

Frieda:       Nich mehr nödig. Allns al erledigt. (öffnet ihren Morgenmantel stolz, zieht diesen aus, nimmt auch das Kopftuch ab. Sie trägt sehr schicke Kleidung) Tatatata…

 

Ida:            (staunt nicht schlecht) Wow. Wor hest Du denn disse Prada-Kopie her?

 

Frieda:       Van wegen Kopie. Dat is Gucci för Landwirte – even in de preisgünstige Variante. (öffnet die Tür schon nach hinten um Ida hinauszukomplimentieren)

 

Ida:            Wenn Di de heel Kram man nich to Kopp stiggt, Frieda. Ik gah ja al. Aver ik kom wedder. – Un de Koffje mutt ik dann ja woll bi mi drinken – na ja, de, de ik eenlik van Di utlehnen wull.

 

Frieda:       (holt nur Luft)

 

Ida:            Ja ja, ik breng Di de anner Dinge bi Gelegenheit wedder vörbi. Wat was dat denn overhopt noch allns?

 

Frieda:       Um dat uptotellen bruuk ik 2 Stünn. (schiebt sie schon praktisch hinaus) Du kannst ja mol na Aldi fohren un wahllos för 100 Euro inkopen un mi dat dann brengen – dann passt dat al.

Ida:            (ironisch-burschikos) Danke. Dürt dat ok Lidl sien? (ab)

 

6. Szene

 

Frieda:       (schließt die Tür, allein) Uff… endlich. (geht zügig ab nach rechts, kommt sodann mit einer Tischdecke und einer Vase zurück, die mit Sommerblumen gefüllt ist, dekoriert den Tisch, schaut auf die Uhr) Na ja, viellicht is ja doch noch Tied genug. (geht schnell zum Telefon, drückt eine Nummer, wartet, bekommt dann Anschluss) Irmgard – ik bün dat, Frieda. Nee nee – de sünd noch nich dor. Aver ik bruuk nochmol gau Dien Rat. Ik wull doch overmörgen as afslute Spezialität de Gugelhupf Royal backen, de Du alltied so good henkriggst. Ja ja – as tokünftige Sweegermoder van een van de beid jung Mannslü will ik mi doch van de best Sied wiesen. Also – dat geiht um de Glasur, de bi Di alltied so köstlich…

 

7. Szene

 

Ida:            (stürmt von hinten herein, schon von draußen ruft sie laut) F r i e d a  !!! Frieda ! Leeve Tied – F r i e d a !!!

 

Frieda:       Irmgard – ik roop torüch. (legt auf, noch ruhig, genervt) Kannst Du mi bitte mol seggen…

 

Ida:            (außer Atem) Se sünd dor!

 

Frieda:       (zunächst ruhig) Hä ? Se sünd dor?

 

Ida:            Jaaaaa… hebbt mi sogor fragt off se hier recht sünd up de Junker-Hof.

 

Frieda:       Ochso. (dann versteht sie endlich, ist spontan aufgebracht) Well is dor? De van ´t Fernsehen?

 

Ida:            Jaaaaaa ! – De Westermann – ik hebb mit de Westermann snackt – live. (ruhiger) Obwohl –ohn Schminke is dor ok nich vööl an.

 

Frieda:       (völlig aus dem Häuschen) Leeve Gott – nu sünd de doch al dor ?! Wo seh ik denn ut? (geht schnell mit den Handflächen über´s Haar, glättet ihre Kleidung) Kann ik mi so sehn laten?

 

Ida:            Ja doch.

 

Frieda:       Ja, Du geihst nu aver beeter wedder. Ik hebb keen Nerven för Di – butendem hest Du doch seggt, dat Di dat allns nich interesseert. Gah Du beeter inkopen. (schnell zur Tür nach links, ruft dorthin) Heidi !!! Beiel Di! Dien Mannslü sünd dor! – Dat geiht loooooooos !!! (schließt die Tür wieder, dann mit erhobenem Kopf) So, dann will ik de Prominenz mal empfangen. Ida - gah mi ut de Patt! (will ab nach hinten, als…)

8. Szene

 

Vera:         (…            kommt zügig in den Raum, stößt fast mit Frieda zusammen. Sie macht einen sehr genervten Eindruck. Vera trägt Jeans, eine auffällige bunte Bluse, eine Sonnenbrille im Haar, sowie eine große gefüllte Tasche über ihre Schulter. Die Anwesenden sind in diesem Moment für Vera unwichtig; sie nimmt sie zunächst gar nicht wahr) Dieser Idiot! Dieser unglaublich unfähige Idiot! (die Tür nach hinten bleibt offen)

 

Frieda:       (wundert sich, wie Ida) Angenehm – Junker.

 

Vera:         Vergisst dieser Trottel doch tatsächlich die große Kamera, die wir brauchen. Wenn man sich nicht um alles selber kümmert. Stümper wo man hinsieht. Lange mach ich das nicht mehr mit! (holt schnell eine Packung Zigaretten aus ihrer Tasche, holt die letzte Zigarette heraus, zerknüllt die Packung, wirft diese weniger galant auf den Tisch, zu Ida:) Haben Sie mal Feuer?

 

Ida:            (verwirrt) Äh… deiht mi leed. Ik hebb uphört. (stößt Frieda an, leiser aber direkt:) Fro Westermann bruukt Füür.

 

Frieda:       Ja seeker. (beginnt zu suchen)

 

Vera:         (fängt sich plötzlich, bricht die Zigarette durch, wirft diese auch auf den Tisch) Ach, was soll´s ?! Ich wollte ja aufhören. (realisiert die Situation, fasst sich an die Stirn, dann überfreundlich – fast singend - zu Frieda und Ida:) Ja H a l l o ! Ich bin es ! Die Vera Westermann. Und ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer neuen Folge von „Vier Hände für ein Euter“. (man hat den Eindruck, als wäre sie schon etwas Fernsehgeschädigt durch ihre Moderation) Wer sind Sie bitte?

 

Frieda:       (und Ida können die Stimmungs-Schwankungen von Vera kaum folge leisten)

                  Ik bün Moder Junker. Heidi is mien Dochter. (reicht ihr die Hand, aber Vera sucht in ihrer Tasche)

 

Vera:         (hat ein Formular herausgeholt, liest) Heidi? So wie die Gute von der Alm ? Wo sind denn der Almöhi und Josef, der Bernhardiner ? (lacht gestellt) Hähä...  (schlägt Frieda neckisch lachend die Wange) Heidi…hähähä…. Dann wollen wi mal schauen dass wir für diese junge Dame ihren Geißenpeter finden. Och – un entschülligen Se – hier snackt man ja platt. Man dat kann ik ok – keen Problem för Vera Westermann.

 

Ida:            (hat mit offenem Mund die Szene betrachtet, kann gar nicht glauben, was da passiert) Ik glöv, ik gah dann doch mol inkopen.

 

Frieda:       (ebenso überrascht, lässt ihr Hand zum Gruß nun sinken) Maak dat, Ida.

