Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

 

 

„Veer Handen för een Jidder“

 

(plattdeutsche Fassung)

 

Komödie in 3 Akten

 

von

 

Helmut Schmidt und Christoph Bredau

 

 

 

Inhalt:

 

Marga Hinrichs hat bisher alles versucht, damit ihr 36jähriger Sohn Focko endlich eine Frau findet, die mit dem Jungbauern zusammen den Hof führen und ihn heiraten soll. Aber vergebens. So schreibt sie an das Fernsehen. Focko´s Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen, als plötzlich die recht durchgeknallte Moderatorin Vera Westermann und ein Kamera-Mann der Kabel 3 - Fernseh-Sendung „Vier Hände für ein Euter“ den Hof komplett durcheinander bringen. Aus mehr als 40 Bewerberinnen musste Focko sich zwei aussuchen, die dann für 14 Tage auf dem landwirtschaftlichen Betrieb wohnen und auch arbeiten sollen. Marga Hinrichs glaubt fest daran, dass eine der beiden sehr unterschiedlichen jungen Frauen (Hannelore und Silvia) die Richtige für ihren Sohn ist. Focko jedoch nimmt auch nach Tagen kaum Notiz von den beiden und ist außerdem recht genervt von der Moderatorin, die sich ganz anders präsentiert als im Fernsehen. Sie kann den TV-Stress nur mit Alkohol und Tabletten bewältigen. Die Fernseh-Aufzeichnung verläuft anders als geplant. Außerdem geht auf dem Hof alles drunter und drüber. Björn (der junge Praktikant auf dem Hof) wird plötzlich oft mit Hannelore gesehen und schmiedet Pläne mit dieser. Nach einer Woche muss Focko sich jedoch entscheiden, welche der beiden Frauen noch weitere 7 Tage bleiben soll – eine muss gehen. Beide Frauen sind sich jedoch sicher, dass sie in Zukunft als Landwirtin leben möchten und beginnen nun ein intrigantes Spiel untereinander. Silvia meint es angeblich ehrlich mit Focko und versucht immer wieder das Interesse an ihr zu wecken. Hannelore dagegen scheint ganz andere Pläne zu verfolgen. Focko jedoch kümmert das alles recht wenig. Auch leichtbekleidete Zwischenfälle und einstudierte Gesangseinlagen der Frauen bringen Sie nicht ans Ziel. Zum Schluss ist nicht nur Mutter Marga, sondern auch die Moderatorin verzweifelt. Denn egal welche Geschütze die heiratswilligen Damen auch auffahren, Focko bleibt kalt. Doch der Kamera-Mann Matthias sorgt dann am Ende doch noch für eine Überraschung.   

 

 

 

 

 

Spieler: 3m/5w           -           1 Bühnenbild - Wohnküche

 

 

Focko Hinrichs           -           Jungbauer (36 Jahre)

 

Marga Hinrichs           -           seine Mutter (ca. 60 Jahre)

 

Björn Hoppe               -           Praktikant (ca. 20 Jahre)

 

Vera Westermann       -           Moderatorin (30 – 40 Jahre)

 

Matthias Henning       -           Kameramann (30-40 Jahre)

 

Hannelore Melzer       -           1. Kandidatin der TV-Show

                                               (ca. 25-40 Jahre)

 

Silvia Engelke            -           2. Kandidatin der TV-Show

                                               (ca. 25-40 Jahre)

 

Brunhilde Kowalski   -           Nachbarin (ca. 40-60 Jahre)

 

 

Falls Ihnen zu wenig weibliche Akteure zur Verfügung

stehen, können evtl. die Rollen der Brunhilde und Vera

auch von männlichen Darstellern gespielt werden.

 

Spielzeit: Sommer in der Gegenwart

Spielort: Dorf in Deutschland (in dem Stück wird als Ort Klein Wegenau angegeben). Dieser darf gerne verändert werden. Sie dürfen auch einen realen Ortsnamen verwenden, in dem noch Landwirtschaft betrieben wird.

Spieldauer: ohne Pausen ca. 110 Minuten

 

Bühnenbild:

 

Das Bühnenbild zeigt die Wohnküche der Familie Hinrichs.

Tisch mit Stühlen oder Sofa mit Sesseln, oder eine Eckbank;

Schrank, Regale usw. Es ist hübsch und modern eingerichtet.

Eine Tür nach hinten führt nach draußen und zu den Ställen;

eine zweite rechts zur Küche, und eine dritte links zum Bad

und zu den Schlafräumen und Gästezimmern. Irgendwo ein

Telefon.

 

Alle weiteren Ausstattungen bleiben den Spielern überlassen.

 

 

Anmerkung:

 

Sie benötigen für eine Inszenierung dieser Komödie eine

musikalische Untermalung. Bitte besorgen Sie sich diese

im Fachhandel. Weitere Infos dazu auf Seite 89.

 

 

Erster Akt

 

                  (Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzen Marga und Focko am Tisch und essen eine Suppe. Marga trägt einen Morgenmantel, darunter trägt sie sehr schicke, noble Kleidung, die noch nicht zu sehen ist. Außerdem trägt Marga ein dünnes Kopftuch, welches hinten zusammengebunden ist. Focko trägt landwirtschaftliche Arbeitsbekleidung (Latzhose, Blaumann oder auch nur abgenutzte Jeans und Hemd) die leicht verdreckt aussieht. Es ist Mittagszeit an einem Wochentag)

 

1.Szene

 

Marga:       (schaufelt die Suppe hastig in sich hinein, schaut immer wieder zur Uhr; hin und wieder kleckert sie auch mit der Suppe, wischt sich den Mund ab; ab und zu schlürft sie auch)

 

Focko:       (isst wesentlich langsamer und ist ruhiger) Moder bitte! – Dat gaff mol Tieden, do hebbt de Ollern mit ehr Kinner schullen, wiel se sück bi ´t Eeten d´rtegen benehmen. Arig – in dit Huus hett sück dat Blatt wendt.

 

Marga:       Du hest ja woll de Ruh weg, wa?! Dat is glieks half een. (steht auf, geht zum Schrank, im Vorbeigehen riecht sie an Focko, sucht dann im Schrank) Du stinkst as ´n Iltis un büst noch nich mol umtrucken. (geht ihm schnell durch´s Haar) Un na d´ Frisör harrst Du ok noch musst. Worum büst Du vörmörgens nich futt mit mi gahn?

 

Focko:       Wiel vömörgens 80 Kohjen mulken worden mussen. Dat harr uns neije Praktikant doch nie nich alleen henkregen. Sullen de Jidders platzen, während Dien Frisör mi stündenlang verunstalt?

 

Marga:       Ik meen dat blots good. Wat söllnt disse Minsken denn van Di denken? (hat einen Brief aus dem Schrank geholt, liest) Hier! Am 27. Juli in den Nachmittagsstunden. (hält ihm den Brief unter die Nase) Dat is nu!

 

Focko:       Half een is för Di al Namiddag? (nimmt ihr barsch den Brief ab, legt ihn auf den Tisch) Mann eh, de könnt ok erst tegen 5 komen.

 

Marga:       Un wenn nich? Wi willen doch immerhen de beste Indruck achterlaten. Dat geiht hier um uns Tokunft. (setzt sich wieder)

 

Focko:       Ik hebb langsom dat Geföhl, as wenn Di dat bi disse Saak blots um Di geiht. Harr ik bi disse dumme Idee doch blots nich mitmaakt.

 

Marga:       Dumme Idee? Vör dree Week klung dat aver noch heel anners. Du hest doch nich tomol Lampenfeber?

 

Focko:       Moder, DU alleen büst dat west, de mi dissen Kram updrängelt hett. Di alleen kann ik dat verdanken, dat hier vandag een heel Fernseh-Team uns Hof dörnanner brengt.

 

Marga:       Tja, wenn dat mien allerletzte Chance is, Di endlich an ´n Fro to brengen… wat sall ik denn anners noch maken? 

 

Focko:       Moder – de Hof löppt doch good mit uns beiden. Sogor na Vader´s Dood sünd wi beid hier bestens torecht komen.

 

Marga:       Ja – Gott hebb hum selig, mien good Ewald. – Jung, verstah doch. Du büst in April 36 Johr old worden un harrst noch noit een fast Fründin. Un ik bün nu langsam in ´t Rentenoller un sall Di woll ok nich mehr alltolang to Hand gahn können. Du bruukst endlich ´n Fro, verdammt!

 

Focko:       Bit nu bün ik heel best ohn Fro klor komen.

 

Marga:       Ja, aver – irgendwat kann doch mit Di nich stimmen. Ik meen – immer blots kolt duschen is doch ok keen Lösung.

 

Focko:       Moder!

 

Marga:       Ik bün ja al still. Nu ward ja bold allns good. Un nu verschwind endlich in ´t Badkamer un richt Di Fernsehgerecht her. Un wenn Du Hülp bruukst, help ik Di.

Focko:       (steht langsam widerwillig und murrend auf) Ja, sowiet kummt dat noch. (will ab nach links)

 

Marga:       Un bitte nich de bruun, wiet Cordbüx. De 80e Johren sünd endgültig vörbi.

 

Focko:       Ik kann ja een van Dien Kleeden antrecken, wenn dat in ´t Fernsehen beeter roverkummt.

 

Marga:       Frechdachs. Wenn Du Di ok de beid jung Damen tegenover so verholst, dann good Nacht, Marie. Ik seh´ de Hopen up mien Sweegerdochter al swinnen. Blameer Du uns man bi Kabel 3. – Un nu beiel Di doch. Dat Du so ruhig blieven kannst.

