Lange danach gesucht - auf Ibiza 2012 endlich gefunden
Musiker gesucht

„Wellness-Tempel Haferkorn“

 

 

(niederdeutsche Fassung)

 

 

Komödie in 3 Akten

 

von

 

Helmut Schmidt

 

 

Inhalt:

 

Der Wellness-Tempel des Ehepaares Otto und Anette Haferkorn steht kurz vor dem 10jährigen Jubiläum, welches mit den Kunden groß gefeiert werden soll. Ein paar Wochen vor diesem Ehrentag kommt Anette jedoch dahinter, dass ihr Ehemann sie mit der jungen Lara-Jane betrügt, die obendrein auch noch schwanger von Otto ist, und wirft ihn aus dem Haus. Verzweifelt und enttäuscht denkt Anette daran, den Betrieb zu schließen, wäre da nicht die polnische Raumpflegerin Anna Bolika, die auf alle Geschehnisse im Betrieb ein Auge hat. Ein Wasserrohrbruch im Keller des Wellness-Tempels, ein Schwächeanfall einer Kundin, unerfüllte Sehnsüchte von Eheleuten, das Verlangen nach Berührungen, ein trotteliger junger Mann, sowie die Geburt eines Kindes treiben das Chaos im Wellness-Tempel Haferkorn schließlich auf die Spitze. Kann die Polin Anna jetzt noch was retten?

 

 

Spieler:  4m / 6w - sowie einige Statisten - 1 Bühnenbild

 

 

Anette Haferkorn                   -           Inhaberin des Wellness-Tempels (ca. Ende 50)

 

Otto Haferkorn                      -           Ehemann von Anette (ca. 60 Jahre)

 

Andreas Kreuz                       -           Angestellter (25-35 Jahre)

 

Melanie Blömer                      -           Angestellte (25-30 Jahre)

 

Ewald Kappelmeister             -           Kunde (ca. 50 Jahre)

 

Helga Kappelmeister              -           Kundin, Ehefrau von Ewald (ca. 50 Jahre)

 

Anna Bolika                           -           Raumpflegerin aus Polen (ca. 30-40 Jahre)

 

Lara-Jane Kleemann               -           Lebensgefährtin von Otto (ca. 25-30 Jahre)

 

Hannelore Tellkamp               -           Kundin (ca. 50 Jahre)

 

Ronny Tellkamp                     -           Sohn von Hannelore (ca. 25-30 Jahre)

 

 

 

Bühnenbild:

 

Das Bühnenbild zeigt eine Mischung aus Eingangs- bzw. Empfangsbereich des Wellness-Tempels Haferkorn, und einen Entspannungs-Warte-und Aufenthaltsraum. Von hinten ein breiter, offener Eingang, über den man von links und rechts zur Bühne gelangt. Türen sind hier nicht notwendig. An der hinteren Wand sind einige Wellness-Plakate, Veranstaltungs-Termine, Werbeposter für Fitness-Drinks, Ernährungstipps u.a. angebracht. An der Wand hinten links sieht man mit Hinweispfeilen schräg nach unten zeigend die Schilder „Massagen“ und „Beauty Center“; rechts ebenfalls schräg nach unten zeigend „Fitnessbereich“ und „Sauna“, und waagerecht nach rechts zeigend "Ausgang", "Café"  und "Umkleideraum". Die Akteure können in beide Richtungen auftreten und abgehen. Rechts auf der Bühne befindet sich eine Kombination aus  Empfangstresen und Theke, sowie ein Garderobenständer. An der Wand hinter dem Tresen ein Regal mit einigen Gläsern. Unter dem Tresen sind Getränkeflaschen. Links ein runder Tisch mit 2 - 3 Stühlen. Auf dem Tisch einige Zeitschriften. Rechts und links jeweils eine Tür. Nach rechts führt eine zu den Büro-und Privaträumen – darauf ein Schild „Privat“, nach links führt eine Tür zur Toilette mit Hinweis „WC“. Irgendwo eine große Uhr, sowie ein Plakat mit der Aufschrift: „Tag der offenen Tür am 20.12.2015* zum 10jährigen Jubiläum des Wellness-Tempels Haferkorn“. Die Bühne kann desweiteren mit Grünpflanzen, Wellnessprodukten, Lampen u.a. ausgestattet werden. Alle weiteren Ausstattungen sind der Gruppe überlassen. Bühnenbildänderungen sind im Stück angegeben. *Jahreszahl bitte aktualisieren. Leitung und Mitarbeiter tragen evtl. Einheitskleidung, auch Namensschilder am Bekleidungsoberteil sind möglich.

 

Spielzeit: Dezember in der Gegenwart

Spielort: größeres Dorf oder Kleinstadt in Deutschland

Spieldauer: ohne Pausen ca. 100 Minuten

Erster Akt

 

                  (Wenn der Vorhang sich öffnet, sitzt Helga am Tisch und liest in einer Zeitschrift. Die Tür nach rechts ist einen Spaltbreit geöffnet. Es ist ein Wochentag am späten Nachmittag, ca. 18 Uhr)

 

1.Szene

Helga:         (blättert in ihrer Zeitschrift, schaut auf ihre Armbanduhr, wirkt ungeduldig. Sie trägt einen Sportanzug. Neben ihr auf dem Boden steht eine gefüllte Sporttasche.

                   Sie wirkt insgesamt recht modern, trägt aber eine eher biedere Frisur.            Von rechts nach links laufen zwei Statisten im Bademantel und mit Saunatuch vorbei. Entweder unterhalten sie sich, oder begrüßen Helga kurz)    

 

2. Szene

Anna:         (kommt dann rückwärts, den Boden des rechtes Raumes wischend mehr und mehr herein. Sie öffnet die Tür praktisch mit ihrem Hinterteil. Sie holt den Wassereimer dann in den Raum, wringt dann den Feudel bzw. Wischlappen aus, kommt hoch, wischt sich den Schweiß von der Stirn ab. Während sie hereinkommt, kann sie auch ein Lied singen oder pfeifen) So, das wären das. (Anna trägt einfache Kleidung, sowie eine Kittelschürze. Aus ihrer Schürzentasche holt sie dann einen Flachmann hervor, trinkt daraus, dann erst sieht sie plötzlich Helga, ist erschrocken) Oh meine Güte Gott. Ich habe nicht gesehen. (verschließt die Flasche, steckt sie schnell wieder ein, erkennt sie dann) Ach, guten Tag auch, Frau Kapellmeister.

 

Helga:         (etwas genervt) Kappelmeister is mien Naam. Dat hebb ik Ehr seeker al teihn Maal seggt. Helga Kappelmeister. Mit 2 „p“. Marken Se sik dat maal, Fro Bolika.

 

Anna:         Oh, tut mir leid. Ich kann merken mir sehr schlecht. Ist aber auch nicht so sehr wichtig, oder?

 

Helga:         Dat is dat afsluts. Ehr Vörnaam is doch Anna, nich wohr?! Un Ehr Achternaam Bolika. Un ik nöhm Se ja ok nich Anabolika off Fro Steroide.

 

Anna:         Das ist lustig. Ja, ich habe erfahren, das soll sein eine Medikament für Aufbau von Muskeln oder so.

 

Helga:         Genau. Een Wunner, dat Se overhopt uns plattdütsk Spraak verstahnt. Man kann´t bold nich glöven.

 

Anna:         Aaah... Anna schon sehr lange hier im Norden von Deutsche Land. Ich verstehe plattes Deutsch sehr gut. Aber mein Name sprechen bitte aus Bolika. (sprechen Sie: „Boljika“) Und Anna ist Vorname, richtig. Anna Bolika. Ist typisch polnischer Name.

 

Helga:         (leicht abwertend) Ja ja, dat Se keen Hiesigen sünd is nich to overhören.

 

Anna:         Wir beide werden machen nun keine Fehler mehr mit Aussprechen von Namen, ja?! Sie sind Frau Helga Kapellmeister – äh – Kappelmeister…

 

Helga:         (ebenso ironisch) …un Se sünd Anabolika – äh – ik meen natürlik Fro Anna Bolika. (sprechen Sie wieder „Boljika“ mit „j“)

 

Anna:         Sie möchten wieder ein bisschen Entspannung für Körper in diese kalte Jahreszeit?

 

Helga:         Also würklich. Hebbt Se al maal wat vun Pietät hört? Ik frag mi so un so, worüm putzen Se hier eenlik nich NA de Öffnungstieden?

 

Anna:         Das ich würde sehr gerne machen. Und meine Chefin, Frau Haferkorn, sagt auch dieses. Aber ich habe sehr oft noch andere Termine. Habe noch eine zweite Stelle bei Zahnarzt zum Saubermachen. Unsere Familie kommen sonst nicht klar mit Geld, Sie verstehen?! Und HEUTE hier geht gaaaaar nicht mit später putzen. Meine Mann haben Geburtstag. Und wir wollen noch machen eine kleine Feier.

 

Helga:         (wenig interessiert) Wo schöön.

 

Anna:         Ich werde ihm machen große Freude mit kleine Geschenk. Ich habe gekauft ihm eine ganz schicke neue Frottee-Schlafanzug aus Sonderpostenmarkt für nur 8 Euro.

 

Helga:         (gelangweilt) Dat is würklich besünners interessant, Fro Bolika.

 

Anna:         Ja, das ist es auch. Vielleicht ist neue Anzug für Schlaf zu Geburtstag nicht gut persönlich. Aber meine Geschenk hält meine Mann warm - vor allem in seine Schritt. (zeigt das) Und Geschenk kommt von Herzen. Und das ist gut für Ehe.