Ida:            Wenn Du Hülp bruukst… Du weest ja, wor Du mi findst. (kopfschüttelnd abgehend nach hinten) Grood Himmel…

 

9. Szene

 

Matthias:   (…kommt herein, stößt mit Ida zusammen, indem das Stativ ihr Bein streift.  Er hat eine Handycam in der einen Hand, in der anderen ein Stativ, sowie eine Tasche über seine Schulter hängen)

 

Ida:            Aua - also sowat – passen Se doch up, Se Töffel! (schaut nochmal zu Frieda herein) Vööl Spaß, Frieda Junker – Du Fernseh-Star! Ward seeker lüstig! (hämisch lachend endgültig ab, Tür bleibt offen)     

 

10. Szene

 

Matthias:   (in seinem Beruf als Kameramann eher unsicher wirkend, aber ein sympathischer, freundlicher Mann. Er trägt Leder – oder Jeanshose, sportliches Hemd) Och Vera, nu wees mi wedder good. Ik hebb doch för sückse Fälle alltied de Handycam dorbi. För de Probeupnahmen langt dat doch. In Stralsund vör een Maant sünd wi dormit ok best klor komen.

 

Frieda:       (betrachtet schweigend den folgenden Dialog)

 

Vera:         Ja even! In Stralsund hest Du de grood Kamera ok vergeeten. Matthias – wi mussen dormit klor komen. Un dat funn ik gor nich feini. Wenn Du Di nich endlich beeter um uns Technik kümmerst, dann kann ik nich mehr langer mit Di arbeiden un mutt dorover Meldung maken. (fasst sich an die Stirn) Sowat holen de Nerven van Vera Westermann eenfach nich langer ut. Is doch al leep genug, dat Tina krank worden is, un wi hier ohn Maske utkomen mutten.

 

Matthias:   Ik fohr glieks wedder torüch na Hambörg un hol de grood Kamera, wenn ik sall.

 

Vera:         Vergeet dat. Ik bruuk Di hier. Wenn dat sien mutt, dreih wi even in ´t Studio na. Requisiten ut de Landweertskup hebb wi ja in Hülle un Fülle, falls Du mol ´n Koh nich dicht genug drup kriggst.

 

Matthias:   (etwas kleinlaut) Okay. Dat kummt nich wedder vör - ik verspreek dat. Aver wegen de Saak mit Meldung maken… Vera – ik bün noch in de Probetied – un ik bruuk de Job.

 

Vera:         Ja, nu maak Di man nich in ´t Hemd. Maak eenfach Dien Arbeid un hol de Mund! – Dann ward ok allns feini. Wor sünd de Jungs?

 

Matthias:    Sitten wachtend in ´t Auto. Un buten sünd bold 26 Grad. Un Du weest, dat de Klima-Anlage kött is?!

Vera:          Ja ja. Wi holen se ja glieks rut. Butendem hett dat doch wat. Wi hebbt nüms för de Maske un de Hitze lett de jungen Kerls utsehn, as haren se al de heel Dag up de Hof arbeid. Dat sücht doch bannig feini ut, nicht wohr ?! (lacht hämisch)

 

Matthias:    (findet das weniger lustig, nimmt erst jetzt Frieda wahr) Oh, gooden Dag. (begrüßt sie freundlich) Matthias Henning. - Fro Junker, nehm ik an?

 

Frieda:        (ebenso erfreut) Genau. Junker. Frieda Junker. De Moder van Heidi.

 

Vera:          (kann sich das Lachen nicht verkneifen) De Enkelin van Almöhi. Hähähä... (zu Frieda) Wat för ´n Glück, dat Se nich Dete heeten, wa ?!  (Vera jodelt kurz)

 

Frieda:        Hallo ?

 

Vera:          Dat was blots een lütten Spaß, Fro Junker.

 

Frieda:        (dann zu Matthias) Gifft dat Probleme?

 

Matthias:    Nee nee. Wi hebbt allns in Griff. Ik bün för de Kamera tostännig, dormit Ehr Dochter un ok Se good in Szene sett worden. Moij, dat wi bi Se sien düren.

 

Vera:         (gibt Frieda nun auch die Hand) Entschülligen Se mien Uptreeden hier. Aver wenn nich allns 100%tig löppt, bün ik even nich tofree. Vera Westermann – aver Se kennen mi ja van Kabel 3. Feini, dat wi uns kennen lernen.

 

Frieda:       Ja, find ik ok bannig – äh – feini ? - Dürt ik Se wat anbeeden?

 

Vera:         Nee nee - Vöölen Dank – wi sullen keen Tied verleesen. – Obwohl – een Kir Royal was nu genau dat richtige för mien Nerven.

 

Frieda:       Kir wat?

 

Matthias:   Vera, dat geiht mi ja nix an, aver…

 

Vera:         EVEN! – Verkniep Di Dien Kommentare. Butendem hebb ik mien Alkoholproblem al lang in ´n Griff. – Fro Junker, een koll Melk för Matthias was wunnerbor. Un för mi bitte erstmol nix – ik hebb noch ´n ieserne Reserve in ´t Auto. (schaut Matthias an, der sie ungläubig mustert) Blots för alle Fälle!

 

Frieda:       As Se meenen. (abgehend nach rechts) Se könnt ja later mol mien Upgesetten probeeren, Fro Westermann. Is besünners lecker – aver passen Se up – de hett dat in sück. (ab)

 

Vera:         (wird aufmerksam) Och ja? Feini. Ik komm bestimmt dorup torüch.

 

 

 

11. Szene

 

Vera:         Bevör Du de Scheinwerfer rinholst un de Jungs ut de Backofen befreest, maak wi erstmol  gau ´ne Probeupnahm, Matze, wenn dat nich tovööl verlangt is.

 

Matthias:   Seeker doch. Aver ähm… de Scheinwerfer…

 

Vera:         (ahnt böses) Ja ???

 

Matthias:   Ja also…

 

Vera:         (regt sich auf) Segg dat nich! Kiek eenfach dör de Linse, anners lücht ik Di glieks na Huus, Du Null! – Wor sünd mien Tabletten? Ik hol dat nich mehr ut – ik hol dat eenfach nich mehr ut. (kramt schnell etwas hysterisch in ihrer Tasche, findet aber nicht das was sie sucht) So ´n Schiet aver ok! Allns dor – Plaster, Lippenstift, Tampons, Kondome – un wor sünd mien Pillen?

 

Matthias:   Vera, Du sullst viellicht wat minner…

 

Vera:         (faucht ihn an) Ik hebb ok mien Tabletten-Problem längst in ´n Griff! (findet endlich)

 

Matthias:   Seeker.

 

Vera:         (öffnet die Tablettendose, schüttet sich mehrere davon in die Handfläche, direkt in den Mund, macht dann ein etwas unglückliches Gesicht, weil sie nicht zum Herunterspülen hat; sodann kommt jedoch…)

 

12. Szene

 

Frieda:       (…von rechts zurück. In einer Hand hat sie ein volles Glas Milch, in der anderen eine volle Flasche von ihrem Aufgesetzten) Also, för later hebb ik dann al mol de Upgesett…

 

Vera:         (greift ihr die Flasche direkt aus der Hand, öffnet sie und trinkt gierig einen guten Zug daraus) Aaaahhh… deiht dat good. Dat is ´n geil Tüch.