 

Focko:       Dat koll Blood hebb ik woll van Vader arft. Ik kiek dann mol, off dat Water in ´t Bad warm genug is för mi. (ab nach links)

 

Marga:       (räumt kopfschüttelnd schnell den Tisch ab, geht nach rechts ab, kommt sodann mit einem Lappen zurück, wischt den Tisch ab, dann kommt…)

 

2.Szene

 

Brunhilde: (…von hinten ohne anzuklopfen herein. Sie ist ebenfalls Landwirtin und trägt Alltagskleidung mit Schürze o.a., ist in ihrer Art recht burschikos) Mahltied Marga!

 

Marga:       Brunhilde. Also – nich düll wesen - aver ik hebb keen Tied för Di. Vandag is doch uns grood Dag. Un wenn Du wedder mol wat utlehnen wullt, dann breng man erst de anner Dinge torüch, de ik noch wedder krieg. (holt sich einen Staublappen aus dem Schrank, wischt während des nächsten Dialogs mit Brunhilde alles ab, was abzuwischen ist)

 

Brunhilde: Gott, Du warst ok al mol fründlicher. Butendem lied ik noch nich an Alzheimer. Siet Weeken vertellst Du mi nix anners mehr, dat dat Fernsehen up de Hinrichs-Hof Dien Focko unglückelk maken will. Tsss… disse dumme Sendung. Ik geev ja to – ik kiek mi dat alltied an – aver man mutt dor ja nich glieks mitmaken. Well weet, wat de för twee Frolüüd hier ansleepen för Dien Focko?! Alleen de Titel van disse Sendung – gräsig, segg ik blots!

 

Marga:       Wieso? „Vier Hände für ein Euter“ – dat passt doch.

 

Brunhilde: Veer Handen för een Jidder – lächerlich. Un Du weest heel genau, dat twee Handen al siet over 20 Johr up Dien Focko wachten. Hier glieks tegenan. Wat glövst Du woll, wat uns Regine dorför geven de, wenn se un Focko…

 

Marga:       (fällt ihr ins Wort) Jo Regine is eenfach nich de richtige Fro för mien Focko. So ´n beeten wat frauliches sull dor ja doch an wesen.

Brunhilde: Dat hebb ik nich hört! – Regine hett nu mol dree Broders. De muss sück ehr heel Leeven irgendwie dörsetten. Un alltied harr se blots Jungs um sück to – ja, dat hett woll off-farft. Se hört nu mol to de rustikol un schlagkräftige Abteilung.

 

Marga:       Wi hebbt dat up dat lesd Schützenfest belevt. Fief Mannslüüd sünd mit Krankenwagen offholt worden. (versucht jetzt aber sie zu trösten) Aver ok för Regine gifft dat bestimmt irgendwor de Mann för ´t Leven. Hett se dat al mol mit dat Internet versöcht? Dat maken de junge Lüüd vandag doch al.

                   

Brunhilde: Paah… dat laat man ehr Sörg blieven. Wi laten uns tomindest nie nich up so ´n Niveau runner, dat wi uns dat Fernsehen up de Hof holen, um uns Regine för 1000de van Minsken an de Bildschirmen to Schau to stellen.

 

Marga:       Das was aver seeker interessant, „Kohlliesels Dochter“ mol live to beleven.

 

Brunhilde: Nu treck mol de Handbrems an, Marga Hinrichs. So bissig büst Du doch anners nich. Well seggt uns denn, dat Dien Focko sück bi Kabel 3 nich blameert?

 

Marga:       Dor hebb ik een heel good Gefühl. Immerhen was dat mien Idee. IK hebb hum schließlich anmeldt för disse Sendung. Butendem ward man blots jede 5te Sendung in plattdütsk send. Un de hebbt dor 100te van Bewerbungen. Aver uns Hof un mien Focko hebbt se sück utsöcht. Dor bün ik besünners stolt up.

 

                  (hinten klopft es kurz an der Tür, sodann betritt…)

 

3.Szene

 

Björn:        (…den Raum. Bleibt aber an der Tür stehen. Er trägt eine Jeans und ein Hemd oder eine Latzhose, tut in seiner Art etwas linkisch, er trägt ein Baseball-Cap, welches er im Raum dann schnell herunter nimmt) Mahltied, Fro Hinrichs.

 

Marga:       Björn, wat gifft dat denn? – Du musst vandag mol ohn uns utkomen – dat weest Du doch.

 

Brunhilde:  (schaut etwas verwirrt zu Björn)

 

Björn:         Ja, ik weet. Aver Focko hett seggt, ik sull glieks na Middag de komplette Upfohrt van d´ Hof offsprützen. Un ik find eenfach de Verbindungssteeker van dat Gardena-Schlauch-System nargens.

 

Marga:        Ik glöv dat ja woll nich. Steenen sprützt man up de Hinrichs-Hof mit ´n Hochdruckreiniger off. De Schlauch is för de Blomen un de Rasen.

 

Björn:         Ochso… hähä… harr ik ok sülmst up komen kunnt. Danke aver. Un seggen Se doch bitte Focko nix; dat ik dorna fragt hebb, anners denkt he noch, ik was nich selbststännig genug. – Bit dann. (ab)

 

4. Szene

 

Brunhilde:  Klorst Du mi bitte up ?! Wat was dat?

 

Marga:        Björn – uns Praktikant. He is siet 2 Weeken bi uns. Wenn he sück good anstellt, will Focko hum viellicht as Lehrjung instellen.

 

Brunhilde:  Un dat word ik vandag erst gewohr ?! (dann schießt es aus ihr heraus) Wor kummt de denn her? Wo old is de? Well sünd de Ollern? Hebbt de ok ´n Hoff? Is dat nix för uns Regine?

 

Marga:        Brunhilde – bitte verschon mi doch vandag mit de Tokunft van Dien Regine. Ik hebb - weet Gott - nu anner Sörgen. Vandag, un in de nächste 14 Dagen geiht dat eenzig un alleen um Focko.

 

Brunhilde:  Ja ja, hebb al verstahn. Madame Hinrichs is sück nu to fein för uns eenfache Landwirte. Du hest ja sogor neije Dauerwellen, as ik seh. Un seeker hest Du Di ok noch neije Klamotten köfft um düchtig Indruck up dat Fernseh-Team to maken.

 

Marga:        Na ja… Ja ja – hest ja recht!

 

Brunhilde: Ik wüss dat doch. Ik stör´ dann ok nich langer. Gah´ man hen nun smiet Di in Schale.

 

Marga:       Nich mehr nödig. Allns erledigt. (öffnet ihren Morgenmantel stolz, zieht diesen aus, nimmt auch das Kopftuch ab. Sie trägt sehr schicke Kleidung darunter) Tatatata…

 

Brunhilde: (staunt nicht schlecht) Wow. Wor hest Du denn disse Prada-Kopie her?

 

Marga:       Van wegen Kopie. Dat is Gucci för Landwirte – eben in de preisgünstige Variante. (öffnet die Tür schon nach hinten um Brunhilde hinauszukomplimentieren)

 

Brunhilde: Wenn Di de heel Kram man nich to Kopp stiggt, Marga. Ik gah ja al. Aver ik komm wedder. – Un de Koffje mutt ik dann ja woll alleen bi mi drinken – na ja, de, de ik eenlik van Di utlehnen wull.

 

Marga:       (holt nur Luft)

 

Brunhilde: Ja ja, ik breng Di de anner Dinge bi Gelegenheit wedder vörbi. Wat was dat denn overhaupt noch al?

 

Marga:       Um dat uptotellen bruuk ik 2 Dag. (schiebt sie schon praktisch hinaus) Du kannst ja mol na Aldi fohren un eenfach wahllos för 100 Euro inkopen un mi dat dann brengen – dann passt dat al.

 

Brunhilde: (ironisch-burschikos) Danke. Dürt dat ok Lidl wesen? – Bit dann. (ab)

 

5. Szene

 

Marga:       (schließt die Tür, allein) Uff… endlich. (geht zügig ab nach rechts, kommt sodann mit einer Tischdecke und einer Vase zurück, die mit Sommerblumen gefüllt ist, dekoriert den Tisch, schaut auf die Uhr) Na ja, viellicht is ja doch noch Tied genug. (plötzlich etwas erschrocken, geht schnell zum Telefon, drückt eine Nummer, wartet, bekommt dann Anschluss) Irmgard – ik bün ´t, Marga. Nee nee – de sünd noch nich dor. Aver ik bruuk nochmol gau Dien Rat. Ik wull doch overmörgen as afslute Spezialität de Gugelhupf Royal backen, de Du alltied so good henkriggst. Ja ja – as tokünftige Sweegermoder van een van de beid jung Damen will ik mi doch van de beste Siet wiesen. Also – dat geiht um de Glasur, de bi Di immer so köstlich…

 

6. Szene

 

Brunhilde: (stürmt von hinten wieder herein, schon von draußen ruft sie laut) M a r g a !!! Marga ! leeve Tied – M a r g a !!!

 

Marga:       Irmgard – ik roop torüch. (legt auf, noch ruhig, genervt) Kannst Du mi bitte mol seggen…

 

Brunhilde: (außer Atem) Se sünd dor!

 

Marga:       (zunächst ruhig) Hä ? Se sünd dor?

 

Brunhilde: Jaaaaa… hebbt mi sogor fragt off se hier richtig sünd up de Hinrichs-Hoff.

 

Marga:       Ochso. (dann versteht sie endlich, ist spontan aufgebracht) Well is dor? De van ´t Fersehen?

 

Brunhilde: Jaaaaaa ! – Disse Westermann – ik hebb mit de Westermann prot – live. (ruhiger) Obwohl – ohn Farv in ´t Gesicht is dor ok nich vööl an.

 

Marga:       (völlig aus dem Häuschen) Leeve Gott – nu doch al?! Wo seh ik denn ut? (geht schnell mit den Handflächen über´s Haar, glättet ihre Kleidung) Kann ik mi so sehn laten?