 

Helga:         Wenn Se dat seggen. Dann much ik aver ok hopen, dat Ehr Gatte de neij Slapanzug ok maal uttreckt. Denn ok DAT is good för de Ehe.

 

Anna:         Oooh... Frau Kappelmeister, Sie kleine Luder. Reden von Liebe machen? Haben keine Bange. Meine Mann und ich sind immer noch aktiv so wie kleine Karnickel.

 

Helga:         (empört) Ik faat dat ja woll nich.

 

Anna:         Was haben Sie denn geschenkt Ihre Ehemann zuletzt bei Geburtstag?

 

Helga:         Dat ward mi hier nu würklich een beeten to persönlich, Fro Bolika.

 

Anna:         Aaaach, warum denn das? Wir Frauen können uns doch tauschen aus. Sie selbst wollten doch gerade noch, dass mein Mann ziehen aus seine Anzug für Schlaf. - Aber wenn Sie meinen... Wichtig ist für Ehe, dass niemals erlischt die Feuer. Liebe muss halten ein Leben lang. Man muss immer sich fallen lassen ein neue Dinge, damit Ehe auch nach Jahren noch klappt gut. Und vor allem: Man muss reden! Man muss immer reden zusammen. Das ist das O und E.

 

Helga:         A un O heet dat!!! - Blots dormit Se tofreeden sünd, Fro Bolika: Mien Mann Ewald un ik sünd glücklik. BANNIG glücklik. Un dat Füür in uns Ehe brannt ok na 30 Johren noch in hoog Flammen. Wi sünd uns trö, gahnt open un ehrlich mitnanner üm, un hebbt uns ok noch besünners leev. Ja, ok na de lang Tied mitnanner. Anner Frons un Mannslüüd hebbt nie nich een Rull speelt bi uns. Nie nich! Tofreeden?

 

Anna:         Ooooh, das ist gut. Das hört sich an sehr gut.

 

Helga:         Ja, un dat is dat ok. Un nu much ik uns lütte Snackeree gern een End maken. Ik much mi mental op mien Massage vörbereiten.

 

Anna:         (versteht nicht) Mental? Oh oh. (überlegt) Ja, ich glaube, Großmutter hatte auch schon mal Mental. Aber Doktor hat das gut wieder wegbekommen mit Medizin.

 

Helga:         (versteht nicht) Wat?

 

3. Szene

Andreas:     (kommt von hinten links mit einem Klemmbrett in den Händen auf die Bühne. Er trägt eine weiße Hose, weißes Polo-oder Achselshirt) Fro Kapellmeister?!

 

Helga:         (springt sofort erfreut auf) Ja. Dat bün ik.

 

Anna:         (schnell) NEIN! Ist sie nicht! Das ist Frau Kappelmeister – mit 2 „p“.

 

Helga:         (überhört das) Hallo, Andreas. (gibt ihm die Hand, zuckersüß:) Ik harr Ehr doch seggt, Se schullen mi Helga nöhmen. Dann könnt Se bi mien dumm Achternaam ok keen Fehler mehr maken.

 

Anna:         (beobachtet die Szene) Na, da schau an. ER darf sagen falsch – weil er ist eine junge, hübsche Mann, ja?! Und was ist mit mir?

 

                   (von rechts nach links laufen erneut zwei-drei Statisten im Bademantel und mit Saunatuch vorbei) Gooden Dag.

 

Alle:           (drei grüßen kurz)

 

Andreas:     (zu Helga:) Deiht mi leed, Fro Kappelmeister. Bi al de veel Kunden hebb ik woll vergeeten, dat wi uns de Vörnaamen anboden hebbt. Aver so as Se muchen - Helga. Se wünschen een 60 minütig Ganzkörper-Wellness-Massage, ja?!

 

Helga:         Genau dat. Hach, wo ik mi wedder dorup freien do. Ik bün hüüt to ´n 10ten Maal hier.

 

Andreas:     (leicht verwirrt) Ja, aver Se weern nich jümmers bi MI, oder? Dorup de ik mi doch besinnen.

 

Helga:         Nee nee, bi de meesten Massagen düss ik de Wunnerhanden vun Ehr Kolleg Herrn Reuter spüren.

 

Andreas:     Ahja. De hett just Urlaub.

 

Anna:         Ist mit Ehefrau Nr. 2 geflogen auf die Seychellen, der gute Herr Reuter. Ist frisch verliebt, müssen wissen. Kleine Baby aus erste Ehe ist solange bei Schwiegermutter untergebracht.

Andreas:     Na, DU weest maal wedder good bescheed, Anna.

 

Anna:         Ja, ich weiß.

 

Helga:         (überhört Annas Kommentar, zu Andreas) Andreas, dat maakt overhopt gor nix, wenn Herr Reuter nich daar is. EHR Künste sünd doch ok heel seeker nich to toppen. Alleen al wo Se utsehnt. (streicht ihm mit einer Hand leicht über seine Brust)

 

Anna:         Boah, Sie schleimen aber ganz schön, Frau Kappelmeister. Aber Sie müssen sich geben nicht so viel Mühe. Andreas ist schon vergeben. Mit Mädchen Yvonne. Große Liebe, Sie wissen?!

 

Andreas:     Anna! Nu misch Di bidde nich jümmers in, wenn ik  mit uns Kunden snack. Wenn de Chefin dat mitkriggt, is aver wat los. Wat maakst Du hier eenlik?

 

Anna:         Ja ja. Bin ja schon still. Ich werde wischen jetzt Toiletten von Fitness-Raum.

 

Andreas:     Do dat.

 

Anna:         (langsam mit Besen und Eimer abgehend nach rechts, geht kopfschüttelnd und lächelnd an Helga vorbei)

 

Andreas:     Na, ward dat nu bold?!

 

Anna:         Ja ja. (ab)

 

4. Szene

Andreas:     (schaut auf das Klemmbrett, macht Notizen darauf) Gesundheitlik sünd Se nich inschränkt?  Ik meen: Daar liggt akut bi Ehr nix vör? Een Bandschievenvörfall, Krampadern, Allergien? Hier in Ehr List is woll nix indragt, aver ik frag liekers gern jümmers noch persönlich na.

 

Helga:         Nee nee, ik bün kerngesund, glöv ik. Maal so heel ünner uns: De gesundheitlik Aspekt is mi bi de Massage ok nich SO bannig wichtig.

 

Andreas:     (etwas überrascht) Aha. Wo äh... dörv ik dat verstahn?

 

Helga:         Se möten de Kunden tegenover doch diskret un versweegen ween, nich wohr?!

 

Andreas:     Natürlik.

 

Helga:         Dat is nämlich so, dat ik mi eenfach blots dorna sehnen do, dat mi jichenseen... na ja... anfaaten deiht. Ja - anfaaten. Mien Mann un ik… na ja… Se sünd jung, Se könnt dat viellicht nich verstahn, aver…

 

Andreas:     Helga, Se möten mi afsluts nix verkloren. Allns is good. Se kriegen vun mi Ehr Massage, un ik hop, Se hebbt Freid doran. Bidde sehr. (bittet Sie schon mit ab nach hinten links, als…)

 

 

5. Szene

Anette:       (…wütend mit einem gefüllten Koffer zügig von rechts hereinkommt, diesen bei dem runden Tisch auf den Boden „knallt“. Die Anwesenden sieht sie zunächst gar nicht) Dat langt, Otto Haferkorn. Dat langt endgültig. Hau af! Hau blots af un laat mi in Ruh! (sie geht dann zum Tresen, verschränkt die Arme vor der Brust, schaut wütend, wendet sich ab, schaut zur Wand. In einer Hand hat sie ein Smartphone. Gleichzeitig ist ihr beim Hereinkommen…)

 

Otto:           (…gefolgt) Anette, so bedohr Di bidde.

 

Anette:       NEE! Ik bedohr mi heel seeker nich!

 

Helga:         (und Andreas, sind hinten stehengeblieben und schauen der Szene etwas erschrocken zu) Fro Haferkorn – un äh… Herr Haferkorn. Wat is denn los?

 

Anette:       (winkt ab) Och…

 

Otto:           (verärgert) Mööt dat hier nu sogor vör de Kunden ween, Anette?!

 

Anette:       Ha! Vun mi ut kann dat de heel Welt gewohr warrn, wat Du för ´n geilen Buck büst!

 

Andreas:     Äh... Chefin - Chef - könnt wi jichenswat för Se dohn?

 

Anette:       (und Otto gleichzeitig direkt:) NEE !

 

Andreas:     (zu Helga) Ik glöv, dat is beeter, wi kümmern uns nu üm Ehr Massage, Helga.

 

Helga:         Ja? Och schad. (beide ab)

 

6. Szene

Otto:           Anette, so laat Di dat doch erstmaal allns verkloren.

 

Anette:       (in einer Mischung aus Wut und Traurigkeit) Nee! Ik verklor DI dat, mien leev Gemahl: 39 Johr sünd wi nu mitnanner verhierad. Kinner weern uns leider nich vergönnt. Aver ik hebb Di jümmers leev hatt un weer Di ok jümmers trö in uns Ehe. Vör 10 Johr haren wi dann de Idee, beruflich op eegen Been to stahn un düsse Wellness-Tempel mitnanner open to maken. Wi hebbt uns Drööm wahr maakt un ik weer bit hüüt glücklik mit Di. Un wat maakst Du? - Well is dit Flittchen un wolang geiht dat al?