                 

Frieda:       (sehr erstaunt) 45 Umdrehungen – blots to Ehr Information.

 

Matthias:   Du leeve Tied.

 

Vera:         45 Umdrehungen ? Aver Fro Junker – de Tied van de lütte Schallplatten is doch al lang vörbi. Hähähähä… Kieken Se sück mol an wo flott sück een CD dreiht... hähä...

 

Frieda:       (versteht nicht) Ja ja. (zu Matthias) Ehr Melk. (stellt sie auf den Tisch ab)

 

Matthias:   Völen Dank. Bannig fründelk.

 

Vera:         So, Supermann – los geiht dat. Dann will wi mol feini dreihen. (nimmt nochmal einen Zug, stellt dann die Flasche ab, zu Frieda:) Un Se holen nu bitte Ehr… (lacht) Heidi!

 

Frieda:       Ja seeker. (ab nach links)

 

13. Szene

 

Vera:         Fardig för de Probe?

 

Matthias:   (hat während der letzten Dialoge das Stativ aufgebaut und die Kamera darauf montiert, sie steht vorne rechts im Raum. Außerdem hat er ein Mikrofon mit Kabel an die Kamera angeschlossen. Matthias steht hinter der Kamera) Klor Vera – legg los!

 

Vera:         (positioniert sich vor der Kamera, geht nochmal mit den Händen durchs Haar u.a. nimmt sich das Mikrofon)

 

Matthias:   (schaut durch die Linse, drückt einen Knopf) U n --- Upnahm! (zeigt es, indem er einen Arm erhebt)

 

Vera:         (schaut mehr als freundlich in die Kamera, sehr überschwinglich:) Ja Servus, Grüzi und Hallo! Ich begrüße Sie alle auf´s allerherzlichste bei der Kabel 3 – Sendung: „Vera´s Melodien der Berge“. Ich bin Vera Westermann und…

 

Matthias:   Cut! Cut - cut. Vera?

 

Vera:         (gereizt) Wat denn?

 

Matthias:   Verkehrte Sendung! „Melodien der Berge“ was lesde Week. Un „Vera´s fruchtige Zitronen“ dreih wi in dree Weeken. Butendem maak wi disse Sendung hier up platt !

 

Vera:         (schnippisch) Ik wull blots mol testen, off Du ok uppasst.

 

Matthias:   Ja seeker. – Also nochmol. (vorsichtig) Du weest, wo disse Sendung heet?

 

Vera:         Sückse Fragen sünd nich feini, Matthias. Drink Dien Melk un dreih!

 

Matthias:   Okay. Also – Achtung: Veer Jidders, de tweede.

 

Vera:         Hä ?

 

Matthias:   Ik meen – veer Handen.

 

Vera:         (in gleicher Positur wie vorhin) Ja Hallo un een hartlik Willkommen bi „Veer Handen für een Jidder“. Ik bün Vera Westermann un dat geiht hier vandag um mien Jidder.

 

                  (kurze Pause)

 

Matthias:   (schaut ungläubig hoch) Worum geiht dat?

 

Vera:         (immer noch fröhlich schauend) Um mien Jidder! – (dann besinnt sie sich plötzlich, ärgert sich furchtbar) Mist Mist! – Laat lopen; ik maak dat glieks nochmol. Dat is blots de Hitze – un Du, mien Fründ. Dat maakt mi allns wahnsinnig.

 

Matthias:   Entschülligung. Also bitte. Kamera löppt noch.

 

Vera:         (versucht es dann ein drittes Mal, diesmal gelingt es ihr) Ja Hallo un een hartlik Willkommen bi „Vier Hände für ein Euter“, ditmol in de plattdütske Utgaav, un dann heet dat natürlik „Veer Handen för een Jidder“. Ik bün Vera Westermann un dat geiht hier vandag um de Tokunft van de Jungbuurinske Heidi Junker. Ik bün hier in de Wohnkamer van de Junker-Hof; un dat ganze find statt hier in dat wunnerbor Dorp Lütt-Wegenau.

 

14. Szene

 

Heidi:        (ist während Vera´s letztem Satz gefolgt von ihrer Mutter von links herein gekommen; etwas verunsichert, ist nun auch geschminkt und anders frisiert. Trägt jetzt legere Kleidung – entweder ein modernes Kleid oder aber Jeans mit Pullover oder Bluse; auf jedenfall modern und keinesfalls ländlich bzw. altbacken)

 

Vera:         (hat sie sodann gesehen, dreht sich zu ihm um, zerrt sie direkt neben sich vor die Kamera) Ja, un hier hebb wi ok al de Hauptdarstellerin. (schaut dann wieder in die Kamera)

 

Heidi:        (tut gleiches)

 

Frieda:       (steht mit leichtem Abstand hinter den beiden, schaut zunächst auf Heidi´s neues Outfit, schüttelt mit dem Kopf, macht dann aber schnell ein freundliches Gesicht, winkt – über die beiden hinweg - in die Kamera)

 

Vera:         Heidi – (muss wieder kurz lachen) – dat is ja mol een Naam, de so richtig in disse Gegend passt. Fehlen eenlik blots noch de Zeegenbucken Schwänli un Bärli. Hähähä... Vertell de Tokiekers doch mol, wo dat mögelk is, dat Du bitlang nich de richtige Mann funden hest, un wo dat dorto komen is, dat Du nu mit „Veer Handen för een Jidder“ up Kabel 3 Dien Glück finden wullt. (hält ihr das Mikrophon hin)

 

Heidi:        Na ja… de Jungs hier in ´t Dörp kann man doch totol offhaken. Un de meesten jungen Buurn hebbt ja ok sülmst een Hof van ehr Ollern overnohmen. Dor is dat för een Fro as mi nich so heel eenfach. Ik bün ja nu mol een Eenzelkind; un kieneen hett mi bitlang fragt, off ik overhaupt een Buurn-Fro sien will.  

 

Vera:         Aha. Interessant.

 

Frieda:       (drängelt sich jetzt in den Vordergrund, schaut dabei in die Kamera, spricht in das Miko) Ja richtig ! – So kann dat doch mit mien Heidi nich wiedergahn. So een wunderbor Frominske sull doch dat passende Tegenstück finden, nich wohr ?! Eenlik was ik ja heelmol dortegen – dat hier mit disse Fernseh-Kram. Aver langsom denk ok ik, dat dat woll een good Mögelkeit is för uns Heidi. Ik hop, dat de richtige Mann för ehr dorbi is.

 

Vera:         (etwas überfahren) Un genau dorum geiht dat ok in disse Sendung – as Se an de Fernseh-aparaten ja all weeten. (etwas gelangweilter) Dat hier is übrigens Moder Junker.