 

Brunhilde: Ja doch.

 

Marga:       Ja, Du geihst nu aver beeter wedder. Ik hebb keen Nerven för Di – butendem hest Du doch seggt, dat Di dat allns nich interesseert. Gah Du beeter inkopen. (schnell zur Tür nach links, ruft dorthin) F o c k o !!! Beiel Di! Dien Frolüüd sünd dor! (schließt die Tür wieder, dann mit erhobenem Kopf) So, dann will ik de Prominenz mol empfangen. Brunhilde - gah mi ut ´n Weg! (will ab nach hinten, als…)

 

7. Szene

 

Vera:         (…            kommt zügig in den Raum, stößt fast mit Marga zusammen. Sie macht einen sehr genervten Eindruck. Vera trägt Jeans, eine auffällige bunte Bluse, eine Sonnenbrille im Haar, sowie eine große gefüllte Tasche über ihre Schulter. Die Anwesenden sind in diesem Moment für Vera unwichtig; sie nimmt sie zunächst gar nicht wahr) Dieser Idiot! Dieser unglaublich unfähige Idiot! (die Tür nach hinten bleibt offen)

 

Marga:       (wundert sich, wie Brunhilde) Angenehm – Hinrichs.

 

Vera:         Vergisst dieser Trottel doch tatsächlich die große Kamera, die wir brauchen. Wenn man sich nicht um alles selber kümmert. Stümper wo man hinsieht. Lange mach ich das nicht mehr mit! (holt schnell eine Packung Zigaretten aus ihrer Tasche, holt die letzte Zigarette heraus, zerknüllt die Packung, wirft diese weniger galant auf den Tisch, zu Brunhilde:) Haben Sie mal Feuer?

 

Brunhilde: (verwirrt) Äh… deiht mi leed. Ik hebb uphört. (stößt Marga an, leiser aber direkt:) Frau Westermann bruukt Füür.

 

Marga:       Ja seeker. (beginnt zu suchen)

 

Vera:         (fängt sich plötzlich, bricht die Zigarette durch, wirft diese auch auf den Tisch) Ach, was soll´s ?! Ich wollte ja auch aufhören. (fasst sich an die Strin, realisiert dann die Situation, dann überfreundlich – fast singend - zu Marga und Brunhilde:) H a l l o ! Ich bin es! Die Vera Westermann. Und ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer neuen Folge von „Vier Hände für ein Euter“. (man hat den Eindruck, als wäre sie schon etwas Fernsehgeschädigt durch ihre Moderation) Wer sind Sie bitte?

 

Marga:       (und Brunhilde können die Stimmungs-Schwankungen von Vera kaum folge leisten) Ich bin Mutter Hinrichs. Focko ist mein Sohn. (reicht ihr die Hand, aber Vera sucht in ihrer Tasche)

 

Vera:         (hat ein Formular herausgeholt, liest) Focko? Das war kein Scherz? Der junge Mann heißt wirklich Focko? Ich hatte ernsthaft auf einen Druckfehler der Redaktion getippt. (lacht gestellt) Hähä… wen wundert´s dann, dass dieser junge Bauer noch nicht in festen Händen ist, nicht wahr ?! Bei dem Namen. (schlägt Marga neckisch lachend die Wange)

 

Brunhilde: (hat mit offenem Mund die Szene betrachtet, kann gar nicht glauben, was da passiert) Ik glöv, ik gah dann doch erstmol inkopen. Ik kom naher nochmol wedder, Marga.

 

Marga:       (ebenso überrascht, lässt ihr Hand zum Gruß nun sinken) Maak dat, Brunhilde.

 

Brunhilde: Wenn Du Hülp bruukst… Du weest ja, wor Du mi findst. (kopfschüttelnd abgehend nach hinten) Grood Himmel…

 

Vera:         Ach du meine Güte – wir sind ja hier auf dem Land. Entschuldigen Sie bitte vielmals. Dann machen wir diese Sendung natürlich in „platt“.

 

8. Szene

 

Matthias:   (…kommt herein, stößt mit Brunhilde zusammen, indem das Stativ ihr Bein streift.  Er hat eine Handycam in der einen Hand, in der anderen ein Stativ, sowie eine Tasche über seine Schulter hängen)

 

Brunhilde: Aua - also sowat – passen Se doch up, Se Tölpel! (schaut nochmal zu Marga herein) Vööl Spaß, Marga Hinrichs – Du Fernseh-Star! Ward bestimmt lustig! (hämisch lachend endgültig ab, Tür bleibt offen)     

 

9. Szene

 

Matthias:   (in seinem Beruf als Kameramann eher unsicher wirkend, aber ein sympathischer, freundlicher Mann. Er trägt Leder – oder Jeanshose, sportliches Hemd) Vera, nu wees mi wedder good. Ik hebb doch för so ´n Fall immer de Handycam dorbi. För de Proben langt dat doch. In Stralsund vör een Maant sünd wi dormit doch ok good klorkomen. Wi hebbt de Probe-Upnahmen sogor sendt.

 

Marga:       (betrachtet schweigend den folgenden Dialog)

 

Vera:         Ja even! In Stralsund hest Du de grood Kamera ok vergeeten. Matthias – wi mussen mit de lütte klor komen. Un dat funn ik gor nich feini. Wenn Du Di nich endlich beeter um uns Technik kümmerst, dann kann ik nich mehr langer mit Di arbeiden un mutt dorover Meldung maken. (fasst sich an die Stirn) Sowat holen de Nerven van Vera Westermann eenfach nich langer ut. Is dat nich al genug, dat Tina krank worden is, un wi hier ohn Maske utkomen mutten?!

 

Matthias:   Ik fohr glieks wedder torüch na Hamburg und hol de grood Kamera, wenn ik sall.

 

Vera:         Vergeet dat. Ik bruuk Di hier. Wenn dat wesen mutt, dreih wi eben in ´t Studio na. Landwirtschaftliche Requisiten hebbt wi ja in Hülle un Fülle, falls Du mol ´n Koh nich dicht genug drup kriggst.

 

Matthias:   (etwas kleinlaut) Okay. Dat kummt nich wedder vör - ik verspreek dat. Aver wegen de Saak mit Meldung maken… Vera – ik bün noch in de Probetied – un ik bruuk disse Job.

 

Vera:         Ja, nu maak Di man nich in ´t Hemd. Maak eenfach Dien Arbeit un hol de Mund! – Dann ward ok allns feini. Wor sünd de Deerns?

 

Matthias:    Sitten in ´t Auto un wachten. Aver buten sünd dat mehr as 25 Grad. Un Du weest, dat de Klima-Anlaag in ´t Auto defekt is?

 

Vera:          Ja ja. Wi holen se ja futt rut. Butendem hett dat doch wat. Wir hebbt kieneen för de Maske un de Hitze lett de jung Damen dann glieks utsehn, as haren se al de heel Dag up de Hoff arbeit. Dat sücht doch bannig feini ut. (lacht hämisch)

 

Matthias:    (findet das weniger lustig, nimmt erst jetzt Marga wahr) Oh, gooden Dag. (begrüßt sie freundlich) Matthias Henning. - Frau Hinrichs, nehm ik an?

 

Marga:        (ebenso erfreut) Genau. Hinrichs. Marga Hinrichs. De Moder van Focko.

 

Vera:          (kann sich das Lachen nicht verkneifen)

 

 Marga:       Gifft dat Probleme?

 

Matthias:    Nee nee. Wi hebbt allns in Griff. Ik bün för de Kamera tostännig, dormit Ehr Söhn un ok Se good in Szene sett worden. Moij, dat wi hier wesen düren.

 

Vera:          (gibt Marga nun auch die Hand) Entschülligen Se mien Uptritt. Aver wenn nich allns 100%tig löppt, bün ik ungenießbar. Vera Westermann – aver Se kennen mi ja van Kabel 3. Feini, dat wi uns kennen lernen.

 

Marga:       Ja, find ik ok bannig – äh – feini ? - Dürt ik Se wat anbeeden?

 

Vera:         Vöölen Dank – wi sullen keen Tied verlesen. – Obwohl – een Kir Royal was nu genau dat richtige för mien Nerven.

 

Marga:       Kir wat?

 

Matthias:   Vera, dat geiht mi ja nix an, aver…

 

Vera:         EBEN! – Verkniep Di Dien Kommentare. Butendem hebb ik mien Alkoholproblem al lang in ´n Griff. – Fro Hinrichs, een koll Melk för Matthias was wunnerbor. Un för mi bitte nix – ik hebb noch ´n ieserne Reserve in ´t Auto. (schaut Matthias an, der sie ungläubig mustert) Blots för alle Fälle!

 

Marga:       As Se meenen. (abgehend nach rechts) Se könnt ja naher mol mien sülmstmaakt Upgesetten probeeren, Fro Westermann. Is besünners lecker – aver passen Se up – de hett dat in sück. (ab)

Vera:         (wird aufmerksam) Och ja? Hört sück feini an. Ik komm bestimmt dorup torüch.

 

10. Szene

 

Vera:         Bevör Du de Scheinwerfer rinholst un de Deerns ut de Backofen befreest, maak wi erstmol gau ´n Probeupnahm, Matze, wenn dat nich tovöl verlangt is.

 

Matthias:   Dat geiht klor. Aver ähm…de Scheinwerfer…

 

Vera:         (ahnt böses) Ja ???

 

Matthias:   Ja also…

 

Vera:         (regt sich auf) Segg dat nich! Kiek eenfach dör de Linse, anners lücht ik Di glieks na Huus, Du Trottel! – Wor sünd mien Tabletten? Ik hol dat nich ut – ik hol dat nich ut. (kramt schnell hysterisch in ihrer Tasche, findet aber nicht das was sie sucht) So ´n Schiet aver ok! Allns dor – Plaster, Lippenstift, Tampons, Kondome – un wor sünd mien Pillen?