 

Otto:           Ehr Naam is Lara-Jane - nich Flittchen.

 

Anette:       (sehr ironisch) Lara-Jane - och Gott, wo sööt. Hört sik an as ´n billig Fronslüüd-Illustrierte.

 

Otto:           Anette bidde. Dat is... is eenfach so geböhrt. Op düsse Fortbildung in April.

 

Anette:       (kann es gar nicht glauben) In April?! - Wi hebbt nu Dezember, Otto!

 

Otto:           Na ja, dat is even passeert un...

Anette:       Du bedrügst mi siet Maanten mit dit... dit... (wird dann wieder sehr wütend, schlägt auf ihn ein, drückt und schubst ihn dann ihn dann nach hinten rechts zum Ausgang) Oooooh... Gah mi ut de Oogen, Du Swienjack. Ik will Di nie nich weddersehn. (nimmt dann den Koffer, wirft diesen im hohen Bogen nach rechts, drückt dann wieder Otto hinaus) RUT! Hau endlich af!

 

Otto:           Anette, dat kannst Du doch nich maken. Un Du hest mien Smartphone noch. Dat brük ik.

 

Anette:       (hält das Gerät kurz hoch) Dat stür ik Di mit de Post to - as Inschrieven - dörch mien Anwalt - tosamen mit de Scheedungspapiere. (dann sehr laut) RUT! Rut rut rut.

 

Otto:           Ja doch. (fluchtartig ab)

 

Anette:       (alleine, steht verloren da, seufzt, dann kann sie ihre Tränen nicht mehr aufhalten, weint laut hemmungslos, das Smartphone legt sie auf dem Tresen ab)

 

7. Szene

Melanie:     (kommt von links mit einigen gestapelten Handtüchern, trägt auch weiße Hose, Poloshirt, will ab nach rechts, sieht dann Anette, geht leicht besorgt zu ihr) Fro Haferkorn? Allns op Steh?

 

Anette:       (steckt ihr Taschentuch schnell wieder ein, weil es ihr peinlich ist, beruhigt sich) Och Melanie. Ja, allns good. Äh... ik weer Di aver bannig dankbor, wenn DU Di hüüt bit to ´n Fieravend hier üm de Empfang kümmern deest.

 

Melanie:     Oh, dat is heel slecht. Herr Reuter is in Urlaub, Erika is krank, Andreas hett noch 2 Massagen un ik mööt glieks noch een Saunaopguss maken, bevör dorna dann de Zumba-Kurs losgeiht.

 

Anette:       Och ja, stimmt ja.

 

Melanie:     Aver wenn Se just keen Tied hebbt off sik nich wohl föhlen, kunn doch Ehr Mann hier bedeenen. Op de Deenstplan is he so un so dorför indragen.

 

Anette:       (wütend) Mien Mann warst Du hier nie nich weddersehn, Melanie.

 

Melanie:     WAT seggen Se daar?

 

8. Szene

Anna:         (kommt spontan zügig von rechts dazu mit Besen) Ich habe ein bisschen gehört. Nicht dass glauben, ich habe gemacht Ohren auf bewusst. Nein nein. War nur so laut.

 

Anette:       Oh Anna...

 

Melanie:     Ja aver, wat is denn passeert?

 

Anna:         Ehemann von Frau Haferkorn hat Geliebte. Ist eine alte Bock!

 

Melanie:     Nee!

 

Anna:         Oh doch. Und Frau Chefin hat ihn geworfen hinaus. Gerade vor 2 Minuten.

 

Anette:       (wütend und wieder etwas weinerlich) Ja, dat hebb ik.           

 

Melanie:     Oh Chefin, dat deiht mi so leed. Un dat Se hier nu nich arbeiden könnt, is mi ok klor.

 

Anette:       Ik brük nu een poor Minüten för mi.

 

Melanie:     Natürlik. Ik bliev hier vörn. Schall ik de Zumbakurs afseggen?

 

Anette:       Nee nee.  - Dat heet... och, dat is mi allns sowat vun egaal. Vun mi ut könnt wi düsse Bude ok heelmaal sluten. Dat is doch allns so sinnlos. Dat Leeven is so ungerecht un gräsig. Worto denn dat allns noch? Maken Se, wat Se wüllt. (verzweifelt und traurig ab nach rechts)

 

Melanie:     Fro Haferkorn... also... ik meen...

 

9. Szene

Melanie:     Wat maak wi denn nu?

 

Anna:         Chefin schwer gekränkt. Und depressiv dazu. Sollte jetzt nicht alleine sein. Braucht Person, die sie tröstet und bauen wieder auf.

 

Melanie:     Ja seeker. Man well schall dat dohn? Hier is keen Personal.

 

Anna:         Anna sagen Dir: DU wirst kümmern Dich um Chefin und ICH machen hier Empfangsarbeit. (stellt den Besen an die Wand, zieht ihre Kittelschürze aus)

 

Melanie:     Anna, dat is leev meent; aver dat weer Fro Haferkorn seeker nich recht. Du büst immerhen blots...

 

Anna:         ...die Frau für machen sauber? - Ja ja. Ich kenne besser aus mich als fast jeder hier. Also rede nicht und helfe auch Du.

 

Melanie:     Meenst Du würklich?

 

Anna:         Meine wirklich. Und wenn ich nicht komme klar, ich werde fragen. Und Zumbakurs beginnt heute dann 30 Minuten später. Kunden werden verstehen. - Na, nun geh schon und mache Chefin wieder gesund. Ist heute außergewöhnliche Notfall.  

 

Melanie:     Okay. Du hest recht. (abgehend nach rechts) Aver wenn Du mit jichenswat nich trecht kummst, holst Du mi op de Steh, ja?! Un hol vun dat, wat hier just geböhrt is, blots de Mund. Dat möten uns Kunden nich weeten, wat hier vör sik geiht. Du dörfst NÜMS ok blots EEN Woord seggen, hörst Du?!(ab)

 

Anna:         Ja ja. Vertraue Anna. Kann schweigen wie Grab.

 

10. Szene

Anna:         (lächelt, holt tief Luft, zu sich selbst:) Na, das ist mal eine Aufstieg. Von Reinemachefrau zur Chefin von Empfang. Und das in nur 2 Minuten. (sieht das Smartphone, nimmt es in die Hand) Was ist das? (überlegt kurz, schiebt und tippt darauf herum, sehr erstaunt) Oh meine Güte Gott. Das ist zu fassen nicht.

 

11. Szene

Hannelore:  (kommt von rechts auf die Bühne. Sie ist eine eher "einfache" Bürgerin, mit normaler Kleidung, trägt auch Handtasche. Dann in der Nähe vom Tresen bei Anna) Gooden Dag.

 

Anna:         (kann ihren Blick gar nicht vom Smartphone nehmen, sieht sie zunächst nicht, zu sich selbst:) Meine Güte - meine Güte. So eine Flittchen.

 

Hannelore:  Hallo?

 

Anna:         Aber ER ist auch nicht besser. Eben ein Bock, meine Chef.

 

Hannelore:  (dann etwas energischer) Hallo?

 

Anna:         (legt das Gerät dann auf den Tresen) Oh guten Tag. Entschuldigung. Es ist nur so unglaublich, was ich da habe gesehen. Eine Video, wissen Sie?!

 

Hannelore:  Eine Video, ahja.

 

Anna:         Ja. Von diese neue Früchtchen und meine Chef - Herr Haferkorn. Er betrügt seine Frau, müssen wissen. Mit diese junge Ding. Gerade hier war ein großes Hallo, und Frau Haferkorn - also Chefin - hat geworfen raus ihre Mann. Und dieses hier ist wohl Handy von Chef. Und was ich da sehe ist schmutzig und unrein.

 

Hannelore:  Interessant. Ik bün aver doch richtig hier in de Wellness-Tempel, off nich?

 

Anna:         Ja ja. Alles richtig. Wollen Sie mal sehen? (nimmt das Gerät wieder in die Hand, zeigt Hannelore das Video) Sehen Sie? Aber GESAGT habe ich nichts!

 

Hannelore:  (jetzt auch recht interessiert) Och, Du leev Tied. De sünd ja beid kumplett textilfree. Un wat MAAKT he denn daar - düsse Keerl?

 

Anna:         Chef streichen diese Frau was auf den Körper.

 

Hannelore:  Oh Gott, jaaaa... nu seh ik dat ok.

 

Anna:         Und gleich lecken er es von sie ab - warten Sie.

 

Hannelore:  Tatsächlik. Igitt.

 

Anna:         Sieht aus wie Marmelade von Beeren aus Erde.

 

Beide:         (schauen Kopf an Kopf nun schweigend und staunend auf das Gerät)

 

 

12. Szene

Melanie:     (kommt zurück, schon sprechend beim Herauskommen aus der Tür von rechts:) Fro Haferkorn much gern, dat IK an d´ Empfang bliev. - Oh, gooden Dag.

 

Anna:         (und Hannelore reagieren gar nicht)

 

Melanie:     HALLO?

 

Anna:         (dann, wie Hannelore etwas erschrocken) Oh, Melanie. Was sagst Du?

 

Melanie:     Fro Haferkorn seggt, IK schall hier blieven. Un Du schallst wieder putzen.

 

Anna:         Ach, das ist dumm. Das passt jetzt gerade gar nicht.

 

Hannelore:  Dat seh ik nu aver just so.

 

Melanie:     Bidde? Nu do, wat de Chefin seggt.

 

Anna:         Ich werde ganz sicher nicht putzen. Situation lässt nicht zu. Wenn ich nicht hier sein darf, dann ICH werde mich kümmern um Chefin. Die braucht nun Stand by.