 

Frieda:       Jaaa…. Huhu…. (winkt wieder in die Kamera) Bün ik nu in ´t Fernsehen?

 

Matthias:   (kann es kaum glauben) Oh bitte…

 

Vera:         Mit de Moder van Heidi unnerhol wi uns later in disse Sendung noch. (ändert ihren Standort einige Meter nach links oder rechts, damit sie alleine vor der Kamera steht) 100.000 Euro kriggt de Herzbube de dat klor brengt, dat Hart van Heidi to erobern. Dat gifft dat blots bi Kabel 3. AVER: Disse Summe gifft dat blots dann, wenn na 2 Weeken na dat Kennenlernen hier up de Hof ok hierat ward. – Leider kunn wir Se, leeve Tokiekers, so een Happy End bitlang noch nich anbeeden in uns Sendungen; aver well weet – viellicht ward disse Dröm hier up de Junker-Hof wohr. (wendet sich dann wieder an Heidi) Heidi, van 124 Bewerbungen hest Du Di 2 utsöcht.

 

Heidi:        Ja genau.

 

Frieda:       (drängelt sich wieder dazwischen) Moment mol. IK ! Ik hebb ehr de utsöcht! Se kunn sück ja nich entscheeden.

 

Vera:         Cut ! (geht zu Matthias) De Buurn-Moder brengt mi noch um de Verstand. Kannst Du de nich irgendwie... (kleine Pause) entsörgen?

 

Matthias:   Keen Bang – wi snieden allns rut, wat wi nich bruken könnt.

 

Vera:         (nimmt sich wieder die Flasche mit dem Aufgesetzten, trinkt erneut einen kräftigen Schluck daraus) So – wieder geiht dat !

 

Matthias:   Kamera löppt.

 

Vera:         Torben un Olli heeten de beid Kandidaten, de Heidi wählt hett. Un disse beid junge Mannslüüd wachten al bannig dorup, dat Leeven up een Hof un vör allem (muß wieder grinsen) de HEIDI kennentolernen. – (zu Heidi) Wo geiht Di dat nu, Heidi? Büst Du ok een beeten upgeregt?

 

Heidi:        Oh… ja. Dat kann man woll seggen.

 

Vera:         Se sehnt dat sülmst, mien leeve Kabel 3 – Tokiekers – de Nervosität van de Jungbuurinske is bold nich vull to holen. Un dorum willen wi SE – un vör allem Se tohuus, nich langer wachten laten. Mien Damen un Herren: Hier sünd se: Siegfried un Roy! (zeigt voller Euphorie zur Eingangstür)

 

Matthias:   Hallo ? Wo heeten de?

 

Vera:         Wat ?

 

Frieda:       Viellicht sullen Se doch wat minner van de Upgesetten… also… ik meen…

 

Vera:         (verdreht nur die Augen) Mien Damen un Herren: Torben un Olli ! (bleibt einen Moment in dieser fröhlich-deutenden Starre stehen, dann:) Un cut ! – (kleine Pause, zu Matthias:) Hest Du mol ´ne Kippe för mi?! (legt das Mikrophon ab)

 

Matthias:   Ik hebb uphört to roken, dat weest Du doch. Un Du wullst doch ok nich mehr.

 

Vera:         Wo kummst Du denn dorup? Vandag löppt ok gor nix rund. Hopentlik qualmt tomindest een van de Typen. – (dann zu Heidi und Frieda:) Off ward hier etwa bi de Familie Junker smökt? Dat was würkelk feini.

 

Frieda:       Leider nich.

 

Vera:         Hhhmmm, okay. Dann even nich. – So, as nächste Szene dreihen wi dann dat Ankomen van de beid jungen Mannslüüd. Dorto bruuk wi Di – (leicht ironisch) un ok SE nich, Fro Junker. Dat dreihen wi buten. Se hebbt nu beid 5 Minüten Paus. Komm, Matthias. (schon abgehend zur Tür nach draußen, Matthias folgt ihr mit der kompletten Ausrüstung, Vera bleibt dann jedoch an der Tür nochmal stehen, dreht sich um, nimmt die Flasche mit raus, dann beide ab)

 

                  (kurzes Schweigen zwischen Heidi und Frieda)

 

15. Szene

 

Heidi:        Na toll. Is ja nich to glöven. Harrst Du Di dat ok so vörstellt? De Westermann maakt in ´t Fernsehen blots ´ne miese Show.

 

Frieda:       Och, findst Du? De is doch heel fründelk. Ik bün immer noch upgeregt, dat se hier bi uns is.

 

Heidi:        Fründelk? Oh Moder – waak up. Süchst Du denn nich, dat Vera Westermann een bannig dörgeknallte, multi-abhängige Fernseh-Psychopathin is?

 

Frieda:       Heidi – wat seggst Du denn dor? Vera Westermann drinkt mien Upgesetten. Disse Buddel stell ik as Trophäe as ewige Erinnerung in een Vitrine.

 

Heidi:        Maak dat. Du kannst ja viellicht sogor Intree nehmen, falls de Pulle irgendwell sehn much.

 

16. Szene

 

Ida:            (stürmt ins Zimmer, aufgebracht) De suppt ! De Westermann suppt! Ut Buddel!

 

Frieda:       Leeve Tied – wat wullt Du denn al wedder? Hest Du Röntgen-Oogen? Wo kannst Du dat sehn, wenn Dien Kökenfenster 500 Meter van uns Hof weg is? --- Butendem suppt se nich, sondern genießt mien Upgesetten.

 

Ida:            Huchnee, is ja good. (versucht, ungeschickt ihre Neugierde zu erklären) Jaaaa… tofällig harr sück just een van uns Höhner up jo Hof verirrt. De muss ik doch wedder infangen.

 

Frieda:       Unbedingt. Un dat klingt ok bannig glaubhaft, Ida Koppelkamp.

 

Ida:            Denk doch wat Du wullt. Wenn dat allns keen Rull spölt, wat ik tofällig beobacht, dann interesseert Di dat ja seeker ok nich, dat een van Heidi´s Anwärter jo feine Praktikantin moij Oogen maakt hett un se hum dann an de Schlauch packt hett, wa ?!

Heidi:        Bitte ?

 

Ida:            Jaaaa… een van de Herren hull de Schlauch fast. Un dann hett de offsprützt.

 

Frieda:       Ja un ? Dor kannst Du mol sehn, dat de jungen Mannslüüd, de IK wohlgemerkt utwählt hebb för mien Heidi, sück van de erste Minüte mit Liev un Seel de Landweertskup verschreeven hebbt.

 

Heidi:        Kann mi mol irgendwell upkloren?!

 

Frieda:       Wat gifft dat denn dor to verkloren. Lisa maakt uns Hof-Platz schoon. Dat hast Du ehr doch sülmst seggt.

 

Heidi:        Ja richtig. Aver nich, dat ehr irgendeen dorbi helpt un se dann irgendwell de Schlauch fastholt.

 

Frieda:       (erfreut) Oooohh…, dat gefallt mi. Mien Dochter is al iefersüchtig. Dorbi hett se de beiden noch nich mol sehn. Meine Güte is dat feini.