 

Matthias:   Vera, Du sullst viellicht minner…

 

Vera:         (faucht ihn an) Ik hebb ok mien Tabletten-Problem al lang in ´n Griff! (findet endlich)

 

Matthias:   Seeker.

 

Vera:         (öffnet die Tablettendose, schüttet sich mehrere davon in die Handfläche, direkt in den Mund, macht dann ein etwas unglückliches Gesicht, weil sie nichts zum Herunterspülen hat; sodann kommt jedoch…)

 

11. Szene

 

Marga:       (…von rechts zurück. In einer Hand hat sie ein volles Glas Milch, in der anderen eine volle Flasche von ihrem Aufgesetzten) Also, för naher hebb ik al mol de Upgesetten…

 

Vera:         (greift ihr die Flasche direkt aus der Hand, öffnet sie und trinkt gierig einen guten Zug daraus) Aaaahhh… dat deiht good. Dat Tüch is geil.

                 

Marga:       (sehr erstaunt) Geil? – Ja, un 45 Umdrehungen – blots as Information.

 

Matthias:   Oh nee…

 

Vera:         45 Umdrehungen ? Och, Fro Hinrichs – de Tieden van lütte Schallplatten is doch al lang vörbi. Hähähähä…

 

Marga:       (versteht nicht) Ja ja. (zu Matthias) Ehr Melk. (stellt sie auf den Tisch ab)

 

Matthias:   Vöölen Dank. Bannig fründelk.

 

Vera:         So, Supermann – los geiht ´t. Dann will wi mol feini dreihen. (nimmt nochmal einen Schluck, stellt dann die Flasche ab, zu Marga:) Un Se holen nu bitte Ehren… (lacht) Focko!

 

Marga:       Ja seeker doch. (ab nach links)

 

12. Szene

 

Vera:         Fardig för de Probe?

 

Matthias:   (hat während der letzten Dialoge das Stativ aufgebaut und die Kamera darauf montiert, sie steht vorne rechts oder links im Raum. Außerdem hat er ein Mikrofon mit Kabel an die Kamera angeschlossen. Matthias steht hinter der Kamera) Klor Vera – legg los!

 

Vera:         (positioniert sich vor der Kamera, geht nochmal mit den Händen durchs Haar u.a. nimmt sich das Mikrofon)

 

Matthias:   (schaut durch die Linse, drückt einen Knopf) U n --- Upnahm! (zeigt es, indem er einen Arm erhebt)

 

Vera:         (schaut mehr als freundlich in die Kamera, sehr überschwinglich:) Ja Servus, Grüzi und Hallo! Ich begrüße Sie alle auf´s allerherzlichste bei der Kabel 3 – Sendung: „Vera´s Melodien der Berge“. Ich bin Vera Westermann und…

Matthias:   Cut! Cut - cut. Vera?

 

Vera:         (gereizt) Was denn?

 

Matthias:   Twee Saken. Erstmol was dat de verkehrte Sendung! „Melodien der Berge“ was lesde Week. Un „Vera´s fruchtige Zitronen“ dreih wi in dree Weeken. Un dann hest Du vergeeten, dat disse Sendung in platt send worden sall.

 

Vera:         (schnippisch) Ja ja. Ik wull blots testen, off Du uppasst.

 

Matthias:   Ah ja. – Also nochmol. (vorsichtig) Du weest, wo disse Sendung heet?

 

Vera:         Sückse Fragen sünd nich feini, Matthias. Drink Dien Melk un dreih!

 

Matthias:   Okay. Also – Achtung: Veer Jidders, de Tweede.

 

Vera:         Hä?

 

Matthias:   Äh – ik meen „Veer Handen“.

 

Vera:         (in gleicher Positur wie vorhin) Ja Hallo un hartlik Willkommen bi „Veer Handen för een Jidder“. Ik bün Vera Westermann un dat geiht hier vandag um mien Jidder.

 

Matthias:   (schaut ungläubig hoch) Worum geiht dat?

Vera:         (immer noch fröhlich schauend) Um mien Jidder! – (dann besinnt sie sich plötzlich, ärgert sich furchtbar) Mist Mist! – Laat lopen; ik maak dat glieks nochmol. Dat is blots disse Hitze – un Du, mien Fründ. Dat maakt mi allns wahnsinnig.

 

Matthias:   Entschuldigung. Also bitte. Kamera löppt noch.

 

Vera:         (versucht es dann ein drittes Mal, diesmal gelingt es ihr) Ja Hallo un hartlik Willkommen bi „Veer Handen för een Jidder“. Ik bün Vera Westermann un dat geiht hier vandag um de Tokunft van de Jungbuur Focko Hinrichs. Ik bün hier just in de Wohnkamer van de Hinrichs-Hof; un dat ganze find statt hier in dat wunderbor lütte Dörp Klein Wegenau.

 

13. Szene

 

Focko:       (ist während Vera´s letztem Satz gefolgt von seiner Mutter von links herein gekommen; etwas verunsichert. Er trägt jetzt saubere Jeans, ein kariertes Hemd, die Haare sind noch nass, aber gekämmt)

 

Vera:         (hat ihn sodann gesehen, dreht sich zu ihm um, zerrt ihn direkt neben sich vor die Kamera) Ja, un hier hebb wi ok al de Hauptdarsteller. (schaut dann wieder in die Kamera)

Focko:       (tut gleiches)

 

Marga:       (steht mit leichtem Abstand hinter den beiden, macht ein freundliches Gesicht, winkt – über die beiden hinweg - in die Kamera)

 

Vera:         Focko – (muß wieder kurz lachen) – dat is ja mol ´n Naam, de so richtig in disse Gegend passt – un ok to de Beruf. Vertell de Tokiekers doch mol, wo dat mögelk is, dat Du bitlang noch nich de rechte Fro funnen hest, un wo dat dorto komen is, dat Du nu mit „Veer Handen för een Jidder“ up Kabel 3 Dien Glück finnen wullt. (hält ihm das Mikrofon hin)

 

Focko:       Na ja… dat was ja eenlik Moder´s Idee.

 

Vera:         Aha…

 

Marga:       (drängelt sich jetzt in den Vordergrund, schaut dabei in die Kamera, spricht in das Miko) Ja richtig ! – So kann dat doch mit mien Focko nich wiedergahn. So een Mannsbild as he sull doch dat passende Gegenstück finnen, nich wohr ?!

 

Vera:         (etwas überfahren) Un genau dorum geiht dat ja ok in disse Sendung – aver Se, an de Fernsehschirmen weeten dat natürlik all. (etwas gelangweilter) Dat hier is übrigens Moder Hinrichs.

 

Marga:       Jaaa…. Huhu…. (winkt wieder in die Kamera)

 

Matthias:   (kann es kaum glauben) Oh bitte…

 

Vera:         Mit de Moder van Focko unnerhol wi uns later in disse Sendung noch. (ändert ihren Standort einige Meter nach links oder rechts, damit sie alleine vor der Kamera steht) 100.000 Euro kriggt de Herzdame de dat schafft, dat Hart van Focko to erobern. Dat gifft dat blots bi Kabel 3. ABER: Disse Summe gifft dat blots dann, wenn na 2 Weeken na dat Kennenlernen hier up de Hof ok heirat ward. – Leider kunn wi Ehr, leeve Tokiekers, so een Happy End bitlang noch nich anbeeden in uns Sendung; aver well weet – viellicht ward disse Dröm hier up de Hinrichs-Hof wohr. (wendet sich dann wieder an Focko) Focko, van 124 Bewerbungen hest Du Di 2 utsöcht.

 

Focko:       Ja…

 

Marga:       (drängelt sich wieder dazwischen) IK ! Ik hebb hum de utsöcht! He was alleen ja nie nich sowiet komen.

 

Vera:         Cut ! (geht zu Matthias) De Buurn-Moder brengt mi noch um de Verstand. Kannst Du de nich irgendwie... (kleine Pause) entsörgen?

 

Matthias:   Keen Bang – wi snieden allns rut, wat wi nich bruuken könnt.

 

Vera:         (nimmt sich wieder die Flasche mit dem Aufgesetzten, trinkt erneut einen kräftigen Schluck daraus) So – wieder geiht ´t !

 

Matthias:   Kamera löppt.

 

Vera:         Hannelore un Silvia heeten de beid Kandidatinnen, de Focko utwählt hett. Un disse beid junge Damen wachten al ungeduldig, dat Leven up een Buurn-Hof un vör allem (muß wieder grinsen) dissen FOCKO kennentolern. – (zu Focko) Wo geiht Di dat nu, Focko? Büst Du ok een beeten upgeregt?

 

Focko:       (eher gelangweilt) Och… ja.

 

Vera:         Se sehnt dat sülmst, mien leeve Kabel 3 – Tokiekers – de Nervösität van de Jungbuur is bold nich mehr uttoholen. Un dorum will wi HUM – un vör allem Se tohuus, nich langer wachten laaten. Mien Damen un Herren: Hier sünd se: Gitti un Erika ! (zeigt voller Euphorie zur Eingangstür)

 

Matthias:   Hallo ? Wo heeten de ?

 

Vera:         Wat ?

 

Marga:       Viellicht sullen Se doch wat minner van mien Upgesetten drinken… also…

 

Vera:         (verdreht nur die Augen) Mien Damen un Herren: Hannelore un Silvia ! (bleibt einen Moment in dieser fröhlich-deutenden Starre stehen, dann:) Un cut ! – (kleine Pause, zu Matthias:) Hest Du mol ´n Kippe för mi?! (legt das Mikrofon ab)

 

Matthias:   Ik hebb uphört, dat weest Du doch. Un Du wullst doch ok nich mehr roken.