 

Melanie:     Beistand heet dat, Anna. Beistand.

 

Anna:         Ja das. (abgehend nach rechts, vorher drückt sie Melanie weniger galant und enttäuscht das Smartphone in die Hand) Dabei war gerade sowas von spannend diese Film. Schau selbst, dann Du wirst Anna verstehen. (ab)

 

13. Szene

Melanie:     (versteht nicht) Diese Film?

 

Hannelore:  Aver ja, jung Fro. Maken Se doch dat, wat Ehr Kollegin raden deiht. Kieken Se sülmst.

 

Melanie:     Äh... entschülligen Se bidde dat lütte Dörchnanner hier. Wat kann ik för Se dohn?

 

Hannelore:  Dat is doch nu erstmaal nich so wichtig. Nu kieken Se doch! Ik weet wat hier los is. Ehr Kollegin hett mi allns vun dat Ehedrama in dit Huus vertellt. (nimmt das Smartphone, hält es Melanie hin in Gesichtshöhe)

 

Melanie:     OH ANNA!!! - Wat? (schaut dann hin, ist perplex) Och Du Scheiße. Dat is... dat is...

 

Hannelore:  (zunächst empört) Erdbeermarmelad! Eendüdig. Un he lickt ehr dat vun d´ Buuk af. (nach leichter Überlegung:) Kenn ik so gor nich.

 

Melanie:     Ik eet dat ok jümmers blots op Toast.

 

Hannelore:  Ja WI! - Un kieken Se. Dat is sülmstmaakt Erdbeermarmelad. Sehnt Se dat Glas op ´n Disk in d´ Achtergrund?

 

Melanie:     Jaaa... Dat is Fro Haferkorns Hobby. Se kookt jeeden Sömmer männich Glasen dorvun in. - Och, wat snack ik denn daar?! Sowat dörv ik doch gor nich vertellen. Un dat geiht Se un mi doch allns gor nix an.

 

Hannelore:  Geiht dat, jung Fro. Geiht dat. Wiel wi dörch dit Video nu Tügen sünd. Sien eegen Ehefro steiht in de Köken un kookt mit veel Meite stündenlang Marmelad in, un ehr Gatte lickt dat sien Geliebte vun d´ Körper. Perverser geiht dat ja woll nich. Mien Mann hett johrelang wat ähnlichs maakt mit sien Affären. Un wat is dorbi rutkomen vör 8 Maant? Herzinfarkt - Exitus. Tja, för soveel Sööts weer sien Hart woll doch to swack.

 

Melanie:     Oh, dat deiht mi leed.

 

Hannelore:  Mööt dat nich. Mööt dat nich. Hebb dat al overwunnen. Sien Leevensverseekern weer bannig hoch. Dat entschädigt mi dorför. Ik leev sietdem heel good.

 

Melanie:     (hat schon wieder auf da Smartphone geschaut) Sehnt Se dat ok?

 

Hannelore:  Wat?

 

Melanie:     Na düsse Buuk vun de Fro.

 

Hannelore:  (schaut auch wieder neugierig darauf) De... de is schwanger.

 

Melanie:     Aver ja.

 

Hannelore:  Na, un WO schwanger de is. Süchst ut as 7. off 8. Maant.

 

Melanie:     De is totol schwanger. Ok dat noch. Wenn Fro Haferkorn dat gewohr ward - dat oversteiht se nich.

 

14. Szene

Anna:         (kommt von rechts, spricht dorthin, lässt die Tür offen, geht zum Tresen) Aber ja, wenn ich es doch sage, Chefin Haferkorn. Wir haben beide gesehen. Neue Kundin und ich. Es ist Konfitüre von Beeren aus Erde. Ich zeige Ihnen. (nimmt das Smartphone, wieder abgehend nach rechts)

 

Melanie:     (wie geschockt) ANNA! Dat kannst Du nich maken.

 

Anna:         (an der Tür) Ich kann. Wahrheit ist immer besser als noch mehr Lügen. Und so sie kommt sicher viel besser darüber weg. (ab, Tür zu)

 

15. Szene

Melanie:     Ja aver...

 

Hannelore:  Se hett nich heel unrecht.

 

Melanie:     Oh Gott, wat möten Se blots denken, wor Se hier landt sünd?! Dat deiht mi würklich leed. - Ik bün Melanie Blömer.

 

Hannelore:  Hannelore Tellkamp. Ik much mien Jung Ronny gern hierher stüren. De mööt unbedingt wat för sik dohn. Un Se beeden doch ok Fitness un Krafttraining an, nich wohr?!

 

Melanie:     Natürlik. Sauna, Massagen, Gymnastik un ok Fitness - allns, üm sik rundum wohl to föhlen.

 

Hannelore:  Dat is good. Dat is good. Mien Ronny lett sik blots noch gahn. Un sülmst kummt he nich op de Idee, maal wat för sik to dohn. De brükt jümmers ´n Tree in de Achterste, weeten Se?! Egaal, wat dat ok is. Bi de Saak mit de Fronslüüd is dat just so. He is al bold 30 un noch Junggesell. Na, vun sien Vadder hett he dat weet Gott nich arvt. Ronny is ok veel to scheu un still för düsse Welt.

 

Melanie:     Daar ward een good utarbeid Trainingsprogramm bi uns seeker Wunner wirken. Fettverbrannen un Muskelopbau maken ok automatisch dat Selbstbewusstsein stark, Fro Tellkamp. Un he betahlt in de Wellness-Tempel Haferkorn blots 19,99 Euro in d´ Maant. Un he kann trainieren, wenher jümmers un so faken he much.

 

Hannelore:  Dat is good. Aver de Pries speelt keen Rull. Ronny verdeent sülmst good; aver ik will em dat ok gern betahlen. Se weeten doch: De Leevensverseekern vun mien verstürven Keerl. Hähä...

 

Melanie:     Ochso... Ja dann... Stüren Se Ehrn Söhn eenfach hierher to uns. Wi kümmern uns üm em.

 

Hannelore:  Dat maak ik. Aver ik ward mitkomen. Ik mööt em in d´ Oog beholen, dat he hier ok würklich wat deiht. Un wenn ik dann al maal daar bün, kunn ik mi doch ok af un to ´n fein Massage off sonstwat günnen.

 

Melanie:     Gern.

 

16. Szene

Andreas:     (kommt zügig und aufgebracht von links herein) Melanie, Fro Kappelmeister hett ´n Schwächeanfall. Kannst Du mi maal fix helpen un ok de Blooddruckaparat mitbrengen? (schon wieder ab)

 

17. Szene

Melanie:     Ja klor. (holt unter dem Tresen einen kleinen Koffer hervor, schon zügig abgehend nach links) Wi weern ja sowiet fardig, Fro Tellkamp, ja?! Entschüldigen Se mi bidde.

 

Hannelore:  Ja ja. Allns good. Gahnt Se man driest. (richtet ihre Kleidung, will schon gehen, als...)

 

18. Szene

Ewald:        (...von rechts auf die Bühne kommt) Gooden Dag.

 

Hannelore:  Gooden Dag. (schon fast hinten beim Abgang)

 

Ewald:        Ähm... is hier just nüms?

 

Hannelore:  (dreht sich um) Wat seggen Se?

 

Ewald:        Ik meen, hier is woll just nüms, so as ik seh. Ik bün to ´t erst Maal hier un denk mi - wenn Se al ´n Kundin sünd vun düt Wellness-Center - könnt Se dat empfehlen?

 

Hannelore:  (kommt zu ihm) Oh, dat kann ik Ehr leider ok nich seggen. För mi is dat hier hüüt ok mien erst Besöök. Un ok blots, üm mi to informeeren. De jung Dame, de mi beraden hett, weer aver bannig fründlik. Un allns wat ik hier seh maakt op mi ´n heel gooden Indruck. (kommt zurück, knufft ihn) Heel dorvun afsehn, dat hier würklich spannend Saaken passeeren.

 

                   (von links nach rechts laufen wieder einige Statisten vorbei, grüßen evtl.)

 

Ewald:        (überrascht und leicht empört) Veelen Dank. Dat is doch al maal wat.

 

19. Szene

Anna:         (kommt sodann aus dem rechten Raum zurück) Sie will sein alleine. Ist schwer geschockt über Konfitüre-Film. Aber sie sagt, sie muss nun sein alleine, die gute Chefin Frau Haferkorn. (sieht Ewald) Oh, guten Tag. Neuer Kunde?

 

Ewald:        Gooden Dag.

 

Hannelore:  Seggen Se, Anna: Is dat denn ok würklich good, wenn Fro Haferkorn sik nu alleen inigelt?

 

Anna:         Was soll ich machen? Sie will so. - Wo ist Melanie?

 

Hannelore:  Se muss jichenswor helpen. Een Fro geiht dat nich good. - Un seggen Se, Anna: Hebbt Se denn mittlerwiel op düt Video ok sehn, dat düsse jung Fro een Kind verwacht?

 

Anna:         Aber jaaaaa... Das Schocken nimmt kein Ende nicht. Praline ist gefüllt. - Frau Haferkorn sehr sehr traurig.

 

Hannelore:  Ik bün bannig gespannt, wo dat hier wiedergeiht. Aver wi sehnt uns ja nu faker. Un wenn Ehr Chefin maal ´n Snackeree mit een Fro söcht, de wat Ähnlichs belevt hett, dann seggen Se mi eenfach bescheed. Un seggen Se ehr ok: Se mööt kämpfen! Se dörv nu nich vun Trurigkeit opfreeten warrn. Füür bekämpft man mit Füür! - Feuer - Se verstahnt?