 

Ida:            Hä ? Wat is dat?

 

Frieda:       Feini. Dat is modern Fernseh-Spraak, Ida. Dorvan versteihst Du nix.

 

Heidi:        Tsss… so ´n Quatsch, Moder. Iefersüchtig. Ik harr blots gern wüsst, wat för Schlauchen up mien Hof holen worden. (falls es ein Fenster in Ihrem Bühnenbild gibt, schaut Heidi heraus, ansonsten geht sie kurz ab nach hinten)

 

Ida:            Ja, nu vertell doch endlich, Frieda. Wo is de denn so wenn se för dat Fernsehn dreiht – de Westermann?

 

Frieda:       Ik denk, dat interesseert Di nich. Aver dormit Du tofree büst: (schwärmt) Genau as up ´n Bildschirm, Ida. Natürlich, fründelk, nett. – Un ik wur ok al filmt. Jaaa….

 

Ida:            Dann hett sück ja tomindest Dien Termin bi d´ Frisör lohnt. – Ik weet, dat Salon Yvonne nu 85 Euro för neije Dauerwellen verlangt.

 

Heidi:        (kommt sodann zurück falls er rausgegangen ist, sodann kommen…)

 

17. Szene

 

Vera:         (und Matthias kommen zurück. Matthias hat die Kamera und das Stativ wieder dabei, baut es wieder auf, in Richtung Eingangstür zeigend. Vera hat die Flasche dabei. Sie ist leer. Ruft bestimmend und laut hinaus:)  Hier stahn blieven – bit ik jo roop! (stellt die Flasche auf den Tisch ab) Besünners süffig, dat Landgetränk, Fro Junker. Bevör wi in 2 Weeken wedder offfohren, packen Se mi doch bitte dree Dutzend Pullen dorvan in. (Vera ist zwar ein wenig „lustiger“ als vorhin; jedoch nicht betrunken)

 

Heidi:        (Frieda und Ida staunen nicht schlecht, dass Vera die Flasche komplett geleert hat)

 

Frieda:       Maak ik doch gern, Fro Westermann. (dann jedoch:) Dat heet – dor mutt ik eenlik passen. Dor sünd blots noch 5 Buddels in d´ Keller.

 

Vera:         Och Engelchen – wie sünd doch noch 13 Dag hier. Dor hebbt Se doch noch sovöl Tied um disse Fusel to brannen. Hähähä… - Soooo… wieder geiht ´t ! Matthias ? – Allns klor ? Allns feini?

 

Matthias:   Jo. Kann wieder gahn. (schaut durch die montierte Kamera in Richtung Eingang)

 

Vera:         (stellt sich wieder davor) Na dann will wi doch mol de Einzug van de Gladiatoren filmen. (wieder in die Kamera schauend, plötzlich wieder äußerst freundlich und lächelnd hineinschauend)

 

Matthias:   Und ab!

 

Vera:         (moderiert) Un nu, leeve Nation, kummt de ganz grood Oogenblick, up de Se – un vör allem uns Heidi – lang wacht hebbt. Hier sünd de beid junge Mannslüüd, de dat Hart  van Heidi Junker för sück winnen willen. Freien Se sück mit mi up Torben Kramer un Olli Wollermann. (zur Tür zeigend)

 

18. Szene

 

Lisa:          (kommt hereingetorkelt. Ihr Haar liegt wir auf dem Kopf, sie trägt ihre Kleidung nicht mehr ganz korrekt, ihre Hose ist nass an bestimmten Stellen) Heidi ! Help mi! Wo sall ik denn bitteschön vernünftig offsprützen, wenn ik all man weg van een Mann dorbi stört ward?

 

Alle:          (recht geschockt)

 

Ida:            Du groode Gott! 

 

Heidi:        Wat is hier los?

 

Frieda:       Leeve Zeit!

 

Matthias:   Gütiger Himmel!

 

Vera:         (fasst sich an die Stirn) Kann man hier bitte EENMOL vernünftig arbeiden? Wat hett disse natte Person hier to söken un well is dat overhopt?

 

Heidi:        Lisa – wat is passeert? (geht besorgt zu ihr, schaut sie an, sieht die nasse Hose) Wat is dat?

 

Frieda:       (regt sich auf, geht auch näher an sie heran) Wo süchst Du denn ut? Un worum störst Du hier al wedder? – Fro Westermann – dat ward doch nich send, oder?

 

Ida:            Worum denn nich? Blameer Di doch. Wenn Dien Heidi uns Hannes nehmen de, kunnst Du Di dit Spektakel sporen.

 

Frieda:       Och, wees Du doch still.

 

Vera:         Natürlik ward dat nich in de Sendung wesen, Fro Junker. Ik versöök hier nix anners, as een eenigermaten akzeptable Fernseh-Sendung to maken – aver man lett mi ja nich. (holt aus ihrer Tasche einen Flachmann, trinkt) Gott, mien Nerven.

 

Matthias:   Kunn viellicht irgendwell disse junge Fro ut dat Bild nehmen, dormit dat wiedergahn kann?!

 

Heidi:        (nimmt sie in dem Arm, bestimmend) Komm mit na tegenan – un dor vertellst Du mi bitte erstmol, wat passeert is. (beide abgehend nach rechts)

 

Lisa:          Ja aver – ik kann nix dorför, Heidi. Würkelk nich.

19. Szene

 

Frieda:       Aver Heidi – Du kannst doch nu nich gahn.

 

Vera:         Is al good – wi bruken ehr nu eh nich. (zu Matthias) WIEDER! (moderiert) Mien Damen un Herren – Torben un Olli!

 

20. Szene

 

Olli:           (kommt gefolgt von Torben herein. Olli trägt schicke, aber eher steif-wirkende Kleidung, die nicht korrekt sitzt. Anzug oder Kombination. Er richtet die Kleidung beim Hereinkommen mit einer Hand. Er hat – wie Torben - einen vollen Koffer auf Rollen dabei. Torben hat auch eine Herrentasche dabei in einer Farbe oder Form, mit Wiedererkennungswert. – wichtig für Akt 3 – Torben trägt schicke, jedoch legere Kleidung, wie Jeans oder andere Hose mit T-Shirt oder farbiges Oberhemd. Beide schauen recht erbost.)

 

Torben:      (zu Olli beim Hereinkommen:) Worto wachten? Butendem geiht Di dat een Dreck an, wat ik maak.

 

Frieda:       (sehr erfreut) Oh, dor sünd de beiden. Hach, wat för ´n moijen Anblick.

 

Olli:           (und Torben hören das gar nicht, sind erbost) Dat is aver totol unfair, Mr. Kramer. Du hest ehr overrumpelt mit Dien Liebkosungen. Ik bün nu vull in ´n Nadeel.

 

Vera:         (genervt) Cut !!! - Kinner – Was dat viellicht mögelk, dat de Herren fröhlich-lachelnd dit Huus betreden; so as dat offsnackt was ?! Dat is nich besünners feini van jo.