 

Vera:         Wo kummst Du denn dorup? Vandag löppt ok reinweg gor nix rund. Hopentlich qualmt tomindest een van de Tussen. – (dann zu Focko und Marga:) Oder ward hier vielleicht bi de Familie Hinrichs smökt? Dat was wirs feini.

 

Marga:       Leider nich.

 

Vera:         Hhhmmm, okay. Dann even nich. – So, as nächste Szene dreih wi dann dat Ankomen van de beid jungen Damen. Dorto bruuk wi (zu Focko) Di – (leicht ironisch) un ok SE nich, Fro Hinrichs. Dat dreih wi buten. Se hebbt nu beid 5 Minüten Paus. Komm, Matthias. (schon abgehend zur Tür nach draußen, Matthias folgt ihr mit der kompletten Ausrüstung, Vera bleibt dann jedoch an der Tür nochmal stehen, dreht sich um, nimmt die Flasche mit raus, dann beide ab)

                  (kurzes Schweigen zwischen Focko und Marga)

 

14. Szene

 

Focko:       Na prima, Moder. Harst Du Di dat so vörstellt? De Westermann maakt in ´t Fernsehen blots ´n Show. Privat kannst Du de vergeeten.

 

Marga:       Och, findst Du? De is doch ganz nett. Ik bün immer noch heel upgeregt, dat se hier bi uns is.

 

Focko:       Nett? Oh Moder – waak up. Du deest doch allns um mi an ´n Fro to brengen. Süchst Du denn nich, dat Vera Westermann een bannig dörchgeknallte Fernseh-Psychopathin is?

 

Marga:       Jung – wat seggst Du denn dor? Un wat sünd dat denn för Worden ? Vera Westermann drinkt mien Upgesetten. Disse Buddel stell ik naher as Trophäe in een Vitrine. As ewige Erinnerung.

 

Focko:       Maak dat. Van mi ut kannst Du sogor Intree nehmen, falls de Pulle irgendwell ut ´t Dörp sehn much.

 

Marga:       (geht mit ihren Händen durch Focko´s Haar, richtet es etwas) Gott, Du süchst ut as ´n natten Mopp.

 

Focko:       (genervt, wehrt sie ab) Laat dat. Ik bün gern een Mopp.

 

15. Szene

 

Brunhilde: (stürmt ins Zimmer, aufgebracht) De suppt ! De Westermann suppt! Ut Buddel sogor.

 

Marga:       Wat wullt Du denn al wedder hier? Hest Du Röntgen-Oogen? Wo kannst Du dat sehn, wenn Dien Kökenfenster 500 Meter van uns Hof weg is? --- Butendem suppt se nich, sondern genießt mien Upgesetten.

 

Brunhilde: Huchnee, is ja good. (versucht, ungeschickt ihre Neugierde zu erklären) Jaaaa… tofällig harr sück just een van uns Höhner up jo Hof verirrt. De muss ik doch infangen.

 

Marga:       Unbedingt. Un dat klingt ok bannig ehrlich, Brunhilde Kowalski.

 

Brunhilde: Denk doch wat Du wullt. Wenn dat allns keen Rull spölt, wat ik tofällig seh, dann interesseert Di dat ja ok seeker nich, dat een van Focko´s Anwärterinnen jo feine Praktikant an de Schlauch packt hett, wa ?!

 

Focko:       Bitte ?

 

Brunhilde: Jaaaa… een van de Damen hett sien Schlauch fastholen. Richtig fast. Während he offsprützt hett.

Marga:       Ja un ? Dor kannst Du mol sehn, dat de Damen, de IK wohlgemerkt utwählt hebb för mien Focko, sück van de erste Minüte mit Liev un Seel de Landweertskup verschreeven hebbt.

 

Focko:       Kann mi mol irgendwell upkloren?!

 

Marga:       Wat gifft dat denn dor to verkloren? Björn maakt uns Hof-Platz schoon. Du sülmst hest doch seggt, dat he dat maken sull.

 

Focko:       Ja richtig. Aver nich, dat irgendwell sien Schlauch fastholen sall.

 

Marga:       (erfreut) Oooohh…, dat gefallt mi. Mien Jung is al iefersüchtig. Dorbi hett he de beiden noch nich mol sehn. Leeve Tied, is dat feini.

 

Brunhilde: Hä ? Wat is dat?

 

Marga:       (abwertend) Feini! - Dat is moderne Ferseh-Spraak. Dorvan versteihst Du nix, Brunhilde.

 

Focko:       Tsss… so ´n Quatsch, Moder. Iefersüchtig. Ik harr blots gern wüsst, well hier wat för ´n Schlauch up mien Hoff fastholt. (falls es ein Fenster in Ihrem Bühnenbild gibt, schaut Focko heraus, ansonsten geht er kurz ab nach hinten)

 

Brunhilde: Ja, nu vertell doch endlich, Marga. Wo is de denn so wenn se för ´t Fernsehn dreiht – disse Westermann?

 

Marga:       Ik denk, dat interesseert Di nich. Aver dormit Du tofree büst: (schwärmt) Genau as up ´n Bildschirm, Brunhilde. Natürlich, fründlik, nett. – Un ik bün ok al filmt worden. In Groot-Upnahm. Jaaa….

 

Brunhilde: Dann hett sück ja tomindest de Besöök bi d´ Frisör lohnt. – Ik weet, dat Salon Yvonne nu 85 Euro för neije Dauerwellen verlangt. Ja ja – bruukst gor nich so kieken.

 

Focko:       (kommt sodann zurück falls er rausgegangen ist, sodann kommen…)

 

16. Szene

 

Vera:         (und Matthias auch zurück. Matthias hat die Kamera und das Stativ wieder dabei, baut es wieder auf, in Richtung Eingangstür zeigend. Vera hat die Flasche dabei. Sie ist leer. Ruft bestimmend und laut hinaus:)  Hier stahn blieven – bit ik jo roop! (stellt die Flasche auf den Tisch ab) Besünners süffig, dit Landgetränk, Fro Hinrichs. Bevör wi in 2 Weeken wedder off-fohren, packen Se mi doch bitte dree Dutzend Pullen dorvan in, ja?!

                  (Vera ist zwar ein wenig „lustiger“ als vorhin; jedoch nicht betrunken)

 

Focko:       (Marga und Brunhilde staunen nicht schlecht, dass Vera die Flasche komplett geleert hat)

 

Marga:       Maak ik doch gern, Fro Westermann. Dat heet – dor mutt ik eenlik passen. Dor sünd blots noch 5 Buddels in d´ Keller.

 

Vera:         Och Liebchen – wi sünd doch noch 13 Dag hier. Dor hebbt Se doch sovöl Tied disse Fusel to brannen. Hähähä… - Soooo… dat geiht wieder ! Matthias ? – Allns paletti ? Allns feini?

 

Matthias:   Jo. Kann wieder gahn. (schaut durch die montierte Kamera in Richtung Eingang)

 

Vera:         (stellt sich wieder davor) Na dann will wi mol de Einzug van de Gladiatorinnen filmen. (wieder in die Kamera schauend, plötzlich wieder äußerst freundlich und lächelnd hineinschauend)

 

Matthias:   Un los!

 

Vera:         (moderiert) Un nu, leeve Nation, kummt de heel grood Oogenblick, up de Se – un vör allem uns Focko – wacht hebben. Hier sünd de beid jung Damen, de dat Hart van Jungbuur Focko Hinrichs för sück winnen willen. Freien Se sück mit mi up Hannelore Melzer un Silvia Engelke. (zur Tür zeigend)

 

 

17. Szene

 

Björn:        (kommt hereingetorkelt. Sein Haar liegt wirr auf dem Kopf, er trägt seine Kleidung nicht mehr ganz korrekt, seine Hose ist nass an bestimmten Stellen, sein Gesicht mit Lippenstiftküssen übersät) Focko ! Help mi! Wo sall ik denn bitteschön vernünftig offsprützen, wenn ik al man weg van een Fro dorbi stört ward?

 

Alle:          (recht geschockt)

 

Brunhilde: Du grood Gott!   

 

Focko:       Wat is hier los?

 

Marga:       Leeve Tied!

 

Matthias:   Himmel!

 

Vera:         (fasst sich an die Stirn) Kann man hier bitte EENMOL vernünftig arbeiden? Wat hett disse natte Hund hier to söken?

 

Focko:       Björn – wat is passeert? (geht besorgt zu ihm, schaut ihn an, sieht den Lippenstift) Wat is dat?

 

Marga:       (regt sich auf, geht auch näher an ihn heran) Wo süchst Du denn ut? Un worum störst Du hier al wedder? – Fro Westermann – dat ward doch nich sendt, oder?

Brunhilde: Worum denn nich? Blameer Di doch. Wenn Dien Focko uns Regine nehmen de, kunnst Du Di ´n heel büld sporen hier.

 

Marga:       Och, wees doch still.

 

Vera:         Natürlich ward dat nich in de Sendung wesen, Fro Hinrichs. Ik versöök hier nix anners, as een eenigermaten akzeptable Fernseh-Sendung to maken – aver man lett mi ja nich. (holt aus ihrer Tasche einen Flachmann, trinkt) Gott, mien Nerven.

 

Matthias:   Kunn viellicht irgendwell dissen jungen Mann ut dat Bild nehmen, dormit dat wiedergahn kann?!

 

Focko:       (nimmt ihn in dem Arm, bestimmend) Komm mit na tegenan – un dann vertellst Du mi bitte erstmol, wat passeert is. (beide abgehend nach rechts)

 

Björn:        Ja aver – ik kann nix dorför, Focko. Würkelk nich.

 

18. Szene

 

Marga:       Aver Focko – Du kannst doch nu nich gahn.