 

Anna:         Ja ja. Feuer mit Feuer - ich werde ihr sagen. (zu Ewald) Und was kann ich tun für Sie? Ich bin Anna. Ich soll nicht sein hier am Empfang - aber wenn ich nicht bin, dann keiner hier. Melanie weg. Ist alles seltsam heute hier. Machen keine Gedanken. Alles gut. Ich bin Anna. Anna Bolika.

 

Ewald:        (etwas belustigt) Freit mi. Ik bün Ewald Kappelmeister.

 

Anna:         (fällt aus allen Wolken) Herr KAPPELMEISTER? Oh... na, das ist eine Überraschung. Herzlich Willkommen hier bei uns.

 

Hannelore:  Ik gah dann maal, ja?! Tschüsssiii... (ab nach hinten rechts)

Anna:         Auf Wiedersehen.

 

20. Szene

Ewald:        Äh... worüm is dat ´n Overraschung, dat ik hier bün?

 

Anna:         Ach, ich habe nur so gesagt. Sie sind hier für erste Mal in Wellness-Tempel?

 

Ewald:        Ja, ik äh... hebb mi docht, ik kunn maal ´n beeten Entspannung verdragen.

 

Anna:         Wenn Kollegin Melanie ist zurück, sie kann machen gerne mit Ihnen eine Führung durch ganze Tempel, wenn wollen. Oder hatten Sie schon gedacht an etwas ganz spezielle Behandlung?

 

Ewald:        Na ja, also... een Massage weer viellicht maal heel good för mi.

 

Anna:         Sie werden es glauben nicht, aber Anna hatte schon gedacht dieses.

 

Ewald:        Ochja?

 

Anna:         Ach ja! - Und Sie wollen auch bestimmt wissen, ob wir haben frauliche Masseusen. Ist es so?

 

Ewald:        (nimmt es gelassen) Se meenen Masseurinnen? Also, een Fro, de mi masseeren deiht? Nu ja, dat kunn mi woll gefallen.

 

Anna:         Und auch das dachte sich Anna. (zu sich selbst) Sie sind doch alle gleich, diese Hengste. --- Äh... wir haben Bonus-Preis. Soll heißen - Sie könnten kommen zusammen mit Ihre Frau - dann ist billiger. Sie haben doch Frau, wenn ich darf wissen, Herr Kapellmeister?

 

Ewald:        Kappelmeister is de Naam - nich Kapellmeister.

 

Anna:         Ja ja - ich habe schon gehört. Mit 2 "p". Und? Ich darf wissen?

 

Ewald:        Seeker dörven Se dat weeten, un Ehr Angebot weet ik ok to schätzen. Man för mien Fro is dat nix, so ´n Massage. Dat hett se al bannig faken seggt. Se mach dat GOR nich.

 

Anna:         (ironisch) Natürlich nicht. Aber Ehe mit Frau ist gut, ja?!

 

Ewald:        Nu mööt ik aver würklich bidden.

 

Anna:         Ja, ich denke, Ehe ist gut.  (eher gelangweilt) Ihre Frau und Sie sind glücklich. SEHR glücklich. Und das Feuer in Ehe brennt auch nach 30 Jahren noch in hohen Flammen. Sie sind sich treu, gehen offen und ehrlich um miteinander, und lieben sich auch noch nach der langen langen Zeit. Andere Frauen und Männer haben gespielt niemals eine Rolle bei Ihnen. Niemals. Ist es so?

 

Ewald:        Äh ja. Wat hett dat aver mit een Termin in Ehr Wellness-Tempel to dohn?

 

Anna:         Ach nichts. Ich wollte nur mal halten fest wie ist die Lage in den meisten deutschen Ehen. Um auf Frage rückwärts zu kehren wegen Massage: Ja, wir haben Melanie. Melanie massiert gut. Und sie ist fraulich und auch jung - so wie Herr Kappelmeister mit 2 "p" es wünschen.

 

Ewald:        Dat hört sik good an. Ik äh... kann aver doch op Diskretion hopen in Ehr Ünnernehmen?

 

Anna:         Na sowas. Soll Frau Kappelmeister nichts erfahren, obwohl doch die Ehe so gut ist?

 

Ewald:        Och, nu snacken Se doch keen Blödsinn. Wenn dat nich toveel verlangt is, holen Se doch bidde düsse Melanie. Ik denk dat is beeter, wenn ik direktmang mit ehr een Termin afsnack. Ik bün in düsse Tied maal kört... (deutet auf die Toilette links) Wesen Se mi nich bös, aver SE sünd mi een lütt beeten to fünsk. (abgehend auf die Toilette, dreht sich nochmal um) FORSCH, verstehen Sie?! (ab)

 

Anna:         So so. Zu forsch ist Anna. Und das sagt mir so eine Bock. (ruft dann nach hinten links) M e l a n i e ?

 

Melanie:     (von dort recht barsch) Ja doch.

 

21. Szene

Melanie:     (kommt sodann zusammen mit Andreas von hinten links auf die Bühne. Beide stützen Helga, die erschöpft und angeschlagen wirkt. Die beiden jungen Akteure bringen sie zu einem Stuhl bei der Sitzgruppe. Helga setzt sich, stöhnt leicht, fasst sich an die Stirn. Helga trägt einen Bademantel) Een Glas Water, Anna.

 

Anna:         (ebenso barsch wie Melanie) Ja doch. (eher belustigt) Oooh... kleine Schwächeanfall, Frau Kappelmeister?! Tss... tss... (schenkt während des nächsten Dialogs ein Glas voll)   

 

Melanie:     Hol doch de Mund, Anna. Wat maakst Du hier eenlik al wedder?

 

Anna:         Na, hör´ Du mal. Wenn Du nicht bist da - und Frau Haferkorn nicht da - und niemand da - dann MUSS ich ja wohl sein hier. (süffisant) Habe bedient neue Kunden. Sehr nette Herr. Ist gerade gegangen auf Toilette. Und wenn kommen heraus, hier sicher geben gleich noch mehr Schwächeanfälle. Hehehe...

 

Helga:         Gott, dat is mi nu aver würklich peinlich.

 

Andreas:     Sowat passeert al maal, Helga. Ok wenn Se anners gesundheitlik op Steh sünd. Dat kann veel Ursaken hebben. Ehr Blooddruck is heel normol. Drinken Se een Glas Water, ahmen Se deep in un ut, dann ward dat al wedder.

 

Anna:         (bringt das Glas Wasser) Hier. Trinken. Sie werden brauchen. (geht zurück zum Tresen)

 

Helga:         Danke. (trinkt)

 

Anna:         Neue Kunde will Massage. Aber nur von DIR, Melanie.

Melanie:     Ja, dat kloren wi dann glieks. Ik bliev nu hier. Un Du gah wedder an Dien Arbeid. Du weest, dat Fro Haferkorn Di nich gern an d´ Empfang sücht. Los, maak dat, wat Du hier maken schallst. Swing Dien Feidel.

 

Anna:         Ja ja. Gleich.

 

Andreas:     (zu Helga) Haren Se denn anners noch keen Sörgen mit Ehr Kreislauf, Helga?

 

Helga:         Nee. Afsluts nich. Bi mi weer jümmers allns gesund bitlang.

 

Anna:         BISLANG! Ja ja. Kann sich alles ändern. Warten nur ab, bis neue Kunde hat gemacht Pups zuende. Hehehe...

 

Andreas:     Geiht dat denn wedder?

 

Helga:         Ja danke. Dat ward al beeter.

 

Anna:         Hält nur kurz, glaubt mir. Gleich ist Kreislauf wieder auf 285.

 

Melanie:     Anna! Du geihst nu forts an de Arbeid!

 

Anna:         (will beleidigt ab, als...)

 

22. Szene

Anette:       (...heulend und gleichzeitig sprechend von rechts mit einem Marmeladenglas hereinkommt) 28 Glasen harr ik dorvun inmaakt. 28.

 

Melanie:     Fro Haferkorn. (geht besorgt zu ihr, gibt ihr ein Taschentuch)

 

Andreas:     Chefin.

 

Helga:         Leev Tied, wat is denn blots los hier?

 

Anette:       Ik wunner mi jeeden Dag, worüm al soveel Glasen weg sünd un well dat woll allns eeten hett, dorbi nimmt mien Otto de Marmelad mit na sien Flittchen un... (Hinweis: Anette muss hier die Mischung aus sprechen und weinen so hinbekommen, dass sie dennoch für die Zuschauer gut verständlich ist)

 

Anna:         ...lecken es ihr von Busen und Bauch. (bleibt natürlich, verschränkt die Arme, hört interessiert zu)

 

Andreas:     Anna!

 

Anette:       Ja, he lickt ehr dat tomindst jichenswor af. Mien sülbstmaakt Erdbeermarmelad.

 

Anna:         Und schwanger ist diese Erdbeer-Lady dazu.

 

Anette:       (heult laut auf) De Erdbeer-Lady. Lara-Jane heet se. Ik ward se ümbrengen, wenn se mi over d´ Patt löppt.

 

Melanie:     (tröstet sie) Dat ward al wedder, Chefin.

Anette:       Nee, dat ward nie nich wedder anners.

 

Helga:         Ik hör dorut, dat Ehr Mann Se bedrogen hett. Dat deiht mi leed.

 

Anette:       Danke.