 

Olli:           (aufgebracht) Aver he hett de Kandidatin bold vernascht.

 

Frieda:       Bitte ?

 

Ida:            Wat ?

 

Matthias:   Well hett he… ?

 

Frieda:       Well hett hier mit well ?

 

Vera:         Wor is de Upgesette ? – Ik kann so nich arbeiden!

 

Torben:      (und Olli schauen sich während der nächsten Dialoge giftig an)

 

Frieda:       (verunsichert) Ja, sall ik würkelk een tweeden Buddel för Se holen?

 

Vera:         Äh... also... Nee. Viellicht later. – (fasst sich erneut an die Stirn) Mien Nerven. (drückt Matthias das Mikro in die Hand, wendet sich an die beiden älteren Frauen) Fro Junker – Fro…

 

Ida:            Koppelkamp. Ida Koppelkamp. Ik bün de Naverske. (stellt sich vor die Kamera, lächelt hinein, winkt evtl.)

 

Vera:         Super, Fro Koppelkamp. (zu beiden:) Passen Se up: So kann dat hier nich wiedergahn. Wenn wi hier een Sendung dreihen willen, de wi ok wiesen düren, bruuk wi hier mehr Ruh un Ordnung. Ik much Se bitten, dat Se sück nu torüchtrecken. Wi ropen Se, wenn wi Se bruken. Hebbt Se dat verstahn?

 

Frieda:       (und Ida etwas beleidigt, gehen dann aber sehr langsam an Torben und Olli vorbei abgehend nach draußen) Ja, wenn Se meenen. (dann zu Ida abgehend sagend:) Un dat in MIEN Huus, Ida. Ik komm hier nich mehr klor. Du viellicht? Wat was mit disse Lisa. Un worum sach se so ramponeert ut ? Un mutten wi uns dat overhopt allns gefallen laten? Ik bün langsom gor nich mehr seeker, off dat woll allns richtig is, wat hier passeert. Segg doch ok mol wat, Ida.

 

Ida:            Och, up eenmol brukst Du mien Rat, ja ?!

                  (Beide endgültig ab)

 

 21. Szene

 

Vera:         (holt tief Luft, versucht freundlich zu wirken) Könnt de beid junge Männslüüd ehren Privatkram bitte up later verschuven un nu för uns Kamera so reageeren un de Text seggen, de offmaakt was ?!

 

Torben:      (und Olli gemeinsam kleinlaut) Ja.

 

Vera:         Na bitte. Dat is doch feini. – Un de Mundwinkel bitte 90 Grad na boven, Engelchen, ja?!

 

Torben:      Wie Engelchen ? He (deutet auf Olli) Engelchen off ik Engelchen ?

 

Vera:         Beid Engelchen ! Also ?

 

Olli:           (und Torben versuchen etwas gestellt zu lächeln)

 

Vera:         Wunnerbor. Afslut feini. Un nu husch husch rut un dat Ganze nochmol van vörn. Un dat so, as dat in ´t Drehbook steiht. Allns klor?

 

Olli:           Ja.

 

Torben:      Ja ja.

 

Beide:        (Männer gehen wieder hinaus, rempeln sich dabei aber leicht an; man spürt einen Hass zwischen den beiden)

 

 

 

 

 

22. Szene

 

Vera:         (zu Matthias:) Dat is definitiv de lesde Sendung van „Veer Handen för een Jidder“, dat schwör´ ik Di. Well sall denn sowat utholen ?

 

Matthias:   Dat is dat 23ste Mol, dat ik dat van Di hör. Aver ik gev dat to – dat hier is echt krass.

 

Vera:         Na good. Vergeet dat. (klatscht 3 x laut in die Hände) Un Achtung, ji Engelchen. Upnahm! (nimmt das Mikro wieder in die Hand)

 

23. Szene

 

Olli:           (kommt wieder herein, er lächelt jetzt, es sieht nun auch wirklich „echt“ aus) Ja Hallo.

 

Torben:      (kommt sodann hinterher) Gooden Dag.

 

Vera:         (geht mit dem Mikro in der Hand zu den beiden) Ja, gooden Dag. Hallo leeve Torben, Hallo leeve Olli. (schaut in die Kamera) Dor sünd se – uns beid Kandidaten för disse Week. Un beid nich van verkehrte Ollern, wa?! Dor sall uns Heidi de Wahl aver seeker nich liggt fallen. (wendet sich dann wieder an die beiden, gibt beiden die Hand) Ik bün de Vera. Feini, jo hier to hebben. Un ji kennen ja de Regeln van uns Sendung. Glieks bi dat Intreeden up de Hof sehnt ji ok endlich to ´n allerersten Mol een Bild van de Jungbuurinske. (in die Kamera) Heidi düss sück ja ut een Hopen Bewerber twee utsöken; disse beid Herren weeten bit nu allerdings nich wo de Fro utsücht, mit de se dat hier tominnest 7 Dag lang utprobeeren willen. So sünd uns Regeln. Aver nu lüft wi för de beiden dat Geheimnis. (holt aus einer Tasche ein Bild von Heidi heraus, welches etwa die Größe von DIN A5 oder DIN A 4 hat, hält es zunächst in die Kamera, dann den beiden Herren vor´s Gesicht) Un bitte. - Dat is jo Herzblatt ! De Heidi Junker.

 

Olli:           (und Torben schauen darauf, zusammen:) DE???

 

Torben:      Oh Gott. Well is dat ?

 

Olli:           (fängt an zu lachen) Ik lach mi schlapp. Dor hest Du woll de Verkehrte vernascht, leeve Kollege. Is dat geil.

 

Vera:         (verwirrt) Wat denn ? Wie bitte ?

 

Torben:      Aver well bitte was denn de junge knackige Bruut mit de lang Schlauch dor buten?

 

                  (während Vera´s folgendem Dialog betrachten die beiden jungen Männer das Foto. Olli muss immer noch lachen, findet Heidi aber wohl sehr okay, Torben kann seinen Fehltritt mit Lisa kaum fassen)

 

Vera:         (in die Kamera) Se sehnt, leeve Tokiekers an de Aparaten, de Begeisterung stiggt hier soeben in ´t Unermessliche. Wi söllnt hier woll seeker twee bannig spannende Weeken up de Junker-Hof beleven düren. – Bevör wi uns nu mit de beiden intensiv unnerholen, wat se hier verwachten un wo se sück een Leeven as Buur vörstellen, un vör allem – bit dat to dat erste Treffen mit Heidi kummt, sullen Se an de Bildschirme blieven. Denn na een lütte Werbeunnerbreeken sünd wi sofort wedder för Se dor – bi „Veer Handen för een Jidder“. Un nu betrecken Olli un Torben erstmol ehre Kamers hier up de Hof. Bit glieks – jo Vera Westermann. (lacht gestellt in die Kamera)

 

Matthias:   Und cut ! – Super sowiet.

 

Vera:         Super ? Ja stimmt. Besünners de Gesichtsutdruck as de Jungs dat Bild sehn hebbt.