 

Vera:         Is al good – wi bruuken hum för de nächste Szene sowieso nich. (zu Matthias) WIEDER! (moderiert) Mien Damen un Herren – Hannelore un Silvia!

19. Szene

 

Hannelore: (kommt gefolgt von Silvia herein. Hannelore trägt schicke Kleidung, die nicht korrekt sitzt. Bluse, Rock und hochhackige Schuhe. Ist recht üppig geschminkt. Sie richtet die Kleidung beim Hereinkommen mit einer Hand. Sie hat – wie Silvia - einen vollen Koffer auf Rollen dabei. Sie trägt eine Handtasche über eine Schulter, in einer sehr auffälligen Farbe mit Wiedererkennungswert.  – wichtig für Akt 3 - Silvia trägt Jeans oder Hose mit T-Shirt, bequeme Schuhe; ist nur dezent geschminkt. Beide schauen recht erbost. Zu Silvia beim Hereinkommen:) Worto wachten? Butendem geiht Di dat ´n Dreck an, wat ik maak.

 

Marga:       (sehr erfreut) Ooh, dor sünd de beiden ja. Hach, wat för ´n moijen Anblick.

 

Silvia:        (und Hannelore hören das gar nicht, sind erbost) Dat is aver totol unfair, Lady Melzer. Du hest hum overrumpelt mit Dien Liebkosungen. Ik bün nu vull in d´ Nadeel.  

 

Vera:         (genervt) Cut !!! - Kinner – Was dat viellicht mögelk, dat de Damen fröhlich - mit ´n Lachen up de Lippen dit Huus betreden; so as dat offprot is ?! Dat is nich besünners feini van jo, wat ji mit Vera maken.

 

Silvia:        (aufgebracht) Aver se hett de Kandidat bold vernascht.

 

Marga:       Bitte ?

 

Brunhilde: Hä ?

 

Matthias:   Well hett se… ?

 

Marga:       Well hett hier mit well ?

 

Vera:         Wor is de Upgesette ? – Ik kann so nich arbeiden!

 

Hannelore: (und Silvia schauen sich während der nächsten Dialoge giftig an)

 

Marga:       (verunsichert) Ja, sall ik würkelk een tweeden Buddel för Se holen?

 

Vera:         Nee. Viellicht later. – (fasst sich erneut an die Stirn) Mien Nerven. (drückt Matthias das Mikro in die Hand, wendet sich an die beiden älteren Frauen) Fro Hinrichs – Fro…

 

Brunhilde: Kowalski. Brunhilde Kowalski. Ik bün de Naberske. (stellt sich vor die Kamera, lächelt hinein, winkt evtl.)

 

Vera:         Prima, Fro Kowalski. (zu beiden:) Passen Se up: So kann dat hier nich funktioneeren. Wenn wi hier een Sendung dreihen willen, de wi ok wiesen düren, bruuk wi hier mehr Ruh un Ordnung. Ik much Se bidden, dat Se sück nu torüchtrecken. Wir ropen Se, wenn wi Se wedder bruuken. Hebbt Se dat verstahn?

 

Marga:       (und Brunhilde etwas beleidigt, gehen dann sehr langsam an Hannelore und Silvia vorbei abgehend nach draußen) Ja, wenn Se meenen. (dann zu Brunhilde abgehend sagend:) Un dat in MIEN Huus, Brunhilde. Dat is doch wirs unverschamt, nich wohr?! Wat was mit dissen Björn. Un worum sach he so ramponeert ut? Un mutt wi uns dat overhaupt allns gefallen laten? Ik bün langsom gor nich mehr seeker, off dat woll allns richtig is, wat hier passeert. Segg doch ok mol wat, Brunhilde.

 

Brunhilde: Aha, up eenmol bruukst Du mien Rat, ja?!

                  (Beide endgültig ab)

 

20. Szene

 

Vera:         (holt tief Luft, versucht freundlich zu wirken) Un nu to jo: Könnt de beid Damen ehren Privatkram bitte up de laten Avend verschuven un nu för uns Kamera so reageeren un de Text seggen, de offprot was?!

 

Hannelore: (und Silvia gemeinsam kleinlaut) Ja.

 

Vera:         Na bitte. Dat is doch feini. – Un de Mundwinkel bitte 90 Grad na boven, Liebchen, ja?!

 

Hannelore: Well Liebchen ? Se (deutet auf Silvia) Liebchen off ik Liebchen.

 

Vera:         Beid Liebchen ! Also ?

 

Silvia:        (und Hannelore versuchen etwas gestellt zu lächeln)

 

Vera:         Wunnerbor. Afslut feini. Un nu husch husch weer rut un dat Ganze nochmol van vörn. Un dann so, as dat in ´t Dreihbook steiht. Allns klor?

 

Silvia:        Ja.

 

Hannelore: Ja ja.

 

Beide:        (Frauen gehen wieder hinaus, rempeln sich dabei aber leicht an; man spürt einen Hass zwischen den beiden)

 

21. Szene

 

Vera:         (zu Matthias:) Dat is definitiv de letzte Sendung van „Vier Hände für ein Euter“, dat schwör´ ik Di. Well sall denn sowat utholen?

 

Matthias:   (holt in Windeseile ein kleines Notizbuch hervor, schlägt es auf) Dat is dat 23ste Mol, dat ik dat van Di hör. Aver ik geev dat to – dat hier is echt krass.

 

Vera:         Na good. Vergeet wi dat. (klatscht 3 x laut in die Hände) Un Achtung, ji Liebchen. Upnahm! (nimmt das Mikro wieder in die Hand)

22. Szene

 

Silvia:        (kommt wieder herein, sie lächelt jetzt, es sieht nun auch wirklich „echt“ aus) Ja Hallo.

 

Hannelore: (kommt sodann hinterher) Gooden Dag.

 

Vera:         (geht mit dem Mikro in der Hand zu den beiden) Ja, Moin ji beiden. Hallo leeve Hannelore, Hallo leeve Silvia. (schaut in die Kamera) Dor sünd se – uns beid Kandidatinnen för disse Week. Un beid as ut ´n Billerbook; is dat nich so?! - Dor sall uns Focko de Wahl woll seeker nich liggt fallen. (wendet sich dann wieder an die beiden, gibt beiden die Hand) Ik bün de Vera. Moij, dat wi jo beid hier hebbt. Un ji kennen ja de Regeln van uns Sendung. Glieks bi ´t Intreden up de Hof sehnt ji ok endlich to ´n allerersten Mol een Bild van de Jungbuur. (in die Kamera) Focko hett sück ja ut ´n Hopen Bewerberinnen twee utsöcht; de Damen weeten bit to disse Moment allerdings nich wo de Mann utsücht, mit de se dat hier tomindest 7 Dag utprobeeren willen. Aver nu lüft wi för de beiden dat Geheimnis. (holt aus einer Tasche ein Bild von Focko heraus, welches etwa die Größe von DIN A5 hat, hält es zunächst in die Kamera, dann den beiden Damen vor´s Gesicht) Un bitte. - Dat is jo Herzblatt ! Dat is Focko Hinrichs.

 

Silvia:        (und Hannelore schauen darauf, zusammen:) DE ???

 

Hannelore: Oh mien Gott. Well is dat?

 

Silvia:        (fängt an zu lachen) Ik lach mi schlapp. Dor hest Du woll de Verkehrte vernascht, leeve Kollegin. Is dat geil.

 

Vera:         (verwirrt) Wat denn? Wie bitte ?

 

Hannelore: Aver well was denn de junge knackige Mann mit de lang Schlauch dor buten?

 

                  (während Vera´s folgendem Dialog betrachten die beiden jungen Frauen das Foto. Silvia muss immer noch lachen, findet Focko aber wohl sehr okay, Hannelore kann ihren Fehltritt mit Björn und den „wahren“ Landwirt kaum fassen)

 

Vera:         (in die Kamera) Se sehnt, leeve Tokiekers an de Aparaten tohuus, de Begeisterung stiggt hier soeben in ´t Unermessliche. Wi söllnt hier woll twee bannig spannende Weeken up de Hinrichs-Hof beleven düren. – Bevör wi uns nu mit de beid Frolüüd unnerholen, wat se hier verwachten un wo se sück een Leven as Buurenfro vörstellen, un vör allem – bit dat to dat erste Treffen mit Focko kummt, sullen se an de Bildschirme blieven. Denn na een lütte Werbeblock sünd wi wedder för Se dor – bi „Vier Hände für ein Euter“ – ditmol in de plattdütske Variante, un dann heet dat „Veer Handen för een Jidder“. Aver erstmol betrecken Silvia un Hannelore ehr Kamers hier up de Hof. Bit glieks – jo Vera Westermann. (lacht gestellt in die Kamera)

 

Matthias:   Un cut ! – Super sowiet.

 

Vera:         Super ? Ja stimmt. Besünners de Gesichtsutdruck as se dat Bild sehn hebbt.

 

Matthias:   Dat laat wi so.

 

Vera:         (genervt) Ja seeker. So – zack zack – wieder geiht dat in de Slapkamers. Matthias – upbauen.

 

Matthias:   Wor denn ?

 

Vera:         Na, in de Gastenkamers. Keen Ahnung wor de sünd. Versök dat mol links.

 

Matthias:   Okay Chefin. (räumt seinen Kram zusammen, geht dann ab nach links)

 

Vera:         Un ji… (holt ein Manuskript aus ihrer Tasche mit einigen zusammengehefteten Blättern) Hier ! Utwendig lernen. De Text för jo.

 

Hannelore: Text ?

Vera:         Ja klor. Wat ji seggen mutten, wenn ji jo Kamers sehnt. De Begeisterung ! – Is dat so schwor?

 

Silvia:        Un wat is mit uns eegen Meenung?