 

Helga:         Man mööt in een Ehe eenfach mehr mitnanner snacken. Over allns! Dormit ok na veel Johren dat Vertrauen stark un fast blifft.

 

Anna:         (lacht laut los) Hahaha... und die Flamme der Liebe schlagen noch sehr hoch. Das sagen genau die Richtige.

 

Melanie:     Chefin, Se schullen nu eenfach op anner Gedanken komen. De Situation is nu maal daar un man mööt sik de Dinge stellen.

 

Andreas:     Dat seh ik ok so. Kümmern Se sik intensiv üm de Jubiläumsfier. Dat 10johrig Bestahn vun de Wellness-Tempel is al in een poor Weeken. Planen Se dat. Dann vergeeten Se de Sörgen seeker umso beeter.

 

Anette:       Nee, dat ward hier keen Jubiläumsfier geeven. 

 

Alle:           Bidde?

 

Anette:       Worto denn düsse Show? Tosamen mit mien Otto hebb ik düt Ünnernehmen opbaut. Un de will mi nich mehr. Ik schall de Wellness-Tempel woll sluten. Anstatt sik üm uns Kunden to kümmern, (dann wieder weinerlicher) ...lickt he ja leever mien sülmstmaakt Erdbeermarmelad vun d´ Liev vun een jung Fro.

 

Anna:         Von Busen. Lecken von Busen!

 

Anette:       (heult wieder laut auf)

 

Melanie:     (legt ihren Arm um sie) Komen Se, Fro Haferkorn. (mit ihr ab nach rechts)

 

23. Szene

Andreas:     Dat hett se würklich nich verdeent. De Chefin is so een leev Minske.

 

Anna:         Ja, das ist sie.

 

Helga:         Dat glöv ik gern. Aver liekers hett dat jümmers een Grund, wenn een Ehepartner frömd geiht.

 

Anna:         Oh, Sie haben ja so recht, Frau Kappelmeister.

 

Helga:         Andreas, mi geiht dat wedder good. Ik weet ok nich, wat dat weer. Ik denk, wi könnt mit de Massage wiedermaken. (steht auf)

 

Andreas:     Würklich?

 

Helga:         Natürlik. (leicht erotisch) Ik hebb Ehr Handen doch noch gor nich recht föhlt bitlang.

Andreas:     Wenn Se meenen.

 

24. Szene

Ewald:        (kommt von der Toilette zurück, sieht dann seine Frau) H e l g a !

 

Helga:         (dreht sich um) E w a l d !

 

Anna:         Und JETZT spielen der Kapellmeister einen Blues!

 

Ewald:        Wat maakst Du hier?

 

Helga:         De Frag stell ik ok DI!

 

Anna:         Und ich werde beantworten: FRAU Kappelmeister holen sich hier in Wellness-Tempel das starke und feste Vertrauen für Ehe. Und HERR Kappelmeister will schauen nach, ob Knoten für starke Band auch fest genug ist.

 

Andreas:     Anna, dat langt nu endgültig. GAH AN DIEN ARBEID !!!

 

Anna:         Ja ja. (beleidigt ab nach hinten links)

 

25. Szene

Ewald:        Helga, ik bün platt.

 

Helga:         Ewald, frag MI maal.

 

Ewald:        Du lettst Di hier masseeren un vertellst mi keen Woord dorvun?

 

Helga:         Un ik denk, Du hest een wichtig Snackeree beruflich - un find Di HIER?

 

26. Szene

Lara-Jane:   (hat sodann von rechts die Bühne betreten. Sie ist stark geschminkt, trägt außergewöhnliche Kleidung, ist hochschwanger, in ihrer Art aber freundlich) Schöönen gooden Dag.

 

Andreas:     Gooden Dag.

 

Ewald:        (barsch zu Helga:) Kummst Du bidde maal mit vör de Döör, Helga?! Ik hebb daar maal een poor Fragen.

 

Helga:         (ebenso) Nix leever as dat, Ewald. DE hebb ik ja woll ok. (erhobenen Hauptes ab nach rechts)

 

Ewald:        (ihr "stramm" hinterher)

 

Andreas:     (ruft Helga hinterher) Regen Se sik bidde nich so op, Helga. Se wüllt doch nich al wedder ´n Schwächeanfall, oder?

 

27. Szene

Andreas:     Äh... dann... (schaut sich um, überlegt kurz, zu Lara-Jane:) Tja, wat kann ik för Se dohn?

Lara-Jane:   Dat is een Frag, de ik good verstahn kann. Wat will een Fro in mien Tostand in een Fitness-Center, meenen Se seeker.

 

Andreas:     Na ja, dat...

 

Lara-Jane:   Mien Naam is Kleemann. Lara-Jane Kleemann. Ik bün schwanger as Se sehnt. Un ik much weder Muskeln opbauen, noch in de Sauna. Un för ´n Massage is mien Buuk woll ok al to dick. Dat is so: Se hebbt doch ´n Whirlpool, so as ik op ehr Websied sehn hebb, nich wohr?!

 

Andreas:     Richtig.

 

Lara-Jane:   Un just dat is dat, wat ik söök. Weeten Se, ik much gern een Watergeburt, wenn dat sowiet is. Mien Doktor weet dat al un in ´t Geburtshuus ward man mi mit ´n Kurs ok noch dorup vörbereiten. Aver ik much gern vörher al dit Geföhl kennenlernen, verstahnt Se?!

 

Andreas:     Ja ja.

 

Lara-Jane:   Ik weet ja nich, off dat mööglich is, aver ik much natürlik alleen ween in de Pool. Un ok dat Geblubber mööten Se dann för mi afstellen. Denken Se, dat dat maakbor weer? De Watergeburt schall een Overraschung ween för mien Leevensgefährte. Mien Otto weet noch nix dorvun.

 

Andreas:     Otto?

 

Lara-Jane:   Ja genau. He hett al faken vun düsse Wellness-Tempel  snackt, wenn he ok woll noch nie nich hier weer, sowiet ik informeert bün.

 

Andreas:     Ja äh... Se heeten also Lara-Jane, sünd schwanger un Ehr Leevensgefährte heet Otto?

 

Lara-Jane:   Ja, worüm?

 

Andreas:     Moment maal even. (schnell ab zum rechten Raum)

 

Lara-Jane:   (leicht verwirrt)

 

28. Szene

Andreas:     (kommt sofort zurück, ihm folgt Melanie) Melanie, dat is Fro Kleemann. Lara-Jane Kleemann. Se is schwanger as Du süchst, un ehr Leevensgefährte heet Otto.   

Melanie:     Oh mien Gott.

 

Lara-Jane:   Seggen Se maal: Geiht ´t noch?

 

Melanie:     Se tröen sik würklich hierher?

 

Lara-Jane:   Bidde?

 

 

29. Szene

Anna:         (kommt sodann von rechts zurück) Bin dann fertig mit Putzen. (sieht Lara-Jane) Oh Hallo.

 

Melanie:     (geht schnell zu Anna) Anna! Anna, dat is Fro Kleemann. Lara-Jane Kleemann. As Du süchst is se schwanger un ehr Leevensgefährte heet Otto.

 

Anna:         Meine Güte Gott, die Erdbeer-Lady.

 

Andreas:     Wat maak wi denn nu?

 

Anna:         Ich kann nicht glauben, dass Sie sind hier.

 

Lara-Jane:   Is dat hier een Düllhaus? Wat is denn blots los mit Ehr?

 

Anna:         Weiß Ihr Gefährte für Leben, dass Sie sind hier?

 

Lara-Jane:   Mien Otto? Wat schall dat?

 

Anna:         Weiß er oder weiß er nicht?

 

Lara-Jane:   Nee. Ik hebb doch al seggt, dat de Idee vun de Watergeburt een Overraschung för em ween schall.

 

Anna:         Und wo ist Ihre Gefährte Otto jetzt bitteschön?

 

Lara-Jane:   Nu ward mi dat hier aver langsam to bunt. Mien Otto arbeid. (kramt in ihrer Handtasche herum) He hett ´n leitend Position bi de Sporkass. (hält das Foto hin) SO sücht he ut, he is knapp 60 Johr old un siet 8 Johren scheeden. Noch mehr Fragen?

 

Alle:           (schauen gierig auf das Foto)

 

Anna:         Chef.

 

Melanie:     Ja.

 

Andreas:     Nich to faten.

 

Anna:         (etwas leiser zu Melanie und Andreas) Alles Lügen - nur Lügen. (dann zu Lara-Jane) Und wie heißen Ihr Gefährte mit Namen am Ende? Also, ich meine mit...

 

Melanie:     ...de Achternaam meent Anna.

 

Lara-Jane:   Brüken Se vun mi viellicht ok noch ´n polizeilich Föhrungstüchnis, mien Konfektionsgrött un een HIV-Test? Wor bün ik denn hier blots landt? Aver dormit Se tofree sünd: Mien Mann heet Otto. Otto Hansen.

 

Andreas:     (wieder zu Melanie und Anna) Hett he ehr ok noch ´n verkehrten Naam nömt. Wat för ´n Schlawiner.

 

Lara-Jane:   Bidde wat?

 

30. Szene

Anette:       (kommt sodann aus dem Raum rechts) Na good, Melanie. WENN wi een Jubiläums-Fier geeven, dann aver blots in ´n lütten Kreis. (sieht dann Lara-Jane) Oh...

 

Melanie:     (geht schnell zu ihr) Fro Haferkorn, Se brüken nu veel Kraft. (hakt sie ein) Un Se mööten vör allem nu heel ruhig blieven. Dat is heel besünners wichtig.