 

Matthias:   Dat laat wi so.

 

Vera:         (genervt) Ja seeker. So – zack zack – wieder geiht dat in de Schlafkamers. Matthias – upbauen.

 

Matthias:   Wor denn ?

 

Vera:         Na, in de Gastenkamers. Keen Ahnung wor de sünd. Versöök dat mol links.

Matthias:   Okay Chefin. (räumt seinen Kram zusammen, geht dann ab nach links)

 

Vera:         Un ji… (holt ein Manuskript aus ihrer Tasche mit einigen zusammengehefteten Blättern) Hier ! Utwennig lernen. De Text för jo.

 

Torben:      Text ?

 

Vera:         Ja klor. Wat ji seggen mutten, wenn ji jo Kamers sehnt. De Begeisterung ! – Is dat so schwor?

 

Olli:           Un wat is mit uns eegen Meenung?

 

Vera:         Engelchen, well interesseert denn dat bi ´t Fernsehen?! Wi produzeeren hier een Unterhaltungs-Sendung bi Kabel 3. Al wedder vergeeten? (abgehend nach links, fröhlich:) Fief Minüten Paus. Ik roop jo wenn dat wieder geiht.

 

24. Szene

 

Olli:           Dat harr ik mi allns een beeten anners docht.

 

Torben:      Ja, ik ok.

 

Olli:           Aver eens segg ik Di: Hier tellen glieke Regeln för Di un mi wat de Annäherungen betreffen. Du kannst nich ok glieks disse Heidi overfallen.

 

Torben:      Wat ik hier maak, geiht Di gor nix an. Van mi ut kannst Du glieks wedder offhauen. Denn IK bün dejenige, de disse Heidi kriggt. Ik alleen.

 

Olli:           Och ja ? Un dor büst Du Di so seeker? Hett denn nich ok Heidi dor een Wort mittosnacken?

 

Torben:      Tsss.  -  Du büst mi hier blots in d´ Weg.

 

Olli:           7 Dag söllnt wi dat hier aver woll mitnanner utholen mutten. Denn erst dorna mutt Heidi sück för een van uns beid entscheeden.

 

Torben:      Ik glöv, ik mutt woll wat düdelker worden. IK krieg Heidi un de 100.000 Euro. Un spätestens na 48 Stünden will ik Di hier nich mehr sehn. Un sull dat doch passeeren, lernst Du Torben Kramer van sien nich besünners fründelke Sied kennen. (greift ihm grob an den Hals) Verstahn, Engelchen ?

 

Olli:           (jetzt sehr verängstigt, nickt nur)

 

Vorhang

 

Ende des 1. Akts

 

 

 

 

 

Zweiter Akt

 

                  (3 Tage später. Das Bühnenbild ist unverändert. Es ist aber eine neue Tischdecke über den Tisch gelegt worden. Ca. 15 Uhr am Nachmittag. Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzt Torben am Tisch und schreibt einen Brief. Er schaut oftmals nach hinten, rechts und links, ob jemand hereinkommt. Torben trägt andere Kleidung, die fast etwas zu nobel für den Alltag ist. Plötzlich klingelt das Handy von Torben)

 

1.Szene

 

Torben:      (nimmt das Gespräch an) Hallo? Och Du büst dat, Karin. Ja, dat löppt hier allns na Plan. Du entschüllige, ik kann nich free snacken. De Ollschke van disse Grusel-Heidi is tegenan. Aver ik hebb hier nu een Komplizin. Wi beid hebbt de Kohle so good as seeker. (von rechts hört man Frieda husten) Ik roop Di vanavend torüch; ik mutt nu Schluss maken. (beendet das Gespräch)

 

Frieda:       (kommt von rechts mit einem gefüllten Tablett. Darauf Kaffee-Geschirr für vier Personen, incl. Milchkännchen, Zucker u.a., ohne Kaffeekanne)

 

Torben:      (steht auf, fühlt sich etwas ertappt, faltet blitzschnell den Brief zusammen während die Tür aufgeht und steckt sich diesen in die Hosentasche. Lacht dann gestellt Frieda entgegen) Hähähä… Fro Junker – kann ik helpen?

 

Frieda:       (stellt das Tablett auf den Tisch ab, ebenso freundlich) Och, dat is aver fründelk. (verteilt das Geschirr mit Kuchentellern) Wenn Du machst, kannst Du de Koffjekann un de Koken holen.

 

Torben:      (überfreundlich) Aver seeker doch. Nix leever as dat. Ik help doch gern. (ab nach rechts)

 

Frieda:       (schaut ihm lächelnd seufzend hinterher) Hach… (deckt weiter)

 

Torben:      (kommt direkt wieder mit Kanne und einem – schon geschnittenem – Gugelhupf herein, stellt es ab) Hhmm… wo lecker dat ruken deiht.

 

Frieda:       Ja seeker; dat mutt ok. Ik do immer ´n beeten Solt in de Koffje. Dann schmeckt de besünners good.

 

Torben:      Aha. Mutti k mi marken.

 

Frieda:       In uns Familie sünd all besünners old worden. Well weet – amenne liggt dat an mien lütte Tipps – Also Torben, denk doran: Du hest noch lang Freid an Dien Sweegermoder; un ok an Heidi !

 

Torben:      (erstaunt) Sweegermoder? Al na 3 Dag hest Du Di för mi entschett?!

 

Frieda:       Na ja, ik gev to, dat lesden Ends Heidi ja to entscheeden hett, well se ehr Hart gifft. Aver wenn ik jo beid vergliek – dat is een Unnerscheed as Melk un Sahne.

 

Torben:      Dat hebbt Se aver moij seggt. Un ik denk ja ok, dat Se seeker to Heidi´s Entscheedung ok wat bidragen könnt..

 

Frieda:       Olli is ok een heel fründelke jung Mann; un he gifft sück Meite – besünners up de Hof. Aver irgendwie… och, ik weet ok nich. Anstatt hier allns so to maken as he dat sull, ruineert he erde dat heel Inventar. He maakt blots Fehlers un maakt allns kött hier.

 

Torben:      Ja – dat is mi ok al upfallen. - Na ja, ik bün ja ok blots een Kandidat; aver mien Geföhl seggt mi, dat ik hier bold Hochtied fiern sall.

 

Frieda:       Dat was to moij um wohr to sien.

 

2. Szene

 

Ida:            (kommt von hinten in dreckiger Alltagskleidung mit rotem Kopftuch hineingestürmt. Außer Atem und aufgeregt) Frieda ! F r i e d a !!! Jo Kohjen sünd utbroken, disse Beester. Lopen all up de Hauptstraat.

Frieda:       (spontan in Aufruhr) Och, Du leeve Tied. Wo kunn dat denn passeeren? Wor is Heidi, wor is Lisa?

 

Torben:      Na, de dreihen doch just mit Olli dat Melken in d´ Stall.

 

Frieda:       Ochja. Dor wull ik ok ja tokieken.