 

Vera:         Liebchen, well interesseert denn dat in ´t Fernsehen?! Wi produzeeren hier een „Unterhaltungs-Sendung“ bi Kabel 3. Al vergeeten? (abgehend nach links, fröhlich:) Fiev Minüten Paus. Ik roop jo wenn dat wieder geiht.

 

23. Szene

 

Silvia:        Nich to glöven. Dat harr ik mi allns ´n beeten anners docht.

 

Hannelore: Ja, ik ok.

 

Silvia:        Aver eens segg ik Di: Hier gelden glieke Regeln för Di un mi wat de Annäherungen bedrapen. Du kannst nich ok glieks dissen Focko overfallen.

 

Hannelore: Wat ik hier maak, geiht Di gor nix an. Van mi ut kannst Du up de Steh wedder offhauen van hier. Denn IK bün dejenige, de dissen Focko kriggt. Ik alleen.

 

Silvia:        Och ja ? Un dor büst Du Di so seeker? Hett denn nich ok dissen Focko dor een Wort mittoproten?

Hannelore: Ik hebb dor mien eegen Methoden. Du büst mi hier blots in d´ Weg.

 

Silvia:        7 Dag lang mutt wi dat hier woll mitnanner utholen. Denn erst dorna mutt Focko sück för een van uns beid entscheeden.

 

Hannelore: Ik glöv, ik mutt woll wat dütlicher worden. IK krieg Focko – ik heirad hum - un krieg ok de 100.000 Euro. Un Di will ik hier na 48 Stünden nich mehr sehn. Un sull dat doch passeeren, dann lernst Du Hannelore Melzer van ehr nich besünners fründelke Sied kennen. (greift ihr grob an den Hals) Hest Du dat kapeert, Liebchen?

 

Silvia:        (jetzt sehr verängstigt, krächzt nur) Ja...

 

Vorhang

 

Ende des 1. Akts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Akt

 

                  (3 Tage später. Das Bühnenbild ist unverändert. Es ist aber eine neue Tischdecke über den Tisch gelegt worden. Ca. 15 Uhr am Nachmittag. Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzt Hannelore am Tisch und schreibt einen Brief. Sie schaut oftmals nach hinten, rechts und links, ob jemand hereinkommt. Hannelore trägt andere Kleidung, die fast etwas zu nobel für den Alltag ist; falls möglich eine ländliche Volks-Trachten-Mode. Plötzlich klingelt das Handy von Hannelore)

 

1.Szene

 

Hannelore: (nimmt das Gespräch an) Hallo? Och Du büst dat. Ja, löppt allns na Plan. Du, wees nich böös, aver ik kann nich free proten. De Ollschke van de Grusel-Buur is tegenan. Aver ik hebb hier nu ´n Komplizen. Wi hebbt de Kohle so good as seeker. (von rechts hört man Marga husten) Ik roop Di vanabends torüch; ik mutt nu Schluss maken. (beendet das Gespräch)

 

Marga:       (kommt von rechts mit einem gefüllten Tablett. Darauf Kaffee-Geschirr für vier Personen, incl. Milchkännchen, Zucker u.a., ohne Kaffeekanne)

 

Hannelore: (steht auf, fühlt sich ertappt, faltet blitzschnell den Brief zusammen während die Tür aufgeht und steckt sich diesen in den Ausschnitt. Lacht dann gestellt Marga entgegen) Hähähä… Fro Hinrichs – kann ik helpen?

 

Marga:       (stellt das Tablett auf den Tisch ab, ebenso freundlich) Dat is nett van Di. (verteilt das Geschirr mit Kuchentellern) Wenn Du machst, kannst Du de Koffjekann un de Koken holen.

 

Hannelore: (überfreundlich) Aver seeker doch. Nix leever as dat. Ik help doch gern. (ab nach rechts)

 

Marga:       (schaut ihr lächelnd seufzend hinterher) Hach… (deckt weiter)

 

Hannelore: (kommt direkt wieder mit Kanne und einem – schon geschnittenem – Gugelhupf herein, stellt es ab) Hhmm… wo lecker dat ruckt.

 

Marga:       Ja seeker; dat mutt ok. Koken back ik alltied mit Öllje, un ik do immer ´n Leepel Solt in de Koffje. Dann schmeckt de besünners good.

 

Hannelore: Gooden Tipp. Mutt ik mi marken.

 

Marga:       Mit dit Geheimnis sünd se in uns Familie all bannig old worden. – Also Hannelore, denk doran: Du hest noch lang Spaß an Dien Sweegermoder; un ok an Focko!

 

Hannelore: (erstaunt) Sweegermoder? Al na 3 Daag hest Du Di för mi entschett?

Marga:       Na ja, ik gev to, dat letztenendes Focko to entscheeden hett, well he sien Hart gifft. Aver wenn ik jo beid so vergliek – dat is al een Unnerscheed as Melk un Sahne.

 

Hannelore: Dat hebbt Se aver moij seggt. Un ik weet ja ok, dat Se bestimmt ´n büld dorto bidragen könnt – bevör Focko sück entschett.

 

Marga:       Silvia is ok ´n heel leev Deern; un se gifft sück Möh – besünners up de Hof. Aver irgendwie… hach, ik weet ok nich. Anstatt hier allns so to maken as dat sien sull, ruineert se hier bold dat heel Inventar. Se makt allns kött hier.

 

Hannelore: Tja... Ik bün ja ok blots ´n Kandidatin; aver mien Geföhl seggt mi, dat ik hier bold Hochtied fiern sall.

 

Marga:       Dat was to moij um wohr to sien.

 

2. Szene

 

Brunhilde: (kommt von hinten in dreckiger Alltags-kleidung mit rotem Kopftuch hineingestürmt. Außer Atem und aufgeregt) Marga ! Marga!!! Jo Bullen sünd utbroken, disse Beesten. Lopen all up de Hauptstraat.

 

Marga:       (spontan in Aufruhr) Och, Du leeve Tied. Wo kunn dat denn passeeren? Wor is Focko, wor is Björn?

Hannelore: Na, de dreihen doch just mit Silvia dat Melken in d´ Stall.

 

Marga:       Stimmt. Dor wull ik ja ok noch tokieken.

 

Brunhilde: Ja, nu vergeet mol för ´n Oogenblick Dien Star-Allüren, Marga Hinrichs. Een Kamera un ´n Fernseh-Moderatorin fangen de Deeren ok nich wedder in.

 

Marga:       Ja ja, ik maak ja al. (blitzschnell ab nach rechts)

 

3. Szene

 

Hannelore: Kann ik ok wat dohn? (ruft sie eher nach rechts)

 

Brunhilde: (abwertend) Och, un DU weest, wo man de infangt, ja ? - Off wullt Du ok noch de Bullen bezirzen mit Dien Party-Outfit?

 

Hannelore: Tssss…

 

Brunhilde: Ja nix – tsss… - kiek Di doch mol an. Dat is doch nich Dien ernst hier - disse Show, oder? Dat is hier ´n Buurn-Hof un keen Modesalon. Hier levt de Würkelkeit un keen Fernseh-Kitsch. Mien Regine was de richtige hier. Aver dat kapeert ja kieneen. (dann wieder laut nach rechts) M a r g a !!! Word dat noch wat ?

 

 

4. Szene

 

Marga:       (kommt zurück in Gummistiefeln, hat eine Gerte oder Stock in der Hand) Ik bün ja al dor. (schnell abgehend nach hinten, an der Tür bleibt sie stehen, zu Hannelore:) Och, entschüldige völmols, Hannelore. Du süchst, nie nich hett man sein Ruh hier. Aver wenn Du erstmol hier wohnst ward dat allns anners. (ab)

 

Brunhilde: Oh, dann föhr ji de Bedriev blots noch mit utstoppt Kohjen, oder wat ? (ihr rasch hinterher abgehend)

 

                  (kurze Pause)

 

5. Szene

 

Hannelore: (geht langsam lächelnd zur Tür nach hinten, sodann kommt…)

 

Björn:        (…lässig süffisant lächelnd herein in ähnlicher Kleidung wie im 1. Akt, lehnt sich zunächst an den Türrahmen) Na, Bunny – wo hebb ik dat maakt? De Kohjen sünd utbroken. (zeigt eine Kneifzange oder Seitenschneider)

 

Hannelore: (lächelt zunächst) Ik wüss doch, dat Du dor acter steckst. – Aver nöm mi nich Bunny!

 

Björn:        (kommt nun herein) Ach Honey-Bunny… (will sie liebevoll umarmen)

Hannelore: (wehrt ihn ab) M o m e n t !!! As ik Di vör 3 Dag bi mien Ankommen anmaakt hebb, was dat blots ´n Verwesslung. Ik hebb Di in mien Plan inweiht un betahl Di dorför een netten Bedrag. Dat is allns wat uns verbindt. Kapeer dat endlich.

 

Björn:        (etwas beleidigt) Nu zick nich rum hier. Dien Intrigen tegen Silvia worden van Dag to Dag leeper. Un ik mutt de utföhren. Vörgüstern de Zündkersen van de Trecker utbauen un Silvia de Schuld geven, dat se dat Dingerees kött maakt hett. Dat was ja noch harmlos. Aver vandag sall ik ´n Mischung ut hochexplosiv Material in de Tank füllen. Un falls dor wat passeert, sall ik as alltied seggen, Silvia is dat west.

 

Hannelore: Ja un ?

 

Björn:        Dann güstern de Bullen in de Stall van de Melk-Kohjen föhren un Silvia rinlocken. – De Deeren haren utslahn kunnt. Weest Du ok, wat Silvia passeeren kunnt harr ?

 

Hannelore: Se hebbt hör keen Hoor krümmt. Dat hest Du vermasselt, anners was ik dit Fröminske al lang los west hier. De sullst Du güstern al van d´ Hof verdrieven. Hest Du dat bitlang schafft? - Nee !