 

Anette:       Wieso?

 

Anna:         Das ist Frau Kleemann.

 

Andreas:     Ehr Vörnaam is Lara-Jane.

 

Anna:         Und sie kriegen eine Kind. Sehen Sie.

 

Melanie:     Dorto kummt, dat Se uns just vertellt hett, dat ehr Partner Otto heet.

 

Anna:         Und auf der Hand liegt wohl, dass sie gerne isst Erdbeermarmelade.

 

Anette:       (holt tief Luft, baut sich auf) Soooooooooo...

 

Lara-Jane:   Dat langt mi nu. Een schöönen Dag noch. (geht schon ab)

 

Melanie:     (leiser zu Anette) Fro Haferkorn, hören Se maal: Dat is nich so heel as Se un wi denken. Würklich nich. Se weet woll vun nix. Glöven Se uns.

 

Andreas:     (Lara-Jane hinterher, hinten auf der Bühne) So blieven Se doch. Dat deiht uns leed, wenn wi sünnerbor Fragen stellen. Dat äh... hett wieder nix to bedüden. (beide bleiben aber noch hinten stehen)

 

Anna:         (zu Anette) Sie sagt, dass ihr Gefährte heißt Otto, aber am Ende Hansen. Und er arbeitet in Kasse für Sparen.

 

Anette:       Wat? Dann hett düsse Person also keen Ahnung, dat...

 

Melanie:     Nee, hett se nich.

 

Anette:       (geht zu Lara-Jane, gestellt freundlich) Wat könnt wi denn för Se dohn, jung Fro? Un entschülligen Se bidde uns Verholen un uns Fragen. Aver wi nehmen hier blots de best Gasten op. Dorüm brük wi jümmers een poor Informationen vörher. Wi nehmen hier ja nich jeeden op, weeten Se?!

 

Lara-Jane:   Na good. Sünnerbor is dat aver.

 

Anette:       Och Kindchen, wat is nich allns sünnerbor op düsse Welt, (barsch und streng dann:) Lara-Jane! - Ik dörv doch Lara-Jane seggen?

 

Andreas:     Fro Kleemann - also Lara-Jane much gern uns Whirlpool utprobeeren.

Melanie:     (zu Lara-Jane) Ik kann Ehr dat wiesen.

 

Anette:       (bestimmend) Kummt overhopt nich in Frag. Üm düsse neij Kundin kümmer ik mi sülmst - heel persönlich. (reicht ihr die Hand) Anette Haferkorn. Ik bün de Chefin hier. Ik leit düt Ünnernehmen tosamen mit mien Mann. Aver DE is just nich daar. He heet ok Otto - just as Ehr Leevensgefährte. (lacht gestellt) Wat för ´n Tofall, wa?! - Komen Sie - uns Whirlpool hört Ehr in de komend Stünn heel alleen. (legt einen Arm um ihre Schulter, mit ihr langsam abgehend nach hinten links) Wi wüllt doch maal kieken, wo heet dat Water för Se ween dörv. Och, un kann ik Se viellicht ´n lütten Snack anbeeden? Wo weer dat mit ´n Schiev Toast...

 

Anna:         ...mit selbstgemachter Erdbeermarmelade?

 

Anette:       Genau.

 

Lara-Jane:   (und Anette ab, Lara-Jane schaut leicht verwirrt)

 

31. Szene

Andreas:     Ups, wenn dat man good geiht.  Wi kennen ja dat Temperament vun Fro Haferkorn. Wenn de Chefin tomool utrast, gifft dat hier hüüt noch een grood Skandal.

 

Anna:         Oh nee. Kein Skandal. Ich denke, wir haben heute hier in Wellness-Tempel bestimmt noch eine Tote! Eine tote Erdbeerlady.

 

Andreas:     (und Melanie erschrocken zusammen) W a t ???

 

Blackout oder schneller Vorhang - Ende des ersten Akts

 

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Zweiter Akt

 

                  (einige Tage später. Ca. 10 Uhr. Wenn der Vorhang sich öffnet, steht auf der linken Seite der Bühne jetzt eine Massageliege und ein Stuhl. Darunter einige Handtücher, sowie eine Flasche mit Massageöl. Rechts neben der Liege steht ein Paravent, der die Sicht zum Empfangstresen behindert. An der hinteren Wand ein großes Schild mit dem Hinweis: "Kein Zutritt zum Untergeschoss" oder "UG derzeit aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet" o.a. Die Stühle bei der Sitzgruppe sind durch 2 Liegen ausgetauscht worden)

 

1. Szene

Anette:       (kommt aufgebracht gefolgt von Melanie von hinten rechts) Dat sünd Teeken, Melanie - wat ik Se segg. Dat sünd eendüdig Teeken!

 

Melanie:     Fro Haferkorn. Een Waterrohrbröök in d´ Keller vun uns Wellness-Tempel is keen Teeken, dat is een Unglück. Üm nich to seggen: Grood Bullshit. Dat is allns. Wat schullen dat denn för Teeken ween?

 

Anette:       Jichenseen Macht vun boven off so will mi dormit seggen, dat ik düsse Laden DOCH sluten schull.

Melanie:     Wenn dat würklich een Teeken is, bedütt dat wieder nix, as dat Se nu wiesen könnt, dat Se mit sückse Situationen alleen locker fardig warrn. Alleen - ohn Ehr Mann Otto.

 

Anette:       Otto? Well weer dat nochmaal?

 

Melanie:     (schmunzelt) Allns ward wedder good. Wi hebbt dat doch best in d´ Griff. De Rohrbröök is nu 3 Dag her. Un Se hebbt de Gutachter doch just hört. Wenn de Afdrögen afsloten is un flietig Arbeiders dann de neij Bodenbelag in de dree Kamers neij verleggt hebbt, könnt wi in knapp twee Weeken de Keller al wedder brüken. Passt doch as de Fuust op ´t Oog. De Jubiläumsfier ward somit kuppelt mit een Weddereröffnung.   

 

Anette:       Harr ik doch blots een beeten wat vun Ehr Optimismus.

 

Melanie:     Un bit dat sowiet is, maak wi in ´n lütten Rahm munter wieder. Sauna un Fitness mööt woll leider erstmaal utfallen. Aver dat Café is open, dat gifft op düsse Ebene Toiletten un ok de Umkleidekamers, de wi nutzen könnt, un de Massagen... ja, de maak wi solang eenfach hier. (deutet nach links)

 

Anette:       Dat is ja woll mehr as peinlich. Massagen in uns Empfangsruum.

 

Melanie:     Dat ward jeede verstahn. Un dörch de Trennmüür ward ok de Intimsphäre nich angreepen. Un dat wisst uns Kunden, dat wi mit so ´n asigen Twüschenfall super ümgahn könnt. Un verseekert sünd Se ok bestimmt good tegen de Schaden, oder?

 

Anette:       Na ja...

 

Melanie:     Sehnt Se?! Mit Ehr privat Malheur komen Se mehr un mehr ok klor - dat gifft also keen Grund, de Kopp nu hangen to laten.

 

Anette:       Privat Malheur... ja... (seufzt) Och, wenn ik Se nich harr, Melanie.

 

Melanie:     Also, Se sluten de Wellness-Tempel doch nich, oder?

 

Anette:       Ik... ik weet dat noch nich.

 

Melanie:     Bidde nich, Fro Haferkorn. (abgehend nach hinten links, ihr kommt von dort...)

 

2. Szene

Andreas:     (...entgegen)

 

Melanie:     Allns fit, Kolleg? (ab)

 

Andreas:     Allns fit! (geht zu Anette, die jetzt hinterm Tresen steht) Fro Haferkorn, ik hebb nochmaal over de lütte Kamer hier boven rechts nadocht.

 

Anette:       Lütte Kamer, dat is good. So lütt, dat man nich maal drin masseeren kann.

 

Andreas:     Ja leider. Aver för een Kund mit Trainer kunn dat langen, üm daar een beeten Freehanteltraining off Gymnastik antobeeden.

Anette:       Glöven Se, dat uns Kunden dat akzepteeren? Man kummt sik ja vör as in een Besenkamer.

 

Andreas:     Dat weer tomindst ´n Versöök wert. Schall ik ´n poor Hanteln un een Matt na boven holen?

 

Anette:       Vun mi ut, versöök wi dat.

 

Andreas:     Gern. (abgehend nach hinten)

 

Anette:       Andreas?!

 

Andreas:     (bleibt stehen, dreht sich um) Ja?

 

Anette:       Ik bün Ehr un Melanie bannig dankbor, dat Se sik soveel Gedanken maken, wo wi düsse Tied hier na de Rohrbröök overstahn. Ohn Se beid weer ik verloren.

 

Andreas:     Dat hier is uns Arbeidsplatz un wi maken dat gern, Fro Haferkorn. Is doch eenlik selbstverständlich. Un so ´n Unglück passeert nu maal.

 

Anette:       Ja, so ´n Unglück passeert.

 

Andreas:     Also, Se sluten de Wellness-Tempel doch nich, oder?

 

Anette:       (schmunzelt kurz, weil sie diese Frage schon wieder hört) Ik weet dat noch nich, Andreas.