 

Ida:            Ja, nu vergeet mol för ´n Oogenblick Dien Star-Allüren. Een Kamera un een Moderatorin fangen de Deeren ok nich wedder in.

 

Frieda:       Ja ja, ik maak ja al. (blitzschnell ab nach rechts)

 

3. Szene

 

Torben:      Kann ik ok wat dohn? (ruft er eher nach rechts)

 

Ida:            (abwertend) Aha, un DU weest, wo man de infangt, ja ? - Off wullt Du ok noch de Bullen bezirzen mit Dien Outfit? Un Du wullt Buur worden ? Lächerlich. Wieso sitst Du hier denn herum ? Gifft dat nix to dohn hier för Di ?

 

Torben:      Tssss…

 

Ida:            Ja nix – tsss… - kiek Di doch mol an. Dat is doch nich Dien ernst hier - disse Show, oder? Dat is hier een Buurnhof un keen Modesalon. Hier levt de Würkelkeit un keen Fernseh-Kitsch. Mien Hannes was de Rechte hier. Aver dat kapeert ja nüms. (dann wieder laut nach rechts) F r i e d a !!!

 

4. Szene

 

Frieda:       (kommt zurück in Gummistiefeln, hat eine Gerte oder Stock in der Hand, evtl. mit Kopftuch jetzt) Ik bün ja al dor. (schnell abgehend nach hinten, an der Tür bleibt sie stehen, zu Torben:) Entschüllige vöölmols, Torben. Du süchst, nie nich hett man sien Ruh hier. Aver wenn Du erstmol hier wohnst ward dat allns anners. (ab)

 

Ida:            Oh, dann föhr ji de Bedriev blots noch mit utstoppt Kojen, oder wat ? (ihr rasch hinterher abgehend)

 

                  (kurze Pause)

 

5. Szene

 

Torben:      (geht langsam lächelnd zur Tür nach hinten, sodann kommt…)

 

Lisa:          (…lässig süffisant lächelnd herein in ähnlicher Kleidung wie im 1. Akt, lehnt sich zunächst an den Türrahmen) Na, Sweety – wo hebb ik dat maakt? De Kohjen sünd utbroken. (zeigt eine Kneifzange oder Seitenschneider)

 

Torben:      (lächelt zunächst) Ik wüss doch, dat Du dor achter steckst. – Aver nöhm mi nich Sweety!

 

Lisa:          (kommt nun herein) Och Du… (will ihn liebevoll umarmen)

 

Torben:      (wehrt sie ab) M o m e n t !!! As ik Di vör 3 Dag bi mien Ankomen anmaakt hebb, was dat blots een Verwesslung. Ik hebb Di dann in mien Plan inweiht un betahl Di dorför een netten Bedrag. Dat is allns wat uns verbind. Kapeer dat endlich.

 

Lisa:          (etwas beleidigt) Nu maak man keen Stress hier. Dien Intrigen tegen Olli worden van Dag to Dag leeper. Un ik mutt se utföhren. Vörgüstern de Zündkersen van de Trecker utbauen un Olli de Schuld geven, dat he dat Dingerees kött maakt hett. Dat was ja noch harmlos. Man vandag sall ik een Mischung ut hochexplosiv Material in de Tank füllen. Un wenn dor wat passeert, sall ik seggen, Olli hett dat west.

 

Torben:      Ja un ?

 

Lisa:          Dann güstern de Bullen in de Stall van de Kohjen föhren un Olli rin locken. – De Deeren haren hum schwor verletzen off viellicht sogor unfruchtbor maken kunnt wenn se utslahn haren.

 

Torben:      Hebbt se aver nich. Dat hest Du vermasselt, anners was ik dissen Trottel al lang quiet west hier. Du sullst Olli güstern al van de Hof verdrieven. Hest Du dat bitlang schafft? - Nee!

 

Lisa:          Vörhen muss ik sien Kuffer verswinnen laten, inklusive all sien persönlich Dinge; un een dood Rötte muss ik in sien Dusche platzeeren. Un as nächstet steiht up Dien List, dat ik sien Bedd mit Jökpulver bestreien sall. Dor is ja woll een beeten mehr drin, as blots 500 Euro. Wenn ik will, kunn ik Di upfleegen laten. Wat sull woll passeeren, wenn de Westermann, Fro Junker un vör allem Heidi van Dien nich besünners nette Aktionen gewohr wurden? – Un vör allem de Tokiekers in ´t Fernsehen!

 

Torben:      (holt tief Luft) Ooooh… wat denkst Du eenlik well Du büst, Du billige Praktikantin? Keeneen de Di glöven. Ik sull woll allns so dreihen, dat de Schuld alleen an Di hangen blifft. – Ok vör de Kamera.

 

Lisa:          (holt lächelnd aus ihrer Hosentasche ein Diktiergerät hervor, hält es hoch) Keen Chance, Honey-Bunny. Ik hebb allns up Band upnohmen, wat Du van mi verlangt hest. De Aparat löppt ok nu in disse Oogenblick. – Man holt mi hier för de een beeten dumme Praktikantin. Un dormit bün ik bitlang ok good fohren. Mien wohre Talente kennst bitlang blots Du.

 

Torben:      (regt sich furchtbar auf, sieht aber ein, dass er machtlos ist) Okay – wat wullt Du? Mehr Geld?

 

Lisa:          Du wullt weeten, wat dit Ton-Band kost? Hhmmm… ik wüss dor al wat.

 

Torben:      Du lütte Schlang! Wat denn ?

 

Lisa:          Du kennst doch in d´ Stall achtern de Heigulf, ja ?! – Dor wacht ik vanavends tegen 8 Ühr up Di.

 

Torben:      Ja un wat sall ik dor ?

 

Lisa:          Dor büst Du een beeten nett to mi – up de ländliche Art. Ik bün noch to hebben, Honey.

 

Torben:      Pah… dor kannst Du aver lang wachten. Ik lied an Heuschnupfen un hebb een Allergie tegen Praktikantinnen. Butendem bün ik glückelk verheirat.

 

Lisa:          Du hest de Wahl. 20 Ühr. Bit vanavends dann. (steckt das Diktiergerät wieder in ihre Hosentasche, neckisch winkend ab)

 

Torben:      (allein) So een Aas. – Aver de sall sück noch wunnern – so wohr ik Torben Kramer heet. (holt den Brief aus seiner Hosentasche, wedelt damit kurz hämisch lächelnd herum) Man erstmol hebb ik Post för Heidi. Hhmmm... aver worhen dormit? (ab nach links, kurze Pause)

 

6. Szene

 

Vera:         (kommt zügig herein, hat einen großen Blecheimer in der Hand, welcher mit weniger als einem 1/8 Liter Milch gefüllt ist, stellt diesen auf dem Boden ab. Geht zügig nach rechts, kommt sodann mit einem Messbecher zurück, welcher aus durchsichtigem Kunststoff ist. Stellt diesen auf den Tisch ab. Sie trägt andere Kleidung als im 1. Akt. Aber auf jedenfall einen Rock. Während sie aus der Küche zurückkommt, betritt…)

 

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