 

Björn:        Vörhin muss ik ehren Kuffer verschwinnen laten, inklusive al persönliche Dinge. - Un een dood Rötte muss ik in ehr Dusche platzeeren. Un as nächstes steiht up Dien Liste, dat ik ehr Bedd mit Juckpulver bestreihen sall. Dann is ja woll een beeten mehr drin, as blots 500 Euro. Wenn ik will, kunn ik Di upfleegen laten. Wat sull woll passeeren, wenn de Westermann, Fro Hinrichs un vör allem Focko van Dien nich besünners nette Aktionen gewohr wurden? – Un vör allem de Tokiekers in ´t Fernsehen!

 

Hannelore: (holt tief Luft) Ooooh… wat denkst Du eenlik well Du büst, Du billige Erpresser?

                  Keeneen de Di glöven. Ik sull woll allns so dreihen, dat de Schuld alleen an Di hangen bleev. – Ok vör de Kamera.

 

Björn:        (holt lächelnd aus seiner Hosentasche ein Diktiergerät hervor, hält es hoch) Deiht mi leed, Honey-Bunny. Ik hebb allns up Band upnohmen, wat Du van mi verlangt hest. De Apparat löppt ok just in disse Moment. – Man holt mi hier för de duddige, een beeten trottelige Praktikant. Un dormit bün ik bitlang ok bannig good fohren. Mien wohr Gesicht kennst bislang blots Du.

 

Hannelore: (regt sich furchtbar auf, sieht aber ein, dass sie machtlos ist) Okay – wat wullt Du? Mehr Geld?

 

Björn:        Du wullt weeten, wat dit Ton-Band kost? Hhmmm… ik wüss dor al wat.

Hannelore: Du Schuft! Wat denn ?

 

Björn:        Du kennst doch in d´ Stall achtern de Hei-Gulf, ja ?! – Dor wacht ik tegen acht Ühr up Di, vanabends.  

 

Hannelore: Ja un wat sall ik dor ?

 

Björn:        Dor büst Du een beeten nett to mi – up de ländliche Art un Wies. Ik denk, Du versteihst mi al.

 

Hannelore: Pah… dor kannst Du aver lang wachten. Ik lied an Heuschnupfen un hebb bovendem een Praktikanten-Allergie.

 

Björn:        Dann stell dat off. - Du hest de Wahl. 20 Ühr. Bit vanabends. (steckt das Diktiergerät wieder in seine Hosentasche, neckisch winkend ab)

 

Hannelore: (allein) So ´n Aas. – Aver de sall sück noch wunnern – so wohr ik Hannelore Melzer heet. (holt den Brief aus ihrem Ausschnitt, wedelt damit kurz hämisch lächelnd herum) Man erstmol hebb ik Post för Focko. Fragt sück blots worhen dormit. (ab nach links, kurze Pause)

 

6. Szene

 

Vera:         (kommt zügig herein, hat einen großen Blecheimer in der Hand, welcher mit weniger als einem 1/8 Liter Milch gefüllt ist, stellt diesen auf dem Boden ab. Geht zügig nach rechts, kommt sodann mit einem Messbecher zurück, welcher aus durchsichtigem Kunststoff ist. Stellt diesen auf den Tisch ab. Sie trägt andere Kleidung als im 1. Akt. Aber auf jedenfall einen Rock. Während sie aus der Küche zurückkommt, betritt…)

 

Matthias:   (…mit der Kamera in der Hand etwas genervt den Raum von hinten) Un nu ?

 

Vera:         Hör mol, Sünnenschien. Dat dor in d´ Stall was ja woll een middelgrood Katastroph. (zündet sich eine Zigarette an) Aver ik hebb dor wat sehn… Ik hebb bitlang nich wüsst, dat twee so old Schachteln noch so gau rennen könnt. Worum ok immer se dat dohnt. Gah mol hen, kiek na wat dor los is un hol dat mit de Kamera fast. Dat kunn viellicht interessant för de Tokiekers worden.

 

Matthias:   Mann eh… ik bruuk ok mol ´n Paus.

 

Vera:         (pendelt mit ihrem Zeigefinger hin und her, zeigt damit eine Art „Nein-Zeichen“) Hör mol, Liebchen – dat was een Befehl un keen Bitte!

 

Matthias:   (unter Protest ab) As Du meenst, Boss.

 

 

 

 

7. Szene

 

Vera:         (lässt sich etwas erschöpft in einen Sessel oder auf einen Stuhl fallen, ihr Blick fällt auf den gedeckten Kaffee-Tisch) Oh bitte, nich al wedder disse Plörre, obwohl… Koken? (nimmt sich direkt ein Stück, isst) Aaaah…, nich schlecht. Aver dor fehlt doch noch dat I-Tüpfelchen. (schiebt ihren Rock hoch, sie trägt ein Strumpfband, darunter geklemmt ein Flachmann. Holt es hervor, trinkt) Aaaah…

 

8. Szene

 

Focko:       (kommt hereingestürmt, aufgebracht) Fro Westermann – Fro Westermann. De Kohjen sünd los.

 

Vera:         (eher locker) Jo, hebb ik sehn. Een dorvan drog ´n rood Koppdöök.

 

Focko:       Hä?

 

Vera:         Och, Du meenst de Kohjen? Ja echt? Well hett se denn loslaten ?

 

Focko:       Dat weet ik doch ok nich. Ik mutt mi up jedenfall erstmol dorum kümmern. Dat Fernsehen hett erstmol Paus. (wieder zügig ab nach hinten)

 

Vera:         (isst weiter genüsslich den Kuchen, evtl. mit vollen Mund:) Maakt doch all wat ji willen – Hauptsaak, de Einschaltquoten stimmen later. (trinkt)

 

9. Szene

 

Silvia:        (kommt von hinten herein. Sie trägt Gummistiefel, Jeans und Pullover und eine Schürze. Die Kleidung ist sehr dreckig. Das Haar ist zerzaust und wirr. Auch im Gesicht ist sie schmutzig. Sie sieht „geschafft“ aus, wischt sich beim Hereinkommen den Schweiß von der Stirn)

 

Vera:         (steht sofort auf) Oh, dor is ja uns Melk-Wunner.

 

Silvia:        Hören Se blots up. Ik harr nie nich docht, dat dat so stur is. Gott sei Dank gifft dat vandag Maschinen dorför.

 

Vera:         Ja, Liebchen. Aver just de Arbeid mit Dien un Hannelore´s Handen is dat, wat Focko sien Entscheedung viellicht lichter maken kunn, well he nimmt. Hähähä… - Butendem hebbt de Tokiekers dat besünners gern, wenn se Live-Melken sehnt.

 

Silvia:        Hebb ik mi leep dumm anstellt? Seggen Se mi dat gern ehrlich.

 

Vera:         In de Nähe van Hambörg hett dat mol een Kandidatin geven, de hett dat mit de Handen up 30 Liter in 8 Minüten brocht. Dat was de afslute Rekord. Un very feini för de Sendung. De Buur hett de Fro heirat un dorna de Melkmaschien wedder offschafft. Un keen Minsk hett bit vandag rutfunnen, wo sovöl Melk in een eenzigen Jidder komen kunn.

 

Silvia:        So good was ik woll nich.

 

Vera:         Wi sehnt dat ja glieks, wenn Matthias de Aktion buten in d´ Kasten hett. Nich umsünst geiht dat in disse Sendung um veer Handen. Anners kunn wi de Show ja futt „Eine Melkmaschine für ein Euter“ nöhmen.

 

Silvia:        Hhhm… Ja stimmt. Irgendwat is dor buten nich up Steh. Ik glöv de Kohjen sünd ut de Weid utbroken.

 

Vera:         Mögelk. Hauptsaak dat is interessant för dat Publikum.

 

Silvia:        Un wat kummt nu as Nächstes?

 

Vera:         De Interviews mit jede van jo - eenzeln. Een Resümee na 3 Dag.

 

Silvia:        Ik dürt aver doch nu erstmol duschen, oder?

 

Vera:         Ja seeker. Matthias hett Di ja lang genug so moij fuul upnohmen mit de Kamera. Treck Di moije, feini Klamotten an un dann gifft dat lecker Koken un feini Talki Talki hier.

 

Silvia:        (schaut sie etwas skeptisch an, rollt mit den Augen) Okay. Dann bit glieks. Ik maak dann mol feini duschi duschi. (will ab nach links, als…)

 

10. Szene

 

Hannelore: (…von dort hereinkommt, Silvia zunächst giftig anschaut und dann belustigt ist über ihr Outfit) Och, well hebb wi denn dor? (schnuppert dann an ihr) Oäh, wat is denn dat för ´n Duft? Roma Laura Bia-Ländli?

 

Silvia:        (kontert) Richtig. Un mörgen büst Du mit dat Melken dran. Un ruckst dann ok na Tosca ut dat Huus 4711 – echt ländlich Bauern-Water.

 

Hannelore: (lacht kurz) Wovöl Liter hest Du denn ut de Berta rutquetscht? Leevt dat arme Deer noch?

 

Silvia:        Du Schlang. - Dürt ik bitte vörbi?!

 

Hannelore: Ik bitte sogor dorum. Legg Di ´n Stünn in d´ Badewanne - well sall de Gestank denn utholen?

 

Silvia:        (abgehend nach links) Du kannst mi mol.

 

Hannelore: Du mi al siet 3 Dag. (schließt die Tür) 

 

11. Szene

 

Vera:         Ooooohhh… endlich mol Action. Wo geil was dat denn? Un utgerekent dann is keen Kamera dor. Könnt ji dat bitte naher nochmol genauso wiederholen? Ik hebb ja gor nich wüsst, dat ji jo so sympathisch sünd. Hähä…

 

 

 

 

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