 

Andreas:     (nicht sehr zufrieden mit dieser Antwort) Hhmmm... (ab nach links) 

 

3. Szene

Hannelore:  (kommt sodann von rechts herein. Ihr folgt Ronny, der eher linkisch und etwas "zurückgeblieben" wirkt, jedoch nicht geistig behindert ist. Er trägt auch eher weniger zeitgemäße Kleidung.) (Übertreiben Sie aber bitte nicht zu sehr mit dieser Rolle) (Hannelore trägt eine kleine Sporttasche über ihrer Schulter, Ronny eine größere Sporttasche in der Hand. Dann zu Ronny) Ja ja, dat is richtig hier. Nu komm al, Ronny. (geht zum Empfangstresen) Gooden Mörgen. Seggen Se nix. Se MÖÖTEN Fro Haferkorn ween - de Chefin vun ´t Huus, hebb ik recht?

 

Anette:       (überrascht) Äh ja.

 

Hannelore:  (reicht ihr die Hand) Bannig angenehm. Wunnerbor, dat ik Se endlich persönlich kennenlern, wiel ik ja al soveel vun Se un Ehr Drama hört hebb. Jaaaa... vör dree Dag, weeten Se?! Hannelore Tellkamp. Freit mi heel besünners. Un dat hier is Ronny, mien Söhn.

 

Ronny:       Moin. (stellt die Tasche auf den Boden ab, steht während der nächsten Dialoge etwas verloren da)

 

Anette:       Moin. - Dat deiht mi leed, dat wi Se hier in dit Chaos begrööten mööten.

 

Hannelore:  Ik hebb ´t al hört. Een Waterschaden in d´ Keller. Lieschen Pannemann hett mi dat vertellt, bi Edeka an d´ Kasse. Se stunn vör mi in de Schlang, weeten Se?! Lieschen weet jümmers allns. Tragisch tragisch, also dat mit de Rohrbröök. Aver sowat haut Se doch nich üm, oder? Ik segg mi jümmers: WENN dat anfangt to regen, mööt man ok jümmers dormit reeken, dat dorna ok noch Hagel un Störm kummt.

 

Anette:       (versteht nicht) Bitte?

 

Hannelore:  Na, Se sünd doch woll al genooch bestraft mit Ehrn Ehemann un sien Marmeladen-Liebschaft. Dorup kunn dann ja blots noch een anner Unglück folgen. - Ja, nu kieken Se nich so verdattert. Ik weer bi de Overführung live dorbi.

 

Anette:       Live dorbi?

 

Hannelore:  Aver jaaaa. Ik düss dat doch mit mien eegen Oogen sehn - na, düt Frucht-Leck-Video op dat Smartphone.

 

Anette:       Och Du Schand.

 

Hannelore:  Is doch op Steh, Fro Haferkorn. (knufft sie) Geiht doch nix over sülmstmaakt Marmelad, nich?! Ehr Putzfro hett mi allns wesen.

 

Anette:       Anna - natürlik!

 

Hannelore:  Well kunn Ehr Geföhle woll beeter verstahn as ik?! Sien Vadder (deutet auf Ronny) weer ok so ´n Halodri, nich wohr, Ronny?

 

Ronny:       Wenn Du dat seggst, Mama. IK ward een Fro jümmers trö ween, dat weet ik nu al.

 

Hannelore:  DU möötst erstmaal ´n Fro finden, de dat mit Di utholen will, Kind. Worüm sünd wi woll hier? Üm ut Di endlich een richtigen Keerl to maken.

 

Ronny:       Ja Mama.

 

Hannelore:  (zu Anette) Seggen Se nix. Ronny is eenlik old genooch, üm alleen to entscheeden, wat he will. Aver he brükt vun mi jümmers een symbolisch Pietske, weeten Se?! Un ik mööt em in d´ Oog beholen, anners ward dat nix. Un wiel ik al maal mitkomen bün, much ik gern een Massage in düsse Tied, solang Ronny trainieert - wenn dat so batz op de Steh mööglich is.

 

Anette:       Een Massage? Ja, also wenn Se in Koop nehmen, dat dörch uns Renovierung de eenlike Massageruum nich to Verfügung steiht un wi dat HIER maken mööten...

 

4. Szene

Melanie:     (läuft von hinten links nach rechts mit einer aufgerollten Gymnastikmatte vorbei, grüßt die Anwesenden)

 

Hannelore:  Aaaah, Moment. SE komen mi bekannt vör. Melanie, richtig?

 

Melanie:     Oh, Hallo Frau Tellkamp.

Hannelore:  Se könnt sik doch seeker üm mien Ronny kümmern, oder?

 

Melanie:     (kommt dazu) Gern.

 

Hannelore:  Prima. Ronny brükt Fitness. Se dörven "Du" to em seggen. Maken Se ut em een richtig tollen Adonis, dormit de Frondlüüd endlich anbieten. Kriegen Se dat hen? Is dat overhopt mööglich? Na ja, optisch ward woll KEEN Brad Pitt ut em, denk ik. Hähä...

 

Melanie:     För sien Körper kann man JÜMMERS wat dohn - in jeede Oller. - Hallo Ronny. Kummst Du mit? Ik wies Di de Ümkleideruum. Wi könnt dann ok glieks anfangen.

 

Hannelore:  Och herrlich. DAT nöhm ik Service.

 

Melanie:     Wi sünd een beeten inschränkt dörch de Rohrbröök, aver liekers warrn wi al hüüt wat erreichen bi Ronny.

 

Hannelore:  DAT mach ik hören. (reicht Melanie Ronnys Sporttasche) Hier sünd sien Saken in. Quälen Se em gern so richtig. Sien Muskeln mööten brannen, dormit he endlich ünner de Haube kummt. Sückse dünn Schlaffies wüllt de Frons in düsse modern Tied nich mehr. Dat sehnt Se doch seeker ok so, jung Fro, nich?! Hebbt Se eenlik al ´n fasten Fründ? Hähä...

 

Melanie:     (belustigt) Okay. Damm laat uns anfangen. Hest Du denn ok Lust, Ronny? Büst Du ok motiviert för ´n Training?

 

Ronny:       Ja also... Mama meent ja, dat...

 

Hannelore:  Aver seeker is he motiviert. Na, nu gah al.

 

Ronny:       Ja Mama. (Melanie hinterher ab nach hinten rechts)

 

5. Szene

Hannelore:  (hat ihrem Sohn kopfschüttelnd hinterher geschaut, dann zu Anette) Hach, düsse Jung... Hebbt Se Kinner?

 

Anette:       Nee. Mien Mann un mi weer dat leider nich...

 

Hannelore:  Oh nee! Dat mööt för Se ja dann umso bitterer ween, wenn nu düsse Marmeladen-Lady vun Ehr Mann een Kind verwacht.

 

Anette:       Tja... well seggen Se dat?!

 

Hannelore:  Wullen Se un Ehr Mann denn keen Kinner, off is düsse Frag to persönlich?

 

Anette:       Äh... doch, Otto un ik wullen eenlik Kinner. Aver dat hett nie nich klappt. Bi ´n Ünnersöken vör 30 Johr is rutkomen, dat bi uns beid allns gesund is. Aver ik denk, Otto sien Spermien weern jümmers to... na ja, de hebbt woll jümmers slapen.

 

Hannelore:  Un nu in ´t Oller sünd düsse opwaakt un beglücken jung Küken? Na, DAT is ja mehr as sünnerbor.

 

Anette:       (wieder betrübt) Ja, Fro Tellkamp, ik weet ok nich...

 

Hannelore:  Hey... Kopp hoch. För ´t Rümjammern sünd wi Fronslüüd nich geboren, Fro Haferkorn. Vertellen Se mi leever, wat genau Se nu vör hebbt.

 

Anette:       (ist skeptisch, ob sie mit Hannelore darüber reden möchte) Na ja, ik weet ok nich... verstahnt Se doch...

 

Hannelore:  Och, nu zieren Se sik nich so. Se brüken in düsse düster Tied doch ´n Fründin. Worüm kann ik dat denn nich för Se ween? Ik weer doch mit ´n ähnlichen Buck bestraft.

 

Anette:       Un Se hebbt sik scheeden laten?

 

Hannelore:  Dat weer gor nich nödig. He hett vörher al in ´t Gress beeten. Hähä...

 

Anette:       Dat deiht mi leed.

 

Hannelore:  MI NICH ! - Ik meen: Wi mööten jichenswenher ja all maal gahn. Sowiet ik weet, is de lesd Liebschaft vun mien Göttergatte nu heelmaal middellos. Dat hebb ik ok vun Lieschen Pannemann. Se stunn bi Edeka an d´ Kasse in de Schlang vör mi. Harr ik dat al seggt? - 26 Johr junger as mien Mann weer düt Früchtchen. Lächerlich. Schall se gern lieden, düsse... düsse... lütte flatterhafte Person, de een trö Ehefro as mi de Keerl utspannt. De Pest wünsch ik ehr. Hach, ik reg mi al wedder op. - Aver nu snacken Se! Wat wüllt Se ünnernehmen?

 

Anette:       De Saak is bi mi een beeten anners. Lara-Jane, de Geliebte vun mien Mann Otto...

 

Hannelore:  LARA-JANE! Ha... alleen al düsse Naam!

 

Anette:       Ja, dat weer ok mien Red. Aver se is erde unschüllig.

 

Hannelore:  Unschüllig? Dat sünd se NIE, Fro Haferkorn - oder dörv ik Anette seggen? Ik bün Hannelore. Is doch veel persönlicher, nich?!

 

Anette:       As Se meenen, Hannelore. - Se weer hier - düsse Lara-Jane - heelmaal ahnungslos, well ik bün. Otto hett ehr nix vertellt vun mi. He hett ehr seggt, he weer scheeden. Un beruflich hett he ehr ok een grood Löög opdiskt. Sporkassen-Dierktor is he, hett he ehr wiesmaakt.